1942-12-07 / The Hagen Letter to Hitler: “to deal with a third of the Poles … as with the Jews, that is, to kill them.”

Introduction

On December 7, 1942, a German city medical officer named Dr. Wilhelm Hagen wrote an extraordinary letter addressed directly to Adolf Hitler. Hagen, who was the City Medical Officer of Warsaw, and claimed that during a government meeting on tuberculosis control, a senior official had revealed – as a “classified Reich matter” – that during the planned resettlement of 200,000 Poles to make way for German settlers, “to deal with a third of the Poles – with 70,000 old people and children under the age of 10, as with the Jews, that is, to kill them”. Hagen also wrote that “if this information had not come in an official capacity, I would dismiss it as mere fantasy.”

Documents

Abschrift.                                                     [Eingangs-Stempel]

Warschau, den 7. Dezember 1942
Brieffach 54. 
bis 27. XII. Anschrift:
Augsburg, Zeugplatz 7.

Dr. Wilhelm Hagen
Stadtmedizinalrat
Amtsarzt der Stadt Warschau
Bezirksleiter des Reichstuberkulose-Ausschusses im GG


An den Führer des Großdeutschen Reiches ADOLF HITLER.


Mein Führer!

Nach Beratung mit einem langjährigen Freunde Friedrich Weber, “Oberlandweber” – einem Manne, dessen Ergebenheit zu Ihnen, meinem Führer, außer allem Zweifel steht, bitte ich Sie, mich in folgender Sache zu hören, da Weber selbst durch Krankheit verhindert ist, die Vermittlung zu übernehmen:

Bei einer Regierungsbesprechung über die Tuberkulosebekämpfung wurde uns von dem Leiter der Abteilung Bevölkerungswesen und Fürsorge, Oberverwaltungsrat Weirauch als geheime Reichssache mitgeteilt, es sei beabsichtigt oder werde erwogen, bei der Umsiedlung von 200.000 Polen im Osten des Generalgouvernements zwecks Ansiedlung deutscher Wehrbauern, mit einem Drittel der Polen – 70 000 alten Leuten und Kindern unter 10 Jahren so zu verfahren, wie mit den Juden, das heißt, sie zu töten.

Wenn diese Mitteilung nicht dienstlich erfolgt wäre, so würde ich sie in das Reich der Fabel verweisen. Ich weiß auch nicht, inwieweit dieser Gedanke schon der Ausführung genähert wurde. Andererseits habe ich in den 2 Jahren meiner Tätigkeit im Generalgouvernement allzuviele Fehler untergeordneter Stellen miterlebt, um eine solche Mitteilung als Phantasiegebilde leicht nehmen zu können. Auch ist die Zahl der Menschen, die davon reden, jetzt schon zu groß und hat den Kreis berechtigter Mitwisser weit überschritten.

Ich halte die Folgen einer solchen Tat für so schwer und würde mich darin mit Friedrich Weber einig, daß ich Sie, mein Führer, zur Entscheidung anrufe. Ein dienstlicher Weg steht mir bei dem nur informatorischen Charakter der Mitteilung in einer Sache, die nicht zu meinen unmittelbaren Dienstaufgaben gehört, nicht offen.

Der Gedanke eines solchen Vorgehens gegen die Polen ist wohl dadurch entstanden, daß im Augenblick für die auszusiedelnden Polen kein Raum vorhanden scheint, soweit sie nicht direkt in Rüstungsarbeit eingesetzt werden können. Die Folgen aber scheinen mir nicht durchdacht.

1. Militärisch-politisch hätte eine raffinierte Feindpropaganda wohl nichts erfinden können, was das stets schwelende Feuer der polnischen Widerstandsbewegung mehr anfachen könnte, als ein solches Gerücht oder eine solche Tat. Unsere Verbindungen sind durch Banden und Partisanen schon so sehr gestört, daß ein Stärkerwerden dieser Terrorgruppen die Nachschublinien zur Front ernstlich gefährden würde. Falls wir gegen eine größere Gruppe der Polen aber mit Gewalt vorgehen, werden die Banden ungeheuren Zustrom erhalten. Der Pole folgt stets gerne dem Ruf zum Aufstand. Sein Charakter, in dem sich slawische Tücke mit germanischem Jähzorn, getreu seiner Blutmischung paart, neigt zu jeglicher sinnloser Gewalttätigkeit. Wir wollen auch nicht vergessen, was wir selbst in einem solchen Falle im besetzten Rheinland getan hätten. Im “MEIN KAMPF” aber steht, daß ein Gegner, der nicht völlig vernichtet wird, – wie sollte das bei 15 Millionen Polen möglich sein – durch Unterdrückung und Märtyrertum nur stärker wird.

2. Außenpolitisch wäre den Gegnern ein Agitationsstoff von ungeheurer Schlagkraft gegeben und der beginnende Durchbruch des Europagedankens schwer gefährdet. Alle anderen Nationen sind gewohnt, Polen als ein gleichberechtigtes Volk anzusehen. Sie würden sein Schicksal als Beispiel für die eigene Zukunft betrachten.

3. Bevölkerungspolitisch haben mich eingehende Überlegungen, welche im Einzelnen hier zu weit führen würden, dem ich aber dem Reichsgesundheitsführer als Material vorgetragen habe, zu der Überzeugung gebracht, daß wir kein Interesse an der Verringerung der polnischen Volkszahl oder der Zerstörung ihres Bevölkerungsauftriebs haben. Von allen Fremdarbeitern ist rassisch der Pole als ein uns nahestehendes Element zu betrachten und sehr viel weniger gefährlich als die Rassen im Südosten, deren Bevölkerungsdruck wir auf die Dauer aus eigener Kraft nicht standhalten können.

Das Bild, welches Polizei und SD von Polen entwerfen, ist vielleicht allzu einseitig. Mancher Ansatz zur Einordnung, der sich auf polnischer Seite in den letzten Jahren zeigte, ist unter diesem polizeilichen Gesichtspunkt nicht ernst genommen und wieder verschüttet worden. Die Mehrzahl des Volkes ist sehr müde und elend und sucht den Frieden auch mit uns. 10 Unruhestifter aber machen den guten Willen von Hunderten zu nichte. Die deutschen Fachleute, welche aus Polen wichtige Arbeitsleistung für den deutschen Sieg herausholen, urteilen in manchen Dingen anders als die Männer, welche gegen die Unterwelt der Widerstandsbewegung kämpfen müssen. Aus beiden Anschauungen zusammen ergibt sich ein richtiges Bild. Hören Sie, mein Führer, deshalb die Männer der Rüstungskommandos und der Industrie, sowie der Landwirtschaft. Und lassen Sie sich vortragen vom Geopolitiker, vom Bevölkerungspolitiker, ja vielleicht vom Psychologen und vom Arzt.

Dann entscheiden SIE, mein Führer, über das Schicksal Polens und seiner Menschen. Hier im Generalgouvernement soll ein Lebensraum Großdeutschlands sein, der langsam mit dem Mutterlande verwächst. Als leergebrannte Öde wird dieses Land eine solche Aufgabe in Jahrzehnten nicht erfüllen. Polen braucht eine harte Hand, aber nicht in der Zerstörung, sondern im Aufbau. Wir haben Millionen Polen im Reich eingedeutscht. Wir werden das auch im Warthegau leisten und es ist nicht unmöglich, den Polen des Generalgouvernements zum loyalen Mitarbeiter zu erziehen. Aber vergessen wir nicht, daß eine der wenigen sympathischen Eigenschaften der Polen die Liebe zum Kinde ist und daß wir mit dem Leben polnischer Kinder den letzten Funken von Verständigungsbereitschaft auslöschen würden. Zugleich aber würden wir die willigen Arbeitskräfte vernichten, die wir in den kommenden Jahrzehnten brauchen werden.

Allzulange hat unsere Arbeit im Generalgouvernement unter der Unsicherheit eines klaren Zieles gelitten. Wir erbitten von Ihnen, mein Führer, diese Richtschnur unseres Handelns und erwarten vertrauensvoll Ihre Entscheidung.

Heil Hitler!
gez. Dr. Wilhelm Hagen.

Transcript. [Receipt Stamp]

Warsaw, December 7, 1942
Mailbox 54
until Dec. 27. Address:
Augsburg, Zeugplatz 7

Dr. Wilhelm Hagen
City Medical Officer
Medical Officer of the City of Warsaw
District Leader of the Reich Tuberculosis Committee in the General Government

To the Leader of the Greater German Reich, ADOLF HITLER.

My Führer!

After consulting with a long-time friend, Friedrich Weber, “Oberlandweber” — a man whose loyalty to you, my Führer, is beyond all doubt — I ask to be heard on the following matter, as Weber himself is prevented by illness from taking on the role of intermediary:

During a government meeting on tuberculosis control, we were informed by the head of the Department of Population and Welfare, Senior Administrative Officer Weirauch, as a classified Reich matter, that it is intended or considered, in the course of the resettlement of 200,000 Poles in the east of the General Government to settle German Wehrbauer, to deal with a third of the Poles – with 70,000 old people and children under the age of 10, as with the Jews, that is, to kill them.

If this information had not come in an official capacity, I would dismiss it as mere fantasy. I do not know to what extent this idea has already been pursued for implementation. On the other hand, in my two years of work in the General Government, I have witnessed too many errors from subordinate authorities to lightly dismiss such information as mere imagination. Moreover, the number of people who speak of it is already too large, and the circle of those legitimately in the know has been far exceeded.

I consider the consequences of such an act so severe and am in agreement with Friedrich Weber in calling upon you, my Führer, for a decision. A formal route is not open to me due to the merely informational nature of the disclosure in a matter that does not fall within my immediate official duties.

The idea of such treatment of the Poles likely stems from the apparent lack of space for the resettled Poles, except where they can be directly employed in armament work. However, the consequences seem to me not fully thought through.

1. Militarily and politically, it is hard to imagine a more inflammatory enemy propaganda tactic than a rumor or act of this kind, which would only stoke the ever-smoldering flames of the Polish resistance movement. Our supply lines to the front are already significantly disrupted by bandits and partisans, and an increase in these terror groups would pose a serious threat. Should we resort to force against a large group of Poles, the partisan groups would see enormous support. The Pole readily heeds the call to revolt. His character, in which Slavic cunning mixes with Germanic quick-temperedness — true to his blood mixture — tends toward any senseless violence. Let us not forget what we ourselves would have done in occupied Rhineland in such a case. But in “Mein Kampf” it is stated that an enemy not completely annihilated — and how could this be done with 15 million Poles — only grows stronger through oppression and martyrdom.

2. In foreign policy, such a move would provide our opponents with powerful material for agitation and severely endanger the nascent European unity. All other nations are accustomed to viewing Poles as an equal people and would see their fate as an example of their own future.

3. In terms of population policy, thorough considerations — too lengthy to detail here but which I have presented to the Reich Health Leader as material — have led me to the conviction that we have no interest in reducing the Polish population or stifling its demographic growth. Of all foreign workers, the Poles, racially, are seen as close to us and far less dangerous than the races in the Southeast, whose demographic pressure we cannot withstand in the long term.

The picture painted by the police and SD of the Poles is perhaps overly one-sided. Certain tendencies toward cooperation, which have emerged on the Polish side in recent years, have been dismissed and buried under this police perspective. Most of the populace is very weary and miserable and seeks peace, even with us. However, ten troublemakers can ruin the goodwill of hundreds. German specialists, who extract valuable labor contributions from Poland for the German victory, sometimes have a different perspective from those fighting against the underworld of the resistance movement. A balanced view arises from combining both perspectives. Listen, my Führer, to the voices of the armament command and industry, as well as agriculture. And allow presentations from the geopolitician, population policy expert, perhaps even the psychologist and doctor.

Then you, my Führer, decide the fate of Poland and its people. Here in the General Government, there should be a living space for Greater Germany that gradually merges with the motherland. As a barren wasteland, this land could not fulfill such a task for decades. Poland needs a firm hand, but one geared toward construction, not destruction. We have assimilated millions of Poles within the Reich. We will achieve the same in the Wartheland, and it is not impossible to cultivate the Poles in the General Government into loyal collaborators. But let us not forget that one of the few sympathetic qualities of the Poles is their love for their children, and by threatening Polish children’s lives, we would extinguish the last spark of willingness for reconciliation. At the same time, we would destroy the willing workforce we will need in the coming decades.

Our work in the General Government has suffered too long under the uncertainty of a clear goal. We ask of you, my Führer, this guiding principle for our actions and await your decision with confidence.

Heil Hitler!
Signed, Dr. Wilhelm Hagen

Archival reference:

BArch NS 19/1210, p. 4 – 6.

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