1960-11-02 / The 1960 Interrogation of Auschwitz SS Driver Richard Böck

Introduction

In an interrogation conducted by West German authorities on November 2, 1960, former SS driver Richard Böck gave further testimony about his service at Auschwitz. He provided firsthand account of mass gassing at the Bunker extermination site in Auschwitz-Birkenau. Among other details, Böck stated that “after the entire transport—there must have been about 1,000 people—was inside the building, the gate was closed. Then an SS man, I believe he was a Rottenführer, came to our ambulance and took out a gas canister. With this canister, he went to a ladder that stood on the right side of the building, as seen from the gate. I noticed that he was wearing a gas mask as he climbed the ladder. When he reached the top, he opened a circular metal flap and poured the contents of the canister into the opening”.

Document

DER OBERSTAATSANWALT
beim Landgericht Ffm.

Sonderkommission –
Az.: 4 Js 444/59

z.Z. Günzburg, den 2. November 1960

Vernehmung
Vorgeladen erscheint der Kraftfahrer

Richard Böck,
(Pers. Bl. 439 a d.A.)

und macht ergänzend folgende Angaben:
Ich wurde bereits am 5.2.59 von Beamten des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg – Sonderkommission – Zentrale Stelle – zu meiner Dienstzeit als SS-Angehöriger im Konzentrationslager Auschwitz eingehend vernommen (s. Bl. 439a – 455 d.A.).

Mir wurde soeben meine Vernehmung nochmals vorgelesen, und ich kann noch folgende Angaben ergänzend machen:

Als ich im Jahre 1941 nach Auschwitz kam, wurde ich zur Fahrbereitschaft kommandiert. Die Einheit nannte sich damals offiziell “Fahrbereitschaft-Verwaltung”. Etwa Anfang des Jahres 1944 wurde die Fahrbereitschaft in “Wehrmachtsfahrbereitsschaft” umbenannt, weil wir zu diesem Zeitpunkt einer Wehrmachtsdienststelle unterstellt wurden.

1941 war die Fahrbereitschaft noch nicht sehr stark und bestand aus nur etwa 10 – 12 SS-Leuten, denen 6 – 7 Lkw.s, der PKW des Kommandanten, 2 weitere Kübelwagen, 2 – 3 Pkw.s und 3 – 4 Kräder zur Verfügung standen.

Im Laufe der Jahre wurde die Fahrbereitschaft wesentlich vergrößert. Zuletzt bestand die Fahrbereitschaft aus ca. 40 SS-Leuten, ca. 40 Lkw.s, 8 Pkw.s, 2 Sanitätskraftwagen (1 Häftlingssanka und 1 Sanka für die SS-Truppe.) und mehrere Kräder.

Der Leiter der Fahrbereitschaft war der SS-Hauptscharführer Konrad Wiegand, der im Jahre 1943 zum SS-Untersturmführer befördert wurde. Ich weiß nicht, woher er stammte, aber es hatte sich herumgesprochen, daß er aus der Gegend von Kassel kommen würde. Ihm unterstand die Fahrbereitschaft von 1941 bis zur Evakuierung des Lagers. Sein Stellvertreter war der SS-Oscha. Willi(?) Oppermann, der seiner Sprache nach aus Thüringen oder Sachsen stammen dürfte. Soweit ich mich erinnern kann, ist er zusammen mit Wiegand von Buchenwald nach Auschwitz gekommen.

Die Einteilung der Fahrer und Fahrzeuge wurde von Wiegand selbst vorgenommen, der als Schreiber den Häftling Ludi (s.Bl. 447 d.A.) zur Verfügung hatte.

Zur Aufgabe von Oppermann gehörte das Beschaffen von Ersatzteilen für unsere Fahrzeuge.

In der Fahrbereitschaft wurde auch Fahrschule gemacht, bei der W. als Fahrlehrer fungierte.

Zur Fahrbereitschaft gehörte auch eine Reparatur-Werkstatt, die eine zeitlang mir selbst unterstand. Hier waren ca. 14 Häftlinge als Schlosser, Schmied, Sattler und Dreher beschäftigt. Der Capo dieser Häftlinge hieß Müller; er war vermutlich Reichsdeutscher und trug einen roten Winkel. Den Häftlingen gegenüber hat er sich stets anständig benommen.

Außerdem gehörte noch eine Elektroabteilung und eine Sattlerei zur Fahrbereitschaft. Es war dies nicht die Elektroabteilung, zu der der Häftling Adolf Rögner gehörte. Auch hatten wir eine kleine Vulkanisierwerkstatt, in der auch Häftlinge beschäftigt waren. Im sog. “Alt-Magazin” wurden alte Ersatzteile u.ä. aufbewahrt. Auch eine Waschanlage stand uns zur Verfügung, die von einem Häftling Warczek (phon.) geleitet wurde.

In der Fahrbereitschaft war ständig ein “Fahrer vom Dienst” eingeteilt, der gleichzeitig als Fahrer des Kommandanten eingesetzt wurde. Dieser Fahrer hatte die Aufgabe, den Wagen des Kommandanten vor dessen Haus zu fahren, wenn bei uns der Anruf eingegangen war, daß ein Häftlingstransport angekommen sei. Der Wagen wurde dann nur an den Kommandanten übergeben, der dann persönlich zu dem angekommenen Transportzug weiterfuhr. Der jeweilige Fahrer kam dann zu Fuß zur Fahrbereitschaft zurück. Anschließend wurde wieder angerufen und der Wagen des Kommandanten wurde abgeholt und in die Garage gestellt. Diese Anrufe dürften nach meiner Ansicht immer von der Politischen Abteilung gekommen sein. Genau kann ich dies jedoch nicht sagen.

Anfangs wurden unsere Lkw.s nur zum Transport von Lebensmitteln und anderen Gütern eingesetzt. Etwa im Jahre 1942 wurden sie dann auch zu “Aktionen” verwendet. Unter “Aktion” wurden Fahrten zur Rampe in Birkenau verstanden, wo Häftlinge mit den Lkw.s transportiert wurden. In diesem Jahre wurden die Häftlingstransporte noch zwischen Auschwitz und dem Lager Birkenau auf offener Strecke ausgeladen und mit Lkw.s nach Birkenau transportiert. Die Gleise in das Lager wurden erst im Jahre 1943 verlegt, als auch dort die Rampe gebaut wurde.

Als die Transporte noch vor Birkenau ausgeladen wurden, fand dies stets nur nachts statt, weil die Zivilbevökerung nichts sehen sollte.

Es kann im Jahre 1942 gewesen sein, als die Fahrbereitschaft 6 neue MAN-Lastkraftwagen bekam, die eigens für den Transport von Häftlingen bestimmt waren. Es handelte sich dabei um Lkw-Kipper, und zwar sog. “Dreiseiten-Kipper”, d.H. sie konnten nach hinten und nach beiden Seiten abkippen. Ob außer diesen Fahrzeugen noch andere Lkw.s eingesetzt wurden, kann ich nicht mehr sagen.

Jedenfalls kann ich mich noch sehr gut erinnern, daß bei allen ankommenden Transporten der Häftlingssanitätskraftwagen eingesetzt wurde. In diesem Sanka wurden die Büchsen mit dem Gas gefahren, mit dem die angekommen Häftlinge vergast wurden. Dieser Sanka wurde sehr oft von dem SS-Uscha, vielleicht war er auch nur Rottenführer, Hölblinger gefahren, mit dem ich gut befreundet war, und der mir auch kurz nach dem Krieg noch geschrieben hat.

Vermerk:
Die Vernehmung wurde zur Einnahme des Mittagessens unterbrochen.

Fortsetzung:
Ich habe jetzt zu Hause den Brief des Höblinger vom 18.6.48 gefunden. Seine Anschrift lautet wie folgt:
Karl Hölblinger,
Wien X, Sdlg. Wienerfeld 159.
Ob er allerdings heute noch dort wohnhaft ist, ist mir nicht bekannt.

Soviel mit bekannt ist, wurde das Gas bei der “Schädlingsbekämpfung” abgeholt. Ich weiß dies daher, weil ich auch einmal den Auftrag hatte, dorthin zu fahren. Ob es tatsächlich die Stelle war, wo das zur Vergasung der Häftlinge bestimmte Gas aufbewahrt wurde, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Wo die Stelle “Schädlingsbekämpfung” war, kann ich auch nicht sagen, da ich nie dort gewesen bin. Ich hatte mich nämlich damals geweigert, zu dieser Stelle zu fahren, da ich ahnte was ich dort sollte. Die bei der Fahrbereitschaft beschäftigten Häftlinge hatten mir nämlich erzählt, daß dort das Giftgas für die Vergasungen abgeholt würde.

Jedenfalls ist der Hölblinger bestimmt in der Lage, entsprechende Angaben machen zu können.

Eines Tages, es war im Winter 1942/43, fragte mich H., ob ich Lust hätte, einmal zu einer Vergasungsaktion mitzufahren. Er würde mich als seinen Beifahrer im Sanitätswagen ausgeben, weil es sonst für mich streng verboten war, dort anwesend zu sein. Ich daraufhin mit im zur Garage, wir setzten uns in den Sanka und fuhren direkt nach Birkenau. Das Lager Birkenau wurde bei dieser Fahrt nicht berührt. Ich kann auch gar nicht sagen, daß ich dabei etwas von dem Lager gesehen habe.

Der angekommene Transportzug stand auf der freien Strecke zwischen Auschwitz und Birkenau und die Häftlinge wurden gerade ausgeladen. Es war etwa 21.00 Uhr. An die Lkw.s, mit denen die Häftlinge transportiert wurden, waren hinten breite Treppen angestellt, über die die Menschen auf die Wagen stiegen. Alle Fahrzeuge wurden vollgepfercht, so daß nicht mehr hinauf ging. Die Menschen standen auf den Fahrzeugen. Ich habe nicht beobachtet, daß von einem SS-Arzt oder einem anderen SS-Angehörigen Leute herausgesucht wurden. Sie wurden alle aufgeladen und zu einem ehemaligen Bauernhof gefahren, der etwa 1,5 km von der Ausladestelle entfernt lag. Die Stelle kann ich nicht mehr genau bezeichnen, da es dunkel war. Die Krematorien von Birkenau habe ich jedenfalls nicht gesehen, und ich bin der Ansicht, daß diese zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht in Tätigkeit waren. Ich bin jedenfalls mit H. in dem Sanka auch zu diesem Bauernhof gefahren, und zwar fuhren wir hinter den Lkw.s her. Als wir ankamen, waren die Menschen bereits abgeladen und mußten sich in mehreren Baracken, die in der Nähe des ehemaligen Bauernhofs standen, ausziehen. Als sie nackt aus dem Baracken herauskamen, wurde ihnen gesagt, daß sie in das Gebäude gehen sollten, an dem ein Schild mit der Aufschrift “Desinfektion” hing. Dieses Gebäude war der ehemalige Bauernhof, den man zu dieser Zeit als Vergasungsraum umgebaut hatte. Soviel ich mich erinnern kann, war er rundum gut ausbetoniert und hatte auf beiden Seiten Tore, die m.E. aus Holz waren. H. hatte mir vorher schon erzählt, daß in diesem Raum die ankommenden Transport vergast würden. Im übrigen waren diese Vergasungsaktionen bei uns allgemein bekannt.

Ich kann mich noch erinnern, daß es sich bei diesem Transport um holländische Juden – Männer, Frauen und Kinder – handelte, die alle gut angezogen waren und denen man ansah, daß es sich um wohlhabende Leute handelte.

Ich muß hier etwa verbessern: Der umgebaute Bauernhof hatte nur ein Tor, das zwei Flügel hatte. Auch das Schild “Desinfektion” hing nicht an dem Gebäude, sondern stand wie ein Wegweiser einige Meter devor. Das Schild hatte man angebracht, um die Menschen im Glauben zu lassen, sie würden hier desinfiziert.

Nachdem der gesamte Transport – es dürfte sich um ca. 1000 Menschen gehandelt haben – in dem Gebäude war, wurde das Tor geschlossen. Anschließend kam ein SS-Mann, ich glaube es war ein Rottenführer, zu unserem Sanka und holte eine Gasbüchse heraus. Mit dieser Büchse ging er zu einer Leiter, die vom Tor aus gesehen an der rechten Seite des Gebäudes stand. Dabei bemerkte ich, daß er beim Besteigen der Leiter eine Gasmaske aufhatte. Als er am Ende der Leiter angekommen war, öffnete er eine kreisrunde Blechklappe und schüttete den Inhalt der Büchse in die Öffnung. Ich hörte noch deutlich das Klappern der Büchse gegen die Mauer, als er beim Ausschütteln dagegenstieß. Gleichzeitig sah ich, wie ein bräunlicher Staub aus der Maueröffnung hochstieg. Ob dies Gas gewesen ist, kann ich nicht sagen. Jedenfalls habe ich genau gesehen, daß er nur eine Büchse hineinschüttete. Als der das Türchen wieder geschlossen hatte, setzte ein unbeschreibliches Schreien in dem Raum ein. Ich kann einfach nicht beschreiben, wie diese Menschen geschrien haben. Das dauerte etwa 8-10 Minuten und dann war alles still. Kurze Zeit später wurde das Tor von Häftlingen geöffnet und man konnte noch einen bläulichen Nebel über einem riesigen Knäuel Leichen schweben sehen. Die Leichen waren derartig ineinander verkrampft, daß man nicht erkennen konnte, zu wem die einzelnen Gliedmaßen und Körperteile gehörten. Ich habe dabei z.B. gesehen, daß einer der Vergasten einem anderen des Zeigefinger einge Zentimeter in die Augenhöhle gesteckt hatte. Daraus kann man ermessen, wie unbeschreiblich furchtbar der Todeskampf dieser Menschen gewesen ist. Man kann dieses Bild nicht mit Worten beschreibes. Mir ist es dabei so schlecht geworden, daß ich fast erbrochen hätte. Allerdings habe ich mich gewundert, daß das Häftlingskommando, das zum Wegschaffen der Leichen bestimmt war, den Raum ohne Gasmasken betrat, obwohl dieser blaue Dunst noch über den Leichen schwebte, von dem ich annahm, daß es sich um Gas handelte. Die Leichen wurden auf Bauernwagen (Leiterwagen) geladen und von Häftlingen fortgeschoben. Wohin die Leichen kamen habe ich nicht gesehen. Von einem Krematorium habe ich auch nichts bemerkt.

Bei dieser Vergasungsaktion war der SS-Hptstuf. Dr. Entress als Arzt anwesend. Außerdem war noch der Hptscha. Moll bei dieser Aktion anwesend. Im ganzen habe ich kaum mehr als etwa vier SS-Leute als Beteiligte gesehen.

In diesem Zusammenhang muß ich erwähnen, daß jeder SS-Mann, der bei “Aktionen” irgendwie beteiligt war, einen Gutschein über einen viertel Liter Schnaps bekommen hat. Mit diesem Gutschein konnte er sich dann in der SS-Küche den Schnaps abholen. Ich nehme an, daß auch der Hölblinger diese Extra-Ration bekommen hat, obwohl er eigentlich nur als Fahrer des Sanitätswagens eingesetzt wurde und mit der eigentlichen “Aktion” nichts zu tun hatte. Ich kann mich noch gut erinnern, daß der Sanka mit dem “Roten Kreuz” auf den Seiten versehen war. Das Fahrzeug wurde jedoch nie zum Krakentransport benutzt, sondern nur für diese Aktionen, und zwar zur Tarnung. Man rechnete nämlich immer damit, daß eine Kommission aus der Schweiz kommt, um sich die “Judenumsiedlung” anzusehen. Vermutlich aus diesem Grunde mußte ich auch einmal in der Häftlingsküche des Hauptlagers Verpflegung aufladen. Es waren dies Kisten voll mit belegten Broten, die ich nach Birkenau fahren mußte. Ich fuhr auf die Rampe, wo gerade ein Transport Juden aus Ungarn angekommen war und ausgeladen wurde. Bei dieser Gelegenheit habe ich den SS-Arzt Dr. Mengele auf der Rampe stehen sehen. Er rief lauf und deutlich: “Ärzte und Apotheker nach Vorn!” Gleichzeitig wurde dieser Ruf von den Dolmetschern übersetzt und den Juden in einer fremden Sprache zugerufen. Daraufhim habe ich einige besser gekleidete Leute aus dem Transport kommen sehen, die sich links hinter Mengele aufstellen mußten. Im selben Augenblick kam eine hübsche blonde Frau auf Dr. M. zugelaufen. Ich hörte nun deutlich, wie M. die Frau foldendes fragte: “Wie alt?” Die Frau antwortete: “29 Jahre”. Frage des Dr.M.: “Sind Sie Schwanger?” Die Frau: “Jawohl!” Dr. M.: “Im wievielten Monat?” Die Frau: “Im neunten”. Daraufhin machte Dr. M. nur eine Bewegung mit dem Daumen in Richtung Krematorium, worauf die Frau auch in diese Richtung lief. Anschließend konnte ich noch beobachten, wie ein alter Mann ebenfalls in diese Richtung geschickt wurde. Ein 24jähriger wurde durch eine Bewegung auf die andere Seite geschickt. So ging dies eine ganze Weile. Plötzlich hatte Dr. M. das Sortieren scheinbar satt, denn er schickte den Hauptteil des Transportes ins Krematorium, ohne noch weiter auszusortieren. Anschließend wurde ich von einem dicken SS-Ustuf., dessen Name ich nicht kenne, zurückgeschickt. Die belegten Brote fuhr ich wieder in die Häftlingsküche des Stammlagers, wo sie abgeladen wurden. Warum ich mit diesen Broten in Birkenau war, ist mir unerklärlich, ich nehme jedoch an, daß wieder mal eine Kommission erwartet wurde, und man deshalb mit belegten Broten auffahren wollte. Sonst gab es nämlich niemals belegte Brote für Häftlinge.

Dies war das einzigste Mal, daß ich auf der Rampe in Birkenau war. Hier möchte ich aber noch bemerken, daß die bei Aktionen beteiligten SS-Leute für jeden ankommenden Transport Schnaps bekamen. So ist es ohne weiteres vorgekommen, daß manchmal einer einen ganzen Liter Schnaps am Tag bekam, weil eben 4 Transporte angekommen waren. Mir ist nicht bekannt, daß es auch Zigaretten bei dieser Sonderzuteilung gegeben hat.

Mir fielte eben ein, daß von der Fahrbereitschaft der SS-Uscha Vollrath am meisten bei Aktionen beteiligt war. Er war auch immer sehr stolz auf seine Tätigkeit als Fahrer bei dieser entsetzlichen Arbeit. Soviel ich gehört habe, soll er sich jetzt in der Gegend von Heidenheim an der Prenz aufhalten. Seinen Angaben nach stammte er aus Sachsen oder Thüringen. Woher ich weiß, daß er sich dort aufhalten soll, kann ich nicht mehr sagen.

Ich selbst habe mich immer um die Fahrten bei Aktionen gedrückt. Einmal habe ich sogar zum Leiter der Fahrbereitschaft, Wiegand, gesagt, falls er mich zur Aktion einteilen würde, ginge ich an die Front. Daraufhin hat er nur gelacht, mich aber niemals eingeteilt. Ob ich mich tatsächlich zur Front hätte melden können, kann ich nicht sagen. Ich habe keinen derartigen Fall erlebt.

Ich will jetzt noch einige andere Angehörige der Fahrbereitschaft angeben:

Wildermuth, Willi, jetzt wohnhaft in Stuttgart-Bad-Cannstatt. Er war auch Fahrer. Sein Dienstgrad war SS-Uscha. Er war ein sehr anständiger Kamerad, der auch den Häftlingen gegenüber sehr menschlich war. Er war bei den Häftlingen allgemein beliebt.

Reisenbichler, Albert, jetzt wohnhaft vermutlich in Welz b. Linz. Ich meine der Ort könnte auch Gomberland oder Omberland heißen. Genau weiß ich dies nicht. R. war SS-Sturmmann und ein sehr braver und anständiger Kerl.

Roth
war Volksdeutscher aus Rumänien. Er war einfacher SS-Mann. Er hat sich den Häftlingen gegenüber schlecht benommen. Wo er sich jetzt aufhält kann ich nicht sagen.

Pomerenke
war SS-Rottf. und Fahrer. Ich habe ihn vor 14 Tagen getroffen. Er ist Fahrer bei einer Firma in Bruchsal(?). Soviel ich weiß, wohnt er in der Nähe von Schwäb.-Hall.
Er war auch ein sehr anständiger Mann.

Holze, Ludwig
war SS-Uscha und Fahrer. Seine Adresse muß der Wildermuth wissen. Auch H. war ein sehr anständiger Mann.

Lorenz, Eduard, war SS-Sturmmann und Fahrer. Auch seine Adresse müßte der Wildermuth haben. Er war ebenfalls ein sehr anständiger Kerl.

Siebald
war SS-Oscha. Er wurde als Fahrer und in der Werkstatt verwendet. Auch über ihn kann ich nichts Nachteiliges sagen. Er war sehr ruhig, fast verschlossen, aber anständig und hilfsbereit.

Berger
war SS-Oscha und stellvertretender Leiter der Fahrbereitschaft. Er war den Häftlingen gegenüber sehr anständig und hat vielen geholfen. Was aus ihm geworden ist, kann ich nicht sagen. Stammte aus Sachsen.

Heger
war SS-Oscha. Er war auch so etwas ähnliches wie Stellvertreter. Sonst war er ein sehr anständiger und gebildeter Mensch. Er wurde als erster durch Fürsprache eines Häftlings aus amerik. Gefangenschaft entlassen. Was dann aus ihm geworden ist, kann ich nicht sagen.

Urban, Fritz, war SS-Sturmmann und stammte Insterburg. Er kam später in das SS-Straflager Matzgau b. Danzig. Er war als Fahrer bei uns. Was aus ihm geworden ist, kann ich nicht sagen.

Wottkittel, war SS-Uscha. Soviel ich weiß, stammte er aus Dresden. Was seine Tätigkeit bei der Fahrbereitschaft war, kann ich nicht mehr sagen. Ich hatte nie persönlichen Kontakt mit ihm. Was aus ihm geworden ist, kann ich nicht sagen.

Rappl, Willy, war auch kurze Zeit bei der Fahrbereitschaft. Er ist von Beruf Mechaniker und wohnt in Straubing, Wittelsbacherstr. 18. Er kam später in das KL Dachau. Auch er hat sich den Häftlingen gegenüber immer anständig benommen.

Im April 1960 erhielt ich eine Ansichtskarte von meinen ehemaligen Kameraden WILDERMUTH, LORENZ, HOLZE u. FISCHER, die sich einmal getroffen haben. Ich gebe diese Karte freiwillig zur Ermittlung der Anschriften dem Vernehmenden.

Im Herbst 1941 habe ich eines Abends nach dem Dienst in der Fahrbereitschaft beobachten können, wie vor dem Alten Krematorium am Stammlager, der Ustuf. Grabner mit ca. 60 männl. Juden aus Richtung Bahnhof Auschwitz haltmachte. Er befahl ihnen, sich nackt auszuziehen. Anschließend trieb er sie in das Krematorium, indem er ihnen dies befahl. Als alle Juden hineingegangen waren, sah ich, wie ein anderer SS-Mann auf das Krematorium stieg und dort irgendeine Klappe öffnete. Gleichzeitig hörte ich es furchtbar schreien, was jedoch nur kurze Zeit andauerte. Dann war es ruhig. Ich bin dann weitergegangen und kann deshalb nicht sagen, was dort noch geschehen ist. Ich kann jedoch mit Sicherheit sagen, daß diese Juden vergast wurden.

Da das Alte Krematorium direkt gegenüber der Fahrbereitschaft lag, dazwischen war nur die Straße, konnte ich öfters sehen, dass Häftlinge auch einzeln hineingeführt wurden. Was dort geschehen ist, kann ich nicht sagen, kann jedoch annehmen, daß man diese Häftlinge getötet hat. Ob man auch Erschießungen darin vornahm, konnte ich nicht sehen. Auch gehört habe ich keine Schüsse, zumal die Türen des Krematoriums sehr dick waren. Jedenfalls habe ich während meiner gesamten Zeit in Auschwitz beobachten können, daß im alten Krematorium Häftlingsleichen verbrannt wurden. Erst Ende des Jahres 1944 ließ dies etwas nach. Täglich konnte ich sehen, wie die Flammen 2 Meter hoch aus dem Schornstein schlugen. Außerdem roch es immer stark nach verbranntem Fleisch. Es waren dies meistens Häftlinge aus dem Stammlager, deren Leichen hier verbrannt wurden.

Ich möchte jetzt noch einige SS-Leute nennen und gleichzeitig schildern, was mir über sie bekannt ist:
Hofmann, SS-Uscha. war beim Erkennungsdienst. Er erzählte mir einmal, daß er zusammen mit Grabner einen Capo im kleinen Krematorium verbrannt hätten. Es war dies schon kurz vor der Auflösung des Lagers, und der Häftling hätte ihm gegenüber geäußert, daß nun die Russen bald kommen würden, und die SS dann einen “kalten Arsch” bekäme. Diese Äußerung habe er dem Grabner gemeldet, der dann mit ihm den Häftling bei lebendigem Leib verbrannt hätte. Wo der H. herstammt und was aus ihm geworden ist, kann ich nicht sagen.

Kaduk
war SS-Oscha und Rapportführer im Hauptlager. Er war ein ausgesprochener Rohling und hat die Häftlinge oft mißhandelt. Ob er Häftlinge getötet hat, kann ich nicht sagen. Gesehen habe ich es nicht.

Brehm
war SS-Uscha und verwaltete das Brotmagazin in der SS-Küche. Er stammte aus Wien. Was aus ihm geworden ist kann ich nicht angeben.

Peukert
War SS-Uscha im sog. “Kanada”. Welche Funktion er dort hatte kann ich nicht sagen. Ich habe manchmal für “Kanada” gefahren und ihn bei dieser Gelegenheit kennengelernt. Er war den Häftlingen gegenüber sehr anständig. Er war aus Wien.

Sonst kann ich keine weiteren SS-Leute mehr nennen und verweise in diesem Zusammenhang auf meine erste Vernehmung.

Im Jahre 1941, gleich nachdem ich zur Fahrbereitschaft kam, fuhr ich einen kleinen Borgward Lkw. Mit diesem Fahrzeug mußte ich abends mit einem Angehörigen der Politischen Abteilung außerhalb des Lagers umherfahren und Häftlingsleichen aufladen, die bei Außenkommandos erschossen worden waren. Es handelte sich um Judenmädchen. Diese Fahrten habe ich etwa 8 Tage lang gemacht. Im Durchschnitt waren es immer 7 – 8 Leichen, die dann zum alten Krematorium gefahren wurden. Wer diese Häftlinge erschossen hatte, habe ich nicht erfahren. Mir wurde aber erzählt, daß man sie mit Tricks über die Postenkette gelockt hätte und dann wären sie “auf der Flucht erschossen” worden. Die Tricks waren verschiedener Art, wie z. B. das zum Trinken gehen lassen an einen Tümpel der außerhalb der Postenkette lag u. ä. Ich selbst habe dies jedoch nie beobachten können.

Der Spezialist auf diesem Gebiet war der SS-Oscha Mirbeth, der besonders im Jahre 1941 viele Häftlinge mit diesen Tricks “auf der Flucht erschossen” hat. Ich weiß genau, daß M. aus München stammte. Was aus ihm geworden ist, kann ich nicht sagen. Was dieser Mensch alles angerichtet hat, kann man mit Worten nicht schildern.

Weitere Angaben kann ich im Augenblick nicht mehr machen.

Die Vernehmung wurde um 9.30 Uhr begonnen und um 19.15 Uhr beendet.

Ich füge einen Verdienstbescheinigung bei, und bitte, mir meinen Verdienstausfall zu vergüten.

Geschlossen:
[Unterschrift]
(Ihring) KM

Selbst gelesen, genehmigt und unterschrieben:
[Unterschrift]

THE SENIOR PUBLIC PROSECUTOR
at the Regional Court of Frankfurt am Main

Special Commission – Ref. No.: 4 Js 444/59

Currently in Günzburg, 2 November 1960

Interrogation
The summoned driver

Richard Böck
(Personal record p. 439a of the file)

appears and provides the following supplementary information:

I was already extensively interrogated on 5 February 1959 by officers of the Baden-Württemberg State Criminal Police Office – Special Commission – Central Office – regarding my period of service as a member of the SS at the Auschwitz concentration camp (see pp. 439a–455 of the file).

My previous interrogation has just been read to me again, and I can now add the following information:

When I came to Auschwitz in 1941, I was assigned to the motor pool. At that time, the unit was officially called the “Motor Pool Administration”. Around the beginning of 1944, the motor pool was renamed the “Wehrmacht Motor Pool” because, at that point, we were subordinated to a Wehrmacht office.

In 1941, the motor pool was still quite small and consisted of only about 10–12 SS men. They had at their disposal 6–7 trucks, the commandant’s passenger car, 2 additional Kübelwagen, 2–3 passenger cars, and 3–4 motorcycles.

Over the years, the motor pool was significantly expanded. By the end, it consisted of about 40 SS men, approximately 40 trucks, 8 passenger cars, 2 ambulances (1 for prisoners and 1 for the SS troops), and several motorcycles.

The head of the motor pool was SS-Hauptscharführer Konrad Wiegand, who was promoted to SS-Untersturmführer in 1943. I don’t know where he came from, but it was rumored that he was from the Kassel area. He was in charge of the motor pool from 1941 until the evacuation of the camp. His deputy was SS-Oberscharführer Willi(?) Oppermann, who, judging by his accent, was likely from Thuringia or Saxony. As far as I can remember, he came to Auschwitz from Buchenwald together with Wiegand.

The assignment of drivers and vehicles was carried out by Wiegand himself, who had the prisoner Ludi at his disposal as a clerk (see p. 447 of the file).

One of Oppermann’s duties was to procure spare parts for our vehicles.

Driver training also took place within the motor pool, with Wiegand serving as the driving instructor.

The motor pool also included a repair workshop, which was at one point under my supervision. About 14 prisoners worked there as mechanics, blacksmiths, saddlers, and turners. The capo of these prisoners was named Müller; he was presumably a Reich German and wore a red triangle. He always behaved decently toward the prisoners.

In addition, there was also an electrical department and a saddlery attached to the motor pool. This was not the same electrical department to which the prisoner Adolf Rögner belonged. We also had a small vulcanizing workshop where prisoners were employed as well. In the so-called “old storeroom,” old spare parts and similar items were kept. We also had access to a car wash, which was operated by a prisoner named Warczek (phonetic).

There was always a “driver on duty” assigned in the motor pool, who also served as the commandant’s driver. This driver was responsible for driving the commandant’s car to his residence when we received a call that a prisoner transport had arrived. The vehicle was then handed over exclusively to the commandant, who personally proceeded to the arriving transport train. The driver would return to the motor pool on foot. Afterwards, another call was made, and the commandant’s vehicle was retrieved and returned to the garage. In my opinion, these calls always came from the Political Department. However, I cannot say this with certainty.

Initially, our trucks were only used to transport food and other goods. Around the year 1942, they began to be used for “actions” as well. “Action” referred to trips to the ramp in Birkenau, where prisoners were transported by truck. At that time, prisoner transports were unloaded on the open track between Auschwitz and the Birkenau camp and then transported by truck into Birkenau. The tracks into the camp were only laid in 1943, when a ramp was also built there.

When the transports were still being unloaded in front of Birkenau, this always took place at night, because the civilian population was not supposed to see anything.

It may have been in 1942 when the motor pool received six new MAN trucks that were specifically intended for the transport of prisoners. These were tipper trucks, so-called “three-way tippers,” meaning they could tip to the rear and to both sides. Whether other trucks were also used in addition to these, I can no longer say.

In any case, I still remember very clearly that the prisoner ambulance was used for all arriving transports. This ambulance transported the canisters containing the gas used to gas the arriving prisoners. This ambulance was often driven by SS-Unterscharführer—though he may have only been a Rottenführer—Hölblinger, with whom I was on good terms and who even wrote to me shortly after the war.

Note:
The interrogation was interrupted for lunch.

Continuation:
I have now found at home the letter from Hölblinger dated 18 June 1948. His address was as follows:
Karl Hölblinger
Vienna X, Settlement Wienerfeld 159.
Whether he still resides there today, I do not know.

As far as I know, the gas was picked up from the “Pest Control” unit. I know this because I was once assigned to drive there. Whether this was actually the place where the gas intended for the gassing of prisoners was stored, I cannot say with certainty. I also cannot say where the “Pest Control” unit was located, as I never went there. At the time, I refused to drive to that location because I suspected what the purpose of the trip was. The prisoners working in the motor pool had told me that this was where the poison gas for the gassings was collected.

In any case, Hölblinger would definitely be able to provide information on this.

One day, in the winter of 1942/43, Hölblinger asked me if I’d be interested in accompanying him to a gassing operation. He said he would present me as his co-driver in the ambulance, since it would otherwise have been strictly forbidden for me to be there. I then went with him to the garage, we got into the ambulance, and drove directly to Birkenau. The Birkenau camp itself was not entered during this drive. I also cannot say that I saw anything of the camp while we were there.

The arriving transport train was standing on the open track between Auschwitz and Birkenau, and the prisoners were just being unloaded. It was around 9:00 p.m. Wide stairways were placed at the backs of the trucks that were used to transport the prisoners, and the people climbed up onto the trucks via these stairs. All the vehicles were crammed full, so that no more people could fit. The people were standing on the trucks. I did not observe any SS doctor or other SS personnel selecting individuals. They were all loaded onto the trucks and driven to a former farmhouse located about 1.5 kilometers from the unloading site. I can no longer identify the exact location, as it was dark. In any case, I did not see the crematoria at Birkenau, and I believe that at that time they were not yet in operation. In any case, I rode with H. in the ambulance to this farmhouse, following behind the trucks.

When we arrived, the people had already been unloaded and had to undress in several barracks located near the former farmhouse. When they came out of the barracks naked, they were told to enter a building that had a sign with the word “Disinfection” on it. This building was the former farmhouse, which had been converted into a gas chamber at that time. As far as I can remember, it was solidly reinforced with concrete all around and had gates on both sides, which in my opinion were made of wood. H. had already told me beforehand that the arriving transports were being gassed in this room.

Besides, these gassing operations were generally known among us.

I still remember that this transport consisted of Dutch Jews—men, women, and children—who were all well dressed and visibly belonged to the wealthy class.

I need to make a slight correction here: the converted farmhouse had only one gate, which had two wings. Also, the “Disinfection” sign was not attached to the building itself, but stood a few meters in front of it like a directional sign. The sign had been put up to make the people believe they were going to be disinfected.

After the entire transport—there must have been about 1,000 people—was inside the building, the gate was closed. Then an SS man, I believe he was a Rottenführer, came to our ambulance and took out a gas canister. With this canister, he went to a ladder that stood on the right side of the building, as seen from the gate. I noticed that he was wearing a gas mask as he climbed the ladder. When he reached the top, he opened a circular metal flap and poured the contents of the canister into the opening. I could clearly hear the clattering of the canister against the wall as he shook it and struck the side. At the same time, I saw a brownish dust rise from the wall opening. Whether this was gas, I cannot say. In any case, I clearly saw that he emptied just one canister.

When he closed the flap, an indescribable screaming broke out inside the building. I simply cannot describe how these people screamed. It lasted about 8 to 10 minutes, and then everything was silent. Shortly afterward, the gate was opened by prisoners, and you could still see a bluish mist hovering over a massive tangle of corpses. The bodies were so tightly interlocked that it was impossible to tell which limbs and body parts belonged to whom. I saw, for example, that one of the gassed victims had pushed another’s index finger several centimeters into the eye socket. That gives you an idea of how unimaginably horrific the death struggle of these people must have been. One cannot describe this scene in words. I became so ill that I almost vomited.

What surprised me, however, was that the prisoner detail assigned to remove the corpses entered the room without gas masks, even though that bluish haze—what I assumed was gas—still hovered over the bodies. The corpses were loaded onto farm carts (ladder wagons) and pushed away by prisoners. I did not see where the bodies were taken. I also noticed nothing of a crematorium.

At this gassing operation, SS-Hauptsturmführer Dr. Entress was present as the physician. In addition, Hauptscharführer Moll was also present during this operation. Altogether, I saw no more than about four SS men involved.

In this context, I must mention that every SS man who was in any way involved in “actions” received a voucher for a quarter liter of schnapps. With this voucher, he could collect the schnapps from the SS kitchen. I assume that Hölblinger also received this extra ration, even though he was officially only deployed as the ambulance driver and had nothing to do with the actual “action.” I still clearly remember that the ambulance had a Red Cross symbol on its sides. However, the vehicle was never used to transport the sick, only for these operations—specifically, for purposes of camouflage. There was always the expectation that a commission from Switzerland might come to inspect the so-called “Jewish resettlement.” Presumably for this reason, I was once ordered to load provisions from the prisoner kitchen in the main camp. These were crates full of sandwiches, which I had to deliver to Birkenau.

I drove to the ramp, where a transport of Jews from Hungary had just arrived and was being unloaded. On this occasion, I saw SS doctor Dr. Mengele standing on the ramp. He called out loudly and clearly: “Doctors and pharmacists to the front!” At the same time, this call was translated and shouted to the Jews in a foreign language by the interpreters. I then saw some better-dressed individuals step out from the transport and line up to the left behind Mengele.

At that very moment, a pretty blonde woman ran up to Dr. M. I then clearly heard Dr. M. ask the woman the following:
Dr. M: “How old?”
The woman: “29 years.”
Dr. M: “Are you pregnant?”
The woman: “Yes!”
Dr. M.: “What month?”
The woman: “Ninth.”
Then Dr. M. simply gestured with his thumb in the direction of the crematorium, and the woman ran in that direction. After that, I also saw an old man sent in the same direction. A 24-year-old was sent to the other side with a hand gesture. This went on for quite a while.

Suddenly, Dr. M. seemed to grow tired of sorting, and he sent the main part of the transport to the crematorium without any further selection. Afterwards, I was sent back by a fat SS-Untersturmführer whose name I do not know. I drove the sandwiches back to the prisoner kitchen in the main camp, where they were unloaded.

Why I was sent to Birkenau with those sandwiches is beyond me, but I assume that another commission was expected and that they wanted to present the sandwiches as part of the deception. Normally, there were never sandwiches like that for the prisoners.

This was the only time I was on the ramp in Birkenau. I would also like to mention here that the SS men involved in the actions received schnapps for each arriving transport. So it often happened that someone would receive an entire liter of schnapps in a single day because, for example, four transports had arrived. I am not aware of any cigarettes being included in this special ration.

I just remembered that from the motor pool, SS-Unterscharführer Vollrath was the most frequently involved in actions. He was always very proud of his role as a driver in this horrific work. From what I’ve heard, he is now said to be living in the area around Heidenheim an der Brenz. According to him, he came from Saxony or Thuringia. I can no longer recall how I know that he is supposedly living there.

I myself always avoided doing the drives for these actions. On one occasion, I even told the head of the motor pool, Wiegand, that if he assigned me to an action, I would volunteer for the front. He just laughed at that, but never assigned me. Whether I actually could have volunteered for the front, I cannot say. I never experienced such a case.

I would now like to name a few other members of the motor pool:

Wildermuth, Willi, currently residing in Stuttgart-Bad Cannstatt. He was also a driver. His rank was SS-Unterscharführer. He was a very decent comrade, who also treated the prisoners very humanely. He was generally well liked by the prisoners.

Reisenbichler, Albert, currently believed to be living in Welz near Linz. I think the place might also be called Gomberland or Omberland. I don’t know exactly. Reisenbichler was an SS-Sturmmann and a very good and decent guy.

Roth
was an ethnic German (Volksdeutscher) from Romania. He was an ordinary SS man. He behaved badly toward the prisoners. I don’t know where he is now.

Pomerenke
was an SS-Rottenführer and driver. I met him two weeks ago. He is a driver for a company in Bruchsal(?). As far as I know, he lives near Schwäbisch Hall. He was also a very decent man.

Holze, Ludwig
was an SS-Unterscharführer and driver. Wildermuth should know his address. Holze, too, was a very decent man.

Lorenz, Eduard was an SS-Sturmmann and driver. Wildermuth should also have his address. He was likewise a very decent fellow.

Siebald
was an SS-Oberscharführer. He was used both as a driver and in the workshop. I can’t say anything negative about him either. He was very quiet, almost reserved, but decent and helpful.

Berger
was an SS-Oberscharführer and deputy head of the motor pool. He was very decent toward the prisoners and helped many of them. I don’t know what became of him. He was from Saxony.

Heger
was an SS-Oberscharführer. He also held a sort of deputy position. Otherwise, he was a very decent and educated person. He was the first to be released from American captivity thanks to a prisoner’s intercession. What became of him afterward, I do not know.

Urban, Fritz was an SS-Sturmmann and came from Insterburg. He was later sent to the SS penal camp Matzgau near Danzig. He worked as a driver with us. I don’t know what became of him.

Wottkittel was an SS-Unterscharführer. As far as I know, he was from Dresden. I can no longer recall what his role in the motor pool was. I never had personal contact with him. I don’t know what became of him.

Rappl, Willy was also with the motor pool for a short time. He is a mechanic by trade and lives in Straubing, Wittelsbacherstrasse 18. He was later sent to KL Dachau. He too always behaved decently toward the prisoners.

In April 1960, I received a postcard from my former comrades WILDERMUTH, LORENZ, HOLZE, and FISCHER, who had met up at some point. I am voluntarily handing over this postcard to the interrogator to help determine their addresses.

In the autumn of 1941, one evening after duty at the motor pool, I witnessed Unterscharführer Grabner stopping in front of the Old Crematorium at the main camp with about 60 male Jews coming from the direction of the Auschwitz train station. He ordered them to undress completely. Then he drove them into the crematorium by ordering them to go in. After all the Jews had gone inside, I saw another SS man climb onto the crematorium and open some kind of hatch. At the same time, I heard terrible screaming, which, however, lasted only a short while. Then it became quiet. I moved on and therefore cannot say what else happened there. But I can say with certainty that these Jews were gassed.

Since the Old Crematorium was located directly across from the motor pool—only the road was between them—I was often able to see that prisoners were also led inside one by one. I cannot say what happened to them, but I assume they were killed. Whether executions were also carried out there, I cannot say. I also never heard any gunshots, especially since the doors of the crematorium were very thick. In any case, during my entire time in Auschwitz, I could observe that prisoner corpses were burned in the old crematorium. Only at the end of 1944 did this begin to decrease somewhat. Every day I could see flames shooting two meters high from the chimney. There was also a strong smell of burning flesh. These were mostly prisoners from the main camp, whose corpses were burned there.

I would now like to name a few SS men and at the same time describe what I know about them:

Hofmann, SS-Unterscharführer, was with the identification service. He once told me that he and Grabner had burned a capo in the small crematorium. This happened shortly before the camp was dissolved, and the prisoner had said to him that the Russians would soon be arriving and that the SS would then “get a cold ass” (i.e., be in serious trouble). He reported this remark to Grabner, who then, together with him, burned the prisoner alive. Where Hofmann came from and what became of him, I do not know.

Kaduk
was an SS-Oberscharführer and Rapportführer in the main camp. He was an outright brute and frequently abused the prisoners. Whether he killed prisoners, I cannot say. I never saw it myself.

Brehm
was an SS-Unterscharführer and managed the bread store in the SS kitchen. He came from Vienna. What became of him, I cannot say.

Peukert
was an SS-Unterscharführer in the so-called “Kanada” [the storage and sorting area for confiscated belongings]. What his exact role there was, I do not know. I sometimes made deliveries to “Kanada” and got to know him on those occasions. He was very decent toward the prisoners. He was from Vienna.

I cannot name any additional SS personnel and, in this context, refer to my initial interrogation.

In 1941, right after I joined the motor pool, I drove a small Borgward truck. With this vehicle, I had to drive around outside the camp in the evenings with a member of the Political Department and load the corpses of prisoners who had been shot during external work details. These were Jewish girls. I carried out these trips for about eight days. On average, there were always 7–8 corpses, which were then taken to the old crematorium. I never learned who had shot these prisoners. However, I was told that they had been lured across the guard line using tricks and then were “shot while trying to escape.” The tricks varied, such as letting them go to drink water at a pond located outside the guard line, and so on. I never witnessed this myself, though.

The specialist in this field was SS-Oberscharführer Mirbeth, who especially in 1941 shot many prisoners “while trying to escape” using such tricks. I know for certain that Mirbeth was from Munich. What became of him, I cannot say. What this man did cannot be described in words.

I cannot provide any further information at the moment.

The interrogation began at 9:30 a.m. and ended at 7:15 p.m.

I am enclosing a certificate of earnings and request compensation for my lost wages.

Closed:
[Signature]
(Ihring) KM

Read, approved, and signed:
[Signature]

Archivial reference:

Hessisches Hauptstaatsarchiv, Abt. 461, Nr. 37638/40

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