1943-06-30 / The Katzmann Report: “Solution of the Jewish Question in Galicia”

Introduction

On June 30, 1943, the SS and Police Leader of Galicia in Lemberg (Lwiw) SS-Gruppenführer Fritz Katzmann submitted to the Higher SS and Police Leader East Friedrich Wilhelm Krüger, a top secret report on the “Solution of the Jewish Question in Galicia.” During the ghetto relocations of winter 1941/1942, the report states that “all work-shy and antisocial Jewish riffraff were identified during the screening and given special treatment” – a standard Nazi euphemism for extrajudicial killing.

Katzmann records that “resettlement from the District of Galicia began in April 1942 and was carried out continuously,” and that by November 1942 “254,989 Jews had already been resettled or relocated.” He goes on to explain that “the resettlement was carried out vigorously, so that as of 23 June 1943 all Jewish residential districts could be dissolved,” and added that the district was now “free of Jews, except for those who are in the camps under the control of the SS and Police Leader.” Jews who were “still occasionally apprehended are given special treatment”. By 27 June 1943, Katzmann reports “a total of 434,329 Jews had been resettled” with only 21,156 left in forced-labor camps.

Adressing the plunder of Jewish property, the report notes that “extraordinary valuables were secured and placed at the disposal of the ‘Reinhard’ special staff,” which refers to Operation Reinhard, the program responsible for the extermination of the Jews in the Generalgouvernement and the large-scale confiscation of their assets.

Document

Der SS- und Polizeiführer im Distrikt Galizien
Tgb.Nr. 42/43 g.R. – Ch/Fr.-

Lemberg, den 30. Juni 1943

GEHEIME REICHSSACHE!

2 Ausfertigungen
1. Ausfertigung

Betr.: Lösung der Judenfrage in Galizien.
Bezug: Anliegender Bericht.
Anlg.: 1 Bericht (3 Ausfertigungen)
1. Ausfertigung (gebunden)

An den
Höheren SS- und Polizeiführer Ost
SS-Obergruppenführer und General der Polizei
Krüger – o.V.i.A. –
Krakau

In der Anlage überreiche ich den Abschlußbericht als 1. Ausfertigung über die Lösung der Judenfrage im Distrikt Galizien mit der Bitte um Kenntnisnahme.

[Unterschrift Katzmann]
SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei.

Lösung der Judenfrage im Distrikt Galizien

Galizien war durch den Begriff „galizischer Jude“ wohl das Fleckchen Erde auf der Welt, das in Verbindung mit dem Judentum am besten bekannt und in aller Munde war. Hier lebten sie in großen kompakten Mengen, eine Welt für sich bildend, aus der immer wieder der Nachwuchs des übrigen Weltjudentums gespeist wurde. Zu Hunderttausenden begegnete man den Juden in allen Teilen Galiziens.

Nach einer alten Statistik des Jahres 1931 wurden rd. 502 000 Juden gezählt. Diese Zahl dürfte sich seit 1931 bis zum Sommer 1941 bestimmt nicht verringert haben. Genaue Angaben über die beim Einmarsch der deutschen Truppen in Galizien vorhandenen Juden können nicht gemacht werden. Von den Judenräten Galiziens wurde lediglich am Ende des Jahres 1941 die Zahl von 350 000 angegeben. Daß diese Zahl nicht stimmt, ist aus der am Schluß bekanntgegebenen Aussiedlungsziffer zu ersehen. Allein die Stadt Lemberg beherbergte im Juli – August 1941 rd. 160 000 Juden.

Der Einfluß dieses galizischen Judentums, der unter den Regierungen Österreichs und Polens schon ein bedeutender war, stieg mit der Besetzung dieses Raumes durch die Sowjetrussen im Jahre 1939 ins fast Unglaubliche.

Alle Machtstellungen im Lande waren in ihrer Hand. So war es auch verständlich, daß man im Juli 1941, nach der Besetzung dieses Raumes durch die deutschen Truppen, überall, wo man hingriff, auf Juden stieß. Es mußte daher auch unsere vordringlichste Auf-
gabe sein, dieses Problem so schnell als möglich zur Lösung zu bringen.

Als erste Maßnahme erfolgte die Kenntlichmachung aller Juden durch eine weiße Armbinde mit dem blauen Davidstern. Nach einer Verordnung des Generalgouverneurs lag die Verantwortung über die Kenntlichmachung, Registrierung der Juden sowie über die Bildung der Judenräte in der Hand der Inneren Verwaltung. Unsere Aufgabe als Polizei gesehen bestand vorerst darin, den ungeheuren Schleichhandel im ganzen Lande, der von den Juden betrieben wurde, wirksamst zu bekämpfen. Insbesondere mußte tatkräftigst gegen alle herumlungernden Faulenzer und Nichtstuer eingeschritten werden.

Die beste Handhabe hierzu bot die Bildung von Zwangsarbeitslagern durch den SS- und Polizeiführer. Arbeitsmöglichkeiten boten sich vor allen Dingen an dem äußerst wichtigen, für den gesamten Südabschnitt der Front notwendigen Ausbau der Dg. 4, die sich
in einem katastrophalen Zustand befand. Am 15. Oktober 1941 wurde mit dem Ausbau der Lager an der Rollbahn begonnen, und schon nach wenigen Wochen entstanden trotz erheblicher Schwierigkeiten 7 Lager, die mit 4000 Juden belegt wurden. Diesen ersten Lagern folgten bald weitere, so daß in kürzester Frist 15 derartige Lager dem Höheren SS- und Polizeiführer gemeldet werden konnten. Durch diese Lager sind im Laufe der Zeit rd. 20 000 jüdische Arbeitskräfte durchgelaufen. Trotz aller erdenklichen Schwierigkeiten, die bei diesem Problem auftauchten, können heute rd. 160 km Straße als fertiggestellt gemeldet werden.

Zu gleicher Zeit wurden alle anderen arbeitsfähigen Juden von den Arbeitsämtern registriert und einer nutzbringenden Arbeit zugeführt. Sowohl bei der Kenntlichmachung der Juden mit dem Davidstern als auch bei der Registrierung durch die Arbeitsämter
machten sich schon die ersten Anzeichen bemerkbar, daß die Juden sich den behördlichen Anordnungen zu entziehen versuchten. Die darauf durchgeführten Kontrollmaßnahmen führten zu Tausenden von Festnahmen. Es zeigte sich immer mehr, daß die Zivilverwaltung nicht in der Lage war, das Judenproblem auch nur einer annähernd befriedigenden Lösung zuzuführen. Da wiederholte Versuche der Stadtverwaltung Lemberg z. B., die Juden in einem geschlossenen jüd. Wohnbezirk unterzubringen, scheiterten, wurde kurzerhand auch diese Frage vom SS- und Polizeiführer mit seinen Organen gelöst. Diese Maßnahme wurde umso vordringlicher, da allenthalben im Stadtgebiet in den Wintermonaten 1941 große Fleckfieberherde auftraten, wodurch nicht nur die einheimische Bevölkerung gefährdet war, sondern im erhöhten Maße die stationierte als auch die durchziehende Truppe. Bei dieser Umsiedlung der Juden in ein bestimmtes Stadtviertel wurden mehrere Schleusen errichtet, an denen von vornherein bei der Durchschleusung das gesamte arbeitsscheue und asoziale jüd. Gesindel erfaßt und sonderbehandelt wurde.

Durch die Eigenart, daß das Handwerkertum in Galizien fast zu 90 % aus jüd. Arbeitskräften bestand, konnte die zu lösende Aufgabe nur Zug um Zug durchgeführt werden, da eine sofortige Entfernung nicht im Interesse der Kriegswirtschaft gelegen hätte. Trotzdem war bei den Juden, die im Arbeitsprozeß standen, eine besondere Arbeitsleistung nicht festzustellen. Die Arbeitsstelle war ihnen vielfach nur Mittel zum Zweck, um sich erstens den verschärften Judenmaßnahmen zu entziehen und zweitens ungestörter ihren Schiebergeschäften nachgehen zu können. Nur durch fortgesetzte polizeiliche Eingriffe konnte ein Überhandnehmen unterbunden werden. Nachdem in immer mehr Fällen festgestellt wurde, daß die Juden es verstanden hatten, sich bei ihren Arbeitgebern durch Beschaffung von Mangelwaren usw. unentbehrlich zu machen, mußten ganz drakonische Maßnahmen unsererseits eingeleitet werden. Es mußte leider die überaus traurige Feststellung gemacht werden, daß die hier eingesetzten Deutschen, insbesondere sogenannte Einsatzfirmen oder die „berüchtigten Treuhänder“, die tollsten Schiebergeschäfte mit den Juden betrieben. Es wurden Fälle bekannt, bei denen Juden zwecks Erlangung irgendeines Arbeitsausweises nicht allein keinen Lohn verlangten, sondern sogar noch laufend Geld zuzahlten. Darüber hinaus nahm das „Organisieren“ der Juden für ihre „Arbeitgeber“ einen derartig katastrophalen Umfang an, daß im Interesse des Ansehens des Deutschtums energischst eingeschritten werden mußte.

Da die Verwaltung nicht in der Lage war und sich zu schwach zeigte, diesem Chaos Herr zu werden, wurde kurzerhand der gesamte Arbeitseinsatz der Juden vom SS- und Polizeiführer übernommen. Die bestehenden jüd. Arbeitsämter, die mit Hunderten von Juden besetzt waren, wurden aufgelöst, sämtliche Arbeitsbescheinigungen von Firmen und Dienststellen für ungültig erklärt und die von den Arbeitsämtern den Juden gegebenen Karten durch Abstempelung der Polizeidienststellen neu gültig gemacht.

Im Zuge dieser Aktion wurden wiederum Tausende von Juden erfaßt, die sich im Besitz von gefälschten Ausweisen befanden oder aber sich unter allen möglichen Vorwänden Arbeitsausweise erschlichen hatten. Auch diese Juden wurden einer Sonderbehandlung zugeführt. Insbesondere hatten Wehrmachtsdienststellen durch unkontrollierbares Ausstellen von Sonderausweisen dem jüd. Schmarotzertum Vorschub geleistet. Aus der Vielzahl der erfaßten Ausweise sollen nur 3 hinzugefügt werden, aus denen man ersehen kann, mit welchen Methoden versucht wurde, die Maßnahmen der SS zu sabotieren:

[…]

Es gab Fälle, bei denen festgenommene Juden im Besitz von 10 bis 20 solcher Ausweise waren.

Wurden nun im Zuge der weiteren Überprüfungen Juden festgenommen, fühlten sich die meisten Arbeitgeber verpflichtet, zugunsten der Juden zu intervenieren. Dieses geschah oftmals in einer Weise, die als zutiefst beschämend bezeichnet werden mußte. Ein tolles Stück leistete sich hierbei ein in Lemberg für die Wehrmacht arbeitender Großschlächter, ein gewisser Schmalz, der von Berlin aus nachstehendes Telegramm an die Dienststelle des SS- und Polizeiführers sandte:

+++ 424 DD Berlin I 52/51 10 1422
Dringend = SS-Untersturmführer Löhnert beim SS Polz. Führer Lemberg Distrikt Gebäude.

Die beiden eingereichten Karten sind Fachleute, Uhrmacher. Wohnen in meiner späteren Fabrik als Wächter, tagsüber Uhrmacher. Möchte an deren Untergang nicht schuld sein. Nach meiner Rückkehr können sie beide haben. Laufen ja nicht weg. Bitte herzlichst
Ihr = R I I H. . Smzaidz

Als daraufhin das Gebaren dieses Großschlächters näher kontrolliert wurde, stellte es sich heraus, daß der Bursche die unglaublichsten Schiebergeschäfte mit den Juden getätigt hatte. Schmalz wurde festgenommen und der Staatsanwaltschaft zugeführt.

Trotz aller dieser Maßnahmen zur Regelung des Arbeitseinsatzes der Juden wurde seit dem April 1942 mit der Aussiedlung aus dem Distrikt Galizien begonnen und diese laufend durchgeführt. Als der Höhere SS- und Polizeiführer mit seiner Polizeiverordnung über die Bildung von Judenwohnbezirken vom 10. 11. 1942 noch einmal generell in die Judenfrage eingriff, waren bereits 254.989 Juden aus- bezw. umgesiedelt.

Mit der weiteren Anweisung des Höheren SS- und Polizeiführers, nunmehr die beschleunigte Gesamtaussiedlung der Juden durchzuführen, waren nochmals umfangreiche Arbeiten notwendig, um die Juden zu erfassen, die nunmehr noch vorerst in den
Rü.-Betrieben zurückgelassen werden durften. Die so verbleibenden Juden wurden zu Arbeitshäftlingen des Höheren SS- und Polizeiführers erklärt und entweder in den Betrieben oder in eigens dazu errichteten Lagern kaserniert. Für Lemberg selbst
wurde am Stadtrand ein Großlager errichtet, in dem z. Zt. 8000 jüd. Arbeitshäftlinge einsitzen. Das mit der Wehrmacht getroffene Abkommen über den Einsatz und die Behandlung dieser Arbeitshäftlinge wurde schriftlich niedergelegt. Der Erlaß, aus dem
die nunmehr getroffenen Anordnungen zu ersehen sind, ist nachfolgend beigeheftet.

Der SS- und Polizeiführer im Distrikt Galizien Lemberg am 23. 10. 1942
XIII – Tgb. Nr. 688/42 (g)
Betr.: Einsatz jüdischer Arbeitskräfte
Bezug: Schreiben der Rüstungsinspektion v. 21. 9. 42, 11 b 16 24 ZA/Ia Nr. 15/317/42 geh.
und Schreiben des Rü.Ko. Lembg. v. 19. 10. 42, Az.: 103 St/Fr.Br.Nr. 613/42 geh.

Geheim

An das Rüstungskommando Lemberg [und] an Verteiler

Von der Rüstungsinspektion im GG und dem Höheren SS- und Polizeiführer Ost, Staatssekretär für das Sicherheitswesen im GG, sind für die einheitliche Behandlung der in den Rüstungsbetrieben eingesetzten jüdischen Arbeitskräfte besondere Anordnungen und Richtlinien erlassen worden. Nach Besprechung zwischen dem Kommandeur des Rü.Ko. Lemberg und dem SS- und Polizeiführer im Distrikt Galizien wurden am 17. 10. 1942 folgende Vereinbarungen getroffen:

I. Unterkunft
Die jüdischen Arbeitskräfte sind grundsätzlich zu kasernieren und stehen in ihren Lagern unter der Kontrolle des SSuPolF. Galizien bezw. der von ihm beauftragten Polizeidienststellen. Da die Einrichtung von polizeieigenen Lagern noch nicht überall durchgeführt
ist, müssen die Werkleitungen die vorläufige Kasernierung der jüdischen Arbeitskräfte selbst vornehmen. Ist bei den Werken eine geschlossene Unterbringung nicht möglich, so sind die beschäftigten jüdischen Arbeitskräfte in bestimmten Wohnblocks der noch
vorhandenen jüdischen Wohnbezirke geschlossen unterzubringen. Wegen dieser Unterbringung setzen sich die Werkleitungen mit den Außenstellen der Sicherheitspolizei in Verbindung. Hierbei ist darauf zu achten, daß unter keinen Umständen die Angehörigen der jüdischen Arbeiter in diesem Wohnblock mit Unterkunft finden. Für die in den Lemberger Betrieben beschäftigten jüdischen Arbeitskräfte ergeht Sonderregelung. Vorläufig werden auch diese im jüdischen Wohnbezirk geschlossen untergebracht. (wird durch SSuPolF. geregelt)

II. Verpflegung
Die Verpflegung der jüdischem Arbeitskräfte übernehmen die Werke. Sie hat ausschließlich im Werk zu erfolgen. Außer der Hauptmahlzeit ist auch Frühstück und Abendbrot zu verabreichen. Auch im Krankheitsfalle ist volle Verpflegung zu gewähren. Die Betriebe fordern und empfangen die Lebensmittel nach den Sätzen der Regierung im GG, Hauptabtlg. Ernährung und Landwirtschaft, Abtlg. Marktordnung III a 1 a/100 v. 18. 8. 42.

III. Zahlungsausgleich
Vom 1. 11. 1942 an erhalten die jüdischen Arbeiter keinen Barlohn. Die Betriebsleitungen führen an den SSuPolF. Galizien für jede jüdische Arbeitskraft je Kalendertag und Schicht für den Mann 5 Zloty, für die Frau 4 Zloty ab. Lohnsteuer und Beiträge für Sozialversicherung fallen fort. Von den oben erwähnten Beträgen von 5 bezw. 4 Zloty sind die Kosten für die Verpflegung und für die Regie abzuziehen. Dieser vom Tagessatz abzuziehende Betrag darf die Summe von Zloty 1,60 nicht übersteigen. Die Verwaltung des SSuPolF. ist zu Nachprüfungen berechtigt.

Die abzuführenden Beträge sind auf das Werkkassenkonto des SSuPolF. Galizien bei der Emissionsbank in Lemberg zu überweisen. Die Überweisungen müssen jeweils bis zum 3. eines jeden Monats für den vorhergegangenen Monat erfolgt sein. Als Kassenbelege für die überwiesenen Beträge sind Abschriften von Tageslohnlisten mit dem gleichen Stichtag an die Verwaltung des SSuPol.F. Galizien Lemberg, Siegfriedstraße 102 einzusenden.

IV. Bekleidung
Die jüdischen Arbeitskräfte erhalten die Genehmigung, vor Überstellung in das Lager reichliche Bekleidung, insbesondere Winterkleidung, mitzunehmen. Die örtlichen Polizeidienststellen sind auf diesen Umstand besonders hingewiesen worden. Zur Ergänzung und Erneuerung der Arbeitskleidung können die Betriebe über den SSuPolF. in wirklich begründeten Fällen Ersatzkleidung anfordern.

V. Allgemeines
Der SSuPolF. Galizien und das Rü.[stungs]-Ko.[mmando] Lemberg stimmen überein, daß es notwendig ist, die jüdischen Arbeitskräfte auch arbeitsfähig zu erhalten; das bedingt entsprechende Unterkunft, Bekleidung und ärztliche Betreuung.
Die Betriebsleitungen werden gebeten, etwa auftretende Schwierigkeiten mit den örtlichen Dienststellen der Sipo zu bereinigen. Der SSuPolF. Galizien sowie das Rü.Ko. Lemberg sind jeweils zu unterrichten. Können Schwierigkeiten örtlich nicht behoben werden, sind entsprechende Anträge schnellstens an den SSuPolF. im Distrikt Galizien zu leiten.

[Unterschrift Katzmann]
SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei

Verteiler:
Schwarz & Co., Lemberg
Textilia Lemberg
Metrawat A.G., Zweigwerk Lemberg
Ausbildungswerkstätten A.W. Lemberg
Hobag – Holzbau A.G., Zweigstelle Lemberg
Faßdaubenfabrik in Bolechow
Möbelfabrik in Bolechow
Karpathon – Öl A.G.

Nachrichtlich:
Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Distrikt Galizien – Lemberg mit Nebenabdrucken für die Außenstellen
Kommandeur der Ordnungspolizei in Distrikt Galizien – Lemberg mit Nebenabdrucken für die Gend. Kreisführer
SS-Ustuf. Fichtner im Stabe
SS-UStuf. Löhnert im Stabe
SS-UStuf. Hildebrand im Stabe


In der Zwischenzeit wurde die weitere Aussiedlung energisch betrieben, so daß mit Wirkung vom 23. 6. 43 sämtliche Judenwohnbezirke aufgelöst werden konnten. Der Distrikt Galizien ist damit bis auf die Juden, die sich in den unter Kontrolle des SS- und Polizeiführers stehenden Lagern befinden, judenfrei. Die noch vereinzelt aufgegriffenen Juden werden von den jeweiligen Ordnungspolizei und Gendarmerieposten sonderbehandelt.

Bis zum 27. 6. 43 waren insgesamt 434 329 Juden ausgesiedelt.

Judenlager befinden sich noch in:
Lemberg Kosaki Drohobycz
Weinbergen Zborow Boryslaw
Ostrow Jezierna Stryj
Kurowice Tarnopol Skole
Jaktorow Hluboczek Bolechow
Lackie Borki-Wielki Broschniow
Pluhow Kamionki Njebielow

mit einer Gesamtbelegstärke von: 21 156 Juden. Diese werden noch lfd. reduziert.

Gleichzeitig mit den Aussiedlungsaktionen wurde die Erfassung der jüd. Vermögenswerte durchgeführt. Außerordentliche Werte konnten sichergestellt und dem Sonderstab „Reinhard“ zur Verfügung gestellt werden. Außer den erfaßten Möbeln und
großen Mengen an Textilien usw. wurden im einzelnen erfaßt und dem Sonderstab „Reinhard“ abgeführt:

Stand vom 30. 6. 1943:
25,580 kg Kupfermünzen
53,190 kg Nickelmünzen
97,581 kg Goldmünzen
82,600 kg Halsketten – Silber
6,640 kg Halsketten – Gold
4326,780 kg Silberbruch
167,740 kg Silbermünzen
18,490 kg Eisenmünzen
20,050 kg Messingmünzen
20,952 kg Eheringe – Gold
22,740 kg Perlen
11,730 kg Zahngold – Zahnprothesen
28,200 kg Puderdosen – Silber oder Metall
44,655 kg Bruchgold
482,900 kg Silberbestecke
343,100 kg Zigarettendosen – Silber u. Metall
20,880 kg Ringe Gold mit Steinen
39,917 kg Broschen, Ohrgehänge usw.
18,020 kg Silberringe
6,166 kg div. Taschenuhren
3,133 kg Taschenuhren – Silber
3,425 kg Armbanduhren – Silber
1,256 kg Armbanduhren – Gold
2,892 kg Taschenuhren – Gold
68 Fotoapparate
98 Ferngläser
7 Briefmarkensammlungen kompl.
5 Reisekörbe Briefmarken lose
100,550 kg 3 Säcke mit unechten Ringen – Schmuck
3,290 kg 1 Büchse mit Korallen
0,460 kg 1 Kiste mit Korallen
0,280 kg 1 Kiste mit Korallen
7,495 kg 1 Koffer mit Füllhaltern u. Drehbleistiften
1 Reisekorb mit ” ” ”
1 Koffer mit Feuerzangen
1 Koffer mit Taschenmessern
1 Koffer mit Uhren-Teilen

Banknoten: Papier – Metall.
261 589,75 USA-Dollar – Papier
Gold-Dollar 3 à 5, 18 à 10, 28 à 20
2 515,75 Kan. Dollar
124 Arg. Pesos
18 766,64 Ung. Pengö
231 789 Rubel – Papier
Rubel – Gold 1 à 7 1/2, 11 à 10, 29 à 5
4 318 Rubel – Papier513 Franz. Franc
2 460 Schwed.22 Franc
52 Österr. Dukaten – Gold
Österr. Kronen 36 à 10, 25 à 20, 8 à 100
2 229 18,60 Engl. Pfund
23 Afrik. Pfund
13 490 Rum. Lei
25 671 Russ. Tscherw.
4 600,70 Tschechenkronen – Papier
185 Holl. Fl.
5 277 Palästin. Pfund
9 300 ” Mille
160 Lit. Öre23
360 engl. Schilling
1 Irl. Pfund
1 ung.24 Pesos
2 mex. Pesos
10 norw. Kronen
3 817,70 Slowak. Krone
435 Karbowanez
16 795 000 Zloty

Bei der im Dezember 1941 durchgeführten Pelzaktion konnten 35 Waggons Pelze abgeliefert werden.

Erarbeitete Gelder aus Zwangsarbeiterlagern und W. u. R. Betrieben.
Stand: 25. 6. 1943

1.) Zwangsarbeitslager:
a) Einnahmen:
Löhne 11 511 606,98 Zl.
Filzgelder i. Kleidung gefunden 1 232 143,71 ”
Erlös v. unbrauchb. Werkzeugen 807,93 ” 12 744 558,62 Zl.
b) Ausgaben: (Unterhalt Häftlinge)
1) Verpflegung, Bekleidung, Arznei 3 108 866,62 ”
2) Löhne, Bewachung ukr. Polizei 47 358,51 ”
3) Lager-Unterhaltg., Geb.Inst.etzung, Miete 118 063,15 ”
4) Fuhrpark Pferde 1 448 863,57 ”
Auto 83 324,14 ”
Geräte 3 037,10 ”
5) Inventar Anschaffung 2 410,15 ”
Portis Telefon 5 678,44 ”
Büro-Bedarf 29 005,59 ”
6) Bewilligung für Bauten 220 000,00 ” 5 066 607,27 Zl.

2.) W.­u. R.­Betriebe.
Einnahmen 7 711 428,92 ” 7 711 428,92 Zl.

3.) Überwiesener Betrag an den SS­-Wirtschafter:
a) Lager 6 867 251,00 ”
b) W.­u. R. Betriebe 6 556 513,69 ” 13 423 764,69 Zl.
Weitere Überweisungen an den SS­-Wirtschafter werden laufend monatlich durchgeführt.

Die Aktionen wurden in Anbetracht der großen Anzahl der Juden und der räumlichen Ausdehnung des auszukämmenden Gebietes unter Hinzuziehung von Kräften der Sicherheits-, Ordnungspolizei und Gendarmerie, des Sonderdienstes und der ukrainischen Polizei in zahlreichen Einzelunternehmungen durchgeführt. Blatt 19 zeigt eine Übersichtskarte, aus der ersichtlich ist, wie verstreut über den ganzen Distrikt die Juden vor Bildung der Judenwohnbezirke gelebt haben.

Die Einsatzkräfte waren fortgesetzt erheblichen physischen und seelischen Belastungen ausgesetzt. Es kostete immer wieder Überwindung des aufkommenden Ekels, um in die Schmutz- und Seuchenlöcher der Juden zu gehen. Bei den Durchsuchungen wurden auch Flugblätter in hebräischer Sprache aufgefunden, in denen zur Züchtung von Fleckfieber infizierten Läusen aufgefordert wurde, die zur Vernichtung der Polizeiorgane führen sollten. Tatsächlich wurden auch verschiedene Glasfläschchen mit Läusen aufgefunden. Geradezu katastrophale Zustände wurden in den Judenwohnbezirken in Rawa-Ruska und in Rohatyn angetroffen. Die Juden in Rawa-Ruska hatten aus Furcht vor der Aussiedlung ihre Fleckfieberkranken verschwiegen und in Erdlöchern untergebracht. Als die Aussiedlungsaktion begonnen werden sollte, wurde festgestellt, daß 3000 fleckfiebererkrankte Juden in diesem Wohnbezirk herumlagen. Zur Vertilgung dieses Seuchenherdes mußten sofort alle auf Fleckfieber geimpften Polizeibeamten herangezogen werden. Es gelang dann auch tatsächlich, mit nur 1 Mann Verlust diese Pestbeule zu vernichten. Fast dieselben Zustände wurden in Rohatyn angetroffen. Darüber hinaus stießen unsere Organe in allen Städten und Dörfern immer wieder auf kleinere oder größere Seuchenherde. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erkrankten insgesamt 120 Mann an Fleckfieber, wovon dank der durchgeführten Schutzmaßnahmen nur 18 Todesopfer zu verzeichnen waren.

Einige Aufnahmen aus diesen Schmutzhöhlen geben ein Bild davon, welche Überwindung aufgebracht werden mußte, alleine schon diese Schmutzzentren zu betreten. Welche lebenden Pestbeulen aus diesen Schmutzzentren herausgeholt werden mußten, dokumentieren nachstehende Bilder:

[…]

Bei den Aktionen ergaben sich auch noch sonstige ungeheure Schwierigkeiten, da sich die Juden unter allen Umständen der Aussiedlung zu entziehen trachteten. Sie versuchten nicht nur zu flüchten, sondern versteckten sich in allen nur undenkbarsten Winkeln, in Abflußkanälen, in Kaminen, selbst in Jauchegruben usw. Sie verbarrikadierten sich in Katakombengängen, in als Bunker ausgebauten Kellern, in Erdlöchern, in raffinierten Verstecken auf Böden und Schuppen, in Möbeln usw.

Je geringer die Zahl der noch verbleibenden Juden wurde, umso größer wurde der Widerstand. Waffen aller Art, darunter insbesondere solche italienischer Herkunft, wurden zur Verteidigung benutzt. Diese italienischen Waffen kauften die Juden von den im Distrikt stationierten ital. Soldaten gegen hohe Zlotybeträge auf. Die nachstehenden Bilder geben einen kleinen Ausschnitt aus der Auswahl der sichergestellten Waffen. Besonders gefährlich waren die abgeschnittenen Karabiner aller Art.

[…]

Unterirdische Bunker wurden festgestellt, deren Eingänge meisterhaft getarnt, z. T. in den Wohnungen, z. T. auch im Freien lagen. In den meisten Fällen war der Eingang zu den Bunkern nur so groß, daß gerade eine Person durchschlüpfen konnte. Die Zugänge zu den Bunkern waren so versteckt angelegt, daß sie ohne Kenntnis der Örtlichkeit nicht gefunden werden konnten. Hier half nur immer wieder die Zuhilfenahme eines Juden, dem weiß sonst was noch versprochen wurde. Wie die Bunker angelegt waren, sollen nachstehende Aufnahmen mit den Erläuterungen zeigen:

[…]

Großer Bunker:
Die Juden hatten im Ghetto Rohatyn 3 große Erdbunker gebaut und diesen folgende Namen gegeben: „Stalingrad­ Bunker“, „Sewastopol­ Bunker“ und „Leningrad­ Bunker“. In nachstehenden Bildern handelt es sich um den „Stalingrad-Bunker“. Der Bunker hatte eine Länge von etwa 30 m und war in einen Gartenhügel eingetrieben. Vom Hauptgang gingen Nebengänge ab und mündeten in Kammern von etwa 2,50 m Quadrat. Der etwa 10 m lange Zugang aus einem Haus heraus hatte eine Höhe von etwa 1 m. Der Eingang in diesen Stollen war allerdings nur so groß, daß man durchkriechen mußte.Der weitere Gang und die Kammern hatten eine Höhe von 2,50 m. Die Erdschicht über dem Bunker betrug 1,80 m und mehr. Im Bunker befand sich ein etwa 3 m tiefer, sauber mit Brettern ausgeschlagener Wasserbrunnen und ein in gleicher Weise gebautes Klosett. Ferner war vorhanden: elektrisches Licht und Radio. Die Antenne befand sich in dem Schornstein eines Hauses, der am Tage als Entlüftung und des Nachts als Kamin für einen kleinen Herd zum Kochen diente. Weiter waren noch Blechrohre zur Entlüftung angebracht. Diese Rohre endeten unter Beerenbüschen und waren nicht zu sehen, zumal auch dort nichts derartiges vermutet wurde. Dieser Bunker wurde durch Verrat gefunden. Ein Eingang war jedoch nicht bekannt. Beim eingehenden Absuchen des Geländes stieß man dann auf eine Entlüftungsanlage und gelangte beim Nachgraben in etwa einer Tiefe von 2,50 m auf die Bunkerdecke. Stollen und Bunker waren fachmännisch abgestützt und mit Brettern verschalt. An Ausstattungsgegenständen waren 2 u. 3 Etagen-Betten eingebaut und mit gutem Bettzeug versehen. Tische und Bänke waren vorhanden, ebenfalls Küchengeschirr. Die vorhandenen Lebensmittel reichten für die im Bunker befindlichen etwa 60 Juden lange Zeit aus.

[…]

Nachdem man durch Freilegung des Entlüftungsrohres auf die Bunkerdecke und so schließlich in den Bunker gelangt war, wurde auf einsteigende Beamte geschossen. Da trotz Aufforderung die Juden nicht herauskamen, wurden mehrere Löcher in den Bunker gegraben. Als auch jetzt keine Juden herauskamen, wurde Feuer gelegt und der Bunker ausgeräuchert. Im Zuge der Aussiedlungsaktionen wurden auch die Wahrnehmungen gemacht, daß die Juden im verstärkten Maße versuchten, in das Ausland zu flüchten. Hierbei handelte es sich um Juden, die im Besitze erheblicher Geldwerte, Schmucksachen und gefälschter Papiere waren. Sie versuchten mit allen Mitteln, ihre Flucht zu bewerkstelligen, und traten vielfach an deutsche und verbündete Wehrmachtsangehörige mit dem Ansinnen heran, ihren Transport nach der Grenze bezw. über die Grenze mit Militärkraftwagen durchzuführen. Sie boten hierfür unverhältnismäßig hohe Summen, in vielen Fällen bis zu 5000 Zloty und mehr pro Person. Wenn auch in einzelnen Fällen fremde Wehrmachtsangehörige – insbesondere Ungarn – sich zur Verfügung stellten und die Transporte durchführten, so wurde doch in der Mehrzahl die Sicherheitspolizei durch V.-Männer rechtzeitig benachrichtigt, so daß die erforderlichen Gegenmaßnahmen getroffen und die Juden erfaßt und die Vermögenswerte sichergestellt werden konnten.

Zur Illustration werden einige Fälle aufgeführt:

Im September 1942 wurde der Dienststelle des SS- und Polizeiführers von einem ital. Soldaten (Volksdeutscher aus der Schweiz) die Meldung gemacht, daß sich in der ital. Unterkunft in Lemberg Juden aufhielten, die in den nächsten Tagen von Angehörigen der ital. Wehrmacht über die Grenze nach Ungarn geschmuggelt werden sollten. Kurz vor dem Zeitpunkt des Abtransportes haben 2 Führer in Zivil die Kasernenanlage betreten, und es gelang ihnen auch tatsächlich, eine Gruppe von 7 Personen festzunehmen und dabei 3200 Golddollar und eine große Anzahl von Brillanten und Schmucksachen sicherzustellen. Hierbei war die Feststellung interessant, daß bereits 970 Golddollar an 4 ital. Wehrmachtsangehörige als Bestechungsgelder verteilt waren. Auch dieses Geld konnte sichergestellt werden. Die ital. Soldaten sind daraufhin in ihre Heimat abtransportiert worden.

Am 13. 5. 1943 meldeten zwei reichsdeutsche Kraftfahrer des Luftgaukommandos Charkow, daß an sie ein Jude mit der Bitte herangetreten sei, etwa 20 bis 30 Juden aus dem Judenlager Lemberg nach Brody zu schaffen. Die Juden seien teilweise im Besitz von Waffen. Gefälschte Fahr- und Marschbefehle, auf den Namen des Kraftfahrers ausgestellt, würden mitgebracht werden. Für die Durchführung des Transportes wurde den Kraftfahrern der Betrag von 20 000 Zl. geboten. Die beiden Kraftfahrer erhielten die Anweisung, auf dieses Angebot einzugehen. Es wurde verabredet, die Juden am 15. 5., um 5 Uhr, auf den Lkw. der Luftwaffe aufzuladen, in Richtung Brody loszufahren und an der Dienststelle des Kommandos des NSKK Lemberg, das an der Straße nach Brody liegt, plötzlich einzubiegen und in den Hof der Unterkunft zu fahren. Tatsächlich fuhr der Lkw. um 5.30 Uhr, besetzt mit 20 Juden und einem Polen, in den Hof der Unterkunft ein. Die Juden, die z. T. mit geladenen und entsicherten Pistolen und abgeschnittenen Karabinern bewaffnet waren, wurden von einem bereitgestellten Kommando überwältigt und entwaffnet.

Es wurden folgende Waffen sichergestellt:
1) 1 P.-Beretta-Pistole, Ka1. 9 mm Nr. 725508,
2) 1 P.-Beretta-Pistole, Ka1. 9 mm Nr. 627565,
3) 1 poln. Walzenrevolver, Kal. 9 mm, 7,65 mm FB. Radom Ng. 30-1931r,
4) 1 F.N. „Baby“, Kal. 6,35 mm Nr. 36148,
1 F.N. „Baby“, Kal. 6,35 mm Nr. 39788,
5) 1 Walter-Pistole, Kal. 6,35 mm Nr. 56679,
6) 1 Steyer-Pistole, Ka1. 6,35 mm Nr. 119187 A,
7) 1 M.A.B.-Pistole, Kal. 6,35 mm Nr. 55286,
8) 1 russ. Schnellfeuergewehr, Modell 40-Nr. 4481 (zerlegt),
9) 2 poln. Karabiner (abgeschnitten).

Die unter 1) und 2) aufgeführten Pistolen sind den Juden von Angehörigen der italienischen Wehrmacht gegen den Betrag von 2000 Zl. pro Stück verkauft worden. Die Namen der Soldaten wurden nicht ermittelt. Nach eingehender Untersuchung konnten ferner erhebliche Wertsachen sichergestellt werden. Die eingehende Vernehmung der festgenommenen Juden ergab, daß ein gewisser Jude Horowicz, der sich in den Wäldern bei Brody mit einer noch größeren Gruppe aufhalte, diese Transporte organisierte. Es konnten durch die Vernehmung weiter die Juden festgenommen werden, die für die Flüchtenden die falschen Ausweispapiere herstellten. Der gleichfalls festgenommene Pole gab in seiner Vernehmung zu, der poln. Widerstandsbewegung „PPR.“ anzugehören. Er bezeichnete weiter den Juden Horowicz als den Hauptfunktionär der „PPR.“ in Lemberg. Da die Anlaufstelle in den Wäldern bei Brody aus den Vernehmungen festgestellt wurde, wurde noch am gleichen Tage das gesamte Waldgelände von der Gendarmerie, ukrainischer Polizei und 2 Kompanien Wehrmacht umstellt und durchkämmt. Dabei stieß man an verschiedenen Stellen auf kleinere bewaffnete Bandentrupps, die sich in einigen, noch aus der Russenzeit stammenden, eingerichteten Bunkern und Unterständen eingerichtet hatten. Die Banden machten in allen Fällen von ihren Schußwaffen Gebrauch, konnten aber sämtlichst unschädlich gemacht werden. 33 jüdische Banditen wurden erschossen. Sichergestellt wurden einige abgeschnittene Karabiner sowie russ. Schnellfeuergewehre und Pistolen. Ein bei der Durchkämmung beteiligter polnischer Heger wurde von den Banditen tödlich getroffen. Während der Festnahme in Lemberg wurde 1 SS-Mann durch einen Steckschuß in den linken Unterschenkel verletzt. Den beiden reichsdeutschen Kraftfahrern wurde für ihr vorbildliches Verhalten je eine Belohnung von 2000 Zl. ausgezahlt. Die von den Juden gefälschten Fahrbefehle und Reiseauftragsbescheinigungen siehe nachstehend:

[…]

Am 21. 5. 43 gelang es gleichfalls bei Rawa-Ruska, eine jüd. Bande zu vernichten, die ebenfalls wieder mit 0,8 Pistolen italienischer Herkunft ausgerüstet war. (Inzwischen haben sämtliche italienischen Soldaten den galizischen Raum verlassen.) Einige Tage später, und zwar am 31. 5. 43, konnten bei einer wiederholten Durchkämmung der Wälder bei Busk gleichfalls 6 größere Erdbunker mit 139 jüdischen Banditen vernichtet werden.

Am 2. 6. 1943 konnten wiederum weitere Juden, die mit einem Lkw. der ungarischen Wehrmacht nach Ungarn zu flüchten beabsichtigten, festgenommen und, da sie Widerstand leisteten, erschossen werden. Auch bei diesen wurden erhebliche Wertgegenstände sichergestellt. Den beteiligten ungarischen Soldaten wurde eine entsprechende Belohnung ausgezahlt.

Daß nunmehr nach beendigter Aussiedlung erhebliche Kleinarbeit im Aufspüren von getarnten und versteckten Juden durchzuführen ist, beweist die Tatsache, daß täglich Personen mit gefälschten Ausweisen und Durchlaßscheinen aller Art angetroffen werden. Als Beweis werden einige gefälschte Kennkarten, Durchlaßscheine, Marschbefehle und Urlaubsscheine beigeheftet:

[…]

Da immer mehr alarmierende Nachrichten eintrafen über die sich mehrende Bewaffnung der Juden, wurde in den letzten 14 Tagen des Monats Juni 1943 in allen Teilen des Distrikts Galizien gleich zeitig mit den schärfsten Mitteln gegen die Vernichtung des jüd. Banditentums eingeschritten. Besondere Maßnahmen waren notwendig bei der Auflösung des jüdischen Wohnbezirks in Lemberg, wo die bereits demonstrierten Bunker eingerichtet waren. Hier mußte, um eigene Verluste zu vermeiden, von vornherein brutal eingeschritten werden, wobei mehrere Häuser gesprengt bezw. durch Feuer vernichtet werden mußten. Hierbei ergab sich die erstaunliche Tatsache, daß anstatt der gemeldeten 12 000 Juden insgesamt 20 000 Juden erfaßt werden konnten. Mindestens 3000 jüd. Leichen, die durch Einnehmen von Gift Selbstmord begingen, mußten bei den Aufräumungsarbeiten aus allen möglichen Verstecken geborgen werden.

Eigene Verluste, die bei der Durchführung der Aktionen eintraten:
An Fleckfieber gestorben: 18 Mann erkrankt 120 Mann.
Durch Juden erschossen: 7 ” verwundet 12 Mann.
” ” erstochen: 1 ”
Durch Unglücksfälle bei Judenaussiedlg. verloren:
tot: 2 ” verwundet 5 Mann.

Trotz der außerordentlichen Belastung, die jeder einzelne SS- und Polizeiangehörige während dieser Aktionen durchzumachen hatte, ist die Stimmung und der Geist der Männer vom ersten bis zum letzten Tage außerordentlich gut und lobenswert gewesen. Nur durch persönliches Pflichtbewußtsein jedes einzelnen Führers und Mannes ist es gelungen, dieser Pest in kürzester Frist Herr zu werden.






The SS and Police Leader in the District of Galicia
File No. 42/43 g.R. – Ch/Fr.–

Lemberg, 30 June 1943

SECRET REICH MATTER!

2 copies
1st copy

Re: Solution of the Jewish Question in Galicia.
Reference: Attached report.
Encl.: 1 report (3 copies)
   1st copy (bound)

To the
Higher SS and Police Leader East
SS-Obergruppenführer and General of the Police
Krüger – in lieu of personal submission –
Cracow

Enclosed I submit the final report, as the 1st copy, on the solution of the Jewish question in the District of Galicia, with the request for acknowledgment.

[Signature Katzmann]
SS-Gruppenführer and Lieutenant General of the Police.

Solution of the Jewish Question in the District of Galicia

Galicia was, through the expression “Galician Jew,” probably the spot on earth that was best known and most frequently mentioned in connection with Jewry. Here they lived in large, compact masses, forming a world of their own, from which the rest of world Jewry was continually replenished. One encountered Jews in their hundreds of thousands in all parts of Galicia.

According to an old statistic from the year 1931, approximately 502,000 Jews were counted. This number can certainly not have decreased between 1931 and the summer of 1941. Exact information about the number of Jews present in Galicia at the time of the entry of German troops cannot be provided. The Jewish councils of Galicia indicated only a figure of 350,000 at the end of 1941. That this number is incorrect can be seen from the resettlement figure given at the end. The city of Lemberg alone housed approximately 160,000 Jews in July–August 1941.

The influence of this Galician Jewry, which was already significant under the governments of Austria and Poland, rose to an almost unbelievable degree with the occupation of this area by the Soviet Russians in 1939.

All positions of power in the country were in their hands. It was therefore understandable that in July 1941, after the occupation of this area by German troops, one encountered Jews everywhere one turned. It therefore had to be our most urgent task to bring this problem to a solution as quickly as possible.

As a first measure, all Jews were to be marked by a white armband with the blue Star of David. According to a regulation of the Governor General, responsibility for the marking and registration of Jews, as well as for the formation of Jewish councils, lay with the Internal Administration. Seen from our task as police, our initial duty consisted in combating as effectively as possible the enormous black market that the Jews operated throughout the country. In particular, vigorous action had to be taken against all loitering idlers and do-nothings.

The most effective means for this was the establishment of forced labor camps by the SS and Police Leader. Work opportunities presented themselves above all in the extremely important expansion of Highway 4, which was necessary for the entire southern sector of the front and was in a catastrophic state. On 15 October 1941 construction of the camps along the main road began, and after only a few weeks—despite considerable difficulties—seven camps had been established, which were filled with 4,000 Jews. These first camps were soon followed by others, so that within a very short time 15 such camps could be reported to the Higher SS and Police Leader. Over time, approximately 20,000 Jewish laborers passed through these camps. Despite all imaginable difficulties that arose with this issue, today approximately 160 kilometers of road can be reported as completed.

At the same time, all other able-bodied Jews were registered by the labor offices and assigned to useful work. Both during the marking of Jews with the Star of David and during the registration by the labor offices, the first signs already appeared that the Jews were attempting to evade the official orders. The control measures carried out in response led to thousands of arrests. It became increasingly clear that the civil administration was not in a position to bring the Jewish problem even close to a satisfactory solution. As repeated attempts by the Lemberg city administration, for example, to house the Jews in a closed Jewish residential district failed, this matter was simply resolved by the SS and Police Leader with his agencies. This measure became all the more urgent because large typhus outbreaks appeared throughout the city area in the winter months of 1941, endangering not only the local population but to an increasing degree both the stationed and the passing troops. During this resettlement of the Jews into a specific city district, several checkpoints were established where, from the outset, all work-shy and antisocial Jewish riffraff were identified during the screening and given special treatment.

Because of the peculiarity that nearly 90% of the craftsmen in Galicia consisted of Jewish laborers, the task to be solved could only be carried out step by step, since their immediate removal would not have been in the interest of the war economy. Nevertheless, among the Jews who were employed, no particular work performance could be observed. For many of them, the workplace served merely as a means to an end: first, to evade the intensified measures against Jews, and second, to continue their black-market dealings with less disturbance. Only through continuous police intervention could such activities be prevented from getting out of hand.

After it was increasingly discovered that the Jews had managed to make themselves indispensable to their employers by procuring scarce goods, etc., extremely harsh measures had to be initiated on our part. It had to be noted—regrettably—that the Germans deployed here, especially the so-called contract firms or the “notorious trustees,” conducted the most outrageous black-market dealings with the Jews. Cases became known in which Jews, in order to obtain some kind of work permit, not only demanded no wages but even continually paid money themselves. In addition, the “organizing” carried out by the Jews for their “employers” assumed such catastrophic proportions that, in the interest of the reputation of Germandom, the most vigorous action had to be taken.

Since the administration was not able, and proved too weak, to get this chaos under control, the entire employment of Jews was simply taken over by the SS and Police Leader. The existing Jewish labor offices, which were staffed by hundreds of Jews, were dissolved, all work permits issued by companies and offices were declared invalid, and the cards issued to Jews by the labor offices were made valid again only after being stamped by police offices.

In the course of this action, thousands more Jews were apprehended who were in possession of forged documents or who had obtained work permits under every conceivable pretext. These Jews, too, were subjected to special treatment. In particular, Wehrmacht offices had encouraged Jewish parasitism by issuing special passes without control. From the multitude of seized documents, only three shall be added here to show the methods used to try to sabotage the SS measures:

[…]

There were cases in which arrested Jews were found to be in possession of 10 to 20 such permits.

When, in the course of further inspections, Jews were arrested, most employers felt obliged to intervene on behalf of the Jews. This often occurred in a manner that had to be described as deeply shameful. A particularly outrageous incident was committed by a wholesale butcher named Schmalz, who worked in Lemberg for the Wehrmacht and sent the following telegram from Berlin to the office of the SS and Police Leader:

+++ 424 DD Berlin I 52/51 10 1422
Urgent = SS Second Lieutenant Löhnert at the SS Police Leader Lemberg District Headquarters.

The two submitted cards are specialists, watchmakers. They live in my later factory as guards, watchmakers during the day. I do not want to be responsible for their downfall. After my return you may have both of them. They will not run away. Please sincerely
Yours = R I I H. . Smzaidz

When the behavior of this wholesale butcher was subsequently examined more closely, it turned out that the fellow had conducted the most unbelievable black-market dealings with the Jews. Schmalz was arrested and handed over to the public prosecutor.

Despite all of these measures to regulate the employment of Jews, resettlement from the District of Galicia began in April 1942 and was carried out continuously. By the time the Higher SS and Police Leader intervened once more in the Jewish question with his police ordinance on the creation of Jewish residential districts of 10 November 1942, 254,989 Jews had already been resettled or relocated.

With the further directive from the Higher SS and Police Leader to now carry out the accelerated total resettlement of the Jews, extensive work was again necessary to register the Jews who, for the time being, were still to be left behind in the armaments factories. The Jews who remained were declared work prisoners of the Higher SS and Police Leader and were quartered either in the factories or in special camps built for this purpose. For Lemberg itself, a large camp was built on the outskirts of the city, in which 8,000 Jewish work prisoners are currently detained. The agreement reached with the Wehrmacht regarding the deployment and treatment of these work prisoners was set down in writing. The decree containing the newly issued regulations is attached below.

The SS and Police Leader in the District of Galicia
Lemberg, 23 October 1942
XIII – File No. 688/42 (g)

Re: Deployment of Jewish labor
Reference: Letter of the Armaments Inspectorate of 21 Sept. 42, 11 b 16 24 ZA/Ia No. 15/317/42 secret,
and letter of the Armaments Command Lemberg of 19 Oct. 42, File: 103 St/Fr.Br.No. 613/42 secret.

Secret

To the Armaments Command Lemberg and to distribution list

Special regulations and directives have been issued by the Armaments Inspectorate in the General Government and by the Higher SS and Police Leader East, State Secretary for Security Affairs in the General Government, for the uniform treatment of the Jewish laborers employed in the armaments factories. After consultation between the commander of the Armaments Command Lemberg and the SS and Police Leader in the District of Galicia, the following agreements were reached on 17 October 1942:

I. Accommodation
The Jewish laborers are, as a rule, to be housed in barracks, and their camps will be under the control of the SS and Police Leader Galicia or the police offices commissioned by him. Since the establishment of police-run camps has not yet been completed everywhere, the factory administrations must themselves arrange the temporary barracking of the Jewish laborers. If a closed accommodation within the factories is not possible, the Jewish laborers employed must be quartered together in specific residential blocks of the still-existing Jewish residential districts. For this accommodation the factory administrations are to coordinate with the local branches of the Security Police. Care must be taken to ensure that under no circumstances are the families of the Jewish workers housed in these blocks. A special regulation is issued for the Jewish laborers employed in Lemberg factories. For the time being, they too will be housed together in the Jewish residential district. (to be regulated by the SS and Police Leader)

II. Food
The food for the Jewish laborers is to be provided by the factories. It must be provided exclusively at the workplace. In addition to the main meal, breakfast and supper must also be given. Full rations must also be provided in case of illness. The factories request and receive the foodstuffs according to the rates of the Government in the General Government, Main Department for Food and Agriculture, Dept. Market Regulation III a 1 a/100 of 18 Aug. 42.

III. Wage Compensation
As of 1 November 1942, the Jewish workers will receive no cash wages. The factory administrations will pay to the SS and Police Leader Galicia, for each Jewish laborer per calendar day and shift, 5 zloty for men and 4 zloty for women. Income tax and social insurance contributions are no longer applicable. From the above-mentioned sums of 5 or 4 zloty, the costs for food and administration are to be deducted. The amount deducted from the daily rate may not exceed 1.60 zloty. The administration of the SS and Police Leader is entitled to conduct inspections.

The amounts to be transferred are to be deposited into the factory cash account of the SS and Police Leader Galicia at the Emission Bank in Lemberg. Transfers must be made by the 3rd of each month for the previous month. As accounting records for the transferred amounts, copies of daily wage lists with the same date are to be sent to the Administration of the SS and Police Leader Galicia, Lemberg, Siegfriedstrasse 102.

IV. Clothing
The Jewish laborers are permitted to take ample clothing, especially winter clothing, with them before being transferred to the camp. The local police offices have been specifically instructed about this. To supplement or replace work clothing, the factories may request replacement clothing through the SS and Police Leader in cases that are truly justified.

V. General Provisions
The SS and Police Leader Galicia and the Armaments Command Lemberg agree that it is necessary to keep the Jewish laborers capable of working; this requires appropriate accommodation, clothing, and medical care.
Factory administrations are requested to resolve any difficulties that arise with the local offices of the Security Police. The SS and Police Leader Galicia as well as the Armaments Command Lemberg are to be informed in each case. If difficulties cannot be resolved locally, appropriate applications must be submitted as quickly as possible to the SS and Police Leader in the District of Galicia.

[signature Katzmann]
SS-Brigadeführer and Major General of Police

Distribution:
Schwarz & Co., Lemberg
Textilia Lemberg
Metrawat A.G., Branch Lemberg
Training Workshops A.W. Lemberg
Hobag – Holzbau A.G., Branch Lemberg
Stave Factory in Bolechow
Furniture Factory in Bolechow
Karpathon – Oil A.G.

For information:
Commander of the Security Police and SD in the District of Galicia – Lemberg, with copies for the branch offices
Commander of the Order Police in the District of Galicia – Lemberg, with copies for the gendarmerie district leaders
SS Second Lieutenant Fichtner on the staff
SS Second Lieutenant Löhnert on the staff
SS Second Lieutenant Hildebrand on the staff

In the meantime, the further resettlement was carried out vigorously, so that as of 23 June 1943 all Jewish residential districts could be dissolved. The District of Galicia is thereby free of Jews, except for those who are in the camps under the control of the SS and Police Leader. The Jews who are still occasionally apprehended are given special treatment by the respective Order Police and gendarmerie posts.

By 27 June 1943 a total of 434,329 Jews had been resettled.

Jewish camps still exist in:
Lemberg, Kosaki, Drohobycz
Weinbergen, Zborow, Boryslaw
Ostrow, Jezierna, Stryj
Kurowice, Tarnopol, Skole
Jaktorow, Hluboczek, Bolechow
Lackie, Borki-Wielki, Broschniow
Pluhow, Kamionki, Njebielow

with a total occupancy of 21,156 Jews. These are still being continuously reduced.

Simultaneously with the resettlement operations, the seizure of Jewish property was carried out. Extraordinary valuables were secured and placed at the disposal of the “Reinhard” special staff. In addition to the seized furniture and large quantities of textiles, etc., the following items were individually registered and transferred to the “Reinhard” special staff:

Status as of 30 June 1943:

25,580 kg copper coins
53,190 kg nickel coins
97,581 kg gold coins
82,600 kg necklaces – silver
6,640 kg necklaces – gold
4,326.780 kg scrap silver
167,740 kg silver coins
18,490 kg iron coins
20,050 kg brass coins
20,952 kg wedding rings – gold
22,740 kg pearls
11,730 kg dental gold – dental prostheses
28,200 kg powder boxes – silver or metal
44,655 kg scrap gold
482,900 kg silver cutlery
343,100 kg cigarette cases – silver and metal
20,880 kg rings – gold with stones
39,917 kg brooches, earrings, etc.
18,020 kg silver rings
6,166 kg assorted pocket watches
3,133 kg pocket watches – silver
3,425 kg wristwatches – silver
1,256 kg wristwatches – gold
2,892 kg pocket watches – gold
68 cameras
98 binoculars
7 complete stamp collections
5 travel baskets of loose stamps
100,550 kg – 3 sacks of imitation rings – jewelry
3,290 kg – 1 tin of coral
0,460 kg – 1 crate of coral
0,280 kg – 1 crate of coral
7,495 kg – 1 suitcase with fountain pens and mechanical pencils
1 travel basket with same
1 suitcase with fire tongs
1 suitcase with pocketknives
1 suitcase with watch parts

Banknotes: paper – metal.
261,589.75 U.S. dollars – paper
Gold dollars: 3 at 5, 18 at 10, 28 at 20
2,515.75 Canadian dollars
124 Argentine pesos
18,766.64 Hungarian pengő
231,789 rubles – paper
Rubles – gold: 1 at 7½, 11 at 10, 29 at 5
4,318 rubles – paper
513 French francs
2,460 Swedish francs
52 Austrian ducats – gold
Austrian kronen: 36 at 10, 25 at 20, 8 at 100
2,229
18.60 British pounds
23 African pounds
13,490 Romanian lei
25,671 Russian chervonets
4,600.70 Czechoslovak crowns – paper
185 Dutch guilders
5,277 Palestinian pounds
9,300 “mille”
160 Lithuanian öre
360 English shillings
1 Irish pound
1 Hungarian peso
2 Mexican pesos
10 Norwegian kroner
3,817.70 Slovak crowns
435 karbowanez
16,795,000 zloty

During the fur action carried out in December 1941, 35 railway wagons of fur coats could be delivered.

Funds generated from forced labor camps and workshops and repair facilities.
Status: 25 June 1943

1.) Forced labor camps:
a) Income:
Wages: 11,511,606.98 zloty
“Felt money” found in clothing: 1,232,143.71 ”
Proceeds from unusable tools: 807.93 ”
Total: 12,744,558.62 zloty

b) Expenses: (maintenance of prisoners)

Food, clothing, medicine: 3,108,866.62 ”

Wages for guards, Ukrainian police: 47,358.51 ”

Camp maintenance, building repairs, rent: 118,063.15 ”

Transport fleet –
 Horses: 1,448,863.57 ”
 Automobiles: 83,324.14 ”
 Equipment: 3,037.10 ”

Inventory acquisitions: 2,410.15 ”
 Postage, telephone: 5,678.44 ”
 Office supplies: 29,005.59 ”

Authorizations for construction: 220,000.00 ”
Total expenses: 5,066,607.27 zloty

2.) Workshops and repair facilities:
Income: 7,711,428.92 ”
Total: 7,711,428.92 zloty

3.) Amount transferred to the SS economic administrator:
a) Camps: 6,867,251.00 ”
b) Workshops and repair facilities: 6,556,513.69 ”
Total: 13,423,764.69 zloty

Further transfers to the SS economic administrator are carried out monthly on an ongoing basis.

The operations, given the large number of Jews and the geographical extent of the area to be combed out, were carried out in numerous individual undertakings with the involvement of forces from the Security Police, Order Police and Gendarmerie, the Special Service, and the Ukrainian police. Sheet 19 shows an overview map illustrating how widely scattered across the entire district the Jews lived before the creation of the Jewish residential districts.

The deployment forces were continually exposed to considerable physical and psychological strain. Time and again it required overcoming a rising sense of disgust to enter the Jews’ filth- and disease-infested holes. During searches, leaflets in Hebrew were also found calling for the breeding of lice infected with typhus, which were to be used to destroy the police forces. Indeed, several small glass vials filled with lice were found. Almost catastrophic conditions were encountered in the Jewish residential districts of Rawa-Ruska and Rohatyn. Out of fear of resettlement, the Jews in Rawa-Ruska had concealed their typhus patients and hidden them in dugouts. When the resettlement operation was about to begin, it was discovered that 3,000 Jews suffering from typhus were lying throughout this residential district. To eradicate this center of infection, all police officers vaccinated against typhus had to be deployed immediately. It was in fact possible to eliminate this plague spot with the loss of only one man. Nearly identical conditions were found in Rohatyn. Beyond this, our units repeatedly encountered smaller or larger centers of infection in all towns and villages. Despite all precautionary measures, a total of 120 men contracted typhus, of whom—thanks to the protective measures carried out—only 18 fatalities were recorded.

Several photographs from these filth holes give an impression of the effort required even just to enter these centers of dirt. The following images document the living plague spots that had to be dragged out of these cesspools:

[…]

During the operations, other tremendous difficulties arose because the Jews attempted under all circumstances to evade resettlement. They not only tried to flee, but hid themselves in every imaginable place: in drainage pipes, chimneys, even in cesspits, etc. They barricaded themselves in catacomb passages, in cellars converted into bunkers, in dugouts, in cleverly constructed hiding places in attics and sheds, in furniture, and so on.

The smaller the number of Jews remaining became, the greater the resistance grew. Weapons of all kinds, especially those of Italian origin, were used for defense. These Italian weapons were purchased by the Jews from the Italian soldiers stationed in the district in exchange for large sums of zloty. The images below show a small selection of the weapons that were seized. Particularly dangerous were the cut-down carbines of all types.

[…]

Underground bunkers were discovered whose entrances were masterfully camouflaged, some located inside dwellings and others outdoors. In most cases, the entrance to the bunkers was only large enough for a single person to squeeze through. The access points to the bunkers were so well concealed that they could not be found without detailed knowledge of the location. Here, the only thing that repeatedly helped was the use of a Jew to whom all sorts of promises were made. How the bunkers were constructed is shown in the photographs below along with the explanations:

[…]

Large bunker:
The Jews had built three large earth bunkers in the Rohatyn ghetto and had given them the following names: “Stalingrad Bunker,” “Sevastopol Bunker,” and “Leningrad Bunker.” The images below concern the “Stalingrad Bunker.” The bunker was about 30 meters long and had been driven into a garden mound. Side passages branched off from the main corridor and ended in chambers of about 2.5 meters square. The roughly 10-meter-long access tunnel leading from a house had a height of about 1 meter. The entrance to this passage, however, was only large enough to crawl through. The further corridor and the chambers had a height of 2.5 meters. The layer of earth above the bunker was 1.8 meters thick or more.

Inside the bunker there was a water well about 3 meters deep, neatly lined with boards, and a latrine built in the same way. In addition there were: electric lighting and a radio. The antenna was located in the chimney of a house, which served during the day as ventilation and at night as a chimney for a small stove used for cooking. Metal pipes had also been installed for ventilation. These pipes ended beneath berry bushes and were invisible, especially since nothing of the sort was suspected there. This bunker was discovered through betrayal. One entrance, however, was unknown. During a thorough search of the grounds, a ventilation shaft was found, and upon digging down to about 2.5 meters, the bunker ceiling was reached. The tunnels and bunker were professionally supported and lined with boards. As interior furnishings, two- and three-tier bunk beds had been built in and equipped with good bedding. Tables and benches were present, as well as kitchen utensils. The available food supplies were sufficient to sustain the roughly 60 Jews in the bunker for a long time.

[…]

After the ventilation pipe had been exposed, allowing the bunker ceiling to be reached and eventually enabling entry into the bunker, shots were fired at the officers attempting to enter. Since the Jews did not come out despite being called upon to do so, several holes were dug into the bunker. When no Jews emerged even then, fire was set and the bunker was smoked out.

In the course of the resettlement operations, it was also observed that the Jews increasingly attempted to flee abroad. These were Jews in possession of considerable monetary assets, jewelry, and forged papers. They tried by all possible means to carry out their escape and frequently approached German and allied military personnel with the request that their transport to or across the border be carried out in military vehicles. For this they offered disproportionately large sums, in many cases up to 5,000 zloty or more per person. Although in individual cases foreign military personnel—especially Hungarians—made themselves available and carried out the transports, in most instances the Security Police was informed in time by informants, so that the necessary countermeasures could be taken, the Jews apprehended, and the assets secured.

To illustrate, several cases are listed:

In September 1942, the office of the SS and Police Leader received a report from an Italian soldier (an ethnic German from Switzerland) stating that Jews were staying in the Italian quarters in Lemberg and were to be smuggled across the border into Hungary in the next few days by members of the Italian armed forces. Shortly before the planned time of departure, two officers in civilian clothing entered the barracks complex and actually succeeded in arresting a group of seven persons and securing 3,200 gold dollars and a large number of diamonds and pieces of jewelry. It was particularly noteworthy that 970 gold dollars had already been distributed to four members of the Italian armed forces as bribes. This money was also secured. The Italian soldiers were then transported back to their homeland.

On 13 May 1943 two Reich German drivers of the Air District Command Kharkov reported that a Jew had approached them with the request to transport about 20 to 30 Jews from the Jewish camp in Lemberg to Brody. The Jews were said to be partly armed. Forged driving and marching orders, issued in the driver’s name, would be supplied. For carrying out the transport, the drivers were offered 20,000 zloty. The two drivers were instructed to accept the offer. It was agreed to load the Jews onto the Luftwaffe truck on 15 May at 5 a.m., drive in the direction of Brody, and then suddenly turn into the premises of the NSKK command in Lemberg, which lies on the road to Brody, and drive into the courtyard of the quarters.

In fact, at 5:30 a.m. the truck, carrying 20 Jews and one Pole, drove into the courtyard. The Jews—armed in part with loaded and safety-off pistols and cut-down carbines—were overpowered and disarmed by a prepared detachment.

The following weapons were secured:

  1. 1 Beretta pistol, cal. 9 mm, no. 725508
  2. 1 Beretta pistol, cal. 9 mm, no. 627565
  3. 1 Polish revolver, cal. 9 mm, 7.65 mm FB Radom, year 1931
  4. 1 F.N. “Baby,” cal. 6.35 mm, no. 36148
      1 F.N. “Baby,” cal. 6.35 mm, no. 39788
  5. 1 Walther pistol, cal. 6.35 mm, no. 56679
  6. 1 Steyr pistol, cal. 6.35 mm, no. 119187 A
  7. 1 M.A.B. pistol, cal. 6.35 mm, no. 55286
  8. 1 Russian automatic rifle, model 40, no. 4481 (disassembled)
  9. 2 Polish carbines (cut-down)

The pistols listed under (1) and (2) had been sold to the Jews by members of the Italian armed forces at a price of 2,000 zloty each. The names of the soldiers were not identified. After thorough examination, significant valuables were also secured.

The detailed interrogation of the arrested Jews revealed that a certain Jew named Horowicz, who was located in the forests near Brody with a larger group, organized these transports. The interrogation also led to the arrest of the Jews who produced the forged identity documents for the fugitives. The Pole who was also arrested admitted in his interrogation that he belonged to the Polish resistance movement “PPR.” He further identified the Jew Horowicz as the chief functionary of the “PPR” in Lemberg.

Since the rendezvous point in the forests near Brody was established from the interrogations, the entire forest area was surrounded and combed through the same day by the gendarmerie, Ukrainian police, and two Wehrmacht companies. Several small armed bandit groups were encountered in various places; they had set themselves up in bunkers and shelters dating from the Russian period. In every case the bands used their firearms, but all of them were neutralized. Thirty-three Jewish bandits were shot. Secured were several cut-down carbines as well as Russian automatic rifles and pistols.

A Polish gamekeeper participating in the sweep was fatally shot by the bandits. During the arrests in Lemberg, one SS man received a penetrating gunshot wound to the left lower leg.

Each of the two Reich German drivers received a reward of 2,000 zloty for their exemplary conduct.

The forged driving orders and travel authorizations produced by the Jews are shown below:

[…]

On 21 May 1943 it was likewise possible near Rawa-Ruska to destroy a Jewish band that was again equipped with 0.8 pistols of Italian origin. (In the meantime all Italian soldiers have left the Galician area.) A few days later, on 31 May 1943, during another sweep of the forests near Busk, six large earth bunkers with 139 Jewish bandits were likewise destroyed.

On 2 June 1943 further Jews who intended to flee to Hungary with a truck belonging to the Hungarian armed forces were again arrested and, since they resisted, shot. Significant valuables were also secured from them. The Hungarian soldiers involved were paid an appropriate reward.

The fact that now, after the completion of the resettlement, considerable detailed work remains to be done in tracking down camouflaged and hidden Jews is demonstrated by the daily discovery of persons in possession of forged identity cards and all kinds of passes. As evidence, several forged identity cards, passes, marching orders, and leave permits are attached:

[…]

Since more and more alarming reports were arriving about the increasing armament of the Jews, during the last 14 days of June 1943 the harshest measures were taken simultaneously throughout all parts of the District of Galicia to eliminate Jewish banditry. Special measures were necessary during the liquidation of the Jewish residential district in Lemberg, where the bunkers already described had been constructed. Here, in order to avoid our own losses, it was necessary from the outset to proceed with brutality, which required the demolition or burning of several houses. It was during this action that the astonishing fact emerged that instead of the reported 12,000 Jews, a total of 20,000 Jews were apprehended. At least 3,000 Jewish corpses, who had committed suicide by taking poison, had to be recovered from every conceivable hiding place during the cleanup work.

Own losses incurred in the course of the operations:
Died of typhus: 18 men; sick: 120 men.
Shot by Jews: 7; wounded: 12 men.
Stabbed by Jews: 1.
Lost through accidents during Jewish resettlement:
Dead: 2; wounded: 5 men.

Despite the extraordinary strain endured by each SS and police member during these operations, the morale and spirit of the men remained exceptionally good and commendable from the first to the last day. Only through the personal sense of duty of every single leader and man was it possible to bring this plague under control in the shortest possible time.

Archivial reference:

AIPN, GK 166/202


Images from https://archiwum.ipn.gov.pl/download/1/380028/raportkatzmanna.pdf (the PDF also includes photographs from the original report, which are not reproduced here).

Transcription from Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945. Band 9, p. 648 – 656 (Dokument 243).


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