Introduction
Sworn statement of Otto Moll, taken at Dachau by U.S. investigators on November 3, 1945. At the center of his account is his role in the Kaufering subcamps of the Dachau concentration camp system during the final months of the war (end phase atrocities). On his earlier service at Auschwitz, Moll made a notably brief and misleading claim that “From 1941 until January 1945, I likewise managed a gardening unit of the Economic and Administrative Main Office in the Auschwitz concentration camp, in which concentration camp prisoners were also employed.” (see also Testimony of Otto Moll, Head of Auschwitz Crematoria).
Document
Before me, HORACE R. HANSEN, Captain, JAGD, authorized to administer oaths, appeared Otto Wilhelm MOLL, who first being duly sworn by me in his native tongue, made the following statement under oath:
Ich, Otto Wilhelm MOLL, geboren am 4. März 1915 in Hohenschönberg (Mecklenburg), zuständig nach Dabel (Mecklenburg), erkläre hiermit unter Eid:
1) Ich war Mitglied der SS-Wachtruppe Brandenburg von 1935 – 1937. Von 1937 – 1941 habe ich die Gärtnerei des Wirtschaftsverwaltungshauptamtes in Oranienburg, in der Häftlinge des Konzentrationslagers beschäftigt waren, geführt und betrieben. Von 1941 bis Januar 1945 habe ich ebenfalls eine Gärtnerei des Wirtschaftsverwaltungshauptamtes im Konzentrationslager Auschwitz geführt, in der auch Häftlinge des Konzentrationslagers beschäftigt wurden. Als solcher habe ich den Dienstgrad eines SS-Hauptscharführers seit 1943 gehabt.
Ich war im Januar/Februar 1945 auf dem Rückzuge für etwa 4 Wochen im Wirtschaftsverwaltungshauptamt in Berlin und bei Berlin stationiert. Ungefähr am 25. Februar 1945 erhielt ich von dem Abteilungschef der Personalabteilung des Wirtschaftsverwaltungshauptamtes, Sturmbannführer HAHRBAUM, den Befehl, mich bei dem Führer des Konzentrationslagers Kaufering für weitere Arbeitszuweisung zu melden. Ich fuhr mit dem Zug nach Kaufering, wo ich ungefähr am 28. Februar 1945 eintraf. Ich meldete mich sofort bei Sturmbannführer FOERSCHNER, dem zuständigen Lagerführer. Ich erhielt für die nächsten 10 Tage keine besondere Arbeit zugewiesen. Es wurde mir aber erklärt, dass ich, sobald Gefangene von Augsburg eintreffen würden, in das Lager Kaufering 2 in Landsberg am Lech versetzt würde.
Während der nächsten Tage inspizierte ich das Lager Kaufering 2 und fand es zur Aufnahme von Gefangenen nicht vorbereitet (Mangel an Krankenunterkünften und Verunreinigung der Häftlingsunterkünfte). Der neu bestimmte Lagerführer Obersturmbannführer SCHOETTL gab mir Weisung, die im Lager 2 vorhandenen Uebelstände zu beseitigen und das Lager in einen besseren Zustand zu bringen.
Nach Ankunft der Gefangenen ungefähr am 12. März 1945, und nachdem das Lager seinen normalen Betrieb aufgenommen hatte, war ich für die folgenden Arbeitsgebiete des Lagers verantwortlich: 1. Unterkunft der Häftlinge, 2. Verpflegung der Häftlinge, 3. sanitäre Verhältnisse im Lager, 4. Ueberstellung kranker Häftlinge in das Revier Kaufering 4, 5. Bekleidung der Häftlinge, 6. Arbeitseinsatz.
In SCHOETTL’s Abwesenheit – SCHOETTL musste des öfteren Dienstreisen unternehmen – war ich der Lagerführer.
Das Verwaltungspersonal des Lagers bestand ausserdem aus einem Küchenunteroffizier, SS-Oberscharführer EICHHOLZER, dem SS-Oberscharführer JENSEN, Verwaltungsabteilung, und einem Oberscharführer der Sanitätsabteilung, dessen Name mir entfallen ist.
Das Wachpersonal des Lagers unterstand einem Hauptmann CASTNER. Kleinere Verbesserungen im Lager konnte ich selbständig durchführen, während ich für grössere Verbesserungen wie z.B. Erstellung einer Revierbaracke SCHOETTL’s Genehmigung bedurfte.
2) Die Unterkunft der Häftlinge im Lager Kaufering 2 war der Zeit entsprechend gut. Alle Gefangenen schliefen immer unter Dach. Jeder einzelne Gefangene hatte einen Strohsack und drei Decken. Die Strohsäcke waren auf Pritschen aufgelegt. Die Verpflegung war gut.
Die Krankenbaracke enthielt etwa 30 Betten. Der Durchschnittskrankenstand in dieser Baracke waren 10 – 12 Häftlinge, meistens Erkältungen und Furunkulose. Während meiner Tätigkeit im Lager Kaufering 2 wurden ungefähr 20 Häftlinge in das Revier Kaufering 4 überstellt.
Das Lager hatte ein Fassungsvermögen von ungefähr 1200 Häftlingen und hatte während meiner Tätigkeit dort eine Höchstbelegung von 450 Häftlingen. Das Lager hatte ein Wachpersonal bis zu 50 Mann.
Die Arbeit der Gefangenen bestand in der Ausladung von Maschinen und Maschinenteilen und dem Transport der Sachen in das Messerschmitt-Werk.
3) Während meiner Tätigkeit in Kaufering 2 ist kein Häftling in meinem Lager an Krankheit oder Unterernährung gestorben und keiner erhängt oder erschossen worden. Es gab keinen einzigen Todesfall in meinem Lager.
4) Während meiner Tätigkeit in Kaufering 2 sind meines Wissens keinerlei Misshandlungen irgendwelcher Häftlinge durch irgendwelche Wachmannschaften erfolgt. Kein Häftling wurde vom Wachpersonal geschlagen, getreten oder in irgendeiner anderen Weise misshandelt.
5) Ungefähr am 25./26. April führte ich alle marschfähigen Häftlinge, die im Lager Kaufering 2 waren, zu Fuss nach Dachau. Alle diese Häftlinge erreichten ihr Ziel, und es kamen keine Erschiessungen oder Misshandlungen auf diesem Transport vor. Das Wachpersonal dieses Transports bestand aus SS-Leuten, von denen ich mich nur noch an einen SS-Hauptscharführer RIEDERER erinnern kann.
Der Gefangenentransport verliess Kaufering 2 mit genügend Marschverpflegung für zwei Tage. Die Verpflegung für einen weiteren halben Tag besorgte ich selbst aus Dachau. Die Gefangenen erreichten Dachau am 29. April. Ich hatte die volle Verantwortung für diesen Transport.
6) Ich selbst verliess Dachau am 30. April 1945 mit einer Formation von SS-Angehörigen, die in der Richtung nach Tirol abmarschierte. Diese Formation löste sich auf, und ich gab mich am 3. oder 4. Mai in der Nähe von Bad Tölz amerikanischen Truppen gefangen.
7) Nach meinem besten Wissen war SS-Obersturmbannführer WEISS Kommandeur sämtlicher dem Konzentrationslager Dachau unterstehenden Aussenlager. Ich habe WEISS einmal bei einer offiziellen Werkbesichtigung in Kaufering 2 ungefähr Ende März 1945 gesehen und habe bei dieser Gelegenheit einige Worte mit ihm gewechselt. – Alle Befehle über die Lagerführung kamen von Obersturmbannführer WEISS. – Ich habe niemals den Namen WEITER gehört. – Ich kenne Sturmbannführer FOERSCHNER durch meine Tätigkeit und habe des öfteren mit ihm gesprochen.
Diese Erklärung ist von mir auf 5 Seiten in Dachau, Deutschland am 3. November 1945 um 13.00 Uhr freiwillig und ohne Zwang gemacht habe [?]. Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen das ich nichts als die Wahrheit gesagt, nichts verschwiegen, nichts hinzugefügt habe.
[signature Moll]
Subscribed and sworn to before me this 3rd day of November 1945 at DACHAU, Germany.
[signature Hansen]
Horace R. Hansen
Captain, J.A.G.D.
Investigating Officer
Before me, HORACE R. HANSEN, Captain, JAGD, authorized to administer oaths, appeared Otto Wilhelm MOLL, who, having first been duly sworn by me in his native language, made the following statement under oath:
I, Otto Wilhelm MOLL, born on March 4, 1915 in Hohenschönberg (Mecklenburg), resident in Dabel (Mecklenburg), hereby declare under oath:
1) I was a member of the SS Guard Unit Brandenburg from 1935 to 1937. From 1937 to 1941, I managed and operated the gardening unit of the Economic and Administrative Main Office in Oranienburg, in which concentration camp prisoners were employed. From 1941 until January 1945, I likewise managed a gardening unit of the Economic and Administrative Main Office in the Auschwitz concentration camp, in which concentration camp prisoners were also employed. In this capacity, I held the rank of SS-Hauptscharführer since 1943.
In January/February 1945, during the retreat, I was stationed for about four weeks at the Economic and Administrative Main Office in Berlin and its vicinity. Around February 25, 1945, I received orders from the head of the personnel department of the Economic and Administrative Main Office, Sturmbannführer HAHRBAUM, to report to the commander of the Kaufering concentration camp for further assignment. I traveled by train to Kaufering, where I arrived around February 28, 1945. I immediately reported to Sturmbannführer FOERSCHNER, the responsible camp leader. For the next ten days, I was not assigned any specific work. However, I was informed that, once prisoners from Augsburg arrived, I would be transferred to Kaufering Camp 2 in Landsberg am Lech.
During the following days, I inspected Kaufering Camp 2 and found it unprepared for the reception of prisoners (lack of infirmary facilities and unsanitary prisoner accommodations). The newly appointed camp leader, Obersturmbannführer SCHOETTL, instructed me to eliminate the deficiencies present in Camp 2 and to bring it into better condition.
After the arrival of the prisoners around March 12, 1945, and once the camp had begun normal operations, I was responsible for the following areas of the camp:
1. accommodation of prisoners,
2. feeding of prisoners,
3. sanitary conditions in the camp,
4. transfer of sick prisoners to the infirmary at Kaufering 4,
5. clothing of prisoners,
6. labor deployment.
In SCHOETTL’s absence—he frequently had to undertake official trips—I acted as camp leader.
The administrative personnel of the camp also consisted of a kitchen NCO, SS-Oberscharführer EICHHOLZER, SS-Oberscharführer JENSEN of the administrative department, and an Oberscharführer of the medical department, whose name I no longer recall.
The guard personnel of the camp were under the command of a Captain CASTNER. Minor improvements in the camp I could carry out independently, whereas for larger improvements, such as the construction of an infirmary barrack, I required SCHOETTL’s approval.
2) The accommodation of prisoners in Kaufering Camp 2 was, given the circumstances, good. All prisoners always slept under a roof. Each prisoner had a straw mattress and three blankets. The straw mattresses were placed on bunks. The food supply was good.
The infirmary barrack contained approximately 30 beds. The average number of sick prisoners in this barrack was 10–12, mostly suffering from colds and furunculosis. During my time at Kaufering Camp 2, approximately 20 prisoners were transferred to the infirmary at Kaufering 4.
The camp had a capacity of approximately 1,200 prisoners and reached a maximum occupancy of 450 during my time there. The guard force numbered up to 50 men.
The work of the prisoners consisted of unloading machines and machine parts and transporting them to the Messerschmitt factory.
3) During my time at Kaufering 2, no prisoner in my camp died from illness or malnutrition, and none were hanged or shot. There was not a single death in my camp.
4) During my time at Kaufering 2, to my knowledge, no mistreatment of any prisoners by any guards occurred. No prisoner was beaten, kicked, or otherwise abused by the guards.
5) Around April 25/26, I led all prisoners capable of marching from Kaufering Camp 2 on foot to Dachau. All of these prisoners reached their destination, and no shootings or mistreatment occurred during this transport. The guards for this transport consisted of SS personnel, of whom I only remember SS-Hauptscharführer RIEDERER.
The prisoner transport left Kaufering 2 with sufficient rations for two days. I personally obtained rations for an additional half day from Dachau. The prisoners reached Dachau on April 29. I bore full responsibility for this transport.
6) I myself left Dachau on April 30, 1945, with a formation of SS personnel marching in the direction of Tyrol. This formation dispersed, and I surrendered to American troops on May 3 or 4 near Bad Tölz.
7) To the best of my knowledge, SS-Obersturmbannführer WEISS was commander of all subcamps subordinate to the Dachau concentration camp. I saw WEISS once during an official inspection of the factory at Kaufering 2 around the end of March 1945 and exchanged a few words with him on that occasion. All orders concerning camp administration came from Obersturmbannführer WEISS. I have never heard the name WEITER. I know Sturmbannführer FOERSCHNER through my work and spoke with him on several occasions.
This statement was written by me on five pages in Dachau, Germany, on November 3, 1945 at 13:00 hours, voluntarily and without coercion. I swear before Almighty God that I have told nothing but the truth, concealed nothing, and added nothing.
[signature Moll]
Subscribed and sworn to before me this 3rd day of November 1945 at Dachau, Germany.
[signature Hansen]
Horace R. Hansen
Captain, J.A.G.D.
Investigating Officer
Archivial reference:
National Archives and Records Administration (NARA), Record Group 549: Records of United States Army, Europe, Series: War Crimes Trials Case Files, File Unit: Case File 000-50-2: Prosecution Exhibits 98-119a (NAID: 585247954)