1959-02-05 / The 1959 Interrogation of Auschwitz SS Driver Richard Böck on Auschwitz

Introduction

This post presents the testimony of SS-Unterscharführer Richard Böck, recorded on February, 5 1959 by the Baden-Württemberg State Criminal Police. Böck, who served as an SS driver at Auschwitz, recounts his observations of executions, prisoner mistreatment, and extermination. He testified that “Dr. Mengele oversaw the extermination operations on the ramp at Birkenau”, and “Moll killed prisoners who did not enter the gas chambers quickly enough by shooting them in the neck with a 9mm air rifle”.

Document

Landeskriminalamt
Baden-Württemberg
Sonderkommission
Zentrale Stelle

z.Zt. Günzburg, den 5. Februar 1959

Zentrale Stelle

FEB. 1959
Ludwigsburg

Tgb.Nr.: SK.ZSt.II/1 – 14/59

Vernehmungsniederschrift.

Vorgeladen erscheint am 5.2.1959 in den Räumen der Stadtpolizei Günzburg der verh. Weber

Richard Böck,
geb. am 2.4.1906 in Harthausen, Ldkr. Günzburg
wohnhaft Günzburg, Schlachthausstr. 24,
ausgewiesen durch Bundespersonalausweis By VII 010097 b
ausgestellt von der Stadtverwaltung Günzburg am 3.11.1954

und macht, mit dem Gegenstand der Vernehmung vertraut gemacht, zur Wahrheit ermahnt, als Zeuge folgende Angaben:

Zur Person:
Ich besuchte 6 Jahre die Volksschule in Günzburg. Anschließend ging ich 3 Jahre in die Lehre als Weber. Gelernt habe ich bei der Südd. Baumwolle-Industrie in Günzburg, wo ich nach Ablegung der Gesellenprüfung weiterhin auf meinem Beruf tätig war. Bei der SBI habe ich insgesamt 21 Jahre gearbeitet mit Unterbrechungen. Auch nach 1945 habe ich einige Zeit dort gearbeitet.
Im Jahre 1934 wurde ich Angehöriger der Allg. SS. Zur Allg. SS kam ich auf folgende Weise. Seit dem Jahre 1923 war ich Angehöriger des Musikvereins Harmonie in Günzburg. Ich spielte in diesem Verein Trompete. Die Harmonie war zunächst eine Gewerkschaftskapelle, wurde dann aber im Jahre 1924 auf Betreiben des damaligen Musikleiters selbständig und neutral.
Nach der Machtübernahme von Hitler kamen Bestrebungen auf, die gesamte Kapelle in die Allg. SS aufzunehmen. Bei diesen Bestrebungen handelte es sich mehr oder weniger um eine Existenzfrage der Kapelle. Es war so, daß damals die Krumbacher SA-Musikkapelle immer mehr in den Vordergrund rückte. Der Musikleiter der Harmonie sah sich daher vor die Notwendigkeit gestellt, durch die Übernahme der Harmonie in die Allg. SS deren Existenz zu retten. Auf diese Weise wurde ich damals Angehöriger der Allg. SS. Zur Klarlegung meiner damaligen politischen Einstellung möchte ich noch anführen, daß ich damals bis zum Jahre 1939, wie so viele andere, ebenfalls an Hitler glaubte. Es war also so, daß wir damals en Bloc in die Allg. SS übernommen worden sind, trotzdem möchte ich nicht sagen, daß ich dazu gezwungen wurde.
Anläßlich der Besetzung Österreichs im März 1938, wurde ich zum ersten Mal zu einer SS Verfügungstruppe zu einer 6-wöchigen Übung nach Grafenwöhr eingezogen. Im Anschluß daran wurde ich wieder entlassen, und ich ging in Günzburg wieder meiner Arbeit nach.
Am 2.9.1939 wurde ich erneut zu einer Waffen-SS Einheit nach Ebelsberg bei Linz/Österreich eingezogen. Bei dieser Einheit war ich im Spielmannszug zugeteilt worden. Nach etwa 4 Wochen wurde ich nach Dachau abgeordnet, wo damals meiner Schätzung nach mindestens 80.000 SS-Leute aus allen Gegenden Deutschlands zusammengezogen und zu neuen Einheiten zusammengestellt wurden. Wir lagen damals im Häftlingslager, in dem sich keine Häftlinge befanden. Ich wurde als Hornist einer SS-Polizeidivision und zwar dem 1. Regiment, 8. Kompanie, zugeteilt. Mit dieser Einheit wurde ich kurz darauf zum Truppenübungsplatz Wandern bei Frankfurt/Oder versetzt.

Kurz vor Weihnachten 1939 wurden wir zum Westwall verlegt. Von dort aus habe ich dann mit meiner Einheit den Frankreichfeldzug mitgemacht.
Infolge einer Thrombose am linken Unterarm kam ich dann in ein Lazarett nach Tübingen. Von dort aus habe ich dann meine Entlassung betrieben.
Nach meiner Verlegung nach Liegnitz zum Fahrtruppenersatzkompanie wurde ich dann doch Mitte November 1940 nach Günzburg entlassen. Dort fand ich Arbeit als Fachleiter des Heimschutzes in Ulm.
Bereits am 24.2.1941 wurde ich aufgefordert, mich bei einem SS-Totenkopfverband in Auschwitz zu melden. Dort wurde ich der 2. oder 4. Kompanie (Hundertschaft) zugeteilt. Der Spieß dieser Kompanie war der damalige Unterscharführer Neppe. Kompaniechef war der Obersturmführer Kolmer. Dieser stammte aus der Gegend von Regensburg. Sowohl Neppe, als auch Kolmer sollen nicht mehr am Leben sein. Hinsichtlich Neppe wäre zu sagen, daß er nach 1945 durch ein polnisches Gericht, wahrscheinlich in Krakau, zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde.
In Auschwitz soll ich zunächst als Wachtposten des Hauptlagers eingeteilt werden. Dies lehnte ich mit der Begründung ab, daß ich hierzu aus gesundheitlichen Gründen nicht fähig sei. Ich hatte nämlich einmal das ärztliche Attest des mich behandelnden Arztes in Tübingen eingesehen. Dieses Attest spielte dann auch bei meiner Entlassung in Liegnitz eine Rolle. In diesem Attest brachte der Arzt zum Ausdruck, daß ich weder Infanterie- noch Wachdienst-tauglich sei, für motorisierte Dienste sei ich aber kv. Auf dieses Attest stützte ich mich bei der Ablehnung des Wachdienstes und hatte Erfolg. Zunächst wurde ich zwar wiederum, da ich den Wachdienst förmlich verweigerte, in Gleiwitz ärztlich untersucht, wobei der Arzt wiederum mir bescheinigte, daß ich nur als Kraftfahrer geeignet sei. Auf diese Weise wurde ich im KZ-Lager Auschwitz der Fahrbereitschaft zugeteilt. Ich war dann dort bis zum 21.1.1945 immer als Kraftfahrer ausschließlich für die Heranschaffung von Verpflegung tätig. In dieser Eigenschaft mußte ich die Verpflegung fahren für Haupttruppenwirtschaftslager und die SS-Küche.
Die Bezeichnung meiner Einheit war Wehrmachtsfahrbereitschaft Waffen-SS, Komandantur Auschwitz. So war auch die Postanschrift. Ich lernte dort auch den Kompanieangehörigen Bublitz kennen, der auch Wachdienst versah. Bublitz war von Beruf Schweizer und stammte meiner Erinnerung nach aus Pommern. Er ist allerdings nicht mehr lange im Lager gewesen. Infolge Krankheit wurde er entlassen. Über seinen Verbleib vermag ich nichts zu sagen. B. erwähne ich deshalb, weil er zusammen mit mir, gleich zu Beginn meiner Zeit in Auschwitz, die Mißhandlung eines Häftlings durch einen Lagerkapo mit angesehen hat.
Auf diese Angelegenheit werde ich bei meiner Vernehmung zur Sache näher eingehen.

Die Unterkunft dieser Einheit befand sich im Monopolgebäude, das sich ostwärts des Hauptlagers befand. Zwischen Monopolgebäude und Hauptlager befand sich die Kiesgrube. Das Monopolgebäude war früher eine polnische Kaserne.
In diesem Gebäude lag ich etwa 4 Wochen. Dann wurde ich in eine Baracke verlegt, die sich westlich des Hauptlagers und westlich der Kommandantur befand. In dieser Baracke lagen vorwiegend Kraftfahrer der Fahrbereitschaft. Die Fahrbereitschaft mit den dazugehörigen Garagen lagen südlich des Hauptlagers, unmittelbar neben der Straße, die am Lager vorbeiführt. Ich habe versucht, sowohl das Monopolgebäude, als auch die Baracke der Fahrbereitschaft, in der ich lag, an Hand einer Faustskizze örtlich zu bestimmen. Auf diese Skizze beziehe ich mich auch in meinen weiteren Aussagen, weshalb es wohl zweckmäßig sein dürfte, diese Skizze meiner Vernehmung beizufügen.
Durch die alliierten Luftangriffe auf das Reich wurde ich dann in Günzburg zweimal bombengeschädigt. Aus diesem Grunde fuhr ich am 16.1.1945 nach Günzburg. Ich muß hier einfügen, daß ich meine Frau kurze Zeit nach meinem Eintritt in Auschwitz kennenlernte. Am 27.6.1942 habe ich in Günzburg geheiratet. Im Anschluß daran, fuhr meine Frau wieder zu ihren Eltern nach Dzietzkowitz, Krs. Pleß, bei Kattowitz, wo sie die ganze Zeit weiter wohnhaft war.

Als ich damals in Urlaub nach Günzburg fuhr, hörte ich durch den Wehrmachtsbericht und durch die Zeitungen, daß der Russe bereits bei Kattowitz sei. Aus Sorge um meine Frau, fuhr ich daraufhin sofort wieder zum Wohnort meiner Frau und veranlaßte, daß sie mit ihrer Mutter und den Kindern nach Günzburg evakuiert wurde. Kurz darauf habe ich mich wieder bei meiner Einheit im KZ-Lager Auschwitz gemeldet. Durch das Heranrücken der Front war bei der Stammmannschaft des Lagers eine erheblich Unruhe ausgebrochen. Der Zusammenbruch der Organisation war zu erkennen. Die Häftlinge haben mich damals gebeten, ich solle doch dableiben, sie würden für mich gutsprechen und mir würde nichts passieren. Da ich diesen Dingen nicht ganz traute, entschloß ich mich, mit Angehörigen, ich berichtige, ich bin allein geblieben, mit meinem Verpflegungs-Lkw, auf den ich Benzin verladen hatte, nach Schweidnitz zu fahren. Da es sich bei diesem Lkw um einen Holzvergaser handelte, kam es wie es kommen mußte, das Fahrzeug wurde durch die lange Fahrt defekt. Ich mußte mich dann abschleppen lassen, und so kam ich nach Schweidnitz. Während ich das Fahrzeug dort wieder instand setzte, habe ich auch Angehörige der Fahrbereitschaft wieder getroffen. In den folgenden 8 Tagen fuhr ich dann wieder Verpflegung, die verlegt wurde, nach Parschnitz/CSR über das Riesengebirge. Bei dieser Angelegenheit hatte ich mit einem Hauptscharführer eine Auseinandersetzung, weil dieser glaubte, daß ich versucht hätte, mich von der Truppe zu entfernen. Bedingt durch diese Auseinandersetzung wurde ich damals zusammen mit dem Volksdeutschen Albert Reisenbichler zu einer SS-Fahrbereitschaft nach Berlin-Oranienburg strafversetzt. R. war ebenfalls Angehöriger der Fahrbereitschaft im KZ-Lager Auschwitz. Er wohnte nach 1945 in der Nähe von Linz, ich glaube der Ort hieß Gomberland. Er war ab 1943 in Auschwitz.

In Berlin-Oranienburg, wo wir Ende März, Anfang April 1945 ankamen, wurden wir zunächst wegen Verdachts der unerlaubten Entfernung von der Truppe 3 Tage festgenommen und vor ein SS-Polizeigericht gestellt, das uns aber nicht verurteilte. In Berlin-Oranienburg war ich etwa 3 Wochen. Von dort aus wurde ich nach Dachau versetzt. Es war so, daß damals 2 Kraftfahrer für das KZ-Lager Dachau gesucht wurden. Ich habe mich damals gemeldet, weil ich mir sagte, Dachau liegt in der Nähe meiner Heimat.

In Berlin-Oranienburg war übrigens auch der SS-Angehörige Willi Wildermuth, der Unterscharführer war, und der ebenfalls Angehöriger der Fahrbereitschaft im KZ-Lager Auschwitz war. Ich weiß noch, daß W. in Stuttgart-Bad Cannstatt wohnhaft war. Über seinen Verbleib nach 1945 kann ich nichts sagen. Ich weiß nur, daß er in Auschwitz sich gegenüber den Häftlingen sehr anständig benommen hat.
Ich bin damals auf der Fahrt von Oranienburg nach Dachau nicht mehr nach Dachau gefahren, sondern habe mich nach Günzburg abgesetzt. Dort kam ich am 19. April 1945 an. Bis zum Einmarsch der Amerikaner habe ich mich in der Mietwohnung meiner Frau versteckt gehalten.
Nach dem Einmarsch der Amerikaner habe ich mich bei diesen zunächst gemeldet. Wenige Tage später wurde ich von den Amerikanern in der Nacht, – es war am Pfingstsonntag 1945 – zur Vernehmung geholt. Als die Amerikaner hörten, daß ich mit dem KZ-Lager Dachau nichts zu tun hatte, wurde ich wieder entlassen. 8 Tage später wurde ich wieder von den Amerikanern vorgeladen und kam dann in Internierung, weil ich SS-Unterscharführer war. Darauf kam ich in den damaligen automatischen Arrest. Ich war dann kurze Zeit im Internierungslager Neu-Ulm und anschließend im Lager Ludwigsburg. Dort wurde ich nach etwa ¾ Jahren, im Frühjahr 1946, ins Lager Moosburg verlegt. Nach einiger Zeit tauchte dort eine Häftlingskommission auf, die meiner Erinnerung nach, von dem ehemaligen Ausschwitzhäftling Rögner geführt wurde. Dieser suchte mich dann auch auf und sicherte mir zu, daß er sich für mich verwenden werde. Er erklärte mir weiterhin, daß er und auch viele andere Häftlinge mir bescheinigen würden, daß ich mich in Auschwitz den Häftlingen gegenüber hochanständig verhalten hätte, und daß viele Häftlinge dort, durch mein Verhalten und meine Maßnahmen, ihr Leben gerettet hätten.

Da ich mich in diesen Dingen vollkommen unschuldig fühlte, flüchtete ich während Außendienstarbeiten nach Günzburg, wo ich mich 3 Wochen aufhielt.
Der ehemalige KZ-Häftling in Auschwitz, der polnische Offizier Stanislav Koczian, den ich von Auschwitz her gut kannte, und der sich nach 1945 in England aufhielt, setzte sich von dort aus bei den amerikanischen Dienststellen in Deutschland intensiv für meine baldige Entlassung ein. So kam es dann auch, daß die amerikanische Dienststelle des Lagers Moosburg, die Stadtpolizei Günzburg verständigte, ich soll ins Lager Moosburg zurückkommen, weil ich dort ordnungsmäßig entlassen würde. Nach 3 Wochen ging ich dann ins Lager Moosburg zurück und wurde dort am 18.6.1947 ordnungsmäßig entlassen. Die Entlassungspapiere befinden sich in meinen Händen, und ich habe sie anläßlich dieser Vernehmung vorgelegt.

In Günzburg wurde ich anschließend wieder auf meinem Beruf als Weber tätig, und zwar etwa 2 Jahre lang. Anschließend war ich in Augsburg wiederum als Weber etwa 1 Jahr tätig. Dann machte ich mich als Fuhrunternehmer selbständig. Dieses Unternehmen habe ich nach etwa 4 Jahren wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit wieder aufgegeben. Zum Konkurs kam es nicht. Von 1956 bis Herbst 1958 war ich als Kraftfahrer einer Ulmer Firma tätig. Während dieser Zeit wurde ich auch als Fernfahrer eingesetzt. Seit Mitte Oktober 1958 bin ich wieder als Weber in einer Günzburger Weberei beschäftigt.
Mein letzter Dienstgrad bei der SS war Unterscharführer. Dieser Dienstgrad wurde mir im Frühjahr 1943 in Auschwitz verliehen. Mitglied der NSDAP war ich nie. Außer der Arbeitsfront habe ich keinen sonstigen Organisationen angehört. Ich darf noch hinzufügen, daß ich auch während meiner Zugehörigkeit zur SS nicht aus der Kirche austrat und mich auch kirchlich trauen ließ gegen den Willen meiner Vorgesetzten. Parteipolitisch bin ich nicht orientiert. Ich vertrete aber seit jeher eine soziale Einstellung.
Ich wurde zunächst durch die Spruchkammer des Interniertenlagers Mosburg am 1.4.1947 als Minderbelasteter Gruppe III mit einer Sühne von 500.– DM und zwei Jahren Bewährungsfrist eingestuft. Auf meinen Einspruch hin wurde durch die Hauptspruchkammer Augsburg am 28.4.1949 lediglich die Sühne­maßnahmen und die Geldstrafe abgesprochen.

Zur Sache:
Wie bereits in der Vernehmung zur Person erwähnt, sollte ich zunächst als Wachmann eingesetzt werden. Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits einige Tage im Lager und hatte vom Monopolgebäude aus, von dem aus man das Lager, insbesondere die Lagerstraße und den Appellplatz, gut überblicken konnte, gesehen, wie die gesamten Häftlinge des Lagers auf dem Appellplatz angetreten waren. Es war um den 28. Februar 1941, und es war sehr kalt, es war abends, als Bublitz und ich das gesehen haben. Am anderen Morgen, standen die Häftlinge immer noch auf dem Platz, den ganzen Tag über, die folgende Nacht bis zum nächsten Morgen. Die Häftlinge waren sehr leicht bekleidet. Viele waren bereits umgefallen; niemand kümmerte sich um diese. Später habe ich von Häftlingen gehört, daß viele der umgefallenen Häftlinge erfroren seien.
Der Grund der Maßnahme war, daß ein Häftling geflohen war. Die Insassen des Lagers sollten ursprünglich solange stehen bleiben, bis es gelungen sei, den Häftling wieder einzufangen.
Nachdem ich das gesehen hatte, weigerte ich mich, Wachmann zu werden, und zwar in der von mir beschriebenen Weise, indem ich auf mein ärztliches Attest verwies. Einige Tage später, ich hatte bis dahin keinen Dienst versehen, sahen Bublitz und ich wiederum vom oberen Stockwerk des Monopolgebäudes in Richtung des Lagers. Wir waren zu jenem Zeitpunkt zu irgend welchen dienstlichen Verrichtungen – wie gesagt – noch nicht eingeteilt.

Zwischen dem Monopolgebäude und dem etwa 80 Meter entfernten elektrisch geladenen Lagerzaun lag der sog. Kiesplatz. Auf diesem mußten die Häftlinge arbeiten. Es handelte sich stets um etwa 60 Häftlinge, die unter der Leitung eines Kapos, der krimineller Häftling war, arbeiteten. Der Name dieses Kapos wurde mir nicht bekannt. Später erfuhr ich dann, daß es sich bei diesen Häftlingen um ein Strafkommando handelt – die sog. Strafkompanie – deren Oberkapo ein gewisser „Jonny“ war. Jonny stammte aus Hamburg oder aus der Gegend von Hamburg, er war krimineller Häftling und wurde wie ich hörte, später durch einen anderen Oberkapo ersetzt. Jonny soll im Lager an Typhus verstorben sein. Er hat sich gegenüber seinen Leidensgenossen bestialisch benommen.

Mir fällt eben ein Erlebnis mit Jonny ein. Dieser grüßte mich einmal im Lager indem er das Käpi zog. Es war dies am Kiesplatz. Daraufhin fuhr ich Jonny an und sagte ihm sinngemäß „Du brauchst mich noch grüßen du Massenmörder“. Jonny erwiderte darauf „er könne auch nichts dafür, er wolle diese Dinge auch nicht, aber er müsse“. Bublitz, der diesen Zwischenfall miterlebte, machte mir noch Vorwürfe, und meinte, wenn mich Jonny melden würde, dann hätte ich bei der Lagerleitung noch Schwierigkeiten. Passiert ist mir aber nichts.
Oft mußten die Häftlinge unsinnigerweise auf dem Kiesplatz den Kies in Schubkarren von einem Eck in das andere fahren. Zu dem angeführten Zeitpunkt sah ich, wie ein Häftling zusammengebrochen war. Der Kapo lief ganz aufgeregt zu diesem hin und riß ihn an seiner Schaufel hoch. Es war wie bereits bemerkt nicht Jonny. Da nahm er diese und schlug den Häftling mit der Schaufel zu Boden. Hierbei brach der Stiel ab und der Kapo stieß dem Häftling das abgebrochene Stück in den Leib. Der Kapo wollte den Stiel gleich wieder herausziehen, doch der Häftling hielt diesen fest vermutlich um anschließend nicht zu verbluten und weil er große Schmerzen hatte. Der Kapo trat jedoch mit einem Fuß auf den Häftling und zog mit Gewalt den Stiel heraus. Der so mißhandelte Häftling blieb sodann liegen und wir konnten erkennen, daß er dort verstarb. Zuschauende Häftlinge zogen ihm Rock und Hose aus. Diese Leiche wurde mit 9 weiteren Leichen an jenem Tag von den Häftlingen gegen Mittag ins Lager gebracht.

Ich erinnere mich noch an einen weiteren Vorfall am Kiesplatz. Einige Zeit später, ich war schon bei der Fahrbereitschaft, mußte ich einmal mit meinem Lkw die Lagerstraße herunter am Kiesplatz vorbeifahren. Es war am frühen Morgen, trotzdem ging es dort sehr lebhaft zu. Drei Kapos, darunter befand sich auch Jonny, mißhandelten 17 große, stattliche Häftlinge. Ich konnte zunächst nicht erkennen und feststellen was mit diesen geschah. Zwei Tage später erfuhr ich von dem polnischen Häftling Koczian, daß es sich bei diesen 17 Häftlingen um polnische Geistliche gehandelt hat, die von den Kapos unter Aufsicht der SS regelrecht zu Tode geprügelt wurden. Als ich dort vorbeifuhr und kurze Zeit anhielt hörte ich eben einen dieser Häftlinge auf den Jonny einschlug, mein Gott, sagen. Daraufhin rief ihm Jonny zu indem er seinen Oberarm anwinkelte und seinen Bizeps zeigte, „dies ist mein Gott“. Ich führe diese Dinge deshalb an, weil sie mir typisch für die damalige Lageratmosphäre waren. Außerdem möchte ich damit auch unter Beweis stellen, daß es unter den SS-Angehörigen im Lager Auschwitz nicht nur mich sondern auch andere Männer gab, die nicht nur menschlich dachten, sondern auch entsprechend handelten. Auf dieses Kapitel möchte ich noch an Hand von Unterlagen, die ich vorlege, eingehen.

Den ehemaligen Häftling Rögner lernte ich etwa im Herbst 1942 im Lager kennen. Ich hatte damals den Auftrag mit meinem Lkw beim sog. Kartoffelbunker hinter dem Hauptwirtschaftslager beim Monopolgebäude Kartoffeln zu laden. Die Beladung erfolgte durch Häftlinge. Rögner kam vorbei, und ich konnte sehen, daß er ein Kapo war, denn er trug Ärmelstreifen. Er sprach mich an und fragte mich nach ein paar Zigaretten. Und ich habe ihm auch welche gegeben. Ich hatte ihn schon vorher ein paar Mal gesehen und wußte, daß er in der Elektroabteilung des Lagers als Kapo tätig war. In der Folgezeit habe ich ihn noch ab und zu gesprochen, wobei ich natürlich sehr vorsichtig sein mußte. Ich habe ihn auch mehrmals in der Elektroabteilung aufgesucht. Von anderen Häftlingen, mit denen ich sprach, kamen keine Klagen über Rögner. Es wurde stets gesagt er sei gut. Über sein Verhältnis zu den SS-Wachmannschaften und Offizieren, kann ich nichts sagen. Dagegen wurde mir gerüchteweise bekannt, daß Rögner einem geheimen Häftlingskomitee angehörte, das sich im Lager gebildet hat. Genaueres habe ich selbstverständlich in Auschwitz nicht erfahren. Rögner war bestimmt nicht ein Spitzel der SS-Mannschaft. Mir gegenüber hat er oft sein Mißfallen über das Verhalten von SS-Angehörigen und Offizieren geäußert. Er sprach auch mir gegenüber einmal davon, daß Hitler ein Terrorist sei. Im Lager waren Häftlinge damit beschäftigt ein Tagebuch zu führen, wobei Rögner mitgewirkt hat. In diesem Tagebuch wurden wie ich hörte, Übergriffe der SS-Männer an Häftlingen festgehalten. Die SS unterhielt im Lager einen Erkennungsdienst. In dieser Dienststelle waren auch Häftlinge vorwiegend als Fotografen beschäftigt. Da sämtliche SS-Leute dort fotografiert wurden – Fotos wurden ja immer zur Ausstellung von Ausweisen usw. benötigt – haben die Häftlinge, wie ich wiederum von Häftlingen aus der Fahrbereitschaft hörte, Fotokopien von SS-Leuten, die Grausamkeiten begingen, den Häftlingen zugeleitet, welche dieses geheime Tagebuch führten.

Im KZ-Lager Auschwitz soll auch – wie ich aus zuverlässiger Häftlingsquelle erfuhr – ein Sender von Häftlingen betrieben worden sein. Bei der Erstellung dieses Senders soll Rögner eine Rolle gespielt haben. Der SS war diese Tatsache bekanntgeworden und es wurden umfangreiche Suchaktionen nach diesem nach diesem Sender durchgeführt, die aber ergebnislos verliefen. Die Suchaktion wurde unter Leitung des SS-Hauptsturmführers Hößler durchgeführt. In dieser Angelegenheit wurden dann, die der Fahrbereitschaft zugeteilten Häftlinge Rudolf und Ludwig (genannt Rudi und Ludi) verhaftet und 8 Tage später im Lager aufgehängt. Die Tatsache, daß von den Häftlingen ein Geheimsender betrieben wurde, habe ich von dem Häftling Rudi erfahren. Rudi war ein politischer Häftling und hat während des Spanienkrieges auf der roten Seite gekämpft. Er stammte aus Wien. Auch Ludi war Spanienkämpfer, politischer Häftling und stammte aus Wien.

Wie schon bemerkt glaube ich aber durch meine menschliche Haltung, während meiner Tätigkeit im KZ Auschwitz bewiesen zu haben, daß auch SS-Leute in der damaligen Zeit sich anständig gegenüber den Häftlingen verhalten haben. Meine menschliche Haltung wurde mir nach 1945 z.T. durch ehemalige Auschwitzhäftlinge schriftlich bestätigt. Beglaubigte Unterlagen solcher eidesstattlicher Erklärungen habe ich anläßlich meiner Vernehmung vorgelegt. Entsprechende Kopien, die allerdings z.T. nicht beglaubigt sind, die aber mit den beglaubigten Unterlagen übereinstimmen, können meiner Vernehmung beigefügt werden.
Es handelt sich hierbei um folgende Unterlagen:

Erklärung der Lydia Duda vom 25.7.1947 Erklärung des Gerhard Münch vom 20.2.1946 Erklärung der Janina Czernek vom 12.3.1947 Erklärung des Adolf Rögner vom 12.8.1946 Erklärung der Karolina Kocyanowa

Ich besitze noch weitere solche Erklärungen und zwar von

Stanislaus Koczian vom 2.6.1947
K. hat sich damals in England aufgehalten. Dort soll er sich noch aufhalten.
K. wäre sicherlich auch in dem Ermittlungsverfahren gegen Boger ein wertvoller Häftlingszeuge. Er hat sehr viel gesehen und gehört. Seine damalige Adresse lautete:

Leutnant Stanislav Koczian 1-si armd regt. supp. camp
Tilshead near Sallysburry wilts. England

Die letzte Nachricht von K. erhielt ich im Jahre 1948. Seine Mutter wohnt jetzt noch in Tarnow/Polen, Reytan Str. Nr. 6. Sicherlich ist die Mutter von K. in der Lage die jetzige Anschrift ihres Sohnes zu nennen.
Ich muß noch daraufhin weisen, daß ich häufig als Kraftfahrer Brief von Häftlingen unter Umgehung der Lagerleitung nach Katowitz nahm und dort sie auf der Post aufgab. Zur Tarnung gab ich die Häftlingspost, die im Laufe der Zeit immer mehr wurde, und die ich längere Zeit mit meinem eigenen Geld freimachte durch Briefmarken, auf drei verschiedenen Postämtern in Katowitz auf. Auch brachte ich auf diese Weise Briefe von Angehörigen der Häftlinge an diese ins Lager, ohne daß diese Briefe dabei durch die Zensur gingen.
Da ich immer mehr Unkosten hatte, sprach ich eines Tages darüber mit Koczian. Dieser gab mir daraufhin einige Tage später einen Brief mit und bat mich, diesen beim Apotheker in Auschwitz abzugeben, an dessen Namen ich mich nicht mehr zu erinnern. Der Apotheker gab mir daraufhin verschiedene Medikamente mit, weiterhin eine Spritze und einen größeren Karton mit Ampullen. Diese Dinge übergab ich in der Fahrbereitschaft Koczian, der dieser Dienststelle als Kalfaktor zugeteilt war. Die weitere Verwendung und den weiteren Transport der Medikamente übernahm K., der außerdem auch von Beruf Arzt war, im Lager aber nicht als solcher eingesetzt wurde. In dem überbrachten Brief des Apothekers befanden sich noch weitere 100 RM, die mir dann übergeben wurden, gewissermaßen zum Ausgleich meiner Unkosten wegen Besorgung der Briefe.

Diese meine Tätigkeit für die Häftlinge mußte sich im geheimen abspielen und war im übrigen für mich sehr gefährlich.
Vermutlich im November 1943, es war schon kalt, wurde ich dann verhaftet.
Die Verhaftung spielte sich auf folgende Weise ab. Wie schon bemerkt habe ich sehr viele nichtzensierte Häftlingspost über eine in Auschwitz wohnhafte Frau Czernek abgewickelt. Nachdem dies zu bekannt wurde habe ich in der Folgezeit, die Post der Häftlinge über die Adresse meiner Frau, die in der Nähe von Auschwitz wohnte, leiten lassen. Dies ging eine ganze Weile, dann wurde auch das gefährlich. Die weitere Post wurde dann über den Besitzer der Stern-Apotheke in Kattowitz abgewickelt. Während dieser Zeit brachte ich einmal einem in der Fahrbereitschaft tätigen Häftling Koczian, drei große Äpfel mit, welcher dieser in der Dampfheizung versteckte. K. bediente dort auch die Dampfheizung. Einen dieser Äpfel hatte er noch angebissen und dann versteckt, weil er diese Kostbarkeit sparsam aufessen wollte. In jener Frühe kam aber der Hauptsturmführer Hößler in die Dampfheizung und kontrollierte dort. Ich befand mich zu jenem Zeitpunkt auf einer Fahrt nach Kattowitz. Hößler vernahm Koczian, dieser gestand aber nicht ein von wem er die Äpfel bekommen hatte. Daraufhin hat Hößler in der Fahrbereitschaft herumgefragt und es muß ihm dann bekanntgeworden sein, daß nur ich an jenem Morgen in der Dampfheizung gewesen sei. Nur ich könne daher auch die Äpfel Koczian gegeben haben.
Mit der weiteren Entwicklung dieser Angelegenheit kam ich erst wieder in Berührung auf der Fahrt von Kattowitz nach Auschwitz ins Lager. Auf der Straße in einem Ort vor Auschwitz kam mir ein SS-Kübelwagen entgegen, deren Insassen, SS-Beamte der politischen Abteilung, darunter ein Hauptsturmführer – an den Namen der Beamten kann ich mich nicht mehr erinnern – meinen Lkw stoppten.

Es war weiterhin noch der Kommandanturspieß Neppe, sowie ein Kraftfahrer dabei. Ich wurde sofort festgenommen, ohne daß mir zunächst irgend welche Gründe mitgeteilt wurden. Der Kraftfahrer übernahm meinen Lkw. Im Lager Auschwitz wurde ich sofort in den Kommandanturarrest verbracht, wo ich die Nacht verbrachte. Am anderen Morgen wurde mir durch einen Häftling, der mich rasierte, heimlich mitgeteilt, daß Koczian nichts verraten hätte. Am 2. Tag wiederum beim Rasieren, steckte mir ein Häftling einen kleinen Zettel zu, in dem sinngemäß festgehalten war, die Häftlinge haben schwere Vernehmungen hinter sich, ich sei gegen die Häftlinge gut gewesen, habe ihnen aber noch nie etwas gegeben. Am 2. Abend beschaffte ich mir von einem mitgefangenen SS-Mann, der ebenfalls in meiner Zelle untergebracht war, einen behelfsmäßigen Dietrich. Zugleich besorgte ich dem Mitgefangenen einen Brief, deshalb hat mir auch dieser den Dietrich gegeben. Mit Hilfe eines Fahrrades, welches ich mir von der SS-Bauleitung beschaffte, fuhr ich zu meiner Frau, an deren Wohnung. Dort erfuhr ich, daß am Tage vorher, Beamte der politischen Abteilung bei ihr eine Haussuchung gemacht hätten und dabei 3 Briefe aus Polen an Häftlinge des Lagers gefunden hätten. Darunter befand sich auch ein Brief an Koczian. Nach Rückkehr zum Lager erzählte der Kraftfahrer, der die Beamten der politischen Abteilung fuhr, dies Koczian. Dies habe ich allerdings erst später erfahren. Ich war damals durch die Erzählungen meiner Frau sehr niedergeschlagen, und wollte mich zunächst zur polnischen Widerstandsbewegung durchschlagen. Da ich aber nicht den Mut aufbrachte, fuhr ich gegen 3 Uhr nachts wieder ins Lager zurück und brachte den Mitgefangenen auch eine Flasche Schnaps mit. Durch den behelfsmäßigen Dietrich gelang es uns nicht mehr die Türe des Arrest ordnungsmäßig zu verschließen.

Noch in derselben Nacht ist die Baracke, der politischen Abteilung abgebrannt. Die Brandstiftung, um eine solche mußte es sich gehandelt haben, dürfte von Häftlingen vorgenommen worden sein, denn mir wurde wiederum durch Häftlinge im Kommandanturarrest mitgeteilt, ich bräuchte wegen den bei der Haussuchung gefundenen Beweisstücke keine Angst zu haben, die Baracke und damit auch die Unterlagen seien verbrannt. Ich darf noch bemerken, daß ich in jener Nacht, als ich zurückkam ins Lager, die abgebrannte Baracke nicht bemerkte, obwohl ich fast unmittelbar daran vorbeigehen mußte.
Ich weiß nur noch, daß der damalige Leiter der politischen Abteilung, der Untersturmführer Grabner war. Mit diesem hatte ich es auch während der Zeit der Ermittlungen in meiner Angelegenheit zu tun. In diese Baracke bin ich nie hineingekommen. Ich weiß auch nicht, welche Beamte dort tätig waren. Dagegen erinnere ich mich noch an den SS-Mann Boger, der Angehöriger der politischen Abteilung war, und der im Lager gefürchtet war. Nähere Einzelheiten über das Verhalten Bogers Häftlingen gegenüber, kann ich nicht angeben.
Von einer Schaukel in der politischen Abteilung habe ich damals etwas gehört, Einzelheiten sind mir nicht mehr erinnerlich. Der Ausdruck „Bogerschaukel“ wurde mir nicht bekannt. Durch Häftlinge erfuhr ich, daß in der Baracke der politischen Abteilung schreckliche Vernehmungen und Quälereien von Häftlingen vorgenommen seien worden. Man habe dort des öfteren Jungemädchen vor Qual schreien hören. Auch sei dort eine Vorrichtung gewesen mit Hilfe derer, den Häftlingen die Arme verdreht wurden, wodurch große Schmerzen entstanden sind.

Im Kommandanturarrest befand ich mich genau 3 Wochen. Anschließend wurde ich in den Häftlingsbunker im Hauptlager gebracht. Dieser Bunker befand sich ganz unten links in der hinteren Lagerstraße. Die Blockbezeichnung ist mir nicht mehr geläufig. Ich bin auch nicht in der Lage darüber etwas zu sagen ob dieser Arrestblock mit den davorliegenden Block durch eine Mauer verbunden war. Auch kann ich nicht sagen, ob der danebenliegende Block der Spitalblock war. Damals bin ich zwar am Tage in den Bunker verbracht worden, durch meine seelische Erschütterung – ich hatte ja den Tod vor Augen – achtete ich nicht auf die Örtlichkeiten. Aus dem Fenster meiner Zelle konnte ich allerdings eine Mauer sehen. Wer damals den Arrestbunker verwaltete weiß ich ebenfalls nicht. Ich bin dort mit keinem SS-Mann in Berührung gekommen. Während den 3 Wochen, wo ich mich dort befand, bin ich aus meiner Zelle nicht herausgekommen. Versorgt wurde ich von einem Häftling, der sehr groß und stark war und der sich mir als der ehemalige Trainer von Max Schmelling vorstellte. Ich glaube es handelte sich um den Häftling Jakob. Dieser Jakob war sehr gut zu mir und klagte immer wieder darüber, daß er wenig Hoffnung habe, lebend aus dem Bunker herauszukommen. Er hat mir allerdings nichts erzählt, daß er dort an Erschießungen beteiligt gewesen ist. Ich erinnere mich nur daran, daß er sehr verzweifelt war. Ich kann auch nicht sagen, wieviel Häftlinge damals im Arrestbunker untergebracht waren, da ich außer Jakob niemand sah. Während meinem Aufenthalt im Bunker, hörte ich einige Tage ein offenbar inhaftiertes Mädchen mehrmals das Lied „Der Stern von Rio“ singen. In einer Nacht fiel ein Schuß im Bunker. Dieser Schuß wurde durch ein künstlich hervorgerufenes Rütteln eines Eimers überdeckt. Von da an hörte ich das Mädchen nicht mehr singen. Ich glaube mich erinnern zu können, daß in jener Nacht das Mädchen erschossen wurde.

Nach wiederum 3 Wochen wurde ich von einem SS-Mann zu Grabner in die eine Blockführerstube gebracht, dort befand sich meine Frau mit Kind, die mich besuchte. Im Anschluß wurde ich von Grabner vernommen, wobei er mich besonders frug, ob ich in der Dampfheizung gewesen sei, was ich bestritt. Grabner erklärte ich dann auch die Herkunft der Brief aus Polen, mit der Bemerkung, ich sei im Polenfeldzug gewesen – was nicht stimmte – und dort kennengelernte Menschen würden mir immer noch schreiben.
Grabner konnte mir nicht das Gegenteil beweisen, da ja die Briefe beim Brand der Baracke mitverbrannten. Am anderen Tag wurde ich dann entlassen. 14 Tage später wurde ich nochmals bei der Kommandantur vernommen, wobei die Tatsache eine Rolle spielte, daß ich damals heimlich den Kommandanturarrest verlassen hatte, was ich dort zugab. Man wollte mir dann den Brand der Baracke in die Schuhe schieben, was aber nicht gelang.
Im Anschluß machte ich wieder als Kraftfahrer bei der Fahrbereitschaft Dienst, war aber in der Folgezeit doch im Umgang mit Häftlingen sehr vorsichtig.

Während meiner Tätigkeit als Kraftfahrer mußte ich auch hin und wieder Häftlingsbekleidung vom Krankenbau der Bekleidungskammer, die neben dem Krankenbau lag, und die auf einen Anhänger geladen wurde, fahren. Bei dieser Gelegenheit sah ich auch mehrmals nackte Leichen zwischen Krankenbau und Lagerzaun liegen. Ich kann nicht sagen, ob diese Häftlinge auf natürliche Weise starben oder durch Experimente usw. zu Tode kamen.
Daß zwischen den Blöcken 11 und 10 Erschießungen durchgeführt worden sein sollten, habe ich von dem Häftling Koczian erfahren. Diese sollen von den SS-Hauptscharführer und damals vermutlich auch Rapportführer Palitsch vorgenommen worden sein. Die Erschießungen durch Palitsch erfolgten in den Jahren 1942 und 1943. Wie Koczian weiter sagte sollen durch Palitsch täglich etwa 40 bis 50 Häftlinge erschossen worden sein – und zwar jeden Vormittag. Ob der Häftling Jakob hieran beteiligt war, weiß ich nicht, mir wurde so etwas auch nicht erzählt.

Erwähnen möchte ich das gleich am Anfang anläßlich eines Abendappells – ich war damals noch nicht bei der Fahrbereitschaft – der Kompaniechef, Obersturmführer Kolmer, fragte, wer bei einer Exekution mitmachen wollte. Es sind dann einige SS-Leute vorgetreten. Namen kann ich keine nennen, da ich zu dem Zeitpunkt nur wenige Tage bei der Kompanie war und außer Bublitz, der nicht mit hervorgetreten/keinen kannte. Am anderen Tage wurden durch dieses freiwillige Erschießungskommando Häftlinge erschossen. Wieviele es waren und wo die Erschießungen stattgefunden haben, habe ich nie erfahren.

Es war etwa im Sommer oder Herbst 1941, ich befand mich damals bereits bei der Fahrbereitschaft, als ich eines Abends sah, wie ca. 20 Häftlinge – ausschließlich Männer – unter Bewachung weggeführt wurden. Die Häftlinge waren nicht gebunden, sie mußten jedoch die Hände auf dem Rücken halten. Bei dem begleitenden SS-Kommando befand sich Obersturmführer Kolmer. Ich dachte mir gleich, daß diese Häftlinge erschossen werden sollten und bin ihnen in einigen Metern Abstand gefolgt. Die Häftlinge wurden in eine in der Nähe befindliche Kiesgrube geführt. Dort mußten sie sich mit dem Rücken zum Exekutionskommando vor eine Kieswand stellen und anschließend hat ein Angehöriger der SS, der vermutlich zur politischen Abteilung gehörte, ein Schreiben in polnischer Sprache verlesen. Daraufhin gab Obersturmführer Kolmer das Kommando zum Erschießen, welches lautete: „Achtung, fertig, los“. Diese Worte sagte Kolmer ziemlich leise und zwei Mal. Das Erschießungskommando hat Gewehre. Ein Hauptscharführer, es handelte sich um einen untersetzten, dickeren Hauptscharführer, der später Untersturmführer wurde, den Namen kann ich nicht mehr sagen – ging anschließend zu den erschossenen Häftlingen und gab den noch Lebenszeichen zeigenden einen Genickschuß mit der Pistole.

Weitere Erschießungen habe ich selbst nicht erlebt und habe von solchen auch nichts mehr gehört, da meines Erachtens später die Vergasungen begannen. Ein Vorgang ist mir allerdings noch in Erinnerung. Nachdem ich von meiner Trauung am 27. Juni 1942 in das Lager zurückkam, hörte ich von Häftlingen, daß inzwischen wiederum 120 Häftlinge, die wahllos herausgesucht wurden, erschossen worden sein sollten. Es soll so gewesen sein, nach Erzählungen der Häftlinge: „von Berlin sei der Befehl gekommen, von 250 ins Lager gebrachten Geiseln, die vermutlich von Warschau stammten, 120 zu erschießen. Die SS habe daraufhin wahllos 120 Häftlinge zusammengestellt, die erschossen wurden. Darunter befand sich aber keiner der ins Lager gebrachten 250 Geiseln.

Während einer Mittagspause vermutlich im Jahre 1942 habe ich mir auch einmal das kleine Krematorium, gegenüber der Fahrbereitschaft angesehen. Ich mußte dies heimlich machen, da es uns verboten war das Krematorium zu betreten. Der Häftlingskapo war gewiesen keinen SS-Mann dort hinein­zulassen. Auf Grund meiner Beziehungen zu den Häftlingen gelang es mir aber doch. Ich sah dort zahlreiche hochaufgeschichtete Leichen die ver­brannt werden sollten. Es war ein grauenhafter Anblick.
Auf Frage:
Mir ist noch bekannt, daß ein SS-Arzt namens Mengele in Auschwitz zahl­reichen Häftlingen, vor allem Frauen, Herzspritzen die immer tödlich waren, verabreichte. Ich hörte, daß Dr. Mengele mit Luft und Benzin ab­spritzte. Im übrigen verweise ich hier auf eine in Borg wohnhafte Frau namens Anna Grimm, die ebenfalls in Auschwitz als Häftling war.
Frau Grimm ist jetzt in Ribnitz/Mecklenburg, Gerhard-Hauptmann Str. 1, über den Landrat Bruno Jüttner brieflich zu erreichen. Sie war von 1941 bis 1945 in Auschwitz. Dr. Mengele ist der Sohn des früheren 2. Bürgermeisters der Stadt Günzburg. Über den derzeitigen Aufenthalt von Dr. Mengele kann ich nichts sagen. Es wurde erklärt, daß Dr. Mengele nach 1945 außer Landes ging. Den Brief der Frau Grimm in welchem sie auf Mengele hinweist stelle ich der Ermittlungsbehörde zur Verfügung.
Dr. Mengele leitete auch wie ich weiß, die Vernichtungsaktion auf der Rampe in Birkenau, wo ganze Züge mit Juden restlos zur Vergasung bestimmt wurden. Dies hab ich einmal selbst mit angesehen. Dies muß im Sommer 1943 gewesen sein.

Auf Frage:
Es ist nicht richtig, wenn Rögner angibt, ich hätte als Kraftfahrer auch Kinderleichen an der Rampe in Birkenau übernommen und zum Krematorium gefahren. Wenn ich dies damals gemacht hätte, dann würde ich das heute ohne weiteres angeben. Ich hätte dann in diesem Falle auch nur auf Anordnung der SS-Führung das getan und hätte mich nicht weigern können. Ich habe aber etwas derartiges nicht getan. Ich weiß aber daß der SS-Unterscharführer Schramme, er stammte meiner Erinnerung nach aus Sachsen, dies übernommen hatte. Wir waren diesem dafür sehr dankbar.

Auf weitere Frage:
Ich kann mich an Hand der mit mir durchgesprochenen Personenliste noch an folgende SS-Angehörige erinnern:

SS-Hauptsturmführer Aumeyer war mir persönlich bekannt. Er war ein mörds Spinner, stammte aus Niederbayern der Sprache nach und legte auf Grüßen großen Wert. Er war Schutzhaftlagerführer. Bei der Angelegenheit gegen Palitsch verabreichte Aumeyer dem Lettenmädchen, mit dem Palisch einen Verkehr hatte, 25 Schläge mit der Reitpeitsche am Sonntagnachmittag, weil diese den Verkehr mit P. nicht zugab.

SS-Oberscharführer Boger.
Über diesen habe ich bereits Ausführungen gemacht, mehr weiß ich nicht.

Clausen. Ein SS-Angehöriger mit diesem Namen habe ich gekannt. Nähere Einzelheiten sind mir nicht bekannt.

Eggersdörfer, SS-Unterscharführer.
Von diesem weiß ich lediglich, daß er in der Häftlingsküche tätig war. Wo E. herstammte oder wo er jetzt verblieben ist, kann ich nicht sagen.

Über den SS-Arzt Fischer, den ich zwar kannte, kann ich weder über Herkunft noch Verbleib und sein Verhalten im Lager nichts sagen.

Über SS-Untersturmführer Grabner habe ich wiederholt Angaben gemacht. Weitere Angaben über seine Herkunft, seinen Verbleib und sein sonstiges Verhalten sind mir nicht bekannt.

Sturmbannführer Hartjenstein war Kommandeur vom Totenkopfsturmbann. Er ist meiner Erinnerung nach später nach Natzweiler versetzt worden.
Über Jacob und dessen Verbleib kann ich im über das bereits gesagte hinaus nichts weiteres sagen.
Blockleiter Kaduk. Es handelte sich bei ihm um einen berüchtigten und gefürchteten Schläger. Kaduk hat durch seine Handlungen und sein Verhalten, sowohl gegenüber den Häftlingen, als auch gegenüber seinen eigenen Kameraden merklich vom durchschnittlichen Verhalten der dortigen SS-Leute im negativen Sinne abgewichen. Von den Häftlingen wurde K. mir gegenüber als Schwein bezeichnet. Ich habe selbst einmal gesehen, an einem Samstagnachmittag, wie er einem Häftling, in der Nähe des Bordells im Lager zusammenschlug. Über Verbleib und Herkunft von Kaduk vermag ich nichts zu sagen.
Klehr (Klär), SS-Oberscharführer, war meiner Erinnerung nach Sanitätsgehilfe im Krankenbau. Über seinen Verbleib weiß ich nichts.

Kramer habe ich ebenfalls gekannt. Er war gefürchtet. Trotzdem kann ich aus eigenem Augenschein nicht sagen, ob Kramer Verbrechen begangen hat. Rögner teilte mir mit, daß Kramer hingerichtet sein soll.
Liebhenschel wurde von den Häftlingen allgemein gut beurteilt. Er war zeitweise stellvertretender Lagerkommandant.
Hauptscharführer Moll hat an verschiedenen Judenaktionen in Birkenau laufend mitgemacht. Sein Verbleib ist mir unbekannt. Moll hat Häftlinge, die nicht schnell genug in die Gaskammern kamen, mit einem 9 mm Luftgewehr, diese durch Genickschüsse erledigt. Diese Häftlinge wurden wiederum von Häftlingen gehalten.
Otto, Unterscharführer, ist mir bekannt. Er war Elektriker. Rögner müßte näheres über ihn angeben können. Er war allgemein als sehr sparsam bekannt. Verbleib unbekannt.
Palitsch. Über Palitsch habe ich bereits ausführlich angegeben. Wo er herstammte weiß ich nicht, er sprach sächsisch. Über seinen jetzigen Verbleib kann ich keine Angaben machen.
Seitler, SS-Obersturmführer ist mir bekannt. Wenn Seitler z.B. zu uns in die Fahrbereitschaft kam, so konnte man glauben ein Hund käme in eine Hühnerfarm, ich will damit sagen, daß jeder vor ihm Angst hatte, und selbst wir als SS-Leute schauten das wir aus seiner Reichweite kamen. Obwohl er in der Fahrbereitschaft nichts zu tun hatte, kam er und schlug wahllos Häftlinge. Wo Seitler herstammte und wo er sich z.Zt. aufhält kann ich nicht sagen. Er wurde einmal von dem Schlossserkapo Müller im Haus der Waffen-SS zusammengeschlagen. Kapo Müller war damals bereits schon wieder entlassen und kam für diese Tat in den Stehbunker, wo er über 6 Wochen sich befand. Müller ist dort nicht gestorben. Wo dieser herkam und wo er sich jetzt aufhält weiß ich nicht.

Weitere Angaben kann ich nicht machen.
Vorstehende Angaben machte ich freiwillig und ohne Zwang. In Pleß bei Memmingen wohnt noch ein ehemaliger politischer Häftling aus Auschwitz. An seinen Namen vermag ich mich im Augenblick nicht zu erinnern. Vermutlich im Jahre 1954 hat dieser ehemalige Häftling noch dort gewohnt und ich traf ihn anläßlich einer Gerichtsverhandlung in Memmingen.
Meine Angaben wurden laut in die Maschine diktiert. Ich kann diese Angaben jederzeit vor Gericht unter Eid wiederholen. Nachdem mir meine Angaben nochmals laut vorgelesen worden, sind bestätige ich deren Richtigkeit durch meine Unterschrift. Weiterhin erkläre ich, daß ich der Vernehmung jederzeit folgen konnte.”

genehmigt und unterschrieben:
[Unterschrift]
(Richard Böck)

Geschlossen:
[Unterschrift]
KOK

[Unterschrift]
[KM]

State Criminal Police Office
Baden-Württemberg
Special Commission
Central Office

Currently in Günzburg, February 5, 1959

Central Office
10 February 1959
Ludwigsburg

File No.: SK.ZSt.II/1 – 14/59

Interrogation Transcript

Summoned, the following person appears on February 5, 1959, at the premises of the Municipal Police of Günzburg before Mrs. Weber:

Richard Böck,
born April 2, 1906, in Harthausen, District of Günzburg
residing in Günzburg, Schlachthausstr. 24,
identified by Federal ID card By VII 010097 b
issued by the City Administration of Günzburg on November 3, 1954

and, after being made familiar with the subject of the interrogation and admonished to tell the truth, makes the following statement as a witness:

Personal Background:
I attended elementary school (Volksschule) in Günzburg for six years. Afterward, I completed a three-year apprenticeship as a weaver. I trained at the Southern German Cotton Industry in Günzburg, where I continued working in my profession after passing the journeyman’s examination. Altogether, I worked at the SBI for a total of 21 years, with interruptions. Even after 1945, I worked there for a time.

In 1934, I became a member of the Allgemeine SS (General SS). I joined the General SS in the following manner: Since 1923, I had been a member of the Harmonie Music Club in Günzburg. I played the trumpet in this club. Initially, Harmonie was a trade union band, but in 1924 it became independent and politically neutral at the urging of the then music director.

After Hitler’s seizure of power, efforts were made to incorporate the entire band into the General SS. These efforts were more or less a matter of the band’s survival. At that time, the SA music band from Krumbach was gaining increasing prominence. The music director of Harmonie saw it as necessary to save the band’s existence by joining it with the General SS. That is how I became a member of the General SS. To clarify my political stance at that time, I would like to add that, like so many others, I also believed in Hitler up until 1939. We were essentially taken into the General SS as a group, although I would not say that I was forced to join.

On the occasion of the annexation of Austria in March 1938, I was called up for the first time to an SS reserve unit for a six-week training exercise in Grafenwöhr. Afterward, I was discharged again and resumed my work in Günzburg.

On September 2, 1939, I was once again called up to a Waffen-SS unit in Ebelsberg near Linz, Austria. I was assigned to the unit’s marching band (Spielmannszug). After about four weeks, I was transferred to Dachau, where, to my estimate, at least 80,000 SS men from all over Germany were assembled and formed into new units. At that time, we were housed in the prisoner camp, which contained no inmates. I was assigned as a bugler to an SS police division, specifically to the 1st Regiment, 8th Company. With this unit, I was soon transferred to the military training area at Wandern near Frankfurt an der Oder.

Shortly before Christmas 1939, we were transferred to the Westwall (Siegfried Line). From there, I took part in the campaign in France with my unit.
Due to a thrombosis in my left forearm, I was then sent to a military hospital in Tübingen. From there, I initiated my discharge.
After my transfer to the Motor Pool Replacement Company in Liegnitz, I was ultimately discharged in mid-November 1940 and returned to Günzburg. There, I found work as a department head for the Civil Defense in Ulm.

Already on February 24, 1941, I was ordered to report to an SS-Totenkopf unit in Auschwitz. There, I was assigned to the 2nd or 4th company (hundred-man unit). The company sergeant major was then-Unterscharführer Neppe. Company commander was Obersturmführer Kolmer, who came from the area around Regensburg. Both Neppe and Kolmer are reportedly no longer alive. As for Neppe, it should be mentioned that he was sentenced to 15 years in prison by a Polish court—likely in Kraków—after 1945.

In Auschwitz, I was initially supposed to be assigned as a guard at the main camp. I refused this assignment, stating that I was not fit for such duties for health reasons. I had previously seen the medical certificate from the doctor who had treated me in Tübingen. This certificate also played a role in my discharge in Liegnitz. In that certificate, the doctor stated that I was unfit for infantry or guard duty, but fit for motorized service. I based my refusal of guard duty on this certificate and was successful. Initially, because I had formally refused guard duty, I was examined again by a doctor in Gleiwitz, who again certified that I was only fit to serve as a driver. In this way, I was assigned to the motor pool at the Auschwitz concentration camp. From then until January 21, 1945, I worked exclusively as a driver, transporting supplies. In this capacity, I was responsible for delivering provisions to the main troop supply depot and the SS kitchen.

My unit was officially designated as the Wehrmacht Motor Pool, Waffen-SS, Commandant’s Office Auschwitz. That was also the official postal address. While there, I also got to know a fellow company member named Bublitz, who also performed guard duty. Bublitz was a dairyman by trade and, as far as I remember, came from Pomerania. However, he was not in the camp for long; he was discharged due to illness. I cannot say what became of him. I mention Bublitz because, together with me, at the very beginning of my time in Auschwitz, he witnessed the mistreatment of a prisoner by a camp Kapo.

I will go into more detail about this incident during my substantive interrogation.

The quarters of this unit were located in the Monopol building, which lay to the east of the main camp. Between the Monopol building and the main camp was the gravel pit. The Monopol building had formerly been a Polish barracks.

I stayed in this building for about four weeks. Then I was moved to a barracks located west of the main camp and west of the commandant’s office. This barracks mainly housed drivers from the motor pool. The motor pool and its associated garages were located south of the main camp, directly next to the road that passed the camp. I tried to indicate the locations of both the Monopol building and the motor pool barracks I stayed in by means of a rough sketch. I refer to this sketch in my further statements, so it would probably be advisable to attach it to my interrogation record.

Due to Allied air raids on the Reich, I suffered bomb damage twice in Günzburg. For that reason, I traveled to Günzburg on January 16, 1945. I should add here that I met my wife shortly after arriving in Auschwitz. We married on June 27, 1942, in Günzburg. Afterward, my wife returned to live with her parents in Dzietzkowitz, County of Pleß, near Katowice, where she remained throughout.

When I went on leave to Günzburg, I heard from Wehrmacht radio reports and newspapers that the Russians were already near Katowice. Out of concern for my wife, I immediately went to her place of residence and arranged for her, her mother, and the children to be evacuated to Günzburg. Shortly after, I reported back to my unit at the Auschwitz concentration camp.

Due to the advancing front, great unrest had broken out among the camp’s regular personnel. The breakdown of the organization was evident. The prisoners asked me to stay, saying they would speak well of me and that nothing would happen to me. Since I didn’t fully trust such assurances, I decided to leave — correction: I stayed alone — and drove to Schweidnitz in my supply truck, on which I had loaded gasoline. Since the truck ran on wood gas, what had to happen happened — the vehicle broke down from the long trip. I had to be towed, and that’s how I got to Schweidnitz.

While repairing the vehicle there, I also met up again with members of the motor pool. Over the following eight days, I resumed transporting food supplies, which had been relocated, to Parschnitz in the CSR (Czechoslovakia) across the Giant Mountains (Riesengebirge). During this operation, I had a dispute with a Hauptscharführer who believed I had tried to desert the unit. As a result of this conflict, I was then transferred — as punishment — together with the Volksdeutscher Albert Reisenbichler to an SS motor pool unit in Berlin-Oranienburg. R. had also been a member of the motor pool at the Auschwitz concentration camp. After 1945, he lived near Linz — I believe the place was called Gomberland. He had been at Auschwitz since 1943.

In Berlin-Oranienburg, where we arrived in late March or early April 1945, we were initially detained for three days on suspicion of unauthorized absence from our unit and brought before an SS police court, which, however, did not convict us. I remained in Berlin-Oranienburg for about three weeks. From there, I was transferred to Dachau. At the time, two drivers were being sought for the Dachau concentration camp. I volunteered because I thought to myself that Dachau was close to my home.

By the way, in Berlin-Oranienburg there was also the SS member Willi Wildermuth, an Unterscharführer, who had also served in the motor pool at Auschwitz concentration camp. I remember that W. lived in Stuttgart-Bad Cannstatt. I cannot say what became of him after 1945. I only know that in Auschwitz he behaved very decently toward the prisoners.

At that time, on the journey from Oranienburg to Dachau, I did not actually go to Dachau but instead made my way to Günzburg. I arrived there on April 19, 1945. Until the arrival of the Americans, I hid in my wife’s rented apartment.

After the American occupation, I initially reported to them. A few days later, on the night of Pentecost Sunday 1945, I was taken in for questioning by the Americans. When they heard that I had nothing to do with the Dachau concentration camp, I was released again. Eight days later, I was summoned once more by the Americans and was then interned because I had been an SS Unterscharführer. After that, I was placed under automatic arrest. I was in the internment camp in Neu-Ulm for a short time and then transferred to the Ludwigsburg camp. There, after about three-quarters of a year, in the spring of 1946, I was transferred to the Moosburg camp.

After some time, a prisoner commission appeared there, which, to the best of my recollection, was led by the former Auschwitz inmate Rögner. He sought me out and assured me that he would advocate on my behalf. He also told me that he and many other inmates would attest that I had behaved in an exceptionally decent manner toward prisoners in Auschwitz, and that many inmates had survived because of my conduct and the measures I had taken.

Since I felt completely innocent in these matters, I fled during outside work assignments to Günzburg, where I stayed for three weeks.

The former Auschwitz concentration camp inmate, the Polish officer Stanislav Koczian, whom I knew well from Auschwitz and who was living in England after 1945, advocated intensively from there with the American authorities in Germany for my early release. As a result, the American authorities at the Moosburg camp notified the Günzburg city police, requesting that I return to the Moosburg camp because I would be officially discharged there. After three weeks, I returned to Moosburg and was officially discharged on June 18, 1947. The discharge papers are in my possession, and I presented them during this interrogation.

In Günzburg, I resumed work in my profession as a weaver, which I did for about two years. Afterwards, I worked again as a weaver in Augsburg for about one year. Then I became self-employed as a transport contractor. I gave up this business after about four years due to lack of profitability. It did not end in bankruptcy. From 1956 to autumn 1958, I worked as a truck driver for a company in Ulm. During that time, I also worked as a long-distance driver. Since mid-October 1958, I have again been employed as a weaver in a textile mill in Günzburg.

My last rank in the SS was Unterscharführer. This rank was conferred on me in the spring of 1943 in Auschwitz. I was never a member of the NSDAP. Apart from the German Labor Front (Arbeitsfront), I did not belong to any other organizations. I would also like to add that during my time in the SS, I did not leave the church and was married in a church ceremony, against the wishes of my superiors. I have never been politically affiliated with any party. However, I have always held socially minded views.

Initially, I was classified by the Denazification Tribunal of the Moosburg internment camp on April 1, 1947, as a Lesser Offender (Group III), with a penalty of 500 Deutsche Marks and a two-year probation period. Upon appeal, the Main Tribunal in Augsburg ruled on April 28, 1949, to rescind both the penalty measures and the monetary fine.

Regarding the matter:

As already mentioned in the personal section of the interrogation, I was initially supposed to be deployed as a guard. At that time, I had already been in the camp for several days and, from the Monopol building—which offered a good view of the camp, especially the camp road and the roll call square—I had seen how all the prisoners of the camp were assembled on the roll call square. This was around February 28, 1941, and it was very cold. It was in the evening when Bublitz and I saw this.

The next morning, the prisoners were still standing there—throughout the entire day and the following night, until the next morning. The prisoners were very lightly dressed. Many had already collapsed; no one attended to them. Later, I heard from inmates that many of those who had collapsed had frozen to death.

The reason for this measure was that a prisoner had escaped. The inmates were originally to remain standing until the escapee had been recaptured.

After seeing that, I refused to become a guard—specifically in the manner I previously described, by referring to my medical certificate. A few days later—up to that point, I had not been assigned any duties—Bublitz and I once again looked out from the upper floor of the Monopol building toward the camp. At that time, we had still not been assigned to any official duties.

Between the Monopol building and the electrically charged camp fence, which was about 80 meters away, lay the so-called gravel yard (Kiesplatz). The prisoners had to work there. It was always about 60 inmates working under the supervision of a Kapo, who was a criminal prisoner. I never learned the name of this Kapo. Later, I found out that these prisoners belonged to a punishment detail—the so-called Strafkompanie (penal company)—whose head Kapo was a certain “Jonny.”

Jonny came from Hamburg or the area around Hamburg. He was a criminal prisoner and, as I heard, was later replaced by another head Kapo. Jonny is said to have died in the camp of typhus. He behaved in a brutal and bestial manner toward his fellow inmates.

I just remembered an incident involving Jonny. One time he greeted me in the camp by tipping his cap. This happened at the gravel yard. I then snapped at Jonny and said something along the lines of, “You don’t need to greet me, you mass murderer.” Jonny replied, “It’s not my fault, I don’t want to do these things either, but I have to.” Bublitz, who witnessed this incident, reproached me and said that if Jonny were to report me, I would get into trouble with the camp administration. But nothing happened to me.

Often, prisoners were made to pointlessly push gravel in wheelbarrows from one corner of the gravel yard to another. At the time mentioned, I saw a prisoner collapse. The kapo ran over to him in a frenzy and yanked him up by his shovel. As already mentioned, it was not Jonny. The kapo then took the shovel and struck the prisoner to the ground with it. The handle broke in the process, and the kapo stabbed the prisoner in the body with the broken piece. The kapo immediately tried to pull the handle out again, but the prisoner held onto it—presumably to prevent himself from bleeding out and because he was in great pain. However, the kapo placed a foot on the prisoner and yanked the handle out with force. The abused prisoner then remained lying there, and we could see that he died on the spot. Onlooking prisoners removed his coat and trousers. That corpse, along with nine others, was brought into the camp by the prisoners around midday on that day.

I still remember another incident at the gravel yard. Some time later—by then I was already assigned to the motor pool—I once had to drive my truck down the camp road past the gravel yard. It was early in the morning, yet the scene there was very lively. Three kapos, including Jonny, were abusing 17 tall, strapping prisoners. At first, I couldn’t make out or determine what was happening to them. Two days later, I learned from the Polish prisoner Koczian that these 17 inmates were Polish clergymen who had been literally beaten to death by the kapos under SS supervision. As I drove past and stopped briefly, I heard one of the prisoners—who was being beaten by Jonny—say, “My God.” To this, Jonny shouted at him, bending his upper arm and showing his bicep: “This is my God.”

I mention these things because they are, in my view, typical of the atmosphere in the camp at that time. I also want to demonstrate that among the SS personnel at Auschwitz, there were not only men like me who thought humanely, but also others who acted accordingly. I intend to go into this chapter further using documents that I will submit.

I got to know the former prisoner Rögner around the autumn of 1942 in the camp. At the time, I had been assigned to load potatoes with my truck at the so-called potato bunker behind the main supply camp near the Monopol building. The loading was done by prisoners. Rögner came by, and I could see that he was a kapo, as he wore armbands. He spoke to me and asked for a few cigarettes, and I gave him some. I had seen him a few times before and knew that he worked as a kapo in the camp’s electrical department.

In the time that followed, I spoke with him occasionally, though I had to be very careful, of course. I also visited him several times in the electrical department. From other prisoners I spoke with, there were no complaints about Rögner. He was always described as being good. I cannot say anything about his relationship with the SS guards and officers. However, I did hear rumors that Rögner belonged to a secret prisoner committee that had formed in the camp. Naturally, I didn’t learn any details about this in Auschwitz.

Rögner was definitely not an informant for the SS. He often expressed to me his disapproval of the behavior of SS members and officers. He once even said to me that Hitler was a terrorist. In the camp, there were prisoners involved in keeping a diary, and Rögner contributed to it. In this diary, as I heard, the abuses of prisoners by SS men were recorded.

The SS maintained an identification service in the camp. Prisoners—mostly as photographers—were also employed in this department. Since all SS men were photographed there (photos were always needed for ID cards and the like), the prisoners—according to what I heard from other inmates in the motor pool—made photocopies of SS men who had committed atrocities and passed them on to the prisoners who kept this secret diary.

At the Auschwitz concentration camp, a transmitter was reportedly operated by prisoners—as I learned from a reliable prisoner source. Rögner is said to have played a role in the construction of this transmitter. The SS became aware of this fact, and extensive search operations for the transmitter were carried out, though they were unsuccessful. The search was conducted under the command of SS-Hauptsturmführer Hößler.

In connection with this matter, the prisoners assigned to the motor pool, Rudolf and Ludwig (known as Rudi and Ludi), were arrested and hanged in the camp eight days later.

I learned about the fact that prisoners operated a secret transmitter from the prisoner Rudi. Rudi was a political prisoner and had fought on the Red side during the Spanish Civil War. He was from Vienna. Ludi was also a veteran of the Spanish Civil War, a political prisoner, and likewise from Vienna.

As already mentioned, I believe that through my humane conduct during my time at Auschwitz concentration camp, I demonstrated that even SS personnel could behave decently toward prisoners in those days. My humane attitude was, in part, confirmed in writing by former Auschwitz prisoners after 1945. Certified documents of such sworn declarations were submitted by me during my interrogation. Corresponding copies—some of which are not certified, but which match the certified documents—can be attached to my interrogation record.

The documents in question are the following:

Declaration by Lydia Duda dated 25 July 1947 Declaration by Gerhard Münch dated 20 February 1946 Declaration by Janina Czernek dated 12 March 1947 Declaration by Adolf Rögner dated 12 August 1946 Declaration by Karolina Kocyanowa

I possess several other such declarations, including one from:

Stanislaus Koczian, dated 2 June 1947.
At the time, K. was staying in England. He is reportedly still there.

K. would certainly be a valuable prisoner witness in the investigation against Boger. He saw and heard a great deal. His address at the time was:

2nd Lieutenant Stanislav Koczian
1st Armoured Regiment, Supplementary Camp
Tilshead near Salisbury, Wilts., England

The last message I received from K. was in 1948. His mother still lives in Tarnów, Poland, at 6 Reytan Street. She is certainly in a position to provide her son’s current address.

I should also point out that, as a driver, I often took letters from prisoners to Katowice—bypassing the camp administration—and mailed them at the post office there. To conceal this, I posted the prisoner letters—whose number steadily increased over time—using my own money to buy stamps, and I mailed them at three different post offices in Katowice. I also brought letters from the prisoners’ relatives into the camp in this way, without these letters being subjected to censorship.

Since my expenses kept increasing, I eventually spoke to Koczian about it. A few days later, he gave me a letter and asked me to deliver it to a pharmacist in Auschwitz, whose name I can no longer remember. The pharmacist then gave me various medications, as well as a syringe and a large box of ampoules. I handed these items over to Koczian at the motor pool, where he was assigned as an orderly. K., who was also a doctor by profession—although not employed as one in the camp—took over the further use and distribution of the medications.

The letter from the pharmacist also contained 100 Reichsmarks, which were given to me as compensation, so to speak, for the costs I had incurred in handling the mail.

My activities on behalf of the prisoners had to be carried out in secret and were, moreover, very dangerous for me.

Sometime around November 1943—by then it was already cold—I was arrested.

The arrest happened as follows: As previously mentioned, I had handled a large amount of uncensored prisoner mail through a woman named Czernek who lived in Auschwitz. After this became too well known, I began redirecting the prisoners’ mail through my wife, who lived near Auschwitz. That worked for a while, but it too became dangerous. I then started handling the mail through the owner of the Stern Pharmacy in Katowice.

During this time, I once brought three large apples to the prisoner Koczian, who worked in the motor pool and also operated the steam heating system. He hid the apples in the steam room. K. had even taken a bite from one of them and then hidden it again, because he wanted to eat this rare treat sparingly.

That morning, however, Hauptsturmführer Hößler came into the steam room and conducted an inspection. At the time, I was on a trip to Katowice. Hößler interrogated Koczian, who refused to say who had given him the apples. Hößler then made inquiries at the motor pool, and it must have come to light that I was the only one who had been in the steam room that morning. Therefore, I could only have been the one who gave the apples to Koczian.

I did not come into contact with the further developments in this matter until I was driving from Katowice back to the camp at Auschwitz. On the road, in a town near Auschwitz, an SS Kübelwagen came toward me. The occupants—SS officers from the political department, including a Hauptsturmführer (I can no longer remember their names)—stopped my truck.

Also present were the orderly sergeant of the commandant’s office, Neppe, as well as a driver. I was immediately arrested without being given any reason at first. The driver took over my truck. At Auschwitz camp, I was taken straight to the commandant’s detention cell, where I spent the night.

The next morning, a prisoner who was shaving me secretly told me that Koczian had not betrayed anything. On the second day, again while shaving, a prisoner slipped me a small note, which essentially stated that the prisoners had endured severe interrogations, that I had treated them well, but that I had never given them anything.

On the second evening, I obtained an improvised lockpick from a fellow SS prisoner who was being held in the same cell. I had provided this fellow prisoner with a letter, and in return, he gave me the lockpick. Using a bicycle that I got from the SS construction office, I rode to my wife’s apartment. There, I learned that the day before, officers from the political department had conducted a house search and found three letters from Poland addressed to prisoners in the camp. One of them was a letter to Koczian.

After returning to the camp, the driver who had transported the political department officers told Koczian about this. However, I only found this out later.

I was very discouraged at the time because of what my wife had told me, and I initially intended to flee and join the Polish resistance movement. But I didn’t have the courage, so around 3 a.m. I returned to the camp and brought the fellow prisoner a bottle of schnapps. Using the makeshift lockpick, we were no longer able to properly lock the detention cell door.

That same night, the barracks of the political department burned down. The arson—because that’s what it must have been—was likely carried out by prisoners, as I was once again informed by prisoners in the commandant’s detention cell that I needn’t worry about the evidence found during the house search: the barracks, and with them the documents, had been destroyed by fire.

I should mention that on the night I returned to the camp, I didn’t even notice the burnt-down barracks, even though I must have walked right past them.

I only remember that the head of the political department at the time was Untersturmführer Grabner. He was also the one I dealt with during the investigation into my case. I never entered that barracks, nor do I know which officials worked there.

However, I still remember the SS man Boger, who belonged to the political department and was feared in the camp. I cannot provide specific details about Boger’s behavior toward prisoners.

I heard something back then about a swing in the political department, but I no longer recall the details. The term “Boger swing” was not familiar to me at the time. Prisoners told me that horrific interrogations and torture of inmates took place in the political department barracks. Young girls were often heard screaming in pain. There was also reportedly a device there that twisted prisoners’ arms, causing intense pain.

I was held in the commandant’s detention cell for exactly three weeks. After that, I was brought to the prisoner bunker in the main camp. This bunker was located at the far lower left end of the rear camp street. I no longer recall the block number. I’m also unable to say whether this detention block was connected to the block in front of it by a wall, nor can I say whether the neighboring block was the infirmary block.

Although I was taken to the bunker during the day, I paid no attention to my surroundings due to the emotional shock—I had death in front of me—and so I didn’t take note of the location. From the window of my cell, however, I could see a wall. I also don’t know who was in charge of the detention bunker at the time. I did not come into contact with any SS men there.

During the three weeks I was held in that place, I never left my cell. I was cared for by a prisoner who was very tall and strong and who introduced himself as the former trainer of Max Schmeling. I believe the prisoner’s name was Jakob. This Jakob was very kind to me and repeatedly expressed that he had little hope of leaving the bunker alive. However, he never told me that he had been involved in any executions there. I only remember that he was deeply distressed.

I also can’t say how many prisoners were held in the detention bunker at the time, as I saw no one besides Jakob.

During my time in the bunker, I heard a young girl—apparently imprisoned—sing the song “Der Stern von Rio” several times over a period of a few days. One night, a shot rang out in the bunker. The noise of the shot was masked by the artificial rattling of a bucket. From that moment on, I no longer heard the girl singing. I believe I can recall that she was shot that night.

After another three weeks, I was taken by an SS man to the block leader’s room where Grabner was. My wife and child were there visiting me. Afterwards, I was interrogated by Grabner, who particularly asked whether I had been in the steam heating room, which I denied. I then explained to Grabner the origin of the letters from Poland, claiming that I had been in the Polish campaign—which wasn’t true—and that people I had met there were still writing to me.

Grabner could not prove otherwise, since the letters had been destroyed in the fire that burned down the barracks. The next day, I was released.

Two weeks later, I was questioned again at the commandant’s office, this time regarding the fact that I had secretly left the commandant’s detention cell at that time, which I admitted. They then tried to pin the arson of the barracks on me, but that attempt failed.

Afterwards, I resumed my duties as a driver in the motor pool but was much more cautious in my interactions with prisoners from then on.

During my work as a driver, I also occasionally had to transport prisoner clothing from the infirmary to the clothing depot, which was located next to the infirmary and where the clothing was loaded onto a trailer. On those occasions, I also saw naked corpses lying several times between the infirmary and the camp fence. I cannot say whether these prisoners died of natural causes or as a result of experiments or other such causes.

I learned from the prisoner Koczian that executions were said to have taken place between Blocks 11 and 10. These were reportedly carried out by SS-Hauptscharführer—and likely also at the time by Rapportführer—Palitsch. According to Koczian, the executions by Palitsch took place in 1942 and 1943. He also said that Palitsch allegedly shot about 40 to 50 prisoners daily—always in the morning. Whether the prisoner Jakob was involved in this, I do not know; nothing of the sort was told to me.

I would like to mention that, right at the beginning—during an evening roll call (at that time I was not yet assigned to the motor pool)—the company commander, Obersturmführer Kolmer, asked who wanted to take part in an execution. Several SS men then stepped forward. I cannot name any of them, as I had only been with the company for a few days at that point and, apart from Bublitz—who did not step forward—I knew no one.

The next day, prisoners were executed by this volunteer firing squad. I never found out how many were executed or where the executions took place.

It was around the summer or autumn of 1941—I was already assigned to the motor pool at the time—when one evening I saw about 20 prisoners, all men, being led away under guard. The prisoners were not bound, but they had to keep their hands behind their backs. Obersturmführer Kolmer was among the accompanying SS detachment. I immediately assumed that these prisoners were going to be executed and followed them at a distance of several meters.

The prisoners were led to a nearby gravel pit. There, they were made to stand with their backs to a gravel wall, facing the execution squad. Then a member of the SS—presumably from the political department—read a document in Polish. After that, Obersturmführer Kolmer gave the command to fire, which was: “Attention, ready, go.” Kolmer spoke these words rather quietly, and he said them twice. The execution squad had rifles.

Afterwards, a Hauptscharführer—a short, stocky man who later became an Untersturmführer, though I can no longer recall his name—went up to the executed prisoners and gave a shot to the neck with a pistol to those who still showed signs of life.

I did not personally witness any further executions and did not hear of any more, as in my view, the gassings began later. However, one incident remains in my memory. After returning to the camp from my wedding on June 27, 1942, I heard from prisoners that in the meantime, another 120 prisoners—randomly selected—had been executed.

According to the prisoners’ account, it happened as follows: “An order had come from Berlin to execute 120 out of 250 hostages who had been brought into the camp, presumably from Warsaw. In response, the SS randomly assembled 120 prisoners who were then shot. However, none of the 250 hostages who had actually been brought into the camp were among those executed.”

During a lunch break—probably in 1942—I once took a look at the small crematorium located across from the motor pool. I had to do this secretly, as it was forbidden for us to enter the crematorium. The prisoner kapo had orders not to let any SS man in. However, thanks to my connections with the prisoners, I managed to gain entry. I saw numerous corpses stacked high, awaiting cremation. It was a horrifying sight.

In response to a question:
I also remember that an SS doctor named Mengele administered heart injections to numerous prisoners in Auschwitz—especially women—which were always fatal. I heard that Dr. Mengele injected air and gasoline. I would also refer you to a woman named Anna Grimm, who lived in Borg and was likewise imprisoned in Auschwitz.

Mrs. Grimm is currently in Ribnitz, Mecklenburg, at 1 Gerhart-Hauptmann Street, and can be contacted via the district administrator Bruno Jüttner. She was in Auschwitz from 1941 to 1945.

Dr. Mengele is the son of the former second mayor of the city of Günzburg. I cannot say anything about his current whereabouts. It was said that Dr. Mengele left the country after 1945. I am making available to the investigative authorities a letter from Mrs. Grimm in which she refers to Mengele.

As far as I know, Dr. Mengele also oversaw the extermination operations on the ramp at Birkenau, where entire trains full of Jews were selected entirely for gassing. I witnessed this myself once. That must have been in the summer of 1943.

In response to a question:
It is not true when Rögner claims that, as a driver, I also transported the corpses of children from the ramp in Birkenau to the crematorium. If I had done that at the time, I would have no problem admitting it today. In such a case, I would have done so only on orders from the SS leadership and would not have been able to refuse. However, I did not do anything of the sort.

I do know, however, that SS-Unterscharführer Schramme—who, as far as I recall, was from Saxony—took on this task. We were all very grateful to him for that.

In response to a further question:
Based on the list of names that was reviewed with me, I can still recall the following SS members:

SS-Hauptsturmführer Aumeyer was personally known to me. He was a total lunatic, judging by his dialect he was from Lower Bavaria, and he placed great importance on being saluted. He was the Protective Custody Camp Leader.

In the matter involving Palitsch, Aumeyer gave the Latvian girl with whom Palitsch had had relations 25 lashes with a riding whip on a Sunday afternoon, because she did not admit to having had relations with him.

SS-Oberscharführer Boger.
I have already given statements about him; I do not know anything more.

Clausen. I knew an SS member by that name. Further details are not known to me.

Eggersdörfer, SS-Unterscharführer.
All I know about him is that he worked in the prisoners’ kitchen. I cannot say where E. came from or where he is now.

Regarding the SS doctor Fischer, whom I did know, I cannot provide any information about his origin, whereabouts, or behavior in the camp.

I have already made repeated statements about SS-Untersturmführer Grabner. Further information about his background, whereabouts, or other behavior is not known to me.

Sturmbannführer Hartjenstein was the commander of the Totenkopfsturmbann (Death’s Head Battalion). To my recollection, he was later transferred to Natzweiler.

Regarding Jacob and his whereabouts, I cannot say anything beyond what I have already stated.

Block leader Kaduk. He was a notorious and feared thug. Through his actions and behavior—both toward the prisoners and his own comrades—Kaduk clearly deviated negatively from the average conduct of the SS men there. Prisoners referred to K. in my presence as a pig. I once saw him myself, on a Saturday afternoon, beating a prisoner near the camp brothel. I am unable to say anything about Kaduk’s origin or current whereabouts.

Klehr (or Klär), SS-Oberscharführer, was, to my recollection, a medical orderly in the infirmary. I do not know what became of him.

I also knew Kramer. He was feared. However, I cannot say from my own observation whether Kramer committed crimes. Rögner told me that Kramer is said to have been executed.

Liebhenschel was generally regarded positively by the prisoners. He was, at times, the deputy camp commandant.

Hauptscharführer Moll regularly participated in various actions against Jews in Birkenau. I do not know his whereabouts. Moll killed prisoners who did not enter the gas chambers quickly enough by shooting them in the neck with a 9mm air rifle. These prisoners were held in place by other inmates.

Otto, Unterscharführer, is known to me. He was an electrician. Rögner should be able to provide more detailed information about him. He was generally known for being very frugal. His current whereabouts are unknown.

Palitsch. I have already provided detailed information about Palitsch. I do not know where he came from, but he spoke with a Saxon accent. I cannot provide any information about his current whereabouts.

Seitler, SS-Obersturmführer, is known to me. When Seitler came to our motor pool unit, for example, it was like a dog entering a chicken coop—that is to say, everyone was afraid of him, and even we SS men made sure to get out of his way. Although he had no duties in the motor pool, he would come and randomly beat prisoners. I do not know where Seitler came from or where he is currently located.

At one point, he was beaten up by the kapo Müller, a locksmith, in the Waffen-SS building. At that time, Kapo Müller had already been released but was punished for this act and put into the standing cell bunker, where he remained for over six weeks. Müller did not die there. I do not know where he came from or where he is now.

I cannot provide any further information.
The above statements were made voluntarily and without coercion.

A former political prisoner from Auschwitz still lives in Pleß near Memmingen. I cannot recall his name at the moment. As of around 1954, this former prisoner was still living there, and I encountered him during a court hearing in Memmingen.

My statements were dictated aloud to the typist. I am prepared to repeat them at any time under oath in court. After my statements were read aloud to me again, I confirm their accuracy with my signature. I further declare that I was able to follow the interrogation at all times.

Approved and signed:
[Signature]
(Richard Böck)

Closed:
[Signature]
KOK

[Signature]
KM

Archivial reference:

Hessisches Hauptstaatsarchiv, Abt. 461, Nr. 37638/5, p. 439a – 455;

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