1941-11-10 / “The Complete Elimination of This Alien Element Is Being Carried Out”: A Wehrmacht Report From Minsk on The Jews

Introduction

Cover letter dated 13 November 1941 and situation report dated 10 November 1941 from the Wehrmacht Commander in White Ruthenia concerning the political and military situation in the occupied territory. The report states with regard to the Jews that “since they continue to make common cause with the Communists and partisans, the complete elimination of this alien element is being carried out,” and that these actions had so far taken place “in the eastern part of the area, in the former Soviet–Russian border region and along the Minsk–Brest Litovsk railway line.” Attached to the situation report was the supplementary report on “special incidents” describing such a “cleansing action” in the Sluzk–Kleck area: “5,900 Jews were shot by Reserve Police Battalion 11”.

Document

Kommandant in Weißruthenien des Wehrmachtbefehlshabers Ostland
Abt. Ia, Tgb.Nr. 843 geh.

Geheim

Minsk, 13.11.41

Betr.: Lagebericht.

An
Stellv. Gen.Kdo. VII A.K.
Abt. Ia
München

In der Anlage wird ein Lagebericht für die Zeit vom 11.10. – 10.11.1941 zur Kenntnisnahme übersandt.

Für den Kommandanten in Weißruthenien

Der erste Generalstabsoffizier
[Unterschrift]
Oberstleutnant

Anlage: 1.

Der Kommandant in Weißruthenien des Wehrmachtbefehlshabers Ostland
Abt. Ia.

Minsk, den 10.11.41

Geheim!

Monatsbericht vom 11.10. – 10.11.1941

Politische Lage.

Im Berichtsmonat konnten unter den nicht weißruthenischen Bevölkerungsteilen Bewegungen beobachtet werden, denen große Beachtung geschenkt werden muß.

1.) Polen: Die Polen, deren chauvinistische Bestrebungen die gleichen wie bisher geblieben sind, erhalten durch unerlaubte Abwanderungen aus dem Generalgouvernement Zuzug. Diese Einwanderung der Polen nach Weißruthenien von Westen her hat ihren äußeren Grund in der schlechten Wirtschaftslage im Generalgouvernement. Der innere Grund ist in einer Einigung über Zusammenarbeit mit den Russen zu suchen, die sich gegen die Deutschen richtet. Darüber hinaus aber erstreben die Polen nicht nur im alten polnischen Gebiet westl. der Grenze von 1920 zwischen Rußland und Polen eine Vermehrung des Bevölkerungsprozentsatzes, sondern verfolgen im Geheimen auch das Ziel noch weiter nach Osten vorzudringen. Beide Bestrebungen müssen unter allen Umständen verhindert werden. Hierfür ist die vordringlichste Notwendigkeit, daß zur Durchführung von Ausweiskontrollen, allen Personen, die schon vor dem 25.6.41 im Bereich ansässig waren, endlich neue, gültige Ausweise ausgestellt werden.

2.) Juden: Bei den Juden wurde beobachtet, daß sie vielfach aus ihren Wohnsitzen auf dem flachen Lande abwandern, wahrscheinlich nach Süden, wodurch sie sich den gegen sie eingeleiteten Aktionen zu entziehen versuchen. Da sie nach wie vor mit den Kommunisten und Partisanen gemeinsame Sache machen, wird die restlose Ausmerzung dieses volksfremden Elementes durchgeführt. Die hierzu bisher durchgeführten Aktionen fanden im Osten des Bereichs statt im alten sowjetrussischen Grenzgebiet und an der Bahnstrecke Minsk–Brest Litowsk. Außerdem wird im Bereich des Kdt.i.WR. die Zusammenbringung der Juden auf dem flachen Lande in Ghettos größerer Ortschaften durchgeführt.

Feindlage:

Im Kampfe gegen die Partisanen ist im Berichtsmonat keine Änderung eingetreten. Ihre geschickte Kampfweise, ihre Zahl und Aktivität stellen eine große Beunruhigung für die Bevölkerung dar und zwingen zu dauerndem Kampfeinsatz der Truppe. Sie treten im Gebiet der 707. I.D. hauptsächlich südlich der Bahn Minsk–Brest Litowsk auf und zwar südöstl. Sluzk (an der Rollbahn 2), im Raume bei und ostw. des Ortes Starobin, das aus dem Bereich der 707. Inf.Div. hinüberreicht in das Gebiet der 339. I.D. Nördl. Minsk treten sie vorwiegend in einem Raum auf, der südl. Lepel (339. I.D.) beginnt und sich nach Südwesten bis an die Bahn Minsk–Borissow heranzieht. Da von der 339. I.D. auch aus der Gegend Polozk Zusammenstöße und Gefecht mit Partisanen gemeldet werden, kann gesagt werden, daß die stärkste Partisanentätigkeit ostw. der alten russ.-poln. Grenze zu verzeichnen ist. Aber auch im übrigen ganzen Bereich des Kdt.i.WR. treten bewaffnete Banden in Erscheinung. Die weiten Räume und Geländeschwierigkeiten durch schlechte Wege und Sümpfe erschweren den Kampf der Truppe bei der derzeitigen nassen Witterung sehr.

Seit dem 7.11., dem Tage der russ. Revolution, an dem besondere Kundgebungen oder Sabotageakte nicht stattfanden, sind starke Bewegungen der Banden und Partisanen zu verzeichnen. Es wurden zwei ziemlich gleiche starke Gruppen von 100–150 Mann, stark bewaffnet und viele kleine Gruppen in Stärke von 30–50 Mann festgestellt. Die allgemeine Richtung der Bewegung läßt sich noch nicht genau erkennen, doch scheint es, daß ein Abwandern nach Osten stattfindet. Ob eine Vereinigung mit den starken Partisanengruppen ostw. Bobruisk im Gebiet der 339. Inf.Div. erfolgen wird, läßt sich noch nicht übersehen. Diese Bewegung kam wahrscheinlich dadurch in Fluß, daß überall dort militärische Stützpunkte errichtet wurden, wo bisher das Auftreten von Partisanen durch die Bevölkerung gemeldet und durch den Streifendienst der Truppe festgestellt wurde, sodaß ihnen der Aufenthalt in ihren Unterschlüpfen sowie die ungestörte Verproviantierung sehr erschwert wurde.

Gegen die Organisationen, die mit den Partisanen in Verbindung stehen, wurden verschiedene erfolgreiche Schläge von der Abwehrstelle Minsk, zusammen mit der G.F.P. geführt. Als abschreckendes Beispiel wurden in Minsk 12 Personen öffentlich gehängt, die zu einer Partisanen-Werbe-Paßfälscher und -Umkleidestelle gehörten.

Eine große Gefahr bedeuten in diesem Zusammenhang die Kriegsgefangenen, die von den Kgf.-Transportzügen abspringen oder aus Lagern und Arbeitskolonnen ausbrechen. Deshalb muß gegen jeden im Gelände aufgegriffenen Kriegsgefangenen mit der äußersten Schärfe eingeschritten werden.

Commander in White Ruthenia of the Wehrmacht Commander Ostland
Department Ia, War Diary No. 843, secret

Secret

Minsk, 13 November 1941

Subject: Situation report

To:
Deputy General Command, VII Army Corps
Department Ia
Munich

Attached is a situation report for the period from 11 October to 10 November 1941, submitted for your information.

For the Commander in White Ruthenia

The First General Staff Officer
[signature]
Lieutenant Colonel

Enclosure: 1.

The Commander in White Ruthenia of the Wehrmacht Commander Ostland


Department Ia

Minsk, 10 November 1941

Secret

Monthly report for the period 11 October – 10 November 1941

Political situation

During the reporting month, movements were observed among the non–White Ruthenian sections of the population which must be given close attention.

1) Poles:
The Poles, whose chauvinistic ambitions have remained the same as before, are receiving reinforcements through unauthorized migration from the General Government. This immigration of Poles into White Ruthenia from the west has its outward cause in the poor economic situation in the General Government. The inner cause is to be sought in an agreement to cooperate with the Russians, directed against the Germans. In addition, however, the Poles are not only striving to increase their share of the population in the old Polish territories west of the 1920 border between Russia and Poland, but are also secretly pursuing the aim of pushing still farther eastward. Both of these efforts must be prevented under all circumstances. The most urgent necessity for this is that, in order to carry out identity checks, all persons who were already resident in the area before 25 June 1941 must finally be issued new, valid identity papers.

2) Jews:
It has been observed among the Jews that many are leaving their places of residence in the rural countryside, probably toward the south, thereby attempting to evade the actions initiated against them. Since they continue to make common cause with the Communists and partisans, the complete elimination of this alien element is being carried out. The actions conducted for this purpose so far have taken place in the eastern part of the area, in the former Soviet–Russian border region and along the Minsk–Brest Litovsk railway line. In addition, within the area of the Commander in White Ruthenia, the concentration of the Jews living in the countryside into ghettos in larger towns is being carried out.

Enemy situation

In the fight against the partisans, no change occurred during the reporting month. Their skillful methods of combat, their numbers and their activity constitute a major cause of concern for the population and force the troops into constant combat operations. In the area of the 707th Security Division they appear mainly south of the Minsk–Brest Litovsk railway, namely southeast of Sluzk (on Highway 2), in the area in and east of the town of Starobin, which extends from the area of the 707th Infantry Division into the area of the 339th Security Division. North of Minsk they appear mainly in a zone that begins south of Lepel (339th Security Division) and extends southwestward to the Minsk–Borisov railway. Since the 339th Security Division is also reporting clashes and engagements with partisans from the Polotsk area, it can be said that the strongest partisan activity is to be found east of the old Russian–Polish border. But armed bands also appear throughout the rest of the area of the Commander in White Ruthenia. The wide expanses and difficult terrain, with bad roads and swamps, greatly hamper the troops’ operations in the current wet weather.

Since 7 November, the day of the Russian Revolution, on which no special demonstrations or acts of sabotage took place, strong movements of bands and partisans have been observed. Two fairly equally strong groups of 100–150 men, heavily armed, and many small groups of 30–50 men have been identified. The general direction of these movements cannot yet be determined precisely, but it appears that there is a shift toward the east. Whether a union with the strong partisan groups east of Bobruisk in the area of the 339th Infantry Division will occur cannot yet be foreseen. This movement was probably set in motion by the fact that military strongpoints were established everywhere that the presence of partisans had previously been reported by the population and detected by troop patrols, making it very difficult for them to remain in their hideouts and to obtain supplies without disturbance.

Against the organizations connected with the partisans, various successful blows were carried out by the Abwehr station in Minsk together with the Secret Field Police (GFP). As a deterrent example, 12 persons were publicly hanged in Minsk who belonged to a partisan recruiting, passport-forging and disguise center.

In this context, a major danger is posed by prisoners of war who jump from POW transport trains or break out of camps and work details. Therefore, every prisoner of war captured in the field must be dealt with with the utmost severity.

Archivial reference:

NARA T79/18/440 – 442 (online)
BArch RH 26-707/2


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