1945-05-04 / The Gerstein Report: SS Officers Account on the Machinery of Extermination

Introduction

On 4 May 1945, Kurt Gerstein completed a report describing his curriculum vitae and his inspection trip as SS-to the Aktion Reinhard extermination camps of Belzec and Treblinka, which took place between 17 and 19 August 1942. In this report, Gerstein provided an account of the extermination process, including the operation of the gas chambers. According to his testimony, he was sent to the camps in his capacity as an expert in disinfestation, first to assist with the disinfection of textiles collected during Aktion Reinhard and, second, to convert the gas chambers from engine exhaust to prussic acid (hydrogen cyanide).

Document

Tübingen/Württemberg, Gartenstr. 24
z.Zt. Rottweil, den 4. Mai 1945.


Zur Person: Kurt Gerstein, Bergassessor außer Dienst, Diplomingenieur. Am 27. September 1936 wegen staatsfeindlicher Betätigung aus dem Höheren Preußischen Berg-Dienst entfernt. Geboren am 11. August 1905 zu Münster/Westfalen. – Teilhaber der Maschinenfabrik De Limon Fluhme & Co zu Düsseldorf, Industriestraße 1-17, Spezialfabrik für automatische Schmieranlagen für Lokomotiven, Knorr- und Westinghouse-Bremsen. Vater: Landgerichtspräsident Ludwig E. Gerstein, Landgerichtspräsident in Hagen/Westf. außer Diensten. Mutter: Clara Gerstein, geb. Schmemann, gestorben 1931. Verheiratet seit 1937 mit Elfriede B e n s c h in Tübingen, Gartenstraße 24. Drei Kinder: Arnulf 5 Jahre, Adelheid 3 1/2 Jahre, Olaf 2 Jahre.


Lebenslauf: 1905-1910 in Münster Westf. 1910-1919 in Saarbrücken. 1919-1921 Halberstadt. 1921-1925 Neuruppin bei Berlin. Dort 1925 Abitur am humanistischen Gymnasium. Studien: Universität Marburg/Lahn 1925-1927, Berlin 1927-1931, Technische Hochschule Aachen 1927. Diplomingenieur-Examen 1931 in Berlin-Charlottenburg. Seit 1925 aktives Mitglied der organisierten evangelischen Jugend (CVJM, = YMCA) undder Bibelkreise an Höheren Schulen. Politische Betätigung: Aktiver Anhänger von Brüning und Stresemann. Seit Juni 1933 von der Gestapo verfolgt wegen christlicher Betätigung gegen den Nazi-Staat. Am 2. Mai 1933 Eintritt in die NSDAP, am 2. Oktober 1936 Ausschluss aus der NSDAP wegen staatsfeindlicher (religiöser) Betätigung für die Bekenntnis-Kirche. Gleichzeitig Ausschluss als Beamter aus dem Staatsdienst. Am 30. Januar 1935 wegen Störung einer Partei-Weihefeier im Stadttheater Hagen/Westfalen – Aufführung des Dramas Wittekind – öffentlich verprügelt und verletzt. Am 27. Oktober 1935 Bergassessor-Examen vor dem Wirtschaftsministerium in Berlin, sämtliche Examen mit Prädikat. Bis zur Verhaftung am 27. September 1936 Staatsbeamter der Saargruben-Verwaltung in Saarbrücken. Diese erste Verhaftung erfolgte wegen Versendung von 8500 staats(nazi-)feindlicher Broschüren an sämtliche Ministerialdirektoren und hohen Justizbeamten in Deutschland. Einem Lieblingswunsch entsprechend studierte ich alsdann in Tübingen am Deutschen Institut für Ärztliche Mission Medizin. Dies wurde mir durch meine wirtschaftliche Unabhängigkeit ermöglicht. Als Teilhaber der Firma De Limon Fluhme & Co. in Düsseldorf bezog ich ein durchschnittliches Einkommen von jährlich 18.000 Reichsmark. Etwa ein Drittel dieses Einkommens pflegte ich für meine religiösen Ideale auszugeben. Insbesondere habe ich rund 23.000 religiöse und nazifeindliche Broschüren drucken lassen und dieselben auf meine Kosten an Interessenten versandt.

Am 14. Juli 1938 erfolgte meine zweite Verhaftung und Einlieferung in das Konzentrationslager Welzheim wegen staatsfeindlicher Betätigung. Ich wurde vorher häufig von der Gestapo verwarnt und verhört und bin mit einem Redeverbot für das ganze Reichsgebiet belegt worden.

Als ich von der beginnenden Umbringung der Geisteskranken in Grafeneck und Hadamar und andernorts hörte, beschloss ich auf jeden Fall den Versuch zu machen, in diese Öfen und Kammern hineinzuschauen um zu wissen, was dort geschieht. Dies um so mehr, als eine angeheiratete Schwägerin – Bertha Ebeling – in Hadamar zwangsgetötet wurde. Mit zwei Referenzen der Gestapobeamten, die meine Sachen bearbeiteten, gelang es mir unschwer, in die SS einzutreten. Die Herren waren der Ansicht, dass mein Idealismus, den sie wohl bewunderten, der Nazi-Sache zugute kommen müsste. Am 10. März 1941 trat ich in die SS ein. Ich erhielt meine Grundausbildung in Hamburg-Langenhoorn, in Arnhem – Holland – und in Oranienburg. In Holland nahm ich sofort die Fühlung mit der holländischen Widerstandsbewegung auf (Diplomingenieur Ubbink, Doesburg). Wegen meines Doppelstudiums wurde ich bald in den technisch-ärztlichen Dienst übernommen und dem SS-Führungshauptamt, Amtsgruppe D-Sanitätswesen der Waffen-SS, Abteilung Hygiene, zugeteilt. Die Ausbildung machte ich mit einem Ärzte-Kursus von 40 Ärzten.

Beim Hygiene-Dienst konnte ich mir meine Tätigkeit selbst bestimmen. Ich konstruierte fahrbare und ortsfeste Desinfektionsanlagen für die Truppe, für Gefangenenlager und Konzentrationslager. Hiermit hatte ich unverdientermaßen große Erfolge und wurde von da ab für eine Art technisches Genie gehalten. In der Tat gelang es wenigstens, die schreckliche Fleckfieberwelle von 1941 in den Lagern einigermaßen einzudämmen. Wegen meiner Erfolge wurde ich bald Leutnant und Oberleutnant. Weihnachten 1941 erhielt das Gericht, das meinen Ausschluss aus der NSDAP verfügt hatte, Kenntnis von meinem Eintritt in die SS an führender Stelle. Es folgte ein starkes Kesseltreiben gegen mich. Aber wegen meiner großen Erfolge und wegen meiner Persönlichkeit wurde ich von meiner Dienststelle geschützt und gehalten. Im Januar 1942 wurde ich Abteilungsleiter der Abteilung Gesundheitstechnik und gleichzeitig in Doppelstellung für den gleichen Sektor vom Reichsarzt SS und Polizei übernommen. Ich übernahm in dieser Eigenschaft den ganzen technischen Desinfektionsdienst einschließlich der Desinfektion mit hochgiftigen Gasen.

In dieser Eigenschaft erhielt ich am 8. Juni 1942 Besuch von dem mir bis dahin unbekannten SS-Sturmbannführer Günther vom Reichssicherheitshauptamt, Berlin W, Kurfürstenstraße.2 Günther kam in Zivil. Er gab mir den Auftrag, sofort für einen äußerst geheimen Reichs-Auftrag 100 kg Blausäure zu beschaffen und mit dieser mit einem Auto zu einem unbekannten Ort zu fahren, der nur dem Fahrer des Wagens bekannt sei. Wir fuhren alsdann einige Wochen später nach Prag. Ich konnte mir ungefähr die Art des Auftrages denken, übernahm ihn aber, weil mir hier durch Zufall sich eine mir seit langem ersehnte Gelegenheit ergab, in diese Dinge hineinzuschauen. Auch war ich als Sachverständiger für Blausäure so autoritär und kompetent, dass es mir auf jeden Fall ein leichtes sein musste, die Blausäure unter irgend einem Vorwand als untauglich – weil zersetzt oder dergl. – zu bezeichnen und ihre Anwendung für den eigentlichen Tötungszweck zu verhindern. Mit uns fuhr noch – mehr zufällig – der Professor Dr. med. Pfannenstiel, SS-Obersturmbannführer, Ordinarius der Hygiene an der Universität Marburg-Lahn.

Wir fuhren alsdann mit dem Wagen nach Lublin, wo uns der SS-Gruppenführer Globocnek erwartete. In der Fabrik in Collin hatte ich absichtlich durchblicken lassen, dass die Säure für die Tötung von Menschen bestimmt sei. Prompt erschien dann auch nachmittags ein Mensch, der sich sehr stark für das Fahrzeug interessierte und, als er bemerkt wurde, in rasender Fahrt floh. Globocnek sagte: Diese ganze Angelegenheit ist eine der geheimsten Sachen, die es zurzeit überhaupt gibt, man kann sagen die geheimste. Wer darüber spricht, wird auf der Stelle erschossen.

Erst gestern seien zwei Schwätzer erschossen worden.

Dann erklärte er uns: Im Augenblick – das war am 17. August 1942 – haben wir drei Anstalten in Betrieb, nämlich:

1.) Belcec, an der Chaussee und Bahnstrecke Lublin-Lemberg an der Schnittlinie mit der Demarkationslinie mit Russland. Höchstleistung pro Tag 15.000 Personen.

2.) Sobibor. Auch in Polen, ich weiß nicht genau wo. 20.000 Personen Höchstleistung pro Tag.

3.) Treblinka, 120 km nordnordöstlich von Warschau. Höchstleistung 25.000 Personen pro Tag.

4.) – Damals in Vorbereitung – Majdanek bei Lublin.

Belzec, Treblinka und Majdanek habe ich persönlich eingehend mit dem Leiter dieser Anstalten, dem Polizeihauptmann Wirth, zusammenbesichtigt. Globocnek wendete sich ausschließlich an mich und sagte: Es ist Ihre Aufgabe, insbesondere die Desinfektion des sehr umfangreichen Textilgutes durchzuführen. Die ganze Spinnstoffsammlung ist doch nur durchgeführt worden, um die Herkunft des Bekleidungsmaterials für die Ostarbeiter usw. zu erklären und als ein Ergebnis des Opfers des deutschen Volkes darzustellen. In Wirklichkeit ist das Aufkommen unserer Anstalten das 10-20 fache der ganzen Spinnstoffsammlung.

Ich habe alsdann mit den leistungsfähigsten Firmen die Möglichkeit, solche Textilmengen – es handelte sich allein um einen aufgelaufenen Vorrat von etwa 40 Millionen Kilogramm = 60 komplette Güterzüge voll – in den vorhandenen Wäschereien und Desinfektionsanstalten zu desinfizieren, durchgesprochen. Es war aber völlig unmöglich, so große Aufträge unterzubringen. Ich benutzte alle diese Verhandlungen, um die Tatsache der Judentötung in geschickter Weise bekanntzumachen oder durchblicken zu lassen. Es genügte Globocnek alsdann, daß das ganze Zeug mit etwas Detenolin übersprüht wurde, damit es wenigstem nach Desinfektion röche. Das ist denn auch geschehen.

– Ihre andere – noch weit wichtigere Aufgabe ist die Umstellung unserer Gaskammern, die jetzt mit Dieselauspuffgasen arbeiten, auf eine bessere und schnellere Sache, Ich denke da vor allem an Blausäure. Vorgestern waren der Führer und Himmler hier. Auf ihre Anweisung muß ich Sie persönlich dorthin bringen, ich soll niemand schriftliche Bescheinigungen und Einlaßkarten ausstellen. – Darauf fragte Pfannenstiel: Was hat denn der Führer gesagt? — Glob.: Schneller, schneller die ganze Aktion durchführen. Sein Begleiter, der Ministerialrat Dr. Herbert Lindner, hat dann gefragt: Herr Globocnek, halten Sie es für gut und richtig, die ganzen Leichen zu vergraben, anstatt sie zu verbrennen? Nach uns könnte eine Generation kommen, die das Ganze nicht versteht! – Darauf Glb.: Meine Herren, wenn je nach uns eine Generation kommen sollte, die so schlapp und so knochenweich ist, daß sie unsere große Aufgabe nicht versteht, dann allerdings ist der ganze Nationalsozialismus umsonst gewesen. Ich bin im Gegenteil der Ansicht, daß man Bronzetafeln versenken sollte, auf denen festgehalten ist, daß wir den Mut gehabt haben, dieses große und so notwendige Werk durchzuführen. – Darauf der Führer: Gut, Globocnek, das ist allerdings auch meine Ansicht! —

Später hat sich die andere Ansicht durchgesetzt. Die Leichen sind dann auf großen Rosten, die aus Eisenbahnschienen improvisiert wurden, verbrannt worden unter Zuhilfenahme von Benzin und Dieselöl.

Am anderen Tage fuhren wir nach Belcec. Ein kleiner Spezialbahnhof war zu diesem Zweck an einem Hügel hart nördlich der Chaussee Lublin-Lemberg im linken Winkel der Demarkationslinie geschaffen worden. Südlich der Chaussee einige Häuser mit der Inschrift “Sonderkommando Belcec der Waffen-SS”. Da der eigentliche Chef der gesamten Tötungsanlagen, der Polizeihauptmann Wirth, noch nicht da war, stellte Globocnek mich dem SS-Hauptstumführer Obermeyer (aus Pirmasens) vor. Dieser ließ mich an jenem Nachmittag nur das sehen, was er mir eben zeigen mußte. Ich sah an diesem Tag keine Toten, nur der Geruch der ganzen Gegend im heißen August war pestilenzartig, und Millionen von Fliegen waren überall zugegen. – Dicht bei dem kleinen 2-gleisigen Bahnhof war eine große Baracke, die sogenannte Garderobe, mit einem großen Wertsachen-Schalter. Dann folgte ein Zimmer mit etwa 100 Stühlen, der Friseurraum. Dann eine kleine Allee im Freien unter Birken, rechts und links von doppeltem Stacheldraht umzäunt mit Inschriften: Zu den Inhalier- und Baderäumen! —

Vor uns eine Art Badehaus, rechts und links davor grosse Betontöpfe mit Geranien, dann ein Treppchen, und dann rechts und links je 3 Räume 5 x 5 Meter, 1,90 Meter hoch, mit Holztüren wie Garagen. An der Rückwand, in der Dunkelheit nicht recht sichtbar, große hölzerne Rampentüren. Auf dem Dach als “sinniger, kleiner Scherz” der Davidstern!! – Vor dem Bauwerk eine Inschrift: Heckenholt-Stiftung! – Mehr habe ich an jenem Nachmittag nicht sehen können. –

Am anderen Morgen um kurz vor sieben Uhr kündigt man mir an: In zehn Minuten kommt der erste Transport! – Tatsächlich kam nach einigen Minuten der erste Zug von Lemberg aus an. 45 Waggons mit 6.700 Menschen, von denen 1.450 schon tot waren bei ihrer Ankunft. Hinter den vergitterten Luken schauten, entsetzlich bleich und ängstlich, Kinder durch, die Augen voll Todesangst, ferner Männer und Frauen. Der Zug fährt ein: 200 Ukrainer reißen die Türen auf und peitschen die Leute mit ihren Lederpeitschen aus den Waggons heraus. Ein großer Lautsprecher gibt die weiteren Anweisungen: Sich ganz ausziehen, auch Prothesen Brillen usw. Die Wertsachen am Schalter abgeben, ohne Bons oder Quittung. Die Schuhe sorgfältig zusammenbinden (wegen der Spinnstoffsammlung), denn in dem Haufen von reichlich 25 Meter Höhe hätte sonst niemand die zugehörigen Schuhe wieder zusammenfinden können. Dann die Frauen und die jungen Mädchen zum Friseur, der mit zwei, drei Scherenschlägen die ganzen Haare abschneidet und sie in Kartoffelsäcken verschwinden lässt. Das ist für irgendwelche Spezialzwecke für die U-Boote bestimmt, für Dichtungen oder dergleichen! – sagt mir der SS-Unterscharführer, der dort Dienst tut. Dann setzt sich der Zug der Menschen in Bewegung. Voran ein bildhübsches junges Mädchen, so gehen sie alle die Allee entlang, alle nackt, Männer, Frauen, Kinder, ohne Prothesen. Ich selbst stehe mit dem Hauptmann Wirth oben auf der Rampe zwischen den Kammern. Mütter mit ihren Säuglingen an der Brust, sie kommen herauf, zögern, treten ein in die Todeskammern! An der Ecke steht ein starker SS-Mann, der mit pastoraler Stimme zu den Armen sagt: Es passiert euch nicht das geringste! Ihr müsst nur in den Kammern tief Atem holen, das weitet die Lungen, diese Inhalation ist notwendig wegen der Krankheiten und Seuchen. Auf die Frage, was mit ihnen geschehen würde, antwortet er: Ja, natürlich, die Männer müssen arbeiten, Häuser und Chausseen bauen, aber die Frauen brauchen nicht zu arbeiten. Nur wenn sie wollen, können sie im Haushalt oder in der Küche mithelfen.

Für einige von diesen Armen ein kleiner Hoffnungsschimmer, der ausreicht, dass sie ohne Widerspruch die paar Schritte in die Kammern gehen – die Mehrzahl weiß Bescheid, der Geruch kündet ihnen ihr Los! So steigen sie die kleine Treppe herauf – und dann sehen sie alles. Mütter mit Kindern an der Brust, kleine, nackte Kinder, Erwachsene, Männer und Frauen, alle nackt – sie zögern – aber sie treten in die Todeskammern, von den anderen hinter ihnen vorgetrieben oder von den Lederpeitschen der SS getrieben. Die Mehrzahl ohne ein Wort zu sagen. Eine Jüdin von etwa 40 Jahren mit flammenden Augen ruft das Blut, das hier vergossen wird, über die Mörder. Sie erhält 5 oder 6 Schläge mit der Reitpeitsche ins Gesicht, vom Hauptmann Wirth persönlich, – dann verschwindet auch sie in der Kammer. Viele Menschen beten. Ich bete mit ihnen, ich drücke mich in eine Ecke und schreie laut zu meinem und zu ihrem Gott. Wie gern wäre ich mit ihnen in die Kammern gegangen, wie gern wäre ich ihren Tod mitgestorben. Sie hätten dann einen uniformierten SS-Offizier in ihren Kammern gefunden – die Sache wäre als Unglücksfall aufgefasst und behandelt worden und sang- und klanglos verschollen. Noch also darf ich nicht, ich muss noch zuvor künden, was ich hier erlebe!

Die Kammern füllen sich. Gut vollpacken, – so hat es der Hauptmann Wirth befohlen. Die Menschen stehen einander auf den Füßen, 700-800 auf 25 Quadratmetern, in 45 Kubikmetern! Die SS zwängt sie physisch zusammen, soweit es überhaupt geht. Die Türen schließen sich. Währenddessen warten die anderen draußen im Freien, nackt. Man sagt mir: auch im Winter genau so! – Ja, aber sie können sich ja den Tod holen! sage ich. – Ja grad for das sinn se ja doh! – sagt mir ein SS-Mann darauf in seinem Platt. Jetzt endlich verstehe ich, warum die ganze Einrichtung „Heckenholt-Stiftung“ heißt. Heckenholt ist der Chauffeur des Dieselmotors, ein kleiner Techniker, gleichzeitig der Erbauer der Anlage. Mit den Dieselauspuffgasen sollen die Menschen zu Tode gebracht werden. Aber der Diesel funktioniert nicht! Der Hauptmann Wirth kommt. Man sieht, es ist ihm peinlich, dass das gerade heute passieren muss, wo ich hier bin. Jawohl, ich sehe alles! und ich warte. Meine Stoppuhr hat alles brav registriert. 50 Minuten, 70 Minuten – der Diesel springt nicht an! Die Menschen warten in ihren Gaskammern. Vergeblich. Man hört sie weinen, schluchzen. „Wie in der Synagoge?“ bemerkt Professor Pfannenstiel, das Ohr an der Holztür. Der Hauptmann Wirth schlägt mit seiner Reitpeitsche dem Ukrainer, der dem Unterscharführer Heckenholt beim Diesel helfen soll, 12, 13 mal ins Gesicht.

Nach 2 Stunden 49 Minuten – die Stoppuhr hat alles wohl registriert! – springt der Diesel an. Bis zu diesem Augenblick leben die Menschen in diesen 4 Kammern, 4 mal 750 Menschen in 4 mal 45 Kubikmetern! – Von neuem verstreichen 25 Minuten. Richtig, viele sind jetzt tot. Man sieht das durch das kleine Fensterchen, in dem das elektrische Licht die Kammer einen Augenblick beleuchtet. Nach 28 Minuten leben nur noch wenige. Endlich, nach 32 Minuten ist alles tot! – Von der andren Seite öffnen Männer vom Arbeitskommando die Holztüren. Man hat ihnen – selbst Juden – die Freiheit versprochen und einen gewissen Promillesatz von allen gefundenen Werten für ihren schrecklichen Dienst. Wie Basaltsäulen stehen die Toten aufrecht aneinandergepresst in den Kammern. Es wäre auch kein Platz, hinzufallen oder auch nur sich vornüber zu neigen. Selbst im Tode verkrampft, noch die Hände, so dass man Mühe hat, sie auseinander zu reißen, um die Kammern für die nächste Charge freizumachen. Man wirft die Leichen – nass von Schweiß und Urin, kotbeschmutzt, Menstruationsblut an den Beinen, heraus. Kinderleichen fliegen durch die Luft. Man hat keine Zeit, die Reitpeitschen der Ukrainer sausen auf die Arbeitskommandos. Zwei Dutzend Zahnärzte öffnen mit Haken den Mund und schauen nach Gold. Gold links, ohne Gold rechts. Andere Zahnärzte brechen mit Zangen und Hämmern die Goldzähne und Kronen aus den Kiefern. Unter allen springt der Hauptmann Wirth herum. Er ist in seinem Element. Einige Arbeiter kontrollieren Genitalien und After nach Gold, Brillianten und Wertsachen. – Wirth ruft mich heran und: Heben sie mal diese Konservenbüchse mit Goldzähnen, das ist nur von gestern und vorgestern! In einer unglaublich gewöhnlichen und falschen Sprechweise sagt er zu mir: Sie glauben gar nicht, was wir jeden Tag finden an Gold und Brillanten – er sprach es mit 2 L – und Dollar. Aber schauen Sie selbst. Und nun führte er mich zu einem Juwelier, der alle diese Schätze zu verwalten hatte, und ließ mich dies alles sehen. Man zeigte mir dann noch einen früheren Chef des Kaufhauses des Westens in Berlin und einen Geiger: Das ist ein Hauptmann von der alten Kaiserlich Königlich Österreichischen Armee, Ritter des Eisernen Kreuzes I. Klasse, der jetzt Lagerältester beim jüdischen Arbeitskommando ist!

Die nackten Leichen wurden auf Holztragen nur wenige Meter weit in Gruben von 100 x 20 x 12 Meter geschleppt. Nach einigen Tagen gärten die Leichen hoch und fielen alsdann kurze Zeit später stark zusammen, so dass man eine neue Schicht auf dieselben draufwerfen konnte. Dann wurde 10 cm Sand darüber gestreut, so dass nur noch vereinzelte Köpfe und Arme herausragten. Ich sah an einer solchen Stelle Juden in den Gräbern auf den Leichen herumklettern und arbeiten. Man sagte mir, dass versehentlich die tot Angekommenen eines Transportes nicht entkleidet worden seien. Dies müsse natürlich wegen der Spinnstoffe und Wertsachen, die sie sonst mit in’s Grab nähmen, nachgeholt werden. –

Weder in Belzec noch in Treblinka hat man sich irgendeine Mühe gegeben, die Getöteten zu registrieren oder zu zählen. Die Zahlen waren nur Schätzungen nach dem Waggoninhalt. Außer den Juden aus aller europäischen Herren Ländern wurden insbesondere Tschechen und Polen in den Gaskammern getötet. Kommissionen von SS-Männern – teils nicht einmal mit kompletter Volksschulbildung – fuhren mit feinen Limousinen und ärztlichem Gerät in weißen Mänteln von Dorf zu Dorf, ließen die Bevölkerung vorbeidefilieren, taten, als wenn sie sie ärztlich untersuchten und bezeichneten diejenigen, die biologisch wertlos und darum zu töten seien, in der Hauptsache Alte, Schwindsüchtige und Kranke. Ja, sagte mir ein SS-Sturmbannführer, ohne diese Maßnahmen wäre das übervölkerte Polen für uns völlig wertlos. Wir holen nur nach, was die Natur überall im Tier- und Pflanzenreich von selbst besorgt und beim Menschen leider versäumt. Der Hauptmann Wirth bat mich, in Berlin keine Änderungen seiner Anlagen vorzuschlagen und alles so zu lassen, wie es wäre und sich bestens eingespielt und bewährt habe. Die Blausäure habe ich unter meiner Aufsicht vergraben lassen, da sie angeblich in Zersetzung geraten sei. –

Am anderen Tage – den 19. August 1942. – fuhren wir mit dem Auto des Hauptmanns Wirth nach Treblinka 120 km NNO von Warschau. Die Einrichtung war etwa dieselbe, nur viel größer als in Belcec. 8 Gaskammern und wahre Gebirge von Koffern, Textilien und Wäsche. Zu unseren Ehren wurde im Gemeinschaftssaal im typisch himmler-schen altdeutschen Stil ein Bankett gegeben. Das Essen war einfach, aber es stand alles in jeder Menge zur Verfügung. Himmler hatte selbst angeordnet, daß die Männer dieser Kommandos soviel Fleisch, Butter und sonstiges erhielten. insbesondere Alkohol, wie sie wollten.

Professor Pfannenstiel hielt eine Rede, in der er den Männern die Nützlichkeit ihrer Aufgabe und die Wichtigkeit ihrer grossen Mission klar machte. Zu mir selbst sprach er von “sehr humanen Methoden und von Schönheit der Arbeit!” Ich verbürge mich dafür, dass er dies unglaublich wirklich gesagt hat! – Den Mannschaften sagte er insbesondere: Wenn man diese Judenkörper sieht, dann wird einem erst recht klar, wie dankenswert eure Aufgabe ist. Beim Abschied wurden uns noch mehrere Kilogramm Butter und viel Likör zum Mitnehmen angeboten. Ich hatte Mühe, glaubhaft zu machen, dass ich von meinem – angeblichen – Gut genug von alledem hätte, worauf Pfannenstiel beglückt auch noch meine Portionen einstrich.

Wir fuhren mit dem Auto nach Warschau. Dort traf ich, als ich vergeblich ein Schlafenwagenbett zu erhalten versuchte, im Zuge den Sekretär der Schwedischen Gesandtschaft in Berlin, Baron von Otter. Ich habe noch unter dem frischen Eindruck der entsetzlichen Erlebnisse diesem alles erzählt, mit der Bitte, dies seiner Regierung und den Alliierten sofort zu berichten, da jeder Tag Verzögerung weiteren 10-Tausenden das Leben kosten müsse. Er bat mich um eine Referenz, als welche ich ihm Herrn Generalsuperintendent D. Otto Dibelius, Berlin, Brüderweg 2, Lichterfelde West, angab, einen vertrauten Freund des Pfarrers Martin Niemöller und Mitglied der kirchlichen Widerstandsbewegung gegen den Nazismus. Ich traf den Herrn von Otter noch 2 mal in der schwedischen Gesandtschaft. Er hatte inzwischen nach Stockholm berichtet und teilte mir mit, dass dieser Bericht erheblichen Einfluss auf die Schwedisch-Deutschen Beziehungen gehabt habe. Ich versuchte in gleicher Sache dem Päpstlichen Nuntius in Berlin Bericht zu erstatten. Dort wurde ich gefragt, ob ich Soldat sei. Daraufhin wurde jede weitere Unterhaltung mit mir abgelehnt und ich zum Verlassen der Botschaft Seiner Heiligkeit aufgefordert. Beim Verlassen der Päpstlichen Botschaft wurde ich von einem Polizisten mit dem Rade verfolgt, der kurz an mir vorbei fuhr, abstieg, mich dann unbegreiflicherweise laufen ließ. Ich habe dann alles Hunderten von Persönlichkeiten berichtet, unter anderem dem Syndikus des katholischen Bischofs von Berlin, Herrn Dr. Winter, mit der ausdrücklichen Bitte um Weitergabe an den päpstlichen Stuhl.

Ich muß noch hinzufügen, daß der SS-Sturmbannführer Günther vom Reichssicherheitshauptamt – ich glaube, er ist der Sohn des Rassen-Günthers – Anfang 1944 nochmals sehr große Mengen Blausäure von mir verlangte für einen sehr dunklen Zweck. Er zeigte mir in der Kurfürstenstraße in Berlin einen Schuppen, in dem er die Blausäure zu lagern gedachte. Ich erklärte ihm darauf, daß ich dafür ausgeschlossenerweise die Verantwortung übernehmen könne. Es handelte sich um mehrere Waggons, genug, um viele Millionen Menschen damit umzubringen. Er sagte mir, daß er selbst noch nicht wisse, ob das Gift gebraucht würde, wann, für wen, auf welche Weise usw. Aber es müsse ständig verfügbar gehalten werden. Ich habe später oft an die Worte von Goebbels denken müssen. Ich kann mir denken, daß sie einen großen Teil des deutschen Volkes töten wollten, sicher einschließlich der Pfarrerschaft oder der mißliebigen Offiziere. Das sollte in einer Art Lesesälen oder Klubräumen geschehen, soviel entnahm ich den Fragen der technischen Durchführung, die Günther an mich richtete. Es kann auch sein, daß er die Fremdarbeiter umbringen sollte oder Kriegsgefangene – ich weiß es nicht. Auf jeden Fall richtete ich es so ein, daß die Blausäure sofort nach ihrer Ankunft in den beiden Konzentrationslagern Oranienburg und Auschwitz für irgendwelche Zwecke der Desinfektion verschwand. Das war etwas gefährlich für mich, aber ich hätte einfach sagen können, daß das Gift sich bereits in einer gefährlichen Zersetzung befunden habe. Ich bin sicher, daß Günther das Gift beschaffen wollte, um Millionen Menschen eventuell umzubringen. Es reichte für etwa 8 Millionen Menschen, 8500 Kilogramm. Über 2175 Kilogramm habe ich die Rechnungen eingereicht. Die Rechnungen ließ ich stets auf meinen Namen umstellen, angeblich wegen der Diskretion, in Wahrheit, um in meiner Verfügung freier zu sein und um das Gift verschwinden lassen zu können. Vor allem vermied ich es, durch Vorlage von Rechnungen die Sache immer wieder in Erinnerung zu bringen, sondern ließ die Rechnungen lieber völlig unbezahlt unter Vertröstung der Firma.

Der Direktor Dr. Peters der Degesch, Frankfurt a. M. und Friedberg, der diese Lieferung ausgeführt hat, hat mir erzählt, dass er Blausäure in Ampullen zum Töten von Menschen geliefert hat. –– Ein anderes Mal fragte mich Günther, ob es möglich sei, in den Festungsgräben von Maria-Theresienstadt Juden, die dort spazieren gehen durften, im Freien mit Blausäure zu töten. Um diesen schrecklichen Plan zu vereiteln, erklärte ich dies für unmöglich. Ich habe dann später erfahren, dass das SD-Kommando Maria-Theresienstadt sich auf andere Weise doch Blausäure verschafft und die Juden umgebracht hat. –– Die scheußlichsten Konzentrationslager waren übrigens nicht Oranienburg oder Belsen oder Dachau, sondern Auschwitz, wo Millionen Menschen umgebracht worden sind, teils in Gaskammern, teils in sogenannten Todesautos, und Mauthausen-Gusen bei Linz. In Auschwitz war es üblich, Kinder dadurch umzubringen, dass man ihnen Tupfer mit Blausäure unter die Nase hielt. –– Ich habe im übrigen selbst im Lager Ravensbrück bei Fürstenberg in Mecklenburg dem Frauenkonzentrationslager Versuche an Lebenden gesehen. Diese wurden auf Veranlassung von SS-Gruppenführer Dr. Gebhardt-Hohenlychen durch SS-Hauptsturmführer Dr. Gundlach durchgeführt. Auch in Buchenwald wurden derartige Versuche an lebenden Menschen z. B. mit bis zu 100 Tabletten Pervitin durchgeführt, bis unter Umständen zum tödlichen Ausgang. Für diese Experimente hatte sich Himmler selbst die Zustimmung vorbehalten. Insbesondere wurde Fleckfieberimpfstoff und Lymphe sowie andere Sera dort ausprobiert. Die Versuche umfassten bis zu 100 oder 200 Menschen im Einzelfall, und zwar von der Lagerleitung bzw. v. S. D. zum Tode Verurteilte. –– Ich wunderte mich in Oranienburg, dass innerhalb Tagen alle Homosexuellen –– viele hunderte –– verschwanden und zwar in den Öfen. ––

Ich habe es im übrigen vermieden, allzu oft in Konzentrationslagern zu erscheinen, denn es war manchmal üblich, zu Ehren der Besucher Leute aufzuhängen oder Exekutionen vorzunehmen. Der SS-Hauptsturmführer Dr. Fritz Krantz, der solche Dinge in grosser Zahl erlebt hat, erzählte mir oft hiervon mit tiefer Entrüstung. Z. B. wurden in Gusen-Mauthausen fast täglich zahlreiche Juden, die in einem grossen Steinbruch arbeiten sollten, die steile Wand heruntergestossen und unten als tödliche Unglücksfälle registriert. In Auschwitz sind derartige Gemeinheiten ebenfalls in viel grösserer Zahl begangen worden, als in Belsen. –– Ich hatte das Glück, in meiner Dienststelle einige radikale Antinazies zu treffen, so den SS-Hauptsturmführer und Stabs­scharführer Heinrich Holländer, einen guten Katholiken, und den eben genannten Dr. Fritz Krantz. Holländer gab mir alle interessanten Sachen zur Kenntnis. Seine Frau hat einmal bei einem Essen dem Reichsarzt SS und Polizei, SS-Obergruppenführer Dr. Grawitz, Berlin, gleichzeitig Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, heftige Vorwürfe wegen der Judentötung gemacht. Sie erhielt daraufhin einen erheblichen Rüffel und es wurde ihr verboten, diese Sache je wieder anzurühren.

Alle meine Angaben sind wörtlich wahr. Ich bin mir der ausserordentlichen Tragweite dieser meiner Aufzeichnungen vor Gott und der gesamten Menschheit voll bewusst und nehme es auf meinen Eid, dass nichts von allem, was ich registriert habe, erdichtet oder erfunden ist, sondern alles sich genau so verhält.

Als Referenzen über meine Person gebe ich an:
Frau Pfarrer Martin Niemöller, z. Zt. Leoni am Starnberger See. Generalsuperintendent D. Dibelius (Otto), Berlin-Lichterfelde. Pfarrer Dr. Martin Niemöller, Dachau ?????
Pfarrer Rehling, Hagen, Westfalen, Lutherkirche.
Dorothea Schulz, Sekretärin von Pfarrer Niemöller, Leoni bei München.
Dr. Felix Buss, Justitiar von Telefunken, Berlin SW 11.
Direktor Alexander Menne, Direktor der Glasurit-Werke, bis 1939 in England in der Farbindustrie tätig, von Juli 44 – Februar 45 in SD-Gefängnis Prag.
[?] Dr. Koch, westf. Bekenntniskirche, Bad Oeynhausen.
Pfarrer Buchholz, Anstaltspfarrer von Berlin-Gefängnis Plötzensee. Er begleitete die Offiziere des 20. Juli 44 zum Schafott.

Ergänzungen: In Belzec hatte ich den Eindruck, dass alle wirklich tot waren, obwohl mir Hauptmann Wirth erzählte, dass sie die absonderlichsten Dinge erlebt hätten, z. B. ein munter lebendes Kind morgens in einer über Nacht unausgeladen stehen gebliebenen Kammer vorgefunden hätten. Wesentlich sagte Wirth, hätten sie bei den Geisteskranken die merkwürdigsten Dinge und die unterschiedlichsten Empfindlichkeiten festgestellt. Die Erprobung der verschiedenen Tötungsarten wird sich nicht auf grosse Zahlen erstreckt haben. Aber versucht wurde manches. z. B. – wohl auch in grösserer Zahl – Tötung mit Pressluft in alten Dampfkesseln, in den diese mit Kompressoren eingepresst wurde, wie diese zum Asphaltaufreissen üblich sind. ––

In Treblinka hatte ich den Eindruck, dass manche noch lebten. Fast alle hatten die Augen offen und sahen daher entsetzlich aus. Bewegungen habe ich jedoch nicht mehr gesehen, obwohl ich darauf genau aufgepasst habe. –– Von einem geradezu heroischen Sterben erzählte mir mit düsterer Ergriffenheit der SS-Hauptsturmführer Dr. med. Villing aus Dortmund. Es betraf tausende polnischer Geistlicher, die sich selbst Gruben ausheben mussten und dann ausgezogen vor den Gruben erschossen wurden.

Auf die höhnischen Fragen, ob sie nun noch immer an Christus und Maria glaubten, antworteten sie mit einem festen Bekenntnis zu Christus unter Anrufung der Heiligen Mutter Gottes von Tschenstochau. Dies Sterben sei ergreifend und überzeugend gewesen, sagte mir der Dr. Willing. –– Auch andere Intellektuelle in Polen – namentlich Lehrerinnen und Lehrer – sind auf eine ähnlich vorbildliche anständige Art zu hunderttausenden gestorben.

Eine mir verbürgt erzählte Todesart war die, die Leute die Treppe zu einem Hochofen heraufsteigen zu lassen, sie dort immerhin mit einem Fangschuss zu töten und dann im Ofen verschwinden zu lassen. Auch in Ziegelbrennöfen sollen viele Menschen getötet und verbrannt worden sein. Diese meine Quelle ist jedoch nicht genügend zuverlässig. ––

Ein hoher Polizeichef von Bromberg, SS-Obersturmbannführer Haller, erzählte mir und den Ärzten des SS-Kursus, dass vor seinem Eintreffen in Bromberg es dort üblich war, Judenkinder in den Wohnungen gleich mit dem Kopf an die Wand zu klacken. Er habe diesen Unfug abgestellt und für Erschiessung gesorgt. Besonders tragisch sei ihm in Erinnerung, wie zwei kleine Mädchen vor ihnen niedergekniet seien und gebetet hätten –– 5 und 8 Jahre alt –– und wie sie dann doch erschossen werden „mussten“!! –– Haller sagte ferner: Bei den Massenhinrichtungen der Polen mussten diese sich lange Gräben ausheben und sich dann auf dem Bauch in diese hineinlegen. Sie wurden alsdann von oben mit Maschinenpistolen erschossen. Die Nächsten mussten sich alsdann auf die noch warmen Leichen drauflegen und wurden gleichfalls erschossen. Viele seien noch gar nicht tot gewesen und mussten dann beim Versuch, aus den 5–6 Lagen herauszukriechen, am Grabenrand erschossen werden. ––

Ein hohes Mitglied der deutschen Regierung in Krakau erzählte mir, während er die Pute tranchierte, von einem besonders glücklichen Fang, den sie gemacht hätten. Sie hätten ein führendes Mitglied der polnischen Widerstandsbewegung gefasst, einen Juden. Dieser hätte sich beim Verhör in Schweigen gehüllt. Darauf habe man ihm die Handgelenke gebrochen. Auch da noch habe er geschwiegen. Darauf hätte man ihn mit dem Hintern auf eine glühende Herdplatte gesetzt; Sie hätten mal sehen sollen, wie der Kerl gesprächig wurde!!! –

Bei einem Besuch bei der örtlichen Bauleitung der Waffen-SS in Lublin am 18. August 1942 erzählten uns die beiden Bausonderführer von einer am Vormittag stattgehabten Besichtigung der Leichenhalle eines SS-Kriegsgefangenenlagers bei Lublin. Dort seien die Leichen zu tausenden aufgetürmt gewesen. Während sie wegen des Umbaus Messungen durchgeführt hätten, hätten sich plötzlich 2 Menschen bewegt. Der begleitende SS-Rottenführer habe darauf nur gefragt: „Wo denn?“ –– Dann habe er ein bereitliegendes Stück Rundeisen genommen und den beiden den Schädel eingeschlagen. –– Nicht die Tatsache, meinten die Bauführer, habe sie überrascht, sondern die Selbstverständlichkeit, mit der das geschah! ––

Am Tage meiner Besichtigung in Belzec passierte es, dass eine Jüdin mit einem verborgen gehaltenen Rasiermesser einigen Juden des Arbeitskommandos einige Schnitte in den Hals beibrachte. Wirth bedauerte lebhaft, dass die Frau schon tot sei, sie hätte exemplarisch bestraft werden müssen. Die verletzten Arbeitsjuden liess er sorgfältig pflegen und ärztlich betreuen, wie er sagte, um den Glauben wach zu halten, dass sie angesiedelt, belohnt und am Leben erhalten werden sollten. Er – Wirth – konnte sich selbst nicht genug darüber wundern und amüsieren, dass die das glaubten…… Und das glauben die Kerle, das glauben die Kerle!!! – rief er vor sich hin!!

–– In Belzec wurden nach dem Öffnen der Waggons und dem Entkleiden die Männer und Jungen durch den Lautsprecher aufgefordert, die überall herumliegenden Kleidungsstücke sofort zu den Waggons zu bringen, mit denen sie in einem grossen Lager verschwanden. Wer am besten schaffte, kann beim Arbeitskommando bleiben!! – Nun begann ein Wettlauf auf Leben und Tod dieser nackten Menschen beim Aufräumen, unter dem Hohngelächter der Mannschaften. Natürlich verschwanden sie alle nachher in den Gaskammern. – Lediglich einige ganz alte und schwache Personen wurden seitwärts getragen und dann erschossen.

– Ich denke an einige für mich tief ergreifende Bilder: An das 3–4-jährige Judenbüblein, dem man ein Bündel Bindfäden in die Hand drückte zum Zusammenbinden der Schuhe, wie es versonnen die Bindfädchen an die Leute austeilte. Oder an ein kleines Korallenketttchen, das ein kleines Mädchen einen Meter vor der Gaskammer verlor. Wie sich ein Bübchen von vielleicht 3 Jahren danach bückte, um es aufzuheben, wie es seine Freude daran hat – und dann in die Kammer gestossen, nein, in diesem Fall sachte hineingedrückt wird! ––

SS-Hauptsturmführer Obermeyer erzählte mir: Ich habe in einem Dorf hier in der Gegend einen Juden nebst Frau aus meiner Heimatstadt Pirmasens angetroffen. Der Mann war im Weltkrieg Wachtmeister und ist ein sehr ordentlicher Kerl. Als Kind hat er mich vor dem Tode des Überfahrenwerdens gerettet. Ich werde jetzt die Leute mitnehmen und in das Arbeitskommando eingliedern. –– Auf meine Frage, was weiter aus den beiden würde, sagte Obermeyer: Nachher genau wie die andern, da darf man sich nichts vormachen, da gibt’s nur eins! Ich werde sie immerhin erschiessen lassen! ––

Ich habe auch innerhalb der SS eine grössere Anzahl von Leuten angetroffen, die diese Methoden schärfstens verurteilten und die darüber zur Ablehnung oder gar zu einem glühenden Hass gegen den Nationalsozialismus gelangten. Ich nenne auch wieder in letzter Verantwortung hier einige Namen:

SS-Sturmbannführer Dr. med. Bocht aus Hagen i. Westf., Chef der Inneren Abteilung des SS-Lazaretts Berlin.
SS-Hauptsturmführer Dr. med. Nissen, Itzehoe.
SS-Obersturmführer Dr. med. Sorge aus Jena.
SS-Hauptscharführer, Stabsscharführer beim Reichsarzt SS
Heinrich Holländer, antinazi-Aktivist und glühender Hasser des Nazismus.
Hauptsturmführer Dr. Fritz Krantz, beim Reichsarzt SS Abteilungsleiter.
SS-Gruppenführer Dr. pharm. Blumenreuther, Oberster Sanitätszeugmeister beim Reichsarzt SS und Polizei.
Dr. Rudolphi, SS-Sturmbannführer, Sebendorf. Dr. Bohnenburg, ebendort. Rudolphi trat Oktober 44 das Hitlerbild mit den Füssen.

Überhaupt ist es weit gefehlt, die SS auch nur einigermassen als einen einheitlichen Haufen anzusehen. Ich weiss, wie schwer es ist, da Unterschiede zu machen in der Beurteilung und Behandlung. Ich verstehe, dass man sich an irgend eine Formation besonders halten möchte und kenne die von der SS begangenen Greuel wohl am besten. Aber dabei ist nicht zu übersehen, dass z. B. mindestens 2/5 der holländischen SS gezwungen zur SS durch Lug und Betrug durch sogenannte Sportkurse gepresst wurde. Ebenso ging es vielen Deutschen, namentlich aus der Hitlerjugend, die skrupellos überrumpelt und übertölpelt wurden, ferner den vielen, die von der Luftwaffe oder Marine auf Himmlers Veranlassung einfach in die SS gepresst wurden. Dass man um der Wahrheit und Gerechtigkeit willen berücksichtigen werden!










Tübingen/Württemberg, Gartenstrasse 24
currently in Rottweil, 4 May 1945.

Personal details: Kurt Gerstein, mining assessor (inactive), graduate engineer. On 27 September 1936 dismissed from the Higher Prussian Mining Service because of activities hostile to the state. Born on 11 August 1905 in Münster, Westphalia. — Partner in the machine factory De Limon Fluhme & Co. in Düsseldorf, Industriestrasse 1–17, a specialist factory for automatic lubrication systems for locomotives and for Knorr and Westinghouse braking systems.

Father: Ludwig E. Gerstein, president of the regional court, formerly president of the regional court in Hagen, Westphalia, now retired.

Mother: Clara Gerstein, née Schmemann, died in 1931.

Married since 1937 to Elfriede Bensch in Tübingen, Gartenstrasse 24.

Three children: Arnulf, 5 years old; Adelheid, 3½ years old; Olaf, 2 years old.

Curriculum vitae:
1905–1910 in Münster, Westphalia.
1910–1919 in Saarbrücken.
1919–1921 in Halberstadt.
1921–1925 in Neuruppin near Berlin. In 1925, completed the Abitur at a humanistic grammar school there.

Studies: University of Marburg/Lahn 1925–1927; Berlin 1927–1931; Aachen Technical University 1927. Diploma engineering examination in 1931 in Berlin-Charlottenburg.

Since 1925, active member of the organized Protestant youth movement (CVJM = YMCA) and of Bible study circles at higher secondary schools.

Political activity: Active supporter of Brüning and Stresemann. Since June 1933, persecuted by the Gestapo because of Christian activity against the Nazi state. On 2 May 1933, joined the NSDAP; on 2 October 1936, expelled from the NSDAP because of activities hostile to the state (religious) on behalf of the Confessing Church. At the same time, dismissed as a civil servant from government service.

On 30 January 1935, because of disruption of a Party consecration ceremony at the municipal theatre in Hagen, Westphalia (performance of the drama Wittekind), publicly beaten and injured.

On 27 October 1935, passed the mining assessor examination before the Ministry of Economics in Berlin, all examinations with distinction. Until his arrest on 27 September 1936, civil servant of the Saar Mines Administration in Saarbrücken.

This first arrest occurred because of the mailing of 8,500 state- (Nazi-) hostile pamphlets to all ministerial directors and senior judicial officials in Germany.

In accordance with a long-cherished wish, I then studied medicine at the German Institute for Medical Mission in Tübingen. This was made possible by my economic independence. As a partner in the firm De Limon Fluhme & Co. in Düsseldorf, I received an average annual income of 18,000 Reichsmarks. About one third of this income I customarily spent on my religious ideals. In particular, I had approximately 23,000 religious and anti-Nazi pamphlets printed and distributed them at my own expense to interested parties.

On 14 July 1938 my second arrest took place, and I was committed to the Welzheim concentration camp because of activities hostile to the state. Prior to this I had frequently been warned and interrogated by the Gestapo and was placed under a speaking ban for the entire territory of the Reich.

When I heard of the beginning of the killing of the mentally ill in Grafeneck and Hadamar and elsewhere, I resolved under all circumstances to attempt to look into these furnaces and chambers myself, in order to know what was happening there. This all the more so because a sister-in-law by marriage — Bertha Ebeling — had been forcibly killed in Hadamar. With two references from Gestapo officials who were handling my case, I succeeded without difficulty in entering the SS. These gentlemen were of the opinion that my idealism, which they evidently admired, ought to be of benefit to the Nazi cause. On 10 March 1941 I joined the SS. I received my basic training in Hamburg-Langenhorn, in Arnhem (Holland), and in Oranienburg. In Holland I immediately established contact with the Dutch resistance movement (graduate engineer Ubbink, Doesburg). Because of my dual course of studies, I was soon transferred to the technical–medical service and assigned to the SS Leadership Main Office, Office Group D (Medical Service of the Waffen-SS), Department of Hygiene. I completed this training together with a medical course attended by forty physicians.

Within the Hygiene Service I was able to determine my own field of activity. I designed mobile and stationary disinfection installations for the troops, for prisoner-of-war camps, and for concentration camps. Through this I achieved — undeservedly — great success and from then on was regarded as a kind of technical genius. In fact, it was at least possible to bring the terrible typhus epidemic of 1941 in the camps under some degree of control. Because of these successes I was soon promoted to lieutenant and first lieutenant. At Christmas 1941, the court that had ordered my expulsion from the NSDAP learned of my entry into the SS in a leading position. A fierce campaign against me followed. But because of my great successes and because of my personality, I was protected and retained by my department. In January 1942 I became head of the Department of Health Engineering and at the same time, in a dual appointment, was taken over for the same sector by the Reich Physician of the SS and Police. In this capacity I assumed responsibility for the entire technical disinfection service, including disinfection using highly poisonous gases.

In this capacity, on 8 June 1942 I received a visit from SS-Sturmbannführer Günther of the Reich Main Security Office, Berlin W, Kurfürstenstrasse. Günther, previously unknown to me, came in civilian clothes. He gave me the order to procure immediately, for an extremely secret Reich assignment, 100 kilograms of prussic acid (hydrocyanic acid) and to travel with it by car to an unknown destination known only to the driver of the vehicle. A few weeks later we drove to Prague. I was able to form an approximate idea of the nature of the assignment, but I accepted it because by chance it offered me a long-desired opportunity to look into these matters myself. Moreover, as an expert on prussic acid I was so authoritative and competent that it would in any case have been easy for me, under some pretext or other, to declare the prussic acid unsuitable — because decomposed or the like — and thus to prevent its use for the actual purpose of killing. Traveling with us as well — more or less by chance — was Professor Dr. med. Pfannenstiel, SS-Obersturmbannführer, professor of hygiene at the University of Marburg-Lahn.

We then drove on to Lublin, where SS-Gruppenführer Globocnik was expecting us. At the factory in Kolín I had deliberately let it be known that the acid was intended for the killing of human beings. Sure enough, that same afternoon a man appeared who showed great interest in the vehicle and, when noticed, fled at high speed. Globocnik said: “This entire matter is one of the most secret affairs that exist at present — one might say the most secret of all. Anyone who speaks about it will be shot on the spot.”

“Only yesterday two chatterers were shot.”

He then explained to us: At the moment — this was on 17 August 1942 — we have three installations in operation, namely:

1.) Belzec, on the highway and railway line Lublin–Lemberg, at the intersection with the demarcation line with Russia. Maximum capacity per day: 15,000 persons.

2.) Sobibor, also in Poland; I do not know exactly where. Maximum capacity per day: 20,000 persons.

3.) Treblinka, 120 km north-northeast of Warsaw. Maximum capacity: 25,000 persons per day.

4.) — At that time in preparation — Majdanek near Lublin.

Belzec, Treblinka, and Majdanek I personally inspected thoroughly together with the head of these installations, Police Captain Wirth. Globocnik addressed himself exclusively to me and said: “It is your task in particular to carry out the disinfection of the very extensive quantities of textiles. The entire textile collection campaign was carried out only in order to explain the origin of the clothing material for the Eastern workers, etc., and to present it as a result of the sacrifices of the German people. In reality, the yield of our installations is ten to twenty times that of the entire textile collection.”

I then discussed with the most efficient firms the possibility of disinfecting such quantities of textiles — it concerned an accumulated stock of about 40 million kilograms, equivalent to 60 complete freight trains — in the existing laundries and disinfection facilities. However, it was completely impossible to accommodate such enormous orders. I used all of these negotiations to make the fact of the killing of Jews known in a skillful manner, or at least to let it be inferred. It then sufficed for Globocnik that the whole lot be sprayed with a little Detenolin so that it would at least smell as though it had been disinfected. That is what was done.

“— Your other task — an even far more important one — is the conversion of our gas chambers, which currently operate with diesel exhaust gases, to a better and faster method. I am thinking above all of prussic acid. The day before yesterday the Führer and Himmler were here. On their instructions I must personally take you there; I am not to issue any written certificates or admission passes to anyone.”

Pfannenstiel then asked: “What did the Führer say?”
Globocnik: “Faster, faster — carry out the entire operation.”
His companion, Ministerialrat Dr. Herbert Lindner, then asked: “Herr Globocnik, do you consider it good and right to bury all the corpses instead of burning them? After us a generation might come that does not understand the whole thing!”
To this Globocnik replied: “Gentlemen, if after us a generation should ever come that is so feeble and so soft-boned that it does not understand our great task, then indeed all National Socialism will have been in vain. On the contrary, I am of the opinion that bronze plaques should be sunk, recording that we had the courage to carry out this great and so necessary work.”
Then the Führer said: “Good, Globocnik, that is indeed also my view!”

Later, the other view prevailed. The corpses were then burned on large grates improvised from railway rails, with the aid of gasoline and diesel oil.

The following day we drove to Belzec. For this purpose a small special railway station had been created on a hill immediately north of the Lublin–Lemberg highway, at the left angle of the demarcation line. South of the highway stood several houses with the inscription “Special Detachment Belzec of the Waffen-SS.” Since the actual chief of all the killing installations, Police Captain Wirth, was not yet present, Globocnik introduced me to SS-Hauptsturmführer Obermeyer (from Pirmasens). That afternoon he showed me only what he had to show me. I saw no dead that day; only the smell of the entire area in the hot August weather was pestilential, and millions of flies were everywhere.

Close to the small two-track station stood a large barrack, the so-called cloakroom, with a large counter for valuables. Then followed a room with about one hundred chairs, the barber’s room. Then a small avenue outdoors under birch trees, fenced on the right and left with double barbed wire, bearing inscriptions: “To the inhalation and bathing rooms!” —

In front of us stood a kind of bathhouse, to the right and left of it large concrete pots with geraniums, then a small flight of steps, and then on the right and left three rooms each, 5 by 5 meters, 1.90 meters high, with wooden doors like garage doors. On the rear wall, not clearly visible in the darkness, large wooden ramp doors. On the roof, as a “meaningful little joke,” the Star of David!! — In front of the structure an inscription: “Heckenholt Foundation!” —

That was all I was able to see that afternoon. —

The next morning, shortly before seven o’clock, I was informed: “In ten minutes the first transport will arrive!” In fact, after a few minutes the first train arrived from Lemberg. Forty-five wagons with 6,700 people, of whom 1,450 were already dead upon arrival. Behind the barred hatches children looked out — ghastly pale and terrified, their eyes full of mortal fear — as well as men and women.

The train pulled in: 200 Ukrainians tore open the doors and whipped the people out of the wagons with leather whips. A large loudspeaker issued further instructions: Everyone must completely undress, including prostheses, glasses, etc. Valuables were to be handed in at the counter, without tokens or receipts. Shoes were to be carefully tied together (for the textile collection), because in a pile more than 25 meters high no one would otherwise have been able to find the matching shoes again. Then the women and young girls were sent to the barber, who with two or three strokes of the scissors cut off all their hair and made it disappear into potato sacks. This was intended for some special purposes for submarines, for seals or the like! — the SS-Unterscharführer on duty there told me.

Then the procession of people set itself in motion. At the head a strikingly beautiful young girl; thus they all went along the avenue, all naked — men, women, children — without prostheses. I myself was standing with Captain Wirth on the ramp between the chambers. Mothers with their infants at their breasts came up, hesitated, and entered the death chambers. At the corner stood a strong SS man who, in a pastoral voice, said to the poor people: “Nothing whatsoever will happen to you! You only have to take deep breaths in the chambers; that expands the lungs. This inhalation is necessary because of illnesses and epidemics.”

When asked what would happen to them, he replied: “Yes, of course, the men must work, build houses and highways, but the women do not need to work. Only if they wish can they help in the household or in the kitchen.”

For some of these poor people, a small glimmer of hope — enough for them to take the few steps into the chambers without resistance. The majority know what is happening; the smell announces their fate to them! Thus they climb the small steps — and then they see everything. Mothers with children at their breasts, small naked children, adults, men and women, all naked — they hesitate — but they enter the death chambers, pushed by those behind them or driven forward by the SS’s leather whips. Most say not a word.

A Jewish woman of about forty, with flaming eyes, calls down the blood that is being shed here upon the murderers. She receives five or six blows to the face with a riding crop, personally from Captain Wirth — and then she too disappears into the chamber. Many people pray. I pray with them; I press myself into a corner and cry aloud to my God and to their God. How gladly I would have gone into the chambers with them, how gladly I would have died their death with them. They would then have found a uniformed SS officer in their chambers — the matter would have been regarded and treated as an accident and would have disappeared without a trace. But not yet am I allowed to do so; first I must bear witness to what I am experiencing here.

The chambers fill up. Packed full — that is what Captain Wirth ordered. The people are standing on one another’s feet, 700–800 on 25 square meters, in 45 cubic meters! The SS force them physically together as much as possible. The doors are closed. Meanwhile the others wait outside in the open air, naked. I am told: the same thing even in winter! — “But then they can catch their death!” I say. — “Well, that’s exactly what they’re here for!” an SS man replies to me in his dialect.

Now at last I understand why the whole installation is called the “Heckenholt Foundation.” Heckenholt is the driver of the diesel engine, a small technician and at the same time the builder of the installation. The people are supposed to be killed with diesel exhaust gases. But the diesel does not work! Captain Wirth arrives. One can see that it embarrasses him that this has to happen today of all days, with me present. Yes indeed, I see everything! And I wait. My stopwatch has faithfully recorded everything. Fifty minutes, seventy minutes — the diesel does not start! The people wait in their gas chambers. In vain. One hears them weeping, sobbing. “Like in a synagogue?” Professor Pfannenstiel remarks, his ear pressed to the wooden door. Captain Wirth strikes the Ukrainian who is supposed to help SS-Unterscharführer Heckenholt with the diesel twelve, thirteen times in the face with his riding crop.

After 2 hours and 49 minutes — the stopwatch recorded everything precisely! — the diesel starts. Up to that moment the people in these four chambers are still alive: four times 750 people in four times 45 cubic meters! — Then another 25 minutes pass. Indeed, many are now dead. This can be seen through the small window, when the electric light illuminates the chamber for a moment. After 28 minutes only a few are still alive. Finally, after 32 minutes, everything is dead!

From the other side, men from the work detail open the wooden doors. They — themselves Jews — have been promised freedom and a certain percentage of all valuables found for their dreadful service. Like basalt pillars, the dead stand upright, pressed together in the chambers. There would have been no room to fall down or even to slump forward. Even in death their bodies are cramped, their hands clenched so tightly that it takes effort to pry them apart in order to clear the chambers for the next load.

The corpses — wet with sweat and urine, smeared with excrement, menstrual blood on their legs — are thrown out. Children’s corpses fly through the air. There is no time; the Ukrainians’ riding crops whistle down on the work details. Two dozen dentists open mouths with hooks and look for gold. Gold to the left, no gold to the right. Other dentists tear gold teeth and crowns out of jaws with pliers and hammers. Among them all Captain Wirth jumps about. He is in his element. Some workers check genitals and anus for gold, diamonds, and valuables.

Wirth calls me over and says: “Lift this tin can full of gold teeth — that’s only from yesterday and the day before!” In an incredibly coarse and false manner of speech he says to me: “You wouldn’t believe what we find every day in gold and diamonds” — he pronounced it with two L’s — “and dollars. But see for yourself.” He then led me to a jeweler who had to administer all these treasures and showed me everything.

I was then also shown a former manager of the Berlin department store Kaufhaus des Westens and a violinist: “That is a captain from the old Imperial and Royal Austrian Army, Knight of the Iron Cross, First Class, who is now the camp elder of the Jewish work detail!”

The naked corpses were dragged only a few meters on wooden stretchers into pits measuring 100 × 20 × 12 meters. After a few days the bodies began to ferment and swell, and then shortly afterward collapsed heavily, so that a new layer could be thrown on top of them. Then 10 centimeters of sand were scattered over them, so that only occasional heads and arms protruded. At one such place I saw Jews climbing around and working in the graves on top of the corpses. I was told that the people who had arrived already dead on one transport had accidentally not been undressed. This naturally had to be made good, because of the textiles and valuables that they would otherwise take with them into the grave.

Neither in Belzec nor in Treblinka did anyone make any effort to register or count the people who were killed. The figures were only estimates based on the contents of the rail wagons. In addition to Jews from all European countries, Czechs and Poles in particular were killed in the gas chambers. Commissions of SS men — some of them not even with a complete elementary-school education — traveled from village to village in fine limousines and white coats with medical equipment, had the population march past them, pretended to examine them medically, and marked those who were considered biologically worthless and therefore to be killed, chiefly the elderly, consumptives, and the sick.

“Yes,” an SS-Sturmbannführer told me, “without these measures overpopulated Poland would be completely worthless to us. We are only carrying out afterward what nature everywhere in the animal and plant world takes care of by itself and unfortunately neglects in the case of human beings.”

Captain Wirth asked me not to propose any changes to his installations in Berlin, but to leave everything as it was, since it was perfectly tuned and had proven itself. The prussic acid I had buried under my supervision, since it had allegedly begun to decompose. —

The next day — 19 August 1942 — we drove in Captain Wirth’s car to Treblinka, 120 km north-north-east of Warsaw. The installation was roughly the same as in Belzec, only much larger. Eight gas chambers and veritable mountains of suitcases, textiles, and laundry. In our honor a banquet was given in the common hall, in the typically Himmler-style old German manner. The food was simple, but everything was available in abundant quantities. Himmler himself had ordered that the men of these detachments should receive as much meat, butter, and other provisions as they wished — especially alcohol.

Professor Pfannenstiel delivered a speech in which he made clear to the men the usefulness of their task and the importance of their great mission. To me personally he spoke of “very humane methods and of the beauty of the work!” I vouch for the fact that he really did say this — unbelievably! To the crews he said in particular: “When one sees these Jewish bodies, it becomes all the clearer how worthy of gratitude your task is.”

At our departure we were offered several kilograms of butter and a great deal of liqueur to take with us. I had difficulty making it believable that I had enough of all this on my — supposedly — own estate, whereupon Pfannenstiel, delighted, even spread my portions as well.

We drove by car to Warsaw. There, while I was unsuccessfully trying to obtain a sleeping-berth ticket, I encountered on the train the secretary of the Swedish Legation in Berlin, Baron von Otter. Still under the immediate impression of the horrific experiences, I told him everything, asking him to report this at once to his government and to the Allies, since every day of delay would cost tens of thousands more lives. He asked me for a reference, for which I gave him General Superintendent D. Otto Dibelius, Berlin, Brüderweg 2, Lichterfelde West — a close friend of Pastor Martin Niemöller and a member of the church resistance movement against Nazism.

I met Baron von Otter two more times at the Swedish Legation. In the meantime he had reported to Stockholm and informed me that this report had had a considerable influence on Swedish–German relations. I tried in the same matter to report to the Papal Nuncio in Berlin. There I was asked whether I was a soldier. When I answered in the affirmative, all further conversation with me was refused and I was requested to leave the embassy of His Holiness. Upon leaving the Papal Embassy I was followed by a policeman on a bicycle, who rode briefly past me, dismounted, and then inexplicably let me go.

I then reported everything to hundreds of individuals, among them the legal counsel of the Catholic Bishop of Berlin, Dr. Winter, with the explicit request that the information be passed on to the Holy See.

I must add that SS-Sturmbannführer Günther of the Reich Main Security Office — I believe he is the son of “race theorist” Günther — at the beginning of 1944 once again demanded very large quantities of prussic acid from me for a very sinister purpose. He showed me a shed on Kurfürstenstrasse in Berlin in which he intended to store the prussic acid. I then told him that under no circumstances could I assume responsibility for this. It involved several rail wagons — enough to kill many millions of people with it. He told me that he himself did not yet know whether the poison would be used, when, for whom, or in what manner, etc., but that it had to be kept constantly available.

Later I often had to think of Goebbels’s words. I can imagine that they intended to kill a large part of the German people, certainly including the clergy or officers who were objectionable to them. This was to take place in some kind of reading rooms or club rooms; at least that is what I inferred from the technical questions Günther put to me concerning the implementation. It is also possible that he was to kill foreign laborers or prisoners of war — I do not know. In any case, I arranged matters so that the prussic acid disappeared immediately after its arrival into the two concentration camps of Oranienburg and Auschwitz for supposed purposes of disinfection. That was somewhat dangerous for me, but I could always have said that the poison had already entered a dangerous state of decomposition.

I am certain that Günther wanted to procure the poison in order potentially to kill millions of people. It was sufficient for about eight million people — 8,500 kilograms. For more than 2,175 kilograms I submitted the invoices. I always had the invoices made out in my own name, allegedly for reasons of discretion, but in truth so that I would have freer control and could make the poison disappear. Above all, I avoided repeatedly bringing the matter back to attention by submitting invoices; instead, I preferred to leave the invoices completely unpaid, putting the firm off with reassurances.

The director Dr. Peters of Degesch, Frankfurt am Main and Friedberg, who carried out this delivery, told me that he had supplied prussic acid in ampoules for the killing of human beings. — On another occasion Günther asked me whether it would be possible to kill Jews in the fortress moats of Maria-Theresienstadt, where they were allowed to take walks, in the open air with prussic acid. In order to thwart this dreadful plan, I declared this to be impossible. I later learned that the SD detachment at Maria-Theresienstadt nevertheless obtained prussic acid by other means and killed the Jews. —

The most atrocious concentration camps, incidentally, were not Oranienburg or Belsen or Dachau, but Auschwitz, where millions of people were murdered, partly in gas chambers, partly in so-called death vans, and Mauthausen-Gusen near Linz. In Auschwitz it was customary to kill children by holding swabs soaked with prussic acid under their noses. —

Moreover, I myself saw experiments on living people in the women’s concentration camp at Ravensbrück near Fürstenberg in Mecklenburg. These were carried out at the instigation of SS-Gruppenführer Dr. Gebhardt-Hohenlychen by SS-Hauptsturmführer Dr. Gundlach. Similar experiments on living human beings were also conducted in Buchenwald, for example with up to 100 tablets of Pervitin, sometimes with fatal outcomes. Himmler himself had reserved the authority to approve these experiments. In particular, typhus vaccine and lymph, as well as other sera, were tested there. The experiments involved up to 100 or 200 people in individual cases, namely persons condemned to death by the camp administration or by the SD. —

I was astonished in Oranienburg that within a few days all homosexuals — many hundreds — disappeared, and did so in the furnaces. —

Moreover, I avoided appearing too often in concentration camps, because it was sometimes customary, in honor of visitors, to hang people or to carry out executions. SS-Hauptsturmführer Dr. Fritz Krantz, who had experienced such things in great numbers, often told me about them with deep indignation. For example, in Gusen–Mauthausen, almost daily numerous Jews who were supposed to work in a large stone quarry were pushed down the steep rock face and registered below as fatal accidents. In Auschwitz, such atrocities were likewise committed in far greater numbers than in Belsen. ——

I was fortunate, however, to encounter some radical anti-Nazis within my department, such as SS-Hauptsturmführer and Stabsscharführer Heinrich Holländer, a good Catholic, and the aforementioned Dr. Fritz Krantz. Holländer informed me of all noteworthy matters. His wife once, at a dinner, made severe reproaches to the Reich Physician of the SS and Police, SS-Obergruppenführer Dr. Grawitz of Berlin, who was at the same time President of the German Red Cross, regarding the killing of Jews. As a result, she received a severe reprimand and was forbidden ever to raise the matter again.

All of my statements are literally true. I am fully conscious, before God and all humanity, of the extraordinary gravity of these notes of mine, and I take an oath that nothing of what I have recorded is fabricated or invented, but that everything is exactly as stated.

As references regarding my person I give:

Mrs. Pastor Martin Niemöller, currently Leoni on Lake Starnberg.
General Superintendent D. Dibelius (Otto), Berlin-Lichterfelde.
Pastor Dr. Martin Niemöller, Dachau ?????
Pastor Rehling, Hagen, Westphalia, Luther Church.
Dorothea Schulz, secretary to Pastor Niemöller, Leoni near Munich.
Dr. Felix Buss, legal counsel of Telefunken, Berlin SW 11.
Director Alexander Menne, director of the Glasurit Works, active in the paint industry in England until 1939, imprisoned from July 1944 to February 1945 in the SD prison in Prague.
[?] Dr. Koch, Westphalian Confessing Church, Bad Oeynhausen.
Pastor Buchholz, chaplain of the Berlin prison Plötzensee. He accompanied the officers of 20 July 1944 to the scaffold.

Additions:

In Belzec I had the impression that all were truly dead, although Captain Wirth told me that they had experienced the strangest things, for example that in the morning they had found a lively, living child in a chamber that had remained unopened overnight. Essentially, Wirth said, they had observed the most peculiar phenomena and the most varied sensitivities among the mentally ill. The testing of different methods of killing will not have extended to large numbers. But many things were tried. For example — probably also on a larger scale — killing with compressed air in old steam boilers, into which the air was forced with compressors of the kind commonly used for breaking up asphalt. ——

In Treblinka I had the impression that some were still alive. Almost all had their eyes open and therefore looked horrifying. I did not see any movements, however, although I watched very carefully. ——

SS-Hauptsturmführer Dr. med. Willing from Dortmund told me, with somber emotion, of an almost heroic dying. It concerned thousands of Polish clergymen who were forced to dig their own graves and were then shot naked in front of them.

To the mocking questions of whether they still believed in Christ and Mary, they answered with a firm confession of Christ, invoking the Holy Mother of God of Częstochowa. This dying, Dr. Willing told me, had been deeply moving and convincing. ——

Other intellectuals in Poland as well — especially female and male teachers — died in the hundreds of thousands in a similarly exemplary and dignified manner.

One method of killing, reliably reported to me, consisted of forcing people to climb the stairs to a blast furnace, killing them there at least with a finishing shot, and then making them disappear in the furnace. Many people are also said to have been killed and burned in brick kilns. However, this source of mine is not sufficiently reliable. ——

A high-ranking police chief from Bromberg, SS-Obersturmbannführer Haller, told me and the physicians of the SS course that before his arrival in Bromberg it had been customary there to smash Jewish children’s heads against the wall right in their apartments. He said he had put a stop to this “nonsense” and ensured that they were shot instead. Particularly tragic, he recalled, was how two small girls had knelt before them and prayed — 5 and 8 years old — and how they then nevertheless “had to be” shot!! ——

Haller further stated: During the mass executions of Poles, they had to dig long trenches and then lie down in them on their stomachs. They were then shot from above with submachine guns. The next ones then had to lie down on the still-warm corpses and were likewise shot. Many were not yet dead at all and then, when attempting to crawl out from the 5–6 layers, had to be shot at the edge of the trench. ——

A high-ranking member of the German government in Kraków told me, while carving a turkey, about a particularly lucky catch they had made. They had captured a leading member of the Polish resistance movement, a Jew. During interrogation he had wrapped himself in silence. They then broke his wrists. Even then he had remained silent. Then they had seated him, buttocks first, on a glowing hot stovetop; “you should have seen how talkative the fellow became!!!” —

During a visit to the local construction office of the Waffen-SS in Lublin on 18 August 1942, the two special construction supervisors told us of a visit that had taken place that morning to the morgue of an SS prisoner-of-war camp near Lublin. There the corpses had been piled up by the thousands. While they were taking measurements for reconstruction, two people had suddenly moved. The accompanying SS squad leader merely asked: “Where?” — Then he took a piece of round iron that was lying nearby and smashed in the skulls of the two. ——

It was not the fact itself, the construction supervisors said, that had surprised them, but the matter-of-fact way in which it was done! ——

On the day of my inspection in Belzec it happened that a Jewish woman, with a concealed razor blade, inflicted several cuts to the throats of some Jews from the work detail. Wirth expressed lively regret that the woman was already dead; she ought to have been punished as an example. He had the injured work Jews carefully treated and given medical care, as he said, in order to keep alive the belief that they were to be settled, rewarded, and kept alive. He — Wirth — could not marvel enough at, and amuse himself over, the fact that they believed this…… “And they believe it, the fools, they believe it!!!” he exclaimed to himself!!

— In Belzec, after the wagons were opened and people were undressed, the men and boys were instructed over the loudspeaker to bring the clothing lying all around immediately back to the wagons, with which they disappeared into a large warehouse. “Whoever works best can stay with the work detail!!” — Now a race for life and death began among these naked people as they cleaned up, amid the jeering laughter of the crews. Naturally, they all disappeared afterward into the gas chambers. Only a few very old and weak persons were carried aside and then shot.

— I think of some images that were deeply moving to me: of a Jewish little boy of three or four years, into whose hand they pressed a bundle of string to tie shoes together, how he absentmindedly handed out the little strings to people. Or of a small coral necklace that a little girl dropped a meter in front of the gas chamber. How a little boy of perhaps three years bent down to pick it up, how he took joy in it — and then was pushed into the chamber, no, in this case gently pressed inside! ——

SS-Hauptsturmführer Obermeyer told me: “In a village here in the area I encountered a Jew together with his wife from my hometown of Pirmasens. The man had been a sergeant in the World War and is a very decent fellow. As a child he once saved me from being run over and killed. I will now take these people along and incorporate them into the work detail.” ——

When I asked what would become of the two afterward, Obermeyer said: “Afterward, exactly like the others — one must not deceive oneself, there’s only one outcome! I will at least have them shot!” ——

Within the SS as well, I encountered a considerable number of people who most sharply condemned these methods and who, as a result, came to reject National Socialism or even to develop a burning hatred of it. Here, once again assuming full responsibility, I name a few individuals:

SS-Sturmbannführer Dr. med. Bocht from Hagen in Westphalia, head of the Internal Department of the SS Hospital in Berlin.
SS-Hauptsturmführer Dr. med. Nissen, Itzehoe.
SS-Obersturmführer Dr. med. Sorge from Jena.
SS-Hauptscharführer, staff sergeant-major with the Reich Physician of the SS,
Heinrich Holländer, anti-Nazi activist and fervent hater of Nazism.
Hauptsturmführer Dr. Fritz Krantz, department head with the Reich Physician of the SS.
SS-Gruppenführer Dr. pharm. Blumenreuther, Chief Medical Supply Officer with the Reich Physician of the SS and Police.
Dr. Rudolphi, SS-Sturmbannführer, Sebendorf.
Dr. Bohnenburg, at the same place. In October 1944, Rudolphi trampled the portrait of Hitler underfoot.

In general, it is entirely mistaken to regard the SS even remotely as a uniform or homogeneous body. I know how difficult it is to draw distinctions in judgment and treatment. I understand that one may wish to single out a particular formation, and I am probably as familiar as anyone with the atrocities committed by the SS. But it must not be overlooked that, for example, at least two-fifths of the Dutch SS were forced into the SS through deception and fraud by so-called sports courses. The same happened to many Germans, especially from the Hitler Youth, who were unscrupulously overrun and duped, as well as to many who were simply pressed into the SS from the Luftwaffe or the Navy at Himmler’s instigation.

All of this must be taken into account for the sake of truth and justice.

Archivial reference:

Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen (LkA EKvW)

Images taken from https://www.kurt-gerstein.de/index.php/ausstellung/

Facsimile in LkA EKvW 5.2 / Kurt Gerstein-Archiv, Nr. 155


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