Introduction
In February 1944, Swiss intelligence received one 106-page report by a defector (agent code D 143) from Nazi Germany’s Sicherheitsdienst (SD), the SS’s intelligence branch. Dated 9 February 1944, this report offers an insider’s view of the internal disintegration, moral collapse, and infighting that plagued the Nazi foreign intelligence service, known as Amt VI. The SD defector described various Nazis’ extermination methods, experiments, and plans. He reveals that the commandos in the East adopted “the GPU method of a shot to the back of the neck” which was “widely used” with “in total, up to 100,000” victims. He also described the use of homicidal gas vans, known as “Nebe gas vans” after Arthur Nebe, the former head of Einsatzgruppe B and chief of the Criminal Technical Institute. According to the report: “rear compartment was sealed; 20 cm thick oak walls lined with sheet metal. Engine in front, from where exhaust gases are directed into the interior of the truck through a pipe.” The SD man noted that within Einsatzkommandos, most personnel were “completely drunk,” with as many as 40% suffering nervous breakdowns. He recalled that in in Summer 1943, Einsatzgruppe C chief Max Thomas informed him that “that approximately 6,000,000 people (Russians and Jews) had been disposed of”.
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Document
- Aug. 1944
9790/ d 4927/ 306 9.2.44 R/ my/am/rg/v.
D 143.
Militärisch – politische Berichte.
Ueber den deutschen Nachrichtendienst.
Seite:
Auslandnachrichtendienst im Reich. 2
“A S T” (Abwehrstelle der Wehrmacht.)
Die Aemter I – VII 8
Amt VI 15
Kritische Wertung des Auslandnachrichtendienstes. 23
Die Hauptbeauftragten. 36
Nachrichtenarbeit des SD in der Schweiz. 37
Amt VI S Agentenschulen. 41
“Deutsche Agenten in Irland”. 44
Die fünfte Kolonne. 46
Das Chemische Institut des SD. 48
Geheimtinten. 50
Die germanische Leitstelle. 52
Die deutschen Verluste. 54
Skorzeny befreit den Duce. 56
Deutsches Verfahren gegen Juden und Russen im Osten. 58
Was geschieht in Jugoslavien ? 63
Laufbahnen des SD. 65
Das Planstellensystem und die Besoldung des SD. 66
Die deutsche Invasion in England. 67
Die Vergeltungswaffe. 70
Delasem – Pater Weber in Rom. 71
Das I-Netz. 73
Allgemeine Betrachtungen. 75
Das deutsche Sabotagewesen. 81
Anhang: Zeichnungen. 95
Auslandsnachrichtendienst im Reich.
“Ast” – Abwehrstelle der Wehrmacht.
Normal im Reich als “Sicherungsstab D” getarnt. Auslandsnachrichtendienst schon vor dem ersten Weltkrieg; z. B. war der Oblt. z. See Karl Hans Lody Angehöriger der Ast. Vollkommenes Versagen der Ast bereits 1940. Keine Mittel, von den Stellen der Staatsführung; wegen Verdacht der polit. Unzuverlässigkeit nicht unterstützt und von dem im Reich allmächtigen SD aufs schärfste angegriffen. Ausserdem nur rein militärischer Nachrichtendienst. Führer der Ast: Admiral Canaris (Sein Neffe, der SS-Standartenführer Dr. Canaris ist nebenbei Inspekteur der Sipo und des SD für Königsberg und Minsk.) Am 18. Mai 1941 lange Verhandlungen zwischen der Führung des SD (O’Gruf. Heydrich) und Ast (Adm. Canaris). Ergebnis: Gegenseitige Unterstützung. Ast darf nur milit. Nachrichten sammeln; wegen SD auch milit. Nachrichten zu sammeln berechtigt ist. Bei Anfang des Ostfeldzuges vollkommenes Versagen der Ast, so bestätigt bei Reichsmarschall Goering. Der Ast wird die Berechtigung entzogen, sich in Angelegenheiten der Luftwaffe zu betätigen. Goering: “Die Misserfolge im Ostfeldzug gehen lediglich auf das Konto der Ast”. Bei Kriegsbeginn in USA vollkommenes Versagen der Ast. Aufdeckung sämtlicher von der Ast (berühmter Viereck-Prozess), ca. 16 Angehörige der Ast werden zum Tode verurteilt. In England gibt die Ast an zwei Zimmer zu haben, ist aber nicht in der Lage, Meldungen zu liefern. In Brasilien übrigens der Hauptsitz der Ast in Südamerika ebenfalls Aufdeckung des gesamten Apparates. In Gesamtamerika nur ein Mann der Ast, der nebenbei bei der deutschen Gesandtschaft in Argentinien mühsam Unterschlupf gefunden hat und nur über die Sender des SD Meldungen übermitteln kann. Wertungsmässig muss hinsichtlich der Ast festgestellt werden, dass diese stets mit – soweit das im Nachrichtendienst überhaupt möglich ist – fairen Mitteln gearbeitet hat. Allerdings sind die Methoden äusserst veraltet. Die Off. der Ast sind jedoch fast durchwegs Männer, denen unbedingt geistige, charakterliche u. gesellschaftliches Niveau zugesprochen werden muss. Mit Erfolg hat übrigens der SD Off. des Heeres, die SS-Angehörige sind, in die Ast eingebaut und betreibt einen eigenen Nachrichtendienst über die Tätigkeit der Ast.
Nachrichtendienst des Auswärtigen Amtes.
Trotz verschiedener Verbote einen Nachrichtendienst aufzubauen und gegen den Willen eines Grossteiles der höheren Beamten des A.A. hat RM v. Ribbentrop den Befehl gegeben einen Nachrichtendienst innerhalb des A.A. aufzuziehen. Dieser Dienst hatte von Anfang an keinerlei Aussichten. Nachdem heute der SD den Kampf gegen diese Bestrebungen des A.A. beim Führer 100%ig zu seinen Gunsten bereinigt hat und nebenbei vollkommen die Attachégruppe unter SS-Standartenf. Dr. Zinner in der Hand hat, müssen diese Bestrebungen als gescheitert anzusehen sein.
Auslandsorganisation der NSDAP.
Verschiedentlich hat der Führer der A.O., Gauleiter Bouhler den Versuch unternommen, innerhalb der A.O. einen Nachrichtendienst zu organisieren. Von der Staatsführung wurden derartige Bestrebungen stets entschieden abgelehnt. Wenn heute von einem ND. der A.O. gesprochen werden kann, so eilt das nur hinsichtlich einzelner Meldungen, die aber im grossen gesehen keinerlei Bedeutung haben.
Der SD.
Auf die Bedeutung des SD als Nachrichtendienst, speziell als Auslandsnachrichtendienst, werde ich später noch eingehen.
Allgemeine Betrachtungen über die deutschen Auslandsnachrichtendienste:
Wie dies auch bei sämtl. staatl. und militär. Stellen des Inlandes der Fall ist, wird auch auf dem Gebiet des Auslandsnachrichtendienstes die Arbeit der einzelnen Stellen – deren wichtigste unzweifelhaft der SD ist – durch Eigensübelei, Doppelleitigkeit, Selbstsucht und Misstrauen gekennzeichnet. Angeblich und offenkundig werden die eigenen Kompetenzen bewacht, die der anderen stets aber unter dem Deckmantel des allgem. Reichsinteresses zu unterhöhlen versucht. Allerdings muss festgestellt werden, dass sich dieses Bild in den letzten 1½ Jahren dahingehend verschoben hat, dass der SD die restlose Übermacht gewonnen hat, dafür aber der Kampf der einzelnen Aemter und Gruppen des SD sich um ein mehrfaches gesteigert hat. In der letzten Zeit wird z.B. mit Unterstützung des O’Gruf. Dr. Kaltenbrunner versucht die Altreichsdeutschen aus dem SD auszu- schalten. Deshalb wurde die Gruppe VI z dem Zentral- verband entzogen und nach Wien verlegt. Auch VI S (Skozeny) versucht sich ebenfalls nach Wien zu schlagen, um hier eine Konkurrenzstelle zu errichten und den Versuch zu unternehmen Berlin zu überflügeln. Dass derartige Machenschaften nur durch Intrigen, gemeinster Art durchzusetzen sind ist selbstverständlich. Das führt zu einer Feststellung, der nicht genug Bedeutung beigemessen werden kann: Der Kampf des Einen gegen Alle und Aller gegen Einen! Dies ist eine Feststellung, die ich durch unzählige Belege zu belegen in der Lage bin. Welche Methoden hierbei angewandt werden ist kaum zu verstehen. Leben, Familie und ihre werden bedenkenlos geopfert, um den andern zu übertrumpfen, unschädlich zu machen und selbst um eine oder mehrere Stellen steigen zu können.
Organisation des S D.
Um die Organisation des SD richtig verstehen zu können ist eine ausreichende Kenntnis der Organisation der SS und der Polizei Voraussetzung.
Organisation der SS:
Die SS entwickelte sich aus einer Gliederung der NSDAP unter der Führung Himmlers. 1929 ist eines der markan- testen Jahre der SS., da hier erst die Grundlage der Entwicklung gegeben wurde. 1934 schied die SS aus dem Verband der SA aus und erlangte unter dem RF SS volle Selbständigkeit. Bereits 1931 erliess der RFSS die Verlobung und Heiratsverordnung, nach der die Verlobung und Eheschliessung einer ärztl. Spezialuntersuchung und Genehmigung unterworfen wurde. Bis 1935 führte übrigen der später so unrühmlich zur Disposition gestellte O’Gruf. Daré das “Rasse und Siedlungshauptamt”. Daré hatte bis 1941 dem Führer vollkommen falsche Meldungen über den Bestand der deutschen Ernährungdeckung erstattet.) Im Laufe der Jahre 1933 – 1934 entwickelten sich nun die einzelnen Sparten und Hauptämter der SS.
a) Das SS Hauptamt unter Führung des Stellvertreters des RF SS O’Gruf. Berger (Berger wird derzeit von Dr. Kaltenbrunner usw. stark befehdet und eine Abberufung Bergers wäre leicht möglich).
Das SS – H.A. führt personell die gesamte SS und zwar:
- Die allgemeine SS (Parteigliederung hat heute fast keinerlei Bedeutung mehr. Die Männer fast durchwegs in die Waffen SS überführt. Ist gleichsam als eine Reserveeinheit für den Frieden gedacht.)
- Die Waffen SS – Das Kommando – Amt und das Ergänzungsamt unterstehen ebenfalls Berger.
2.a. Der SD weiter unterstehen Berger:
- Die Volksdeutsche Mittelstelle (Vomi) (Umsiedelungen) unter Brid.-Chef Behrens
- Die germanische Leitstelle – schuldig für die unter germ. Deckmantel geführte Annexionspolitik.)
- Die Ang. sämtlicher anderer H.A.
2.b. Das SS Wirtschaftshauptamt unter Gruf. Pohl.
2.c. Das Rasse- und Siedlungshauptamt.
Brig.-Chef Hoffmann.
Planungen zur Besiedlung der Osträume und des Protektorates.
Verlobungs- und Ehegenehmigungen.
Rassegesetzgebung der SS.
Der RFSS erwägt derzeit das R.u.S.H.A. während des Krieges still zu legen.
b) Das Hauptamt SS Gericht.
In den letzten Wochen fand eine Umbesetzung in der Führung statt. Ist für die Verurteilung sämtl. SS-Angehörigen und Polizei-Angeh. eingerichtet, auch für weibl. Angestellte, Dolmetscher, Vertragsangestellte usw. zuständig.
Eigenes, verschärftes Strafgesetzbuch (z.B. § 175 Homosexualität – Todesstrafe).
SS-Gericht – SS Obergericht – Hauptamt SS G. – Oberster Gerichtsherr der RFSS.
c) Das Reichssicherheitshauptamt.
Dachorganisation der Sicherheitspolizei und des SD (angeschlossen dem Amt II die Zentralstelle für jüdische Auswanderung unter O’Stubaf. Eichmann, heute läuft diese Arbeit bei IV B).
Der persönliche Stab des RF SS:
Unter Gruf. Wolf. Laufende pers. Verbindungen, da der RF SS sehr unstät.
Dazu gehören:
- Ahnenerbe: ein Verein für Sippenforschung.
- Lebensborn: unter SS-Standartenf. Dr. Sollmann. Jeder SS-Führer muss Mitglied des Lebensbornes sein. Monatl. Beitrag rund RM 10.– (wird vom Gehalt abgezogen. Beiträge sind geringer, je mehr Kinder der einzelne hat). Einrichtung für Entbindung, hauptsächlich unehelicher Kinder, deren gute „Rasse“ erwartet werden kann (also nicht nur von SS Angehörigen!) Für eheliche Kinder äusserst teuer, da Tag RM 4.50 kostet und die Frau mindestens 3 Monate in dem Heim bleiben muss. Die Empörung der SS Führer gegen diese Einrichtung ist sehr gross, jedoch ist diese ein „Steckenpferd“ des RF SS.
- Die Porzellanfabrik Allendorf. Betrieb, um für SS-Kassen Geld zu verdienen.
- Verwaltung versch. Mineralwasserquellen in Böhmen. (b/ Karlsbad, Franzensbad, Marienbad, derselbe Zweck wie unter 3.)
Es bestand sogar einmal der Plan in sämtl. SS-Kasinos und SS-Kantinen nur mehr Sprudel auszugeben.
Dienststelle der RF SS in seiner Eigenschaft als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums.
Erneuerung 1941 wurde vom RF SS dazu ausgenützt im Reichsinnenministerium Fuss zu fassen und Frank zu verdrängen. Auftrag war ursprünglich nur für Anlagen von Siedlungen im Osten gedacht!
2 a)
Die Männer, die in erster Linie an dem Aufbau der Sipo und des SD beteiligt waren sind der RF SS der Obergruf. Heydrich und der SS Brig. Führer Dr. Best.
Heydrich wurde vom RF SS als Oberleutnant zur See von der Kriegsmarine übernommen. Mit unglaublicher Zähigkeit und staunenswerter Rücksichtslosigkeit hat Heydrich den des Auftrages angenommen und diesen durchgeführt. Hinsichtlich des Aufbaues darf heute keineswegs die Tätigkeit des SS Brig. Führers Dr. Best übersehen werden. Er war der überaus fähige Mann, der in erster Linie den jetzt laufenden Apparat als sein Werk ansprechen kann. Zwischen Heydrich und seinem Vertreter Dr. Best kam es zu schwersten Auseinandersetzungen, da H. befürchtete, dass B. ihm in Schatten stellen könnte. B. schied 1938 aus und war während des Krieges Militärverwaltungschef in Paris und seit Anfang 1943 Beauftragter des Reiches in Dänemark. Das Buch Dr. B’s “Die deutsche Polizei” ist heute noch auf diesem Gebiet das beste Werk.
Nachfolger Heydrichs ist der SS Gruf. Dr. Kaltenbrunner, der vor dem Anschluss Österreichs Leiter der sog. “Sonderlinie Österreich” (Nd. Deutschland–Oesterreich) und der illegaler österreichischer SS war.
Chef der Sipo und des SD.
ist SS Obergruppenführer Dr. Kaltenbrunner. Dr. K. ist Nachfolger des Obergruf. Dr. Heydrich, arbeitete vor dem Anschluss Österreichs als Führer der illegalen österr. SS und als Leiter der sog. “Sonderlinie Österreich” (Nachrichtendienst Oesterreich – Deutschland). Dr. K. ist begeisterter Nationalsozialist, jedoch betonter Oesterreicher. Als solcher wird er in der letzten Zeit von Leuten der höheren SS Führerschaft scharf angegriffen. Es ist bereits bekannt geworden, dass Dr. K. ruhiger, sachlicher, aber auch bestimmter und energischer durchgreift, als seinerzeit Heydrich, der allgemein als wetterwendiger “Windhund” beurteilt wurde. Dr. K. legt heute nur dem Amt VI und dem Amt IV grösste Bedeutung zu. – fördert wo es nur möglich ist die Auslandsarbeit des Amtes VI und hat auch diesem die absolute Uebermacht gegeben. Das Verhältnis Dr. K’s zum Amtschef IV ist sehr gut, ebenfalls das zum Leiter VI, wogegen zu den anderen ein mehr oder weniger gespanntes Verhältnis besteht.
Amt I.
Das Amt I ist das Personalamt der Sipo und des SD. Derzeit wird es von dem SS Brig.-Führer und Gen.-Major d. Pol. Schluz geführt. Dessen Vorgänger, der SS Gruf. und Gen.-L. Streckenbach war nach dem Tode H. Vertreter des Chefs d. Sipo und SD. Interessant und kennzeichnend für die deutsche Organisation ist es, dass das Amt I personell gesehen die stärkste Amt ist. Übrigens ist das Amt I durch die engl. Angriffe im Dez. 43 fast vollkommen zerstört worden. Ausserdem kamen ungefähr 26 Angehörige ums Leben, darunter der Stellvertreter des Amtschefs, SS Obergruf. von Felde, wie auch der SS O’Stubaf. Trautmann (Oesterreicher). Fast sämtliche wichtige Karteien verbrannten, so z. B. die Einsatzkartei. – Es ist heute also sehr schwer festzustellen, wo sich die einzelnen Angehörigen befinden.
Amt II.
Verwaltung und Recht. wurde vor ungefähr 9 Monaten aufgelöst. Die Verwaltung kam zum Amt I, die Bearbeitung von Rechtsfragen zu III A 5.
Amt III.
Innerer Nachrichtendienst. SD: Männer und Führer sind Angeh. der Waffen-SS, Nachrichtemonopol des SD durch Führererlass vom ? Juli 34. Der SD III soll die Führung des Reiches durch objektive Berichterstattung über die Lage auf den einzelnen Lebensgebieten und über die allgemeine Stimmung in die Lage versetzen, bei unhaltbaren Zuständen einzugreifen. Allerdings wird dieser Auftrag oft – ja fast ausschliesslich – dazu benutzt Personalpolitik zu treiben. Ferner muss gesagt werden, dass der SD seine eigentlichen Aufgabengebiete längst überschritten hat und – wenigstens z.T. – zu sehr die Probleme von der facht. Seite beurteilt, so dass der aktuelle Nachrichtendienst darunter leidet.
Gruppen des Amtes III:
III A Recht und Verwaltung
III B Volkstum
III C Kultur
III D Wirtschaft.
Amtschef III: SS Brig.-Führer und Gen.lt. d. Waffen SS Ohlendorf.
Recht u. Verwaltung: Führungsgruppe des Amtes III
III A: Gruppenleiter SS O’Stubaf. Dr. Gängenbach, Vertr.: SS Stubaf. Sepp.
III A 1: Personalpolitik des SD III; Beilegung von Pannen usw. SS Stubaf. Sepp.
III A 2: Recht: Überwachung und Berichterstattung über die deutsche Justiz, SS Stubaf. Dr. Malz.
III A 3: Verwaltung: Überwachung u. Berichterstattung über die Gesamtverwaltung des Reich, insbesondere der inneren u. Allg. Verwaltung; SS-Hauptsturmführer Dr. Reinholz. (In der letzten Zeit eine Veränderung eingetreten, der neue Referent mir nicht bekannt.)
III A 4: Allgemeine Stimmung, Partei und Staat. Das wichtigste Referat: Berichterstattung über die allg. Stimmung unter genauen Berücksichtigungen der einzelnen stimmungsbildenden Faktoren! Berichterstattung über die Tätigkeiten der NSDAP SS-Hauptsturmführer Dr. Wegener.
III A 5: Rechtsfragen der Sicherheitspol. und d. SD. Angehörige dieses Referates sind Beamte, nicht SS-Führer der Waffen SS. Sämtliche Verordnungen der Sipo u. des SD werden hier ausgearbeitet.
III A 6: Besetzte Gebiete. Sonderreferat für “III A” in den besetzten Gebieten SS U’Stuf. Dr. Lepuschitz (Oesterreicher).
III A 7: Sonderreferat. SS H’Stuf. Dr. Wegener, wurde im Juni 43 geschaffen im Zusammenhang des Erlasses des Ch. d. d. S und SD bezügl. Verfolgung von “Defaitisten”. Arbeitet nur nachrichtlich und besteht in diesem Fall das Nachrichtennetz des SD dazu, um die geheime Staatspolizei zu unterstützen.
Geheim III A GND: Gesellschaftsnachrichtendienst vollkommen neu geschaffen. Bleibt auch den Angehörigen des Amtes III geheim! Soll Nachrichtennetze in die führende Gesellschaft des Reiches (nur in den Kreisen der obersten Führer von Partei und Staat) legen. SS O’Stuf. Schäfer unter Unterstützung des Amtschef.
III B: Volkstum, Volksgesundheit, Brauchtum, Zusammenarbeit mit der “Germanischen Leitstelle”. Gruppenleiter: SS Standartenf. Dr. Ehlich
Vertreter: SS O’Stubaf. v. Löw zu Schweinfurt.
Nachrichtlich Unterstellte der “Germanischen Leitstelle”:
SS Stubaf. Dr. Scherdin
SS Stubaf. Humitzsch
SS H’Stuf. Süss
SS Stubaf. Berg wurde Anf. Okt. zu VI E versetzt.
III C:
Kultur, Film, Theater, Schulen, bildende Kunst. Gruppenleiter: SS O’Stubaf. Dr. Spengler
Vertreter: SS Stubaf. Dr. Makovsky (Schulen)
Bildende Kunst: SS H’Stuf. Drexler
III C 4 : Propaganda, Presse, Schrifttum, Rundfunk, Film. SS O’Stubaf. v. Kielpinsky
III C R.: Sonderreferat für Propaganda im Osten. SS U’Stuf. Steinle.
III D.: Wirtschaft (Industrie, Ernährung, Handel, Gewerbe usw.) Gruppenleiter: SS O’Stubaf. Seibert
Vertr.: SS Stubaf. Leetsch.
Sonderref. besonderer Gebiete:
SS O’Stuf. Kläss
SS H’Stuf. Frenze: Ernährung, Landwirtschaft
SS H’Stuf. Baier: Grosskonzerne
SS H’Stuf. Leukefeld: Industrie
SS H’Stuf. Masbänder: Banken u. Börsen.
Das Nachrichtennetz des Amtes III ist folgend organisiert: Im Kriege wurden laufend Dienststellen aufgelassen! Z. B. SD Abschnitte zu Hauptaussenstellen gemacht! Der Unterschied zwischen SD-LA und SD-Abschnitt ist nur der, dass im Bereich des SD-LA mehr als eine Million Menschen leben. Der SD-LA Wien hat z. B. das Bereich: Wien, Niederösterreich und Burgenland, eine Einwohnerzahl von rund 7,5 Mill. Menschen. 12 Hauptaussenstellen und ca. 40 Aussenstellen. Die Aussenstellen, z. T. auch die Hauptaussenstellen werden heute grösstenteils von sog. ehrenamtl. Mitarbeitern geführt. Ehrenamtl. Mitarbeiter sind Angehörige der allgemeinen SS, die für den SD verpflichtet wurden und neben ihrer beruflichen Tätigkeit (z. B. Landrat, Bürgermeister usw.) für den SD arbeiten.
VM: Sind sog. Vertrauensleute (unter VM werden auch Frauen geführt). Personen, die entweder polit. einwandfrei sind und wissen mit wem sie zusammenarbeiten, oder Personen die polit. „schräg“ liegen, mitarbeiten, aber nicht wissen wofür.
Zuträger endlich sind Personen, die ohne engere Bindung an eine Dienststelle des SD – gelegentlich SD-Angehörigen oder VM – gegenüber verwendbare Angaben machen.
Werbung. Ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden ist an sich nicht schwer, nur ist unbedingt darauf zu achten, dass es sich um Personen handelt, die erstens eine Stellung besitzen, die ihnen einen richtigen Einblick vermitteln, zweitens Personen genau nach dem im „Warum arbeitest Du mit“ untersuchen und schliesslich drittens darauf achten, dass nur Personen herangezogen werden, die charakterlich einwandfrei sind.
Falls ein Mann nach entsprechender Ueberprüfung als einwandfrei befunden wird, wird er mit Aufträgen, die sich am zweckmässigsten auf sein berufliches Aufgabengebiet erstrecken, versehen. In dem Falle jedoch, dass der Beruf des ehrenamtl. Mitarbeiters auch gleichzeitig sein nachrichtendienstl. Aufgabengebiet ist, müssen noch mehr ehrenamtl. Mitarbeiter, die in der selben Sparte im beruflichen Stellungsmässig über und unter ihm arbeiten gefunden werden, um soweit als möglich subjektive, bzw. an Interessen gebundene entstellte Berichte, richtig werten zu können. Wenn möglich werden die ehrenamtl. Mitarbeiter auch beauftragt sich ein eigenes Nachrichtennetz zu schaffen und angehalten laufend über die Lage zu berichten.
Ehrenamtl. Mitarbeiter und z.T. auch Spezial-VM werden laufend geschult, um ihren Blick für die Fragen die nachrichtendienstlich von Interesse sind zu schärfen. Der Aussenstelle z.B. entspr. VM und ehrenamtl. Mitarbeiter, die z.B. Arbeiter (kleine Beamte) sind. (Bei der Aussenstelle werden, wenn möglich, E.M. mit der Führung eines Lebensgebietes beauftragt). Der Hauptaussenstelle z.B. entsprechen VM und E.M., die z.B. Werkmeister, mittlere Beamte, Landräte, Bürgermeister kleinerer und mittlerer Orte, Mittelschullehrer usw. Dem Leitabschnitt, der in der Zentralstadt liegt: Bürgermeister, Oberlandesgerichtsräte, Regierungspräsident, Landeshauptleute, usw. Das Reichssicherheitshauptamt hat wieder Spezial VM in höheren Reichsstellen usw. Die VM und EM der Aussenstellen und Hauptaussenstellen wurden namentlich bei den (Leit) Abschnitten karteimässig geführt. Die VM und EM der (Leit) Abschnitte werden karteimässig auch am RSHA geführt. Personalakten und Sachakten werden beim (Leit)Abschnitt geführt. Am RSHA werden ebenfalls Personal und Sachakten geführt, jedoch nur soweit arbeitsmässig angefüllt.
Im Reich: wöchentlich )
im besetzten Gebiet: 2 mal wöchentlich ) sog. Lagerberichterstattung.
Vom RSHA früher wöchentlich „Reichslagerbericht“ – jetzt je nach Dringlichkeit die höchsten Führungsstellen des Reiches (z. B. Goering, Goebbels, Führer usw.)
Sonst laufende Sonderberichterstattung. Verhältnis zu Goering, Goebbels, Führer sehr gut. Schlecht zu eben führenden Stellen der NSDAP, da sich diese überwacht fühlt. Bei den Leitabschnitten befindet sich ein VI-Referat, das direkt dem Amt VI berichtet, jedoch führungsmässig dem Inhaber des (Leit)Abschnittes untersteht. Durch die Bombenangriffe im Nov./Dez. 43 z. T. Material vernichtet.
Amt IV, Geheime Staatspolizei.
Amtschef SS Gruf. und Gen. d. Pol. Müller.
Die Referatseinteilung ist mir nur im sog. Kommandeursystem bekannt, ist aber im Amt meines Wissens analog.
IV A: Kommunismus
IV B: Freimaurer Juden, Zentralstelle für jüdische Auswanderung, Kirche
IV C: Emigration,
IV D: Nationaler Widerstand.
Die Angehörigen des Amtes IV sind durchweg Beamte. Allein dieser Umstand führt oft zu scharfen Reibereien mit dem SD. – Neuerlich ist der RFSS dazu übergegangen auch die Beamten der sog. Sicherheitspol. umzuformieren. Diese tragen die SS-Uniform, jedoch offen, der rechte Kragenspiegel bleibt leer. Unterführer und Führer tragen die Schulterstücke der Polizei. Angeschlossen der Geheimen Staatspolizei sind die Konzentrationslager.
Hier gibt es 3 Klassen
- Behandlung und Essen tadellos, keine Arbeit, verschiedene Abwechslungen (z. B.: Musik usw.)
- Bedeutend schlechter, schwere Arbeit, schlechtes Essen.
- Prügel, Wasser und Brot 4/5 der Leute sterben. Kein Sprechen usw.
Ungefähr zwischen Klasse 2 und 3 stehen die “Erziehungslager” für die SS: Schwerster militärischer Dienst, 2/3 sterben. Schlechteste Kost. Die 3. Klasse hat übrigens eigene Krematorien! Die sog. “verschärfte Vernehmung” ist erst nach Bewilligung des Inspektors, bzw. des Kommandeurs, oder beauftragten zulässig. Durch die letzten Bombenangriffe das Amt z. T. beschädigt.
Amt V Kriminalpolizei.
Amtschef SS-Gruf. Nebe.
Die Einteilung der einzelnen Dezernate ist mir nicht genau bekannt, durch die letzten Bombenangriffe fast ganz ausgebrannt.
Amt VI (vide Sonderbericht)
Amt VII – Wissenschaftl. Gegnerbekämpfung.
Amtschef SS-Oberführer Six, Leiter des Institutes für Auslandswissenschaft. Wissenschaftl. Auswertung des beschlagnahmten
Materials der
Freimaurerlogen: SS-H’Stuf. Erdmann
SS-O’Stuf. Hirth
Juden: SS-O’Stuf. Asche
SS-H’Stuf. Steckmann
SS-Stubaf. Schmidt
Kirche: SS-Stubaf. Dr. Hartl
SS-O’Stuf. Seck
SS-O’Stuf. Deworetzky
Verschiedene Bücher sind übersetzt und unter den Verfassern Siegfried Dreher (SD) und Dieter Schwarz (SD) erschienen. Derzeit ruht die Arbeit fast ganz. Durch die letzten Bombenangriffe schwerste Schäden!
Amt VI – Auslandsnachrichtendienst.
Entwicklung:
Seit 1935 zeigte es sich in immer stärker werdendem Masse, dass der SD eine Spaltung durchmachen müsse, da es auf die Dauer untragbar erschien, inneren- und äusseren Nachrichtendienst zu koppeln. Während es nicht viel schadete, dass der SS-Führer von III bekannt wurde, da mit Bekanntwerden seiner Tätigkeit sich alle Türen schlossen. – Man achte schon damals einen verhängnisvollen Fehler, an dem auch das Amt VI heute noch krankt: man vergass – sei es mit oder ohne Absicht – eine Trennung zwischen „Nachrichtbeschaffung“ und – „Verwertung“ vorzunehmen. Auch heute ist es noch so, dass der Gruppenleiter, Referent oder Sachbearbeiter seinerseits alles unternimmt, um Nachrichten hereinzubekommen und andererseits selbst für die Verwertung der Nachrichten sorgen muss. Ein weiterer Fehler, der bei Einrichtung eines Amtes VI gemacht wurde, war der, dass der SS-Führer von VI des öfteren gezwungen war in Uniform aufzutreten und übrigens täglich eine Dienststelle betreten musste, von der jedermann weiss, dass es sich um ein Objekt der “Gestapo” (im Reich wird alles, was SS-Uniform trägt als Angehöriger der “Gestapo” bezeichnet!) handelt.
Heute setzt sich langsam die Überzeugung durch, dass beim Aufbau des Amtes VI schwerwiegende Fehler begangen wurden und es wird in der nächsten Zeit versucht werden, Verwertung und Beschaffung zu trennen (denn in den seltensten Fällen ist ein Mann zu gleicher Zeit zum Verwerter und zum Beschaffer prädestiniert). Auch wird man — so nehme ich weiter an — in Zukunft dazu übergehen müssen, nach Trennung obengenannter Form, die Beschaffer im Wirtschaftsunternehmen usw. einzubauen und somit zu tarnen. Allerdings darf bei einer solchen kritischen Betrachtung nicht vergessen werden, dass beim Aufbau des Amtes VI Deutschland praktisch keinerlei Erfahrung im Aufbau eines solchen Apparates hatte und außerdem der Stamm der Männer, die den Aufbau dieses Apparates durchmachten, biedere Haudegen, keineswegs aber Nachrichtenleute von Format waren. Ein Übel, das heute noch schwere überaus nachteilige Folgen zeitigt, da diese Männer äußerst schnell befördert wurden und z. T. nur einer organischen Fortentwicklung hemmend im Wege stehen. Allerdings muss hierbei festgestellt werden, dass junge, fähigere Kräfte — die nebenbei akademisch gebildet waren — eine weitgehende Ablösung vornahmen! Ein weiteres nachteiliges Moment ist die Tatsache, dass das Amt VI von Beginn an heftigste Kämpfe gegen Konkurrenzunternehmen durchzukämpfen hatte. Außerdem muss in Erwägung gezogen werden, dass die fähigen Kräfte des SD durchwegs äußerst jung sind (Schellenberg ist z. B. heute 35 Jahre) und sicherlich nicht über hinreichende Lebens- und Nachrichtenerfahrung verfügen. Ein weiteres Hindernis, das von Beginn einer gesunden Entwicklung entgegenstand, ist der Umstand, dass für den internen Aufbau anfänglich Mittel fehlten und man dadurch nicht die Fachleute heranziehen konnte, die für eine derartige Institution unbedingt nötig sind.
Mit viel Elan und gutem Willen, jedoch vollkommen ohne Erfahrung ging man nun 1936 daran einen Auslandsnachrichtendienst zu errichten. In wenigen Jahren schoss ein Apparat hervor, der zwar äußerst vital, dennoch unklug, ja manchmal sogar zum Schaden des Reiches arbeitete. Einer der größten Fehler war es nämlich m. E., dass die Elemente, die führend in diesem Apparat tätig waren und sind, innerlich in keiner Weise gefestigt, d. h. Recht und Verbrechen unterscheiden zu können in der Lage waren.
Der „Intelligence Service“ war das nachstrebenswerteste Beispiel, der Mann mit Pistole, Gift und Granate das Vorbild (allerdings muss ich hierbei hinzufügen, dass heute im Amt VI wohl einige Männer sitzen, man kann sie jedoch nahezu an den Fingern einer Hand abzählen, die eine saubere Einstellung zu der Frage des Nachrichtendienstes im Allgemeinen haben). Ein weiterer Umstand zeigte sich mit der Zeit: Ueber VM, Gewehrsleute im Ausland konnte man wunderbar selbst Politiker hinter den Kulissen spielen! Ein Spiel, das zwar sehr gefährlich war, vielleicht aber gerade deswegen mit leidenschaftlichem Interesse gespielt wurde und wird. Langsam aber sicher entfernte sich nun das Amt VI von seinem Auftrag, objektiven Nachrichtendienst zu treiben. Diese Entwicklung ging so weit, dass das Auswärtige Amt 1941 den Antrag stellen musste den damaligen Amtschef, SS-Brigadeführer Jost wegen eigener Politik in Ungarn und insbesondere in Rumänien abzulösen, welchem Ansuchen der Führer schliesslich auch entsprach.
Unterstützt wurde das A.A. in diesen Bestrebungen nebenbei durch den zwar fähigen, jedoch äußerst intriganten SS-Stubaf. Schellenberg, der in der Folgezeit in ungeahntem Aufstieg zum Amtschef VI und SS-Oberführer befördert wurde. Anerkennen muss man allerdings rückblickend, dass Schellenberg eine große Anzahl unfähiger Elemente ablöste (z. B. Daufeldt) und junge, akademisch gebildete Führer um sich sammelte. In 1½ Jahren hat Schellenberg das Amt VI tatsächlich zu einem schlagkräftigen Instrument des Reichs gemacht. Allerdings wird Schellenberg heute von dem Obergruf. Dr. Kaltenbrunner nicht mehr gefördert und es hat den Anschein, dass der Ch. d. S. es unternehmen wird, Schellenberg „abzusägen“ und seinen „Liebling“, den SS-Stubaf. Skozeny zum Amtschef VI vorzuschieben. Die Gruppe Skozeny – Dr. Hüttel – Wanek (die sog. „Österr. Gruppe“) haben Schellenberg Fehde angesagt, werfen ihm Kleinherzigkeit, Engstirnigkeit usw. vor.
Zu Beginn des Aufbaues des Amtes VI war dieses folgend gegliedert
Das Amt in Berlin: Blockstellen an den für den Auslandsnachrichtendienst wichtigsten Stellen:
Amt VI: SS Brigadeführer Jost
Hamburg: SS-Stubaf. Daufeldt
Königsberg: SS-H’Stubaf. Carstenn
Stuttgart: SS-O’Sturmbf. Steinle
Wien: SS Stubaf. Dr. Höttel
Später wurden die Blockstellen aufgelassen und man richtete sog. Hauptbeauftragte ein, die nicht an feste Plätze gebunden waren, die H.B. N.O.S.W. blieben personell gleich besetzt.
Später, nach endgültigem Ausbau des Amtes III richtete man bei jedem (Leit)Abschnitt ein Referat VI ein, das jedoch sachl. und führungsmässig dem (Leit)Abschnittsführer (also III) unterstand. In der jüngsten Zeit ist man nun dazu übergegangen planmässig die VI Referate — wo es sachl. nur eben ging — aufzulösen und den Apparat zu zentralisieren. Dieses System wurde jedoch durch die Abspaltung von VI E und zu erwartende Trennung von VI S gestürzt.
Während man im Ausland ursprünglich nur mit VM (Vertrauensmännern) arbeitete, die entweder geschäftlich oder dienstl. im Ausland und im Reich arbeiteten, bzw. von Berlin aus angelaufen werden konnten, begann man seit ungefähr 1 1/2 Jahren Hauptbeauftragte in die einzelnen Länder zu entsenden und ging hierdurch zu einer planmässigen Legung des Nachrichtennetzes über und entschloss sich nur gelegentlich Spezial-VM anzusetzen.
Zu der Arbeitsweise des Amtes VI muss noch bemerkt werden, dass infolge eines ungeheuer komplizierten und langwierigen Laufes des Nachrichtenmaterials die Aktualität des ND sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Außerdem können in gewissen Fällen die Nachrichten aus innenpolitischen Gründen oft nicht die Reichsführung erreichen!
In den nachfolgenden Ausführungen werde ich kurz auf den Aufbau und die Arbeitsweise des Amtes VI eingehen. Bemerken muss ich jedoch noch, dass meine Ausführung über „Nachrichtendienst im allgemeinen“ insbesondere für das Amt VI gilt, wo nur Intrigen Trumpf sind.
Amt VI:
Gruppe:
VI A
VI B
VI C
VI C (Kult)
VI D
VI E
VI F
VI S (Funkschule Lehnitz, Institut Wannsee)
Agentenschulen.
VI W
Gruppe VI A:
Gruppenleiter : SS-Stubaf. Müller
Vertreter : SS-O’Stuf. Neumann
Personalbearbeitung, sonst nur hinsichtl. der Nachrichtenübermittlung von Interesse. Dieser Gruppe unterstehen die Fernschreib- und Funkanlagen des Amtes VI.
Gruppe VI B:
Gruppenleiter : SS-O’Stubaf. Steinle.
Vertreter : SS-O’Stubaf. Bernhard.
VI B 1 (neu): (früher IV E 1–3) Italien, Schweiz (früher bei VI B 3)
SS-Stubaf. Dr. Hügel ( früher Dr. Höllel – VI E )
SS-O’Stuf. Reissmann ( VI B1 (vat.))
SS-U-Stuf. Möller
SS-O’Stuf. Elling )
SS-Stubaf. Dr. Hass ) ( Schweiz )
[…]
VI C: Osten und Vorderasien.
SS-Stubaf. Dr. Graefe
SS-H’Stuf. Camotta (Österreicher)
VI C (Kult): Kultur.
SS-S’tubaf. Möller
SS-H’stuf: Amthor
SS-H’Sturf. Dr. Pfeiffer,
SS-U’Stuf. Dr. Schweig,
Ang. Prinz
Internationale Rechtskammer: H’Stuf. Amthor über den Gen. Sekr. (SS-H’Stuf.) Dr. Pfeiffer.
Internationale Filmkammer: Prinz, (Internat.) Kongresszentrale: SS-U’Stuf. Dr. Schweig
III D: England, Südamerika, USA u. Nordamerika.
Gruppenl. SS-Stubaf. Dr. Peffken,
Vertr. SS-H’Stuf. Carstenn.
III D 1: USA und Nordamerika.
SS-H’Stuf. Carstenn,
SS-H’Stuf. Dr. Lange,
SS-U’Stuf. Hamann.
III D 2: Südamerika.
SS-O’Stuf. Gross,
SS-O’Stuf. Nikel.
III D 3: England.
SS-U’Stuf. Dr. Schüttekopf,
(SS-Stubaf. Dr. Peffken)
VI E: Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien. (Die Slowakei wird von III B bearbeitet).
Gruppenleiter : SS-Stubaf. Wanek.
Amt VI Gruppe VI F.
Chiffrieren: Ein eigenes Referat ist beschäftigt ausländ. Meldungen zu entschlüsseln, bezw. Leuten die zum Einsatz (SS-Führer nicht Agenten) gelangen, Schlüssel zur Verfügung zu stellen. Während dieses Referat anfängl. unter dem österr. Oberst Fliegl (ebenfalls österr. Nachrichtenbureau General Ronge) arbeitete, leitet es Fräulein Dr. Lange. Zur Entschlüsselung stehen verschiedene Rechenmaschinen zur Verfügung.
Fälschung: Ein eigenes Institut unter der Führung des SS-Stubaf. Major d. Waffen-SS Krüger (Vertr. SS U’Stuf. u. Lt. Waffen-SS Kahle) beschäftigt sich ausschließlich mit Fälschungen. Hier werden von Fachleuten Banknoten, Ausweise, Pässe, Briefmarken, Papiervordrucke, Dienstsiegel usw. des Auslandes gefälscht. Deutsche Papiere werden durchwegs von der zuständigen Stelle auf Intervention des SD ausgestellt. Dasselbe Institut beschäftigt sich auch mit der Sammlung ausländ. Uniformen, Priestergewänder, Zivilkleidungen, ferner ausl. Wäsche, Schuhe, Uhren, Füllfedern usw.
Funkausbildung: Wie ich schon kurz ausführte, verfügt der SD über ein Institut, das allerdings in erster Linie sachl. Nachrichtenübermittlung betreibt und in den seltensten Fällen Ausbildung übernimmt, dies ist das sog. Wannseinstitut. Die Funkerschule stand in Berlin-Lehnitz unter Führung des SS Stubaf. Siepen. Hier wurden bis zum Aufbau der Agentenschule, die „Agenten“ im Funkdienst unterrichtet. Die Schulung dauerte ungefähr 4–6 Monate. (Gefordert wurde: 100 Silben geben und nehmen, genaue theoretische Kenntnisse und die Fähigkeit einen behelfsmässigen Funkapparat selbst aufzubauen). Heute dient die Schule ebenfalls der sachl. Nachrichtenübermittlung.
Fälschungsabteilung: SS Stuf. Krüger,
SS h’Stuf. Kahle
VI E 1: Ungarn.
SS-O’Stuf. Fröhlich.
Dr. Höttel beabsichtigt F. in der nächsten Zeit wegen Unfähigkeit abzusägen und den SS U’Stuf. Müller von VI B 1 (vat.), der ihm persönl. sehr ergeben ist zu berufen. – Der ehemalige Ungarnreferent SS-Stubaf. Hanke wurde das erste Opfer Höttels im Amt VI und jetzt von diesem nach Ungarn abgeschoben (allerdings war Hanke – übrigens ein Prototyp der „alten VI-Männer“ tatsächlich vollkommen unfähig).
VI E 2: Kroatien.
SS-O’Stuf. Claus.
VI E 3: Rumänien.
SS-H’Stuf. Bratsch.
VI E 4: Bulgarien:
SS-Stubaf. Wanek.
Nachrichteneinsätze des Amtes VI.
Nachstehend bringe ich einige Sondereinsätze des Amtes VI, möchte aber einführend bemerken, dass hinsichtlich der Grosseinsätze im Feindgebiet, die denkbar schlechtesten Erfahrungen gemacht wurden. Ich führe das in erster Linie auf das eingesetzte Menschenmaterial und außerdem auf den Umstand zurück, dass Berlin meist nicht in der Lage war, die Planung der Einsätze sorgfältig durchzuführen, da man die grössten Umrisse kannte, aber über die Eigenheiten und die kriegsbedingten Einschränkungen nicht unterrichtet war.
Das Menschenmaterial auf das bei den ersten Grosseinsätzen zurückgegriffen wurde, war ausgesprochen schlecht. Da es auf Grund der Einstellung des Führers verboten war Deutsche einzusetzen, zog man nur Ausländer für diese Aufgaben heran. Dies waren meistens Abenteuernaturen, die nur darauf aus waren, sich ein gutes Leben zu sichern, in welchem Land dies auch immer sei. Nur ein verschwindend geringer Prozentsatz war haltungsmässig gut, allerdings handelte es sich bei diesen fast durchwegs um blutjunge Burschen, denen es wieder an der notwendigen minimalen Lebenserfahrung mangelte.–
Doch die Wertung dieser Agenten wurde denkbar ungünstig durchgeführt! – Die einzelnen VI-Referate in den besetzten Gebieten versuchten durch ihr VM-Netz geeignete Kräfte heranzuziehen. Nachdem aber keinerlei brauchbare, allgemein gültigen Richtlinien für die Werbung und Betreuung der zukünftigen Agenten ergangen waren, ging jede Dienststelle nach eigenem Gutdünken vor. Teilweise liess man die Agenten bis zu 6 Monaten in ihrem Heime, legte ihnen aber schon am ersten Tag nahe, ihren bürgerlichen Beruf aufzugeben und bezahlte sie fürstlich! 6 Monate arbeitslos herumlungern, soviel wie ein Generaldirektor in einem Grossunternehmen zu „verdienen“ und die unsinnigsten „Rosinen“ im Kopf, muss einen jungen Menschen verderben! Sofern diese Elemente gesunden Dynamismus in sich hatten, stellten sie den tollsten Unfug an und waren gegen jeden, der sie dann zu Rede stellte frech und drohten damit, dass sie die grossen Herren seien und dass niemand etwas gegen sie unternehmen könnte (und wurden in der Annahme durch laufende Unterstützungen seitens der VI-Referate noch tatkräftigst unterstützt!). Diese Elemente kamen nun schon verdorben zur Schulung!
Diejenigen aber, die von Seiten der anwerbenden Stellen straff geführt wurden, wurden bei der Schulung verdorben. Einer der gefährlichsten Fehler, die anlässlich der Schulung stets begangen wurden und werden ist, dass man den Männern merken lässt, dass sie nur „Agenten“ seien, die ausgenützt und dann fallengelassen würden. Die Aktionen unter Zuhilfenahme der eingeborenen Bevölkerung des Einsatzlandes waren jedoch durchwegs äußerst erfolgreich.
Der erste Grosseinsatz war die Aktion “Otto”
(Einsatzleiter: SS-H’Stuf. Mandl (Österr.)
Vertr. : SS-U’Stuf. Schwarzenbacher (Österr.)
SS-H’Stuf. Dörsch.)
anlässlich der Ermordung Heydrichs 1941. Der Führer befahl grossangelegte Vergeltung!
120 Mann wurden zu diesem Zweck angeworben und bei der Gruppe VI F ausgebildet. Im Zuge der Ausbildung wurden nun 60 Mann in Konzentrations- u. Gefangenenlager eingeliefert. Grund waren Diebstähle, Gewaltverbrechen usw. (soweit es sich nicht um kriminelle Fälle handelte wurden die betr. Männer als „Geheimnisträger“ u., „unsichere Elemente“ in KZ’s überwiesen. – Ungefähr 15 Mann wurden zum Tode verurteilt – Grund zu diesen Urteilen waren Spionage, Sabotage usw. – (Bei den Agenten befanden sich sogar einige Angehörige des engl. Nachrichtendienstes!)
Ungefähr 30 wurden als unbrauchbar nach Hause geschickt, nur 15 Mann gelangten zum Einsatz! Lediglich 3 haben mit Berlin irgendwie Verbindung hergestellt. Die Einsätze erfolgten in Süd- u. Nordamerika, England, Island, usw. Die Männer die zum Einsatz gelangten, hatten heimliche Verbindung zu den in den einzelnen Ländern liegenden Nachrichtenstützpunkten des SD. –
Die Aktion wurde im Okt. 43 eingestellt und ist als misslungen anzusehen!
Aktion Zeppelin:
Grosseinsatz gegen Russland. Beginn Ende 41 unter dem SS-Stubaf. Raus (Vertr. SS-H’Stuf. Löchelt). Ziel Nachrichtendienst und Sabotage mittels landeseigenen Kräften! Erfolge seit Mitte 42 sehr gut. In erster Linie wurden Ukrainer, Weissenrussen, Kosaken und russ. Emigranten zum Einsatz gebracht. In vereinzelten Fällen führten sogar ehemalige russ. Kommissare S- u. ND-Gruppen.
Aktion “Parzival”:
Unter Führung des SS-H’Stuf. Ubl (Vertr. SS-H’Stuf. Baus) läuft eine Grossaktion in Nordafrika. Beginn: Ende 41. Ziel S– und ND-Arbeit in Nordafrika. Unter Zuhilfenahme landeseigener Kräfte sehr gute Erfolge.
Aktion “Diamant”:
Unter Leitung des Belgiers SS-U’Stuf. Bulleaux (Gegner Degrelles) läuft in Zentral- u. Südafrika eine Grossaktion. Ziel S– u. ND-Arbeit, sowie Ankauf und Raub von Diamanten (für Reichswirtschaftsminister). Erfolge zufriedenstellend.
Aktion “Morgenrot”:
Unter der Führung des SS-Stubaf. Heye (Öster.) läuft in Mesopotamien, Mazedonien und Palästina eine Grossaktion. Erfolg gut.
Aktion C 1 (Aktion Sondereinheit 267?)
Unter der Führung des SS-H’Stuf. Gamotta (Öster.) lief bis Mitte 43 eine äusserst erfolgreiche Grossaktion im Iran und Irak! S- u. ND-Arbeit, sowie Aufstände mit Landesbevölkerung (Gamotta erhielt das Ritterkreuz d. Eisernen Kreuzes). Neuerlicher Einsatz im Febr. 44.
Aktion C 2.
Unter SS-Stubaf. Maier läuft in Afghanistan eine äusserst erfolgreiche S.- u. ND.-Organisation! Mit Unterstützung der königl. Bewegung.
Aktion “Radezky”.
Geplante Grossaktion in Nord- u. Südamerika.
Aktion “Eisbär”.
Geplante Grossaktion in Island u. Grönland. Führer SS-Stubaf. Dr. Peffken.
Arten der Angehörigen und Mitarbeiter des SD – Amt VI.
a) Aktive (Hauptleute) SS-Führer und Unterführer. Angehörige der einzelnen Dienststellen, Hauptbeauftragte im Ausland, Angehörige d. Attachégruppen, Führer von Sondereinsätzen usw.
b) SS-Führer und SS-Unterführer der Reserve (ehrenamtliche Mitarbeiter). Sind in ihrem Zivilberuf tätig und arbeiten außerdem für den SD im In- und Ausland. Verschiedentlich wurden SS-Führer d. Res. auf die Dauer des Krieges zum SD eingezogen, der Grossteil wurde jedoch u.k. (unabkömmlich) gestellt und so der Einberufung – im Interesse der SD-mäßigen Arbeit – entzogen.
c) VM– Vertrauensmänner. Personen im Inn- u. Ausland, die ohne jede Bezahlung (es sei denn Vergütung des Kostenaufwandes) freiwillig mit dem SD (Amt VI) zusammenarbeiten. Die VM sind auf den Führer vereidigt und SD-mässig verpflichtet.
d) A-Personen, Auskunftspersonen. Personen im Inn- u. Ausland, die wissentlich oder unwissentlich gelegentlich Nachrichten an den SD (Amt VI) geben.
e) Agenten. Personen, die wissentlich oder unwissentlich gegen Geld an den SD (Amt VI) “nachrichten liefern und arbeitsmässig, normalerweise vollkommen durch den SD angesetzt und gesteuert werden.
3) Kritische Wertung des Auslandnachrichtendienstes.
Will man zu einer Beurteilung der Arbeit und der Stimmung, sowie der Strömungen im deutschen Nachrichtendienst kommen, so muss man sich primär den grundsätzl. Fehler der Deutschen überhaupt vergegenwärtigen: Man organisiert solange über jedes Maß, bis eine gesunde Vereinigung des durch die Organisation geschaffenen Apparates und der effektiven Gegebenheiten gar nicht mehr möglich ist, d.h. also man “überorganisiert”!
Beim großzügigen Aufbau des deutschen ND allgemein im Jahre 1932 bis ungefähr 1941, sowie beim Ausbau eines eigenen Amtes VI in den Jahren 1936 bis in die heutigen Tage, beließ man es nicht bei einer gewissen, organisatorischen Steuerung eines gesund wachsenden Apparates, sondern schuf von Beginn an einen Riesenbau, zu dem wohl die Steine vorhanden wären, jedoch das dazu nötige und geeignete Verbindungsmaterial (in diesem Fall der Zement) fehlte.
Erstens ist diese Art der Ueberorganisation ein Wesenszug des Deutschen überhaupt, zweitens spielt aber eine Zwangsvorstellung, die mit dem Nationalsozialismus untrennbar ist, nämlich der Drang zu gewaltigen, Uebermenschlichen und Monumentalen bei diesen Planungen eine nicht zu unterschätzende Rolle, drittens und letztens aber spielt hier ein nicht hoch genug zu veranschlagender Egoismus dominierend mit. Beim Aufbau dieses Apparates musste die Persönlichkeit der einzelnen Führer dieses Dienstes selbstverständlich gebührlich veranschlagt werden. Ein Oberführer und Oberst d. Allgem.-SS kann doch schliesslich ein Amt von solcher Bedeutung nicht leiten, bezw. mit einigen Männern führen! Er braucht natürlich – auch im 5. Kriegsjahr vielleicht da erst recht! – den nötigen Rahmen um den anderen Reichsstellen gegenüber entsprechend auftreten zu können. – Denkmäler menschl. Schwäche und Geltungsbedürfnis also! Zu “Geltungsbedürfnis” muss ich übrigens noch ergänzen, dass der Stamm der Männer, die das Amt VI aufbauten, aus den denkbar kleinsten Verhältnissen stammten und also aus psychologisch leicht zu erklärenden Motiven das Mass verloren. – Wenn man nun die “Gründer” des Amtes VI eingehender betrachtet, so findet man durchwegs Haudegen und Raufbolde der nationalsoz. Kampfzeit, die in den Machtkämpfen ihrer Idee sicher ihren Mann stellten, aber rein leistungsmässig in keiner Weise den Anforderungen einer solchen Arbeit gewachsen waren. Vielfach waren diese Männer nicht einmal für ein im gewissen Sinne “bürgerliches Leben” fähig, sondern waren und blieben ausschliesslich in den Vorstellungen ihrer Kampfzeit gefangen und konnten sich von diesen auch nicht mehr lösen! –
Diese Erwähnungen erklären – abgesehen von den weitverzweigten Intrigen – schon allein die Schnellebigkeit des Amtes! Personelle Veränderungen waren und sind an der Tagesordnung!
Viele der Männer schieden noch im Frieden, in der Einsicht ihres fachlichen Unvermögens, aus, viele aber mussten infolge kaum vorstellbarer Exzesse an die Wand gestellt werden, oder wenigstens in ein Konzentrationslager überführt werden! Die überwiegenden Fälle von Personaländerungen waren und sind aber besonders in den letzten Jahren der kaum vorstellbaren Sucht nach Aufstieg, Geltung und dem Willen zur Macht, zuzuschreiben. Die Intrige wurde zur Hauptbeschäftigung der Mehrheit, ja fast der ganzen Führung des SD.
Während unter der alten Gruppe – dem Stamm also – noch so etwas wie kameradschaftl. Verbundenheit durch die gemeinsam durchkämpfte und bittere Kampfzeit ein gewisses loyales Zusammengehörigkeitsgefühl garantierte, brachte es die kürzeste Zukunft zum Kampf des einen gegen alle. Die jetzt folgende Entwicklung ist an sich nicht schwer zu verstehen. – Die Führung des SD kam langsam, aber umso sicherer zu der Erkenntnis, dass mit dem vorhandenen Menschenmaterial unmöglich ein schlagkräftiges Machtinstrument, speziell noch ein Auslandsnachrichtendienst, geschaffen werden konnten! Nun waren Männer, die Prädestination für Nachrichtenarbeit mitbrachten unter den “alten Kämpfern” kaum zu finden. Man musste also versuchen junge, akademisch gebildete Menschen, die außerdem über gesellschaftliche Fähigkeiten verfügten zu finden. Grundvoraussetzung war, dass diese Menschen “politisch und weltanschaulich” einwandfrei waren!
Ende 1936 begannen die Anwerbungen. Durch die verschiedensten Zugmittel, z.B. Zusicherung von schneller und bevorzugter Beförderung, von blendenden Aussichten usw. kamen nun eine ganze Reihe junger Männer zum SD. Nach einer unverständl[ich] kurzen Ausbildungszeit bei der Truppe (3–6 Wochen), ja oft sogar ohne überhaupt bei der Truppe gelaufen zu sein, wurden diese Männer sofort zu SS-Führern befördert (der jetzige Amtschef VI – SS-Oberführer und Oberst d. Waffen-SS Schellenberg, wie auch z.B. der Befehlshaber der Sipo u.d. SD von Paris, SS-Standartenführer und Oberst d.W.SS Dr. Knochen, wurden von Ende 1936 bis Anf. 1941 zu ihren Dienstgraden befördert, ohne auch nur einen Tag bei der Truppe gewesen zu sein).
Ohne Zweifel handelt es sich, wenigstens bei einem Grossteil dieser Männer, um befähigte Menschen. Die raschen Beförderungen aber und das unorganische “Hineinwachsen” in Stellungen, die für die Zukunft, insbesondere für die Kriegsführung des Reiches von grösster Bedeutung waren, mussten naturgemäss zu ungesundem Dunkel und Strebertum führen, mussten zu diesem “nur für sich arbeiten” führen und jede Kameradschaft illusorisch machen! Bedenkt man also, dass es sich bei den leitenden SS-Führern des deutschen Nachrichtendienstes um höchstens 32–35 jährige Menschen handelt, die nach Studium und einigen Jahren ungesunder Arbeitslosigkeit mit einem Siegeslauf sondergleichen in höchste Stellungen hineingeschleudert wurden, so ist schon hier vollkommen verständlich, dass es sich um ein krankhaftes, in den Fugen morsches Gebilde vom Tage seiner Schöpfung an handeln musste. Ausserdem muss man berücksichtigen, dass fast keine Tradition im Nachrichtenwesen bestand, dass also der junge Mensch ohne jegliche Vorbildung verantwortliche Stellen übernehmen musste!
Bei Wertung dieser Umstände muss man der Leistung dieser Männer, die in jungen Jahren und ohne jegliche Vorbildung, die “Lenkung dieses Apparates” übernahmen, unbedingt Achtung zollen! Sie haben trotz allem etwas geschaffen.
Weiter muss man in Betracht ziehen, dass auch diese Männer, die fast durchwegs aus armen Familien stammen (ich kenne keine andern!), die für einen Nachrichtenmann wichtigsten Voraussetzungen: Beziehungen und Auslandserfahrungen fast durchwegs fehlten! In Anbetracht der oben angeführten Familienverhältnisse darf man weiter nicht ausser acht lassen, dass diesen Männern durchwegs eine weitere wichtige Voraussetzung des Nachrichtenmannes, nämlich das Gefühl für den Wert des Geldes, vollkommen abging.
Weiterhin war und ist die Besoldung im Hinblick auf die Lebensverhältnisse der Männer lächerlich gering, sodass das Streben nach gesichertem Haushalt, der Wunsch nach gesicherter Ehe und Kindererziehung äusserst stark war, und nur durch Weiterbeförderung einigermaßen erfüllt werden konnte. (Einigermaßen, da es eine alte Tatsache ist, dass die Auslagen bei “Ehrbesoldung” eine proportionale Steigerung erfahren!)
Man hat in den folgenden Jahren gearbeitet! Wenn auch Eifersucht, Geheimnistuerei, Machtsucht und all die schlechten Seiten sich äusserst hemmend auf die Arbeitswirkten, so muss doch anerkannt werden, dass über allen Ländern der Erde (mit Ausnahme Englands und zu gewissem Grade der USA! – wo planmässiges Arbeiten durch Fehlen der festen Stützpunkte nur äusserst schwer ist!) Netze liegen. Sind diese nun nicht so gut ausgebaut, wie dies sein könnte, sind die einlaufenden Meldungen auch nicht von dem Format, wie es sein müsste – all dies ist auf die Stimmung, die mangelnde Arbeitslust und auf das Fehlen der geeigneten Männer zurückzuführen!
Mit Leuten, die nur Landsknechte sind, kann man eben nichts anderes anfangen! – Unglaublich aber ist die Sorglosigkeit und das vollkommene Fehlen jeder Moral. “Der Zweck heiligt die Mittel”, nun gut – aber es muss dies doch alles irgendwie im Einklang stehen. Der aber ist nicht vorhanden. Ein Zusammenarbeiten der Gruppen und eine gemeinsame Auswertung ist einfach nicht möglich. Jeder betreibt auf eigene Faust und voller “Führerverantwortlichkeit” seinen Nachrichtendienst und kümmert sich nicht ob der andere etwas hat, das er nun benötigen würde, bezw. ob er etwas hätte, für das der andere zuständig sei. Der Apparat ist so gross, ist so überdimensional, dass ein richtiges Uebersehen der Lage gar nicht möglich ist.
In einem Land treffen sich z.B.: das Länderreferat und VI C-Kultur (z.B. Beispiel Internat. Rechts- oder Filmkammer, oder die Kongresszentrale). Sie werden nie im Ausland zusammenarbeiten, geschweige denn in Berlin.! —
(Alles in allem muss man aber trotzdem sagen, dass rein arbeitsmäßig seit 1940 der deutsche Nachrichtendienst tatsächlich zu einem Machtinstrument geworden ist, bedenkt man, mit welcher Schwierigkeit er zu kämpfen hatte und noch heute kämpft ! ! Alle Ämter des RSHA sind untereinander verfeindet und werden ihrerseits wieder bekriegt von den anderen Reichsstellen, die sich auch untereinander spinnefeind sind. Zieht man all das in Rechnung, so muss man dem Aufbau des SD trotz allem Achtung zollen und sich wundern, wie ein solches Amt überhaupt entstehen konnte und nicht schon von Beginn scheitern musste. –)
Weiterhin darf das in Deutschland noch sehr ausgeprägte Stammesbewusstsein, die verschiedensten Sympathien und Antipathien, keineswegs unberücksichtigt gelassen werden – eine Tatsache, die schon notwendigerweise zu einer Gruppenbildung führen müsste. Nun zurück zu der weiteren Entwicklung.
Die alte Gruppe wurde durch die Einstellung und den raschen Aufstieg der Akademiker naturgemäß vor den Kopf geschlagen. Wenn auch sie schon einen relativ raschen Aufstieg durchgemacht hatte, so war dieser doch in keiner Weise mit dem der anderen zu vergleichen! Nachdem nun aber die „alten Kämpfer“ der jungen Gruppe „rein“ leistungsmäßig außer natürlicher Aktivität und gesundem Aktivismus nichts entgegenzusetzen hatte, so flüchteten sie sich in das Nahegelegenste, nämlich in den grenzenlosen Hass gegen diese politischen und weltanschaulich „schrägen“ Elemente!! Vielfach war außerdem die Lage so, dass „Alte“ die Vorgesetzten der „Jungen“ – an Lebensjahren war kaum ein Unterschied – waren. Hier wurden rücksichtslos die Stellungen missbraucht und so gemein und plump „getreten“, wie es nur ging! Der Hass stieg! Die „Jungen“ hielten zusammen, die „Alten“ noch mehr! Der Machtkampf, der Kampf der Intrigen begann!
Binnen erstaunlich kurzer Zeit war es einigen der „Jungen“ gelungen, führende Stellungen zu erringen; nun holten diese – vielleicht von persönl. Freunden abgesehen – die „Leidensgenossen“ keineswegs in ihre Gruppen oder Referate! Nein!
Erstens gewannen sie vor den anderen Jungen einen Dienstgrad und stellungsmäßigen Vorrang und konnten außerdem durch geschicktes Lavieren die Strömungen im Amt steuern!
Einerseits nämlich konnten sie nun mit den Alten zusammenspielen und diese, die sich durch dieses Vorgehen geschmeichelt fühlten, ausnützen, um mit deren Hilfe weiter zu steigen; andererseits aber konnten sie durch „moralische“ und teilweise auch faktische Hilfeleistung den „Jungen“ gegenüber, die noch immer unter der Knute standen, die Stimmung laufend “regulieren”.
1940 nun fiel die letzte Festung der „Alten“ – Schellenberg, damals noch SS-Stubaf., brachte es mit gern gebotener Hilfeleistung des Auswärtigen Amtes nämlich dazu, dass durch einen Vorstoß des A.A. der SS-Brigadeführer und Gen.-Major d. W.-SS Jost zur Disposition gestellt wurde.
(Grund zu der „Kaltstellung“ war der Vorwurf, dass Joest in Rumänien und Ungarn eigene Politik geführt hatte, ein Grund der übrigens berechtigt war, doch dachte Schellenberg natürlich in keiner Weise nach dem „Abdrehen“ von Jost den Kurs zu ändern, sondern war und ist in der Folgezeit noch mehr bestrebt, das A.A. zu lähmen, es zu durchsetzen und selbst – wenigstens indirekt – die Zügel in die Hand zu nehmen.)
Schellenberg hat das Ziel, das er sich bis dahin gestellt hat, nun erreicht! – Der Kurs gegen die „Alten“ führte binnen kurzem und von wenigen Ausnahmen abgesehen, zum Ziel, d.h. zur beinahe vollkommenen Vernichtung der Alten und tatsächlich zum Großteil auch unfähigen Elementen. Allerdings beging Sch. jetzt einen verhängnisvollen Fehler, der sich in der Folgezeit arbeitsmäßig äußerst ungünstig auswirkte, er ging daran die „Alten“, die in SS und Parteikreisen gute Beziehungen hatten, als Hauptbeauftragte ins Ausland abzuschieben. (z.B. den stubaf. Daufeldt, der über den ehemaligen Amtschef I, Gruppf. Streckenbach, gute Beziehungen zum O’Grupp. Heydrich hatte, nach der Schweiz.) Streckenbach hat übrigens nach dem Tode Heydrichs bis zur Ernennung Dr. Kaltenbrunners zum Chef der Sipo und des SD vorübergehend die Sicherheitspolizei und den SD geführt. – Schellenberg wurde von Streckenbach äußerst scharf bekämpft, wie übrigens bei der Wertung nicht übersehen werden darf, dass der Streit und das Intrigenspiel, – lediglich soweit es das Amt VI betrifft, – bis zum RfSS, ja bis zum Führer selbst durchgefochten wurde und wird! Schellenberg lehnt Ribbentrop als „Trottel“, das Auswärtige Amt als „verkrachtes und verkalktes Narrenhaus“ ab. Der RfSS und selbst der Führer werden von ihm einer schroffen Kritik unterworfen.
Auch mit dem O’GruF. Dr. Kaltenbrunner kam Schellenberg auseinander. (Hier liegen jedoch Gründe vor, auf die ich bei den weiteren Ausführungen noch eingehen muss, da sie für die Zukunft des Amtes VI von ausschlaggebender Bedeutung sein werden. Will man, oder versucht man Schellenberg zu beurteilen, so muss man folgendes sagen: Ein Mann mit hervorragendem Kopf, von seltener Energie und voll von Dynamismus. Krank aber, unrettbar krank, durch Einbildung und Strebertum: Unter ihm hat unzweifelhaft das Amt VI einen ungeheuren Aufschwung genommen. (Sicherlich in organisatorischer, ob in Führungs- und arbeitsmäßiger Hinsicht ist äußerst fraglich!) Er hat es, – wenn das überhaupt menschenmöglich ist – nicht verstanden, die innerhalb des Amtes herrschende Atmosphäre auszugleichen.
Sie ist noch schlechter und die Intrigen, wenn auch feiner, besser durchdacht und gefährlicher, noch ärger geworden. – Ein typisches Beispiel für die „Schnellebigkeit“ ist folgendes: Das Unternehmen „Venlo“, das schließlich zur Festnahme Major Stevens und Hptm. Best führte und durch die der gesamte Nachrichtendienst Englands in Holland aufgerollt werden konnte, wurde von Schellenberg, Dr. Knochen, Naujox und Christians geführt.
Schellenberg: ist SS-Oberführer und Oberst der Waffen-SS und Amtschef VI geworden.
Dr. Knochen: ist SS-Standartenführer und Oberst der W-SS und Befehlshaber der Sipo und des SD für Frankreich, abgeschoben zu Amt IV (Gestapo).
SS-Stubuf. u. Major d. W-SS Naujox : Anfang 1940 wegen Geschlechtsverkehrs mit einer Jüdin degradiert und in ein KZ überführt, jedoch 2 Wochen später von SS-Obergruppenführer und Generaloberst der W-SS Berger (dem Führer der SS-Hauptamtes und der “Germanischen Leitstelle”), der im schärfsten Kampf zum Amt VI steht, herausgeholt und wieder zum SS-Sturmbannführer und Major der W-SS befördert. N., der sich eines Vergehens schuldig gemacht hatte, dessentwillen viele SS-Männer zum Tode verurteilt wurden, ist heute einer der erbittertsten Gegner des Amtes VI.
SS-Stubaf. u. Major der W-SS Christiansen: wurde Mitte 1940 wegen dunkler Geldgeschäfte (die er allerdings entschiedenst bestreitet), als Direktor eines Werkes in die Rüstungsindustrie abgeschoben und schürt heute mit Berger und SS Brig.f. u. Gen.-Major d. W-SS Ohlendorf (Amtschef III – zwischen Amt III und VI werden die schwersten Kämpfe ausgefochten) gegen das Amt VI.
Wenn man nun aber der Meinung sein wollte, dass durch das „Abschieben“ der „Alten“ die Ruhe hergestellt gewesen sei, hat man sich geirrt. Die Intrige war in Fleisch und Blut übergegangen und tobten sich weiter, ja im verstärktem Masse aus. Nun werden die Wenigen die sich ehemals dem Druck der „Alten“ entziehen konnten und wie Pilze dienstgradmäßig in die Höhe schossen bekämpft.
Wenn man das Wort Disziplin einwerfen sollte ist festzustellen, dass es diese hier und auch allen anderen Reichs- und Parteistellen nicht gibt! – Eine Erscheinung die zu der Annahme führen muss, dass der Deutsche zwar der beste Soldat der Welt ist, jedoch nur dann, wenn drohend und sausend die Peitsche über und hinter ihm ist.
Es sind fähigere Köpfe an Stelle der „Alten“ getreten, aber die Atmosphäre ist vergiftet, von Misstrauen und Hass gegen alle andern, selbst gegen die besten Freunde geschwängert.
Keiner sitzt ruhig auf seinem Platz, jeder hat Angst, von unten bekämpft oder von oben getreten zu werden. Die Erfahrungen sind zahlreich und bitter und die Ohren scharf geworden. Zu jeder Anordnung wird der Kampf und der Druck, der böse Wille von oben, in jeder Arbeitsleistung der Unteren das Bestreben des „Kaltstellens“ der eigenen Person gesehen! Nur so ist es zu verstehen, dass alle Berichte (ich kann davon ein Lied singen) verfälscht werden, dass man z.B. das Diktatzeichen des Sacharbeiters, des Referenten oder gar Gruppenleiters wegnimmt und – in allermeist von keiner Kenntnis getrübten – „Überarbeitung“ weiter laufen lässt. Wie sich ein derartiges Vorgehen stimmungs–, aber auch arbeitsmäßig auswirken muss, bedarf keiner weiteren Erläuterung.
Sachliche Arbeit gilt nichts, ist nur Mittel zum Zweck, zu würgen oder zu steigen. Wie oft kommt es vor, ja wie muss sich ein Amtschef der selbst auf diesem Gebiet die besten Erfahrungen hat bei dem Gedanken fühlen, dass Untergebene ihre Vorgesetzten – sei es über Verbündete im Amt selbst – sei es über andere Reichsstellen oder überhaupt nur durch böswillige unkontrollierbare Gerüchte oder anonyme Anzeigen – „hinausbeissen“.
Welch eine Rolle spielen die „Stenotypistinnen“! Sie sind einerseits der beste und billigste „eigene Nachrichtendienst“ und andererseits der beste und schnellste „Nachrichtenübermittlungsweg“ für hübsche/ allerlei an Gerüchten, böswilligen Anschuldigungen etc. Es ist ein viel gebrauchtes Mittel über das Herz (es muss ja nicht einmal immer dieser beschwerlicher Weg genommen werden) die Schreibtischschubladen und die Panzerschränke, ferner die laufende Arbeit seines Nebenmannes, Vorgesetzten oder gar Untergebenen zu kontrollieren. (Sofern man die Schreibtische und Panzerschränke nicht selbst mittels Nachschlüssel kontrolliert.) Einige Gewiegte haben sogar herausgefunden, dass sich Unterführer z.T. sogar Führer der techn. Abteilung gegen Trinkgeld in Natura oder in Beförderungen herbeilassen, Schlüssel zu liefern. Einige Ängstliche haben die verschiedensten Theorien zur „Sicherung“ dieser Möbel wie z. B. verriegeln von innen, Zwirn usw. gefunden.
Eine weitere recht geübte Methode ist übrigens das Abhören der Tel. Anlagen. Ein Verfahren das im eigenen Amt wie auch gegen und unter den übrigen militärischen und zivilen Reichstellen üblich ist.
Mit jedem wird konspiriert: mit der Stenotypistin, mit dem Untergebenen, ja sogar mit den Unterführern und Mannschaften. Der Zweck heiligt die Mittel: In der Nachrichtenarbeit im allgemeinen aber auch im inneren (der sogen. „innere ND“. –– Ja, ich hab’ es z. B. persönlich miterlebt, dass man offen vor und über ausländische Agenten und Vertrauensleute Intrigen startet).
Und zu welchem Zweck das alles: wozu kontrollieren und spionieren im eigenen Bau? Ja, wird stets erklärt, dass das die Arbeit mit sich bringe. (Das kann zutreffen, wenn man schon die dienstlichen Arbeiten verlottern lässt, so muss doch in der Branche ein Ausgleich gefunden werden. Und außerdem lohnt es sich ja, was man von der Arbeit nicht sagen kann, denn erstens wird ja doch alles verfälscht und nicht gewürdigt und außerdem gibt es da ein treffliches Sprichwort: „Beim SD ist noch keiner gefallen weil er nicht arbeitete – nur die Opfer bleiben am Schlachtfeld die arbeiten“.
Tatsache ist, dass fast jeder Schmutz an den Fingern hat und dass übrigens der Schelm – hier übrigens nicht mit Unrecht – über die andern denkt wie er selbst ist! Es lohnt sich dieses Schnüffeln meist doch. Das ist das Geheimnis!
Jedoch dies alles darf keineswegs zu der Ansicht führen, dass der deutsche ND ungefährlich ist, weil er ausschließlich sich selbst beschnüffelt, das ginge zu weit. Abgesehen von all dem ist das Amt VI ein Apparat der sich sehen lassen kann und der etwas leistet!! Allerdings kann man vorsichtig geschätzt die tägliche Arbeitszeit des “Sichbeschnüffelns” und des Intrigierens je nach Veranlagung des Einzelnen veranschlagen mit ½ bis ¾.
Unterschätzen darf man allerdings auch die psychische Belastung nicht, der durch diese Atmosphäre natürlich in seiner Arbeitsleistung stark belastet ist.
Noch kurz zum Geld zurück: Während sich beim Aufbau des SD der Mangel an Geld äußerst nachteilig auswirkte und tatsächlich arbeitsmäßig schwere Schäden verursachte, kann man in den letzten Jahren tatsächlich von einer Überschwemmung von Geld sprechen. Das Reich und seine Führung hatten nämlich die entscheidende Wirkung eines leistungsfähigen Auslandsnachrichtendienstes erkannt und unterstützten von nun an (– seit Kriegsbeginn) das Amt VI, allerdings nur in Reichsmark mit allen Mitteln.
Die ausländischen Devisen sind beschränkt insbesondere wenn man die ungeheure Grösse dieser Apparate einkalkuliert. Der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Dr. Landmann kann nämlich im Monat nur den Gegenwert von 100.000 Dollar in Devisen zur Verfügung stellen. Durch diesen plötzlichen Goldstrom kam es natürlich zu ungesunden Zuständen: Dass man seinen Untergebenen gegenüber das Vertrauen aufbringt, dass er seine Nachrichtemittel ehrlich verrechnet und man keine Belege dafür fordert (die ja oft nicht erbracht werden können), ist an sich verständlich.
Dass aber die Sitte einreißt, seine pers. Lebenskosten aus Nachrichtenmitteln zu bestreiten, steht auf einem anderen Blatt. (Ich kenne Leute, die monatlich 1200 RM und mehr verrechnen). Hier nützt es nichts, Papiere und Formulare zu drucken, von Gruppenleitern, von Referenten, vom Sachbearbeiter hinsichtlich der Richtigkeit gegenzuzeichnen zu lassen. Hier kommt es darauf an, ob ein Mensch sauber ist oder nicht! Eine Summe dreckiger Menschen machen binnen kurzem den ganzen Apparat dreckig. Wenn hier nicht der Vorgesetzte mit gutem Beispiel vorangeht und energisch derartige Schweinereien unterbindet, geht jede Moral kaputt. Hier wurde ein grundlegender Fehler begangen. Von oben bis unten wurde in kürzester Zeit der Apparat restlos schmutzig, jede Schranke eingerissen und von hier aus war der Weg zu Schweinereien und Korruption in grösstem Ausmasse gegeben und wurde auch von mehr als 60% der Angehörigen beschritten. – Man darf sich aber dann nicht über den Geist in einem solchen Amt verwundern! Wenn heute oder morgen wieder einer ertappt wird und auf ihn geschimpft, das Vergehen verurteilt – am lautesten schreien die, die selbst das schlechteste Gewissen haben. – Wenn einer vom andern fürchten muss, dass er ihn verrät, dass er ihn hochgehen lässt, so kann man nicht mehr von Disziplin und von Arbeitsleistung sprechen, geschweige denn eine solche fordern.
Das hier gesagt gilt ebenso für alle übrigen Staats-, Partei- und Wehrmachtsstellen (am drückendsten sind hier die Militärverwaltungen).
– Wenn man aber glaubte, dass die Exekutive besser ist, so geht man auf einem grossen Irrtum!
Man darf sich unter diesen Voraussetzungen keineswegs wundern, wenn man hört, dass z. B. von 240 Angehörigen der Dienststelle des Beauftragten des Chefs der Sipo und SD in Brüssel bereits über 211 Strafakten geführt werden, oder dass von den Angehörigen dieser Dienststellen sämtl. Mann die bei der „Judenaktion“ beteiligt waren (ohne Ausnahme!) sich vor dem SS-Gericht wegen Diebstahl usw. zu verantworten haben (Ein gleicher Zustand, der m. Wissen auch in Paris, in Haag und Berlin eintrat). Man darf nicht darüber erstaunt sein, wenn man hört, dass z. B. höchste Stabsof. (mir sind u. a. Fälle eines Majors, zweier Oberste und sogar eines Generals der Wehrmacht bekannt) wegen Schiebung, Bestechlichkeit und Korruption an die Wand gestellt wurden (im Juli 43 waren es in Belgien allein 18 Of.), ja wenn sich sogar Generalstabssof. als bestochene Agenten der Spionage gegen Deutschland hingeben. (z. B. ist mir pers. sehr gut ein Fall eines Hptm. im Generalstab bekannt).
Ich habe mich allerdings bei den Beispielen auf Of. und Heeresangehörige beschränkt. Könnte aber in den Reihen der SS ganz andere Fälle aufzeigen, z. B. wird vom SD in Brüssel Benzin im Schleichhandel verkauft, während die Gestapo schon am 20. jedes Monats ihre Tätigkeit einstellen muss. Die Sache „fliegt hoch“ jedoch nichts geschieht den Schuldigen, sie haben zu gute Beziehungen. Sie werden unter Beförderung versetzt. Die Beamten der Gestapo werden z. B. dick und fett, haben Weinkeller voll der erlesensten Spirituosen – alles Beute aus Beschlagnahmungen – aber in Lazaretten fehlt es in diesen Dingen!
Nach dem Einmarsch in Oesterreich trat innerhalb des Amtes eine neue Gruppe, wenn auch vorerst nur zaghaft in Erscheinung: Die österr. Gruppe! – Es handelte sich hier zu Beginn um die Angehörigen der sog. „Sonderlinie Oesterreich“ (der Spionageorganisation, die mit Deutschland zusammengearbeitet hatte). Führer der „Sonderlinie Oesterreich“ war der jetzige Chef der Sipo und d. SD, SS-O-Gruf. Dr. Kaltenbrunner. Vorerst trat K. hinsichtlich des ND nicht in Erscheinung, da er zum höheren SS u. Polizeiführer in Wien und zum Führer des SS-Oberabschnittes „Donau“ (der allgemeinen SS) ernannt wurde. Mit starker Unterstützung des schon früher erwähnten SS Brigadechef Jost machten langsam der aus Oberösterreich stammende SS-Stubaf. und Major d. W-SS Wanek u. der SS-Stubaf. u. Major d. W-SS Dr. Höttl (aus Wien) von sich sprechen. – Als allerdings Jost abgelöst wurde, wurde auch Dr. Höttl erst zur Disposition gestellt, kurz darauf aber zur Gruppe abgestellt. Wanek wurde unterdrückt. Die österr. Gruppe schien erledigt. Mit der Ernennung Dr. Kaltenbrunners ging es aber die umgekehrte Entwicklung. Wanek wurde frei, Dr. Höttl kurz vor Stalingrad zurückberufen, Skozeny ebenfalls von der Truppe abgezogen und zusammen mit weniger wichtigen SS-Führeren, die Oesterreicher sind ging der Kurs gegen das Altreich los.
Wanek, Skozeny und Dr. Höttel übergingen – und übergehen mit tödlicher Sicherheit – den Amtschef und verhandelten direkt mit Kaltenbrunner. Man brachte es in Kürze fertig Schellenberg bei Dr. K. zu diskreditieren und ihn zu einer Schachfigur in einem allerdings äusserst kühnen Spiel herunterzusetzen. Man sagte die Gruppenleiter VI E und VI S ab, schwang sich auf deren Stellen, stützte die Gruppen von Altreichsdeutschen, (allerdings mit gewissen Ausnahmen) und ging nun planmässig dazu über eine gewaltsame Zersplitterung des Amtes herbeizuführen. Heute ist es schon so weit, dass die Gruppe VI E in Wien sitzt – und Schellenberg in keiner Weise akzeptiert und das VI S – Skozeny – binnen kurzem ebenfalls nach Wien übersiedeln wird.
Dies alles mit der vollen Unterstützung Dr. K’s, der erstens durch den Ausspruch: „Nur Ostmärker sind für Nachrichtendienst geeignet“ offen gezeigt hat, dass es im Amt VI anders werden muss und zweitens (wie er mir selber sagte) sehr froh ist, auf diese Weise öfters „Ausflüge“ nach Wien machen zu können. Betrachtet man die „Oesterreichische Gruppe“ näher, so kommt man zu folgender Feststellung. Diese Männer sind zweifellos den übrigen Angehörigen von VI geistig, bildungsmässig und gesellschaftlich überlegen, dafür noch gerissener und intriganter. (Ein typisches Beispiel für die Machenschaften dieser Gruppe ist folgendes: Der SS-O’stubaf. Dr. Hämmer war Gruppenleiter VI E. – Wanek und Dr. Höttel unterstanden ihm. Ausser Zweifel ist, dass zumindestens Dr. Höttel persönlich Dr. Hämmer weit überlegen war.
H. musste fallen. Beim O’Gruf. Dr. Kaltenbrunner diskreditiert, musste er das RSHA verlassen und die Leitung des Invasionsnetzes in Italien übernehmen. Hinter dem Rücken H.’s wurde nun ein zweiter, SS O’Stubaf. Dr. Elling, unter dem Siegel der Verschwiegenheit mit derselben Aug be betraut. Eine I-Liste Dr. Hammers wurde nun gestohlen, sie bekannten Agenten des Intelligence Service ausgehändigt, die dann kurz darauf festgenommen wurden. Dr. A. erledigt und bekam Ende Dez. 43 einen Zwangsaufenthalt (München) zugewiesen. Nun verhält es sich innerhalb der Gruppe VI E so, dass man in keiner Weise voraussagen kann, wie lange die Einzelnen zusammenhalten werden. Spätestens aber nach Sprengung des Amtes VI wird – in verstärktem Masse – der Machtkampf entbrennen (ein typisches Beispiel: Wanek ist heute Gruppenleiter VI E, Dr. Höttel sein Vertreter, Dr. H. denkt in keiner Weise sich W. zu unterstellen – so wird nun – allerdings im höheren Interesse ohne Streit – nebeneinander gearbeitet!) Die besten Aussichten hat beim O’Gruf. Dr. K., der SS-Stubaf. Skozeny, als dessen langjähriger persönl. “Duz-Freund”, in zweiter, Linie aber Wanek, der aber geistig etwas beschränkt ist und dem Dr. Höttel wohl momentan unterlegen ist, der sich gegen diesen jedoch nicht auf die Dauer zu behaupten in der Lage ist. Dr. H. ist sicher begabteste unter diesen Männern, sicher aber auch der grösste „Ehrgeizling“. Andererseits verfügt er aber nicht im Entferntesten über die Vitalität eines Skozeny oder gar eines Wanek.
Die Frage, ob Dr. Kaltenbrunner sich überhaupt halten kann und ob seine 3 “Gefolgsmänner“ einig bleiben ist nicht abzusehen. Derzeit trifft es noch zu, was morgen ist kann ich nicht beurteilen.
Die Hauptbeauftragten.
Wie ich in meinen Ausführungen über das Amt VI bereits erwähnt habe, hat der SD in sämtlichen Ländern Hauptbeauftragte eingesetzt. Nachstehend will ich die mir bekannten HB anführen:
Schweden: SS-Sturmbannführer Dr. Chban.
Ungarn: SS-Sturmbannführer Hanke (Vertr. SS-Sturmbannführer Orban).
Finnland: SS-Hauptsturmführer Walter Daufeldt (Bruder des HB Schweiz).
Schweiz: SS-Sturmbannführer Hans Daufeldt (über Friederich Pruvschel).
Türkei: SS-Hauptsturmführer Moor in Adana.
Rumänien: SS-U’Stuf. Alliger (Bukarest).
Bulgarien: SS-U’Stuf. Waber (Sofia).
Spanien: SS-U’Stuf. Theo Arnold (Vertr. SS-H’Stuf. Maiwald). über Frau Amalia Manro Lopes – Madrid – Siesta 76.
Portugal: SS-Sturmbannführer Nassenstein über Francisco Cruz, rua Eduardo Brazao 4.
Dienststelle Argentinien: SS-H’Stuf. Becker. Vertr. SS-O’Stuf. Franzog (Funkfachmann), 11 Mann. über Jose Mompo, Direktor der Firma Alvarez y Cabanna, Buenos Aires, Sarmiento 99, Stichwort „Saludos de Pepe de Sagunto“. 4 Grossender und 16 Kleinsender.
U.S.A.: Seifert – Kalifornien, Los Angeles.
6) Nachrichtenarbeit des SD in der Schweiz.
Während früher das Länderreferat „Schweiz“ bei Amt VI bei VI B 2 (alt.) (jetzt VIB 3 neu) lief und unter Leitung des stellvertr. Gruppenführers VI B, SS Obersturmbannführer Bernhard, bearbeitet wurde, wird nun die Schweiz bei VI B 1 (neu), ehemals VI E 1-2 geführt. Referent VI B 1 (neu) ist der SS-Sturmbannführer Dr. Hügel der das Referat allerdings erst im Dezember 1943 von Dr. Höttel übernahm. Bei der Übernahme von VI E 1–2 (Italien) und VI E 1 (Vatikan, SS-Obersturmführer Reissmann) wurde das Länderreferat Schweiz von VI B 2 (alt) abgetrennt. Von VI B 1 (neu) wird nun die Schweiz und Italien bearbeitet!
Gleich bei Beginn des Aufbaues des Amtes VI in seiner jetzigen Form (1938) übernahm der SS-Hauptsturmführer Zschunke (Marcel Z.) das Referat „Schweiz“. –
Z.’s Vater ist Deutscher, seine Mutter Südfranzösin (aus Lyon). Er selbst wurde durch lange Jahre in einem schweizerischen Pensionat (in Genf?) aufgezogen, nachdem seine Mutter in zweiter Ehe einen Baron Rüdt v. Collenberg, Bruder des ehemaligen deutschen Gesandten in Mexiko, geheiratet hatte. (Allerdings ist die Mutter 1942 gestorben). Nach der Verheiratung Z.’s mit Marie José Adries (einer Belgierin) fiel er beim RF SS in Ungnade und wurde Ende 1943 über den Gruppenleiter VI B, SS-Obersturmbannführer Eugen Steimle, nach Bjalistock versetzt. Allerdings laufen seit Neuestem Bestrebungen Zschunke – der teilweise unter dem Decknamen Ing. Max Zeller – gearbeitet hat, aus dem Osten herauszuholen und ihn zum Attachekorps (unter SS-Standartenführer Dr. Zinn) abzuordnen.
Von da aus soll Z. angeblich in die Schweiz entsandt werden (man spricht vereinzelt auch von einer Abberufung Daufeldts und Einsetzung Zschunkes als Hauptbeauftragten – HB).
Nach Abgang Zschunkes führte der SS O’Stubaf. Bernhard das Länderreferat „Schweiz“ in eigener Regie, zumal der SS Oberführer Schellenberg auf gewissenhafteste Bearbeitung dieses Referates stets drängte.–
Man steht in Berlin nämlich auf dem Standpunkt, dass die Schweiz heute nachrichtl. das interessanteste Gebiet sei, da hier die Fäden der gesamten Wdt zusammenlaufen. – Nach dem neuerlichen Wechsel des Länderreferates Schweiz, ist mir nicht bekannt, ob Dr. Hügel selbst die Schweiz bearbeitet, oder ob ein neuer Referent „Schweiz“ ernannt wurde!
Der Hauptbeauftragte Schweiz ist seit – Mitte 1941 – der SS-Sturmbannführer Daufeldt, der als Vize-Konsul in Lausanne arbeitet!
Der SS Stubaf. Hans Daufeldt stammt aus Kiel und ist alter SS-Angehöriger (seit 1929) und einer der ältesten SS-Führer im Amt VI. – Bis zur Umorganisation des Amtes VI (Anf. 1940 – Zentralisierung) war Daufeldt vorerst Blockstellenleiter Nord (in Hamburg) und ab 1938 Hauptbeauftragter Nord. – – Nach Einziehung der Hauptbeauftragten Nord, Ost, West und Süd übernahm D. bis Mitte 1941 (?) die Gruppe VI D (England, N. und S. Amerika). In dieser Tätigkeit versagte D. vollkommen. Zwischen ihm und dem SS Oberführer Schellenberg kam es zum offenen Bruch! – D. reichte nun bei SS Obergruppenführer Heydrich ungefähr Mitte 1941 ein Gesuch um Abkommandierung zur Truppe ein und wollte darauf – er rechnete selbstverständlich, dass das Gesuch abgelehnt würde – Schellenberg seine Macht zeigen und ihn zwingen ihn als stellvertr. Amtchef VI in Vorschlag zu bringen – Doch das Gesuch wurde bewilligt!
D. war erschlagen! Selbigen Tags aber fuhr Schellenberg in Urlaub und D. hatte nun freie Hand zu verhindern, dass er wirklich der Truppe zugeteilt wurde! Er ging zu seinem alten Freund, dem SS-Gruppenführer Streckenbach, dem damaligen Amtchef I (personal – Str. war nach dem Tod von Heydrich vertretungsweise Chef der Sipo. und SD, allerdings nur vorübergehend – Zwischen Dr. Kaltenbrunner und Str. kam es nach der Ernennung des ersteren zum Chef der Sipo. und SD sofort zum Krach und Str. wurde zur Disposition gestellt!)
Str. ging zu Heydrich und bestimmte diesen die Genehmigung des Gesuches D’s zurückzurufen. Heydrich, der äusserst leicht beeinflussbar war, tat dies auch. – Schellenberg kam zurück und die Situation wurde untragbar! Einer von beiden musste gehen! – (Schellenberg war damals noch SS-Obersturmbannführer!)
Nach Entscheidung Heydrich wurde nun D. abgeschoben, allerdings unter Ernennung zum Hauptbeauftragten „Schweiz“. D. wird allgemein als äusserst vitaler und agiler Mensch beschrieben, der es versteht sich durch rücksichtslose Ellenbogenpolitik durchzusetzen. Persönliche Unkorrektheiten werden ihm z. B. von dem SS-H.Stuf. Carstenn (ebenfalls ein alter Kieler) vorgeworfen.! – D. hat lediglich Volksschulbildung – innerhalb des Amtes VI wird D. von verschiedenen Seiten äusserst stark angegriffen. –
Nachdem ich niemals Gelegenheit hatte und ferner mir damals auch das besondere Interesse fehlte mich um den „Nachrichtendienst Schweiz“ zu kümmern, kann ich über die Nachrichtenfäden die innerhalb der Schweiz liegen keine genauen Angaben machen.
In kurzen Zügen will ich die Fäden, die mir bekannt sind aufrollen:
- Friedrich Puerschel, Chemin sur l’Aigle 5 La Tour de Peilz. P. wird als unauffällige Anlaufadresse für Daufeld angegeben.
- Internationale Filmkammer Verbindung zu Amt VI: Prinz. War öfters (wie er mir selbst mitteilte) in der Schweiz.
- Internationale Rechtskammer: Gen.Sek. Dr. Pfeiffer (SS Hauptsturmf. im SD Amt VI. Verbindungsmann SS-H’Stuf. Amthor.)
- (Internationale) Kongresszentrale: Verbindungsmann SS-U’Stur. Dr. Schweig (VI C–Kult) (war, wie er mir mitteilte öfters in der Schweiz).
5. Thomas, Industrieller, wohnhaft Berlin (Nähe Adolf Hitlerplatz) verheiratet mit einer Krupp v. Bohlen und Halbach; ist Mitarbeiter des Referates VI B 1 (neu) (Italien Schweiz). Oft in der Schweiz! Hat über Rechtsanwalt Hürlimann in Zürich Verbindung zu seinem Bruder H.M. Thomas – Buenos Aires, cale penja 2196 (6 piso). H.M. Thomas leitet den nunmehr getarnten Führmannkonzern in Argentinien. - Frau von Pannwitz, Zürich, Hotel Baur au Lac, früher sehr deutschfreundlich. – Tochter hat engl. Oberst, der beim Intelligence Servis arbeitet, geheiratet. Seit längerem gebärdet sich Fr. v. Pannwitz äusserst anglofil! Hat jedoch gute Beziehungen zu Reichsmarschall Göring. In Berlin Vermutung, dass Fr. v. P. Informationsperson Görings ist.
7. Dr. Prager, Deutscher, wohnh. Varese, via sacchi 23 (?) Arbeitet nach Auskunft von SS-H’Stuf. Heiner für Dienststelle Mailand in die Schweiz.
8. Dr. Bertel, Angehöriger des ungarischen Nachrichtendienstes. Arbeitete mit SD Amt VI gegen Geld zusammen. Öfters in der Schweiz: Hat hier mit einigen Engländern (Intelligence Service) Verhandlungen geführt: Angeblich diese Nachrichten über Deutschland zu kommen lassen (Zusammenarbeit derzeit eingestellt).
9. Hodeige (Belgien) Berichterstatter des „Soir“ und des „Nouveau Journal“ in Paris! Hat guten Nachrichtenapparat in der Schweiz und arbeitet über Dienststelle Brüssel gegen monatl. Fixum von 15 000 Bfr. mit Amt VI.
10. Pro juventute – Der Gründer ist einer der Hauptaktionäre der „Emprein-Konzernes!“ – ein gewisser Baron Louis Empain. Der Generalsekretär des Empain-Konzern namens …in Brüssel liefert gelegentlich über Dienststelle Brüssel Nachrichten für Amt VI über die Schweiz.
11. Paul Heymans: Leiter der belg. Winterhilfe, gute Beziehungen zu Leopold III. (Verbindung zu ital. Kronprinzessin). Zu Kard. van Roy, Erzbischof von Mecheln antideutsch!
Amt VI S Agentenschulen.
A Oranienburg b/Berlin
b Den Haag
C Belgrad
Gruppenleiter : SS Stubaf. Skozeny.
Erst relativ spät kam man beim Amt VI zu der Einsicht, dass der nun mehr grosszügigst ausgebaute Nachrichtendienst auch einer gründlich durchdachten Agentenschule bedürfe. Im Jahr 1940 hatte man für Angehörige des Amtes VI, die neu dazu gestossen waren, lediglich individuelle Einführung durch den nächsten Vorgesetzten angewandt. Praktisch lief eben diese „Einweisung“ darauf hinaus, dass der betr. Vorgesetzte – sei es aus Faulheit, sei es aber aus tatsächlicher Arbeitsüberlastung – nicht dazu kam eine sorgfältige Schulung durchzuführen und den Mann einfach dazu leitete, Karteien und Registraturen usw. zu führen. Gleichzeitig mit der Registraturarbeit bekam der Mann die Weisung das Material durchzulesen. Nach einiger Zeit ging man dazu, den betr. Angehörigen anzuweisen, bestimmte Aktenauszüge zu fertigen und bildete so den Mann heran, den techn. Aufbau, den Schriftverkehr und endlich die Materie selbst kennen zu lernen. Nach überprüften ersten ND-Arbeiten wurde ihm dann normalerweise ein vorerst festes Aufgabengebiet übertragen (normalerweise dauerte diese Art der Einführung 6 Monate. – Allerdings musste in der letzten Zeit die Einführung auf 4–8 Wochen herabgesetzt werden, da Sachbearbeiter dringend benötigt wurden). Diese Art der Ausbildung hat viele Schattenseiten. Der Mann lernt vielleicht in gewisser, jedoch immer dilettantischer Weise sein Sachgebiet kennen, gewinnt aber nie den vollen Einblick in die Gesamtarbeit, lernt nicht die Fragen von hoher Warte zu sehen und zu werten, und wird wenn er nicht zufällig die Gelegenheit hat, z. B. laufend an grosszügigen Besprechungen teilzunehmen, trotz allem Fleiss nie über Mittelmässigkeit hinauskommen. Es wird ihm dann immer an der grossen Linie fehlen, und er verfällt meistens in den Fehler, sich in Kleinigkeiten zu verlieren. – In den letzten Jahren ging man nun dazu über, die Angehörigen von VI zuerst bei III durchlaufen zu lassen, da hier eher das Wichtigste – nämlich das Praktische – Nachrichtenarbeit und das entspr. Auftreten – vermittelt werden kann.
1940 wurde für die jüngeren Angehörigen des Amtes VI ein 9 monatiger Lehrgang abgehalten, der die Anschauung über die gesamte Arbeit eines Nachrichtendienstes übermitteln und in dem überdies gewisse (je nach Länderblock der Angehörigen) Fremdsprache unterrichtet werden sollte. Ausserdem war geplant, den Angehörigen gesellschaftl. Auftreten (wenn man so etwas überhaupt lernen kann!) beizubringen und Ihnen Tanzen, Reiten, Fechten und weitere Sportarten (z. B. Golf, Tennis usw.) zu lernen.
Eine solche Ausbildung wäre äußerst nötig gewesen, da (wie ich schon in den allgemeinen Ausführungen niedergelegt habe) die Leute aus den denkbar kleinsten Verhältnissen stammten und sie auf jedermann, der der gebildeten und kultivierten Schicht angehört, den denkbar armseligsten Eindruck machen mussten. Wenn nun aber diese Leute – selbstsicher waren sie meistens auch noch – zu Gesellschaft eingeladen waren, so gab es Szenen, dass ein „Knigge“ die hellste Freude an solchen Musterexemplaren gehabt hätte! (Eine Erfahrung habe ich allerdings machen können, die mich tief beeindruckt hat: Die westliche Bevölkerung Europas, selbst die besten Kreise – die übrigens z. B. bezüglich der Tischsitten schon äußerst freizügig sind – merkten das Ungehörige, ja Unmögliche in dem Auftreten dieser Männer gar nicht. Wohl deshalb, weil sie gesellschaftliche Manieren bei den Deutschen im Allgemeinen nicht voraussetzten.)
Die vielversprechende Schulung fiel übrigens ins Wasser. Amt I (Personal, polit. Schulung usw.) erklärte für die Ausbildung zuständig zu sein, ein Anspruch dem VI nicht beipflichten konnte (natürlich!) weil es sich um eine fachl. Ausbildung innerhalb des Amtes VI handelte.
Keiner ließ locker und wie eine Entscheidung (nebenbei ein Kompromiss, der in nächster Zukunft neuerlichen Auseinandersetzungen führen hätte müssen) gefällt war, hatten weder VI noch I Lust den Machtkampf in diese Frage nochmals aufzurollen (VI sollte I schriftl. Unterlagen geben, was unterrichtet werden sollte). Inzwischen waren aber 11 Monate vergangen. Während in Polen, Norwegen und Frankreich der Krieg tobte, saßen ca. 100 junge Männer 9 Monate arbeitslos (allerdings bezahlt! Ein einmaliges Geschehen!) in Berlin herum. Nebenbei haben bei der Haltung der jüngeren VI-Leute diese nutzlos verbrachten Monate viel Schuld. – Ein neuerlicher Versuch die Angehörigen von VI aus- bzw. weiterzubilden wurde bis jetzt noch nicht gestartet!
Von einer Ausbildung der Agenten 1941 kann man eigentlich nicht sprechen. In einigen Stunden klärte sie der SS-Führer – der ihren Einsatz leitete – kurz über Sinn und Zweck der Nachrichtenarbeit auf und gab ihnen die für ihren Fall nötigen Spezialanweisungen und Aufträge.
Bald aber stellte sich heraus, dass die Schulung der Agenten planmäßig betrieben müsse. Als der Führer nämlich nach dem Tode Heydrich’s die Vergeltungsaktion (die unter der Bezeichnung „Otto“ lief) anordnete und Agenteneinsatz (von zentraler Stelle) und in grossem Ausmass durchgeführt werden musste, versagten die bisherigen Methoden völlig.
Bei der Gruppe VI F wurde der Stab für die Aktion „Otto“ aufgebaut. Verschiedenen Männern wurde die Ausbildung zugewiesen. (Bei VI F, da es sich hauptsächlich um techn. (S) Einsätze handelte.) Bei der Ausbildung der – fast durchwegs – ausländ. Agenten wurden nun eine Reihe Fehler gemacht. Die Schulung schlampig durchgeführt, die Agenten teils schlecht behandelt, teils durch Geld und Sonderrationen (Zigaretten, Fleisch, Fett, Schokolade usw.) vollkommen verdorben. Die Betreuung war als sehr schlecht zu bezeichnen.
Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Agenten 1. fast durchwegs vorbestrafte Verbrecher waren und 2. sie in versch. Unterkünften (Hotels, Pensionen) unterrichtet wurden. Wenn man sich also vorstellt, dass z.B. 200 Agenten in ganz Berlin meist zu 2. wohnend von einem Stab von ungef. 10 Mann geschult werden sollten kann man sich vorstellen, dass die Agenten arbeitsmässig nicht voll ausgelastet werden konnten und Schweinereien einreissen mussten. (Das klägl. Scheitern der Aktion „Otto“ ist meines Erachtens in erster Linie auf mangelhafte Schulung zurückzuführen.) Ende 1942 beauftragte der Obergruf. Dr. Kaltenbrunner den SS-Stubaf. Otto Skorzeny mit dem Ausbau und mit der Führung der Agentenschulen. Nach langen Streitigkeiten mit VI, das auch weiterhin die Schulung allein durchführen wollte und sich sträubte techn. Fachleute für Schulung zeitweise abzustellen, setzte sich Skorzeny, dank seinem längeren Arm bei Dr. Kaltenbrunner, durch. – Agentenschulen wurden nun in den Haag, Berlin, Friedrichshafen und Belgrad eingerichtet.
Wertungsmäßig ist festzustellen, dass infolge der Eigenschaft Skorzenys, sich für etwas momentan in die Schanze zu schlagen, kurze Zeit darauf aber alles Interesse zu verlieren, die Schulen wenig Fortschritte zeigen konnten. Auch die Aussicht Skorzenys, diese Schulen – die einstweilen fast durchwegs Ausländer ausbilden – streng militärisch aufzuziehen, ist meines Erachtens ein Fehlgriff. Nach einem gewissen Anlaufen der Schulungen wurde nunmehr begonnen, die Agenten der I-Netze zu schulen. Die Agenten werden in der Nacht auf finsteren Wegen in die Schule gebracht. Sie dürfen weder die Stadt noch die Lehrkräfte – die neuerdings nur noch in Zivil unterrichten – namentlich kennen. Der Unterricht wird erteilt in: Sinn und Zweck des Nachrichtendienstes, Auftreten des SD-Mannes, Nachrichtenbeschaffung, Nachrichtenübermittlung, Funk, Geheimtinte (sie lernen nur die alten Methoden im Prinzip kennen), Code, Sabotagewesen, technische Verwendung von S-Material, Aufziehen eines eigenen Nachrichtendienstes, Schießen usw. Zur Freizeitgestaltung gehören: Schwimmen, Tennis, Leichtathletik usw.
“Deutsche Agenten in Irland”.
(Zu einer Notiz NZZ 17.1.44 Abendblatt).
Seit längerer Zeit versucht der Gruppenleiter VI D SS-Stubaf. Dr. Peffken in Zusammenarbeit mit dem Referenten VI D SS-Oberstuf. Dr. Schüttekopf, Nachrichteneinsätze in England zu starten. Im Juli 43 fuhren Dr. P., Dr. S. und ich (nur auf 3 Wochen) in das engl. Kriegsgefangenenlager in Oberursel. Nachdem schon im Oflag deutlich zu sehen war, dass es nicht gelingen werde, auch nur einen engl. oder amerik. Off. zum Nachrichteneinsatz gegen England zu finden, widmeten sich Dr. Peffken und Dr. Schüttekopf nunmehr dem STALAG. Das Vorgehen der beiden im Oflag war geradezu lächerlich. Allerdings muss bei Wertung der Arbeit der beiden gesehen werden, dass sie über keinerlei Einführung im Nachrichtendienst verfügten, sondern von ca. 6–8 Monaten von der Truppe abgestellt wurden (Dr. P. wie auch Dr. Sch. waren m. W. vor dem Kriege einige Jahre in England). Zum Amt VI kam Dr. P. (soviel ich weiss als SS-Oberstuf. der Trp.) durch seine persönliche Freundschaft zu Oberführer Schellenberg. In kürzester Zeit übernahm Dr. P. die Führung der Gruppe VI D und machte sich hier binnen Kürze zum Gespött des Amtes, da er einerseits keinerlei Erfahrung, ja nicht einmal das notwendige Fingerspitzengefühl mitbrachte, andererseits aber mit Unverschämtheit seine manchmal nahezu grotesken Einfälle vertrat und ihnen durch eine skrupellose Ellbogentaktik und seine Freundschaft zum Amtschef Geltung zu verschaffen verstand. Dr. Sch., ein enger, persönlicher Freund Dr.P’s wurde (als SS-U’ntersturmführer ‘Stuf. der Trp.?) durch diesen zum Amt VI geholt und übernahm das Länderreferat England.
Sowohl die alte Gruppe (siehe Amt VI), insbesondere hier der Stellvertreter Dr. Peffgens, der SS-Hauptsturmführer Carstenn(Ref. VI D 1 Amerika), bekämpft Dr. P. und Dr. Sch. Unterstützt wird C. (der wohl über einige Erfahrung im Nachrichtendienst verfügt, sich jedoch andererseits lediglich durch haarsträubende Dummheit auszeichnet und nur durch die Tatsache, dass er Träger des „goldenen Ehrenzeichens der NSDAP“ ist — diese Stellung erreicht haben dürfte) von allen Angehörigen der Gruppe. Von Seiten des besseren Flügels im Amt VI (Skorzeny, Dr. Höttel und Wanek – arbeiten mit der Unterstützung des Obergruppenführers Dr. Kaltenbrunner — siehe unter „Nachrichtendienst im Allgemeinen“ und Amt VI – Gruppe VI E ) werden Dr. P. und Dr. Sch. als „Vollidioten“ abgelehnt und entsprechend bekämpft.
Zurück nach Oberursel:
Im STALAG fanden Dr. P. und Dr. Sch. nur 3 Engländer und 4 Iren, die sich für Nachrichteneinsatz in England bereit erklärten und zogen diese auch sofort nach Berlin. Die Ausbildung dieser Leute, zusätzlich des Sprechers am deutschen Rundfunk für Irland, O’Reilly (ebenfalls früher kriegsgefangener Soldat in einem STALAG) führten Dr. P. und Dr. Sch. persönlich durch. Mit Ausnahme des Funkunterrichtes wurden die Männer nur von diesen beiden „bemuttert“. Beim Oberführer Schellenberg hatten sich Dr. P., der unbedingt seinen fachlich verheerenden Ruf durch diese Einsätze ausgleichen wollte, völlig freie Hand ausbedungen.
Die Art der Ausbildung dieser Männer, die wie „zerbrechliche Figuren“ behandelt wurden, ja geradezu nicht einmal atmen durften, da sie sonst Anginabazillenetc. hätten schlucken können, fand bei den gesamten Angehörigen des Amtes nur schadenfrohe und höhnische Aufnahme. Ende Dez. (ungefähr während der Weihnachtsstage) wurden über Irland, O’Reilly und der engl. Sergeant (nicht Irländer) Kenny mittels Fallschirmabwurf zum Einsatz gebracht. Wenn nun die engl. Presse anführt, dass die beiden Agenten angeblich den Flugplatz von F anlaufen zu wollen, ist dazu Folgendes zu sagen: Der Einsatz war als reiner Nachrichteneinsatz und keinesfalls als Sabotage gedacht.
In den ersten Januartagen gelangten zwei weitere Männer mittels U-Boot nach Schottland. (Ebenfalls 1 Irländer und 1 Engländer.) Wann der Einsatz der übrigen 4 stattfinden soll, ist mir nicht bekannt. Wenn man jedoch die vollkommene Ahnungslosigkeit und den Dilettantismus der beiden „Einsatzleiter“ einkalkuliert, dürfte man ja sicher binnen kurzem durch die engl. Presse weiter informiert werden.
Die fünfte Kolonne.
Im allgemeinen werden bei der Bezeichnung „fünfte Kolonne“ die Begriffe Nachrichtendienst und politische Einflussnahme durcheinander gemengt! (So wie im Auslande meistens der Fehler gemacht wird, den deutschen ND mit der „Gestapo“ zu identifizieren). Zwei an sich vollkommen verschiedene Tätigkeiten, die aber infolge der Tatsache, dass oft in beiden Fällen die SS dahintersteckt, zusammengeworfen werden. – Während ich in verschiedenen schriftl. Auseinandersetzungen den Aufbau und die Tätigkeit des ND (SD) ausgeführt habe, möchte ich kurz noch zu dem Problem „fünfte Kolonne“ Stellung nehmen!
Das Reich versuchte es mit mehr oder weniger Erfolg seit ungef. 1934 nationalsozial. Bestrebungen im Ausland – heimlich oder offen, ganz nach den Sachlagen – zu unterstützen. Diese Bewegungen wurden nun indirekt von Deutschland gelenkt und zu einem politischen Machtfaktor in den einzelnen Ländern ausgebaut. Ich will nur einige Fälle anführen: Quislingbewegung, Mussertbewegung, fläm.separatistische Bewegungen, Mosleybeweg., nationalsoz. Partei in Dänemark, Ustaschabeweg. (Nebenbei versuchte Italien dasselbe: Unterstützung der faschistischen Bewegungen, z.B. Rexbewegung in Belgien!) Ferner darf nicht ausser acht gelassen werden, dass es Deutschland stets verstand durch Förderung der chauvinistischen Eigeninteressen der völkischen Minderheiten in den einzelnen Ländern, diese so gegeneinander auszuspielen, dass es gleich zu jeder Zeit Verwirrung und Zersplitterung anrichten konnte, ohne selbst allzuviel starken Druck auszuüben! Unter solchen Voraussetzungen politische Unruhen in einem Land hervorzurufen, ist einfach! Sicher ist ferner, dass der SD durch diese Bewegungen rein nachrichtlich Vorteil zog. (z.T. ganze Gruppen dieser Bewegungen für seine Pläne einsetzte, deren einzelne Mitglieder aber glaubten auf Befehl ihrer Führer zu handeln!) Bei schweren Unruhen, z.B. Invasion in Holland, Belgien, Frankreich, Balkan) wurden diese Parteien (durch Vermittlung des SD) bewaffnet und mit den Parteiführern die Arbeit der sog. 5. Kolonne besprochen; wenn die rein ideologische Bindung Deutschlands zu diesen Bewegungen sich als zu schwach erwies, griff man eben zu Geld und im äussersten Fall zur Gewalt!
Während früher die Reichsleitung der NSDAP in München diese Politik mit Hilfe der Auslandsorganisation betrieb, ging 1941 (mit Ernennung des RfSS zum Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums) diese Arbeit auf die SS über. Unter SS-O’Gruf. Bergen arbeitet nur die “German. Leitstelle” – (die allerdings auch in dem Falle, dass die Neger eine Art nationalsoz. Partei aufziehen, diese unterstützen würde!)
Diese Stelle arbeitet nun engstens mit III B zusammen (siehe Ausführungen unter SD–III B) sofern, es sich um besetzte Gebiete und mit VI falls es sich um ein Ausland handelt.!
Die verrücktesten Versuche z.B. im Ausland eine SS aufzuziehen usw. gehen von dieser Stelle aus! (z.B. in der Schweiz Versuche Dr. Heinr. Bührer über SS Stubaf. Niedweg.)
Das ist also nun in groben Umrissen die 5. Kolonne !!
Das Chemische Institut des S.D.:
Seit drei Jahren besteht innerhalb der technischen Gruppe VI F ein eigenes chemisches Institut, dessen Leiter ein gewisser Dr. Schambacher ist. Schambacher lebte viele Jahre in Amerika und Indien und ist – so bezeichnet er sich wenigstens – Fachmann auf dem Gebiet der pflanzlichen Gifte.
Ich selbst kenne Dr. Schambacher nun seit eineinhalb Jahren und habe den Eindruck, dass auch er einer jener „Fachleute“ ist, die das Amt VI seinerzeit – während des Aufbaus – gerade noch bezahlen konnte. Anlässlich verschiedener Rücksprachen mit dem Gruppenleiter VI F, SS-Sturmbannführer Dörner, und dessen Vertreter, SS-Sturmbannführer Lassig, wurde mir stets erklärt, dass man beabsichtige, Schambacher zu entlassen, sobald bessere Kräfte zur Verfügung stünden.
Positiv weiß ich, dass Dr. Sch. alles, was nicht niet- und nagelfest ist, „irrtümlich“ als sein Eigentum betrachtet und dies mit bewundernswerter Energie vertritt. Trotzdem man Interesse z. B. für Waffen, Munition usw. durchaus verstehen kann, darf dies doch nicht so weit führen, dass derartige Waffen blitzartig den Besitzer wechseln und dann, wenn der rechtmäßige Eigentümer sich dagegen auflehnt, er noch aus dem Zimmer verwiesen wird (z. B. O’Scharf. Anwerber von der A-Abteilung). Ein Umstand übrigens, der schon manches drohende Gewitter auf das Haupt Dr. Sch. heraufbeschworen hat, jedoch zu seinem Glück sich aus Mangel an geeigneter Nachfolgeschaft nie entladen konnte. Dr. Sch. ist nebenbei Schwabe, 50–60 Jahre alt und erzählt jedem, ob er es nun hören will oder nicht, vor seiner Sekretärin die schmutzigsten Weibergeschichten seiner Soldatenzeit. Nun ist es einmal im Leben so, dass da, wo etwas Schmutz ist, noch mehr dieser Art gefunden werden kann. – Seine Laborationsräume strotzen wahrlich vor Dreck. Kein Messglas, keine Retorte ist auch nur annähernd sauber, obwohl seine Laborantinnen wie irrsinnig putzen. Wie ein böser Kobold fährt er umher, macht alles dreckig, hustet und spuckt und gibt unübergeblich Zoten zum Besten.
„Ja, wenn man einen Menschen umlegen will, so ist’s ganz einfach! Drehst ihm das Genick ab und erledigt ist er!“ – einer seiner stereotypen Ausdrücke. Tatsächlich hat aber Dr. Sch. verschiedene Gifte fertiggestellt, die unzweifelhaft ein strahlendes Licht auf ein sonniges Jahrhundert werfen. Er selbst – böses, giftiges, ewig rollendes Quecksilber – hat gefunden, was eben nur ein Subjekt mit derartiger Niedertracht finden konnte:
- Ein Gift, das in Pulverform (weiß) in die Schuhe oder auf das Leintuch gestreut, binnen 14 Tagen Herzschlag hervorruft. – Das Gift verursacht angeblich keinerlei Schmerzen und ist nicht nachweisbar. Durch die Körperwärme tritt es in die Blutbahn.
- Ein Gift derselben Art, das in derselben Frist zum Gehirnschlag führt.
Ferner verschiedene Gifte für Selbstmord, die binnen 1/10 Sek. zum Tode führen.
Als Gifte, die unauffällig zu erhalten sind, gibt er an:
- Methylalkohol: (im Wein oder Cognac), wenn chemisch rein angeblich geschmacklos.
- Natriumnitrit: (z. B. als Zusatz bei Räucherharz für Asthma). Schmeckt wie Salz (z. B. in Speisen) und wirkt erst längere Zeit nachher. – Schwer bei Obduktion nachweisbar.
Geheimtinten.
Geheimtinten werden auch unter der Aufsicht Dr. Schambachers erzeugt. – Von der früher gebräuchlichen Art der Geheimtinten, die mittels unsichtbar gemachter Flüssigkeit erst auf einen gewissen Entwickler reagierten, ist man abgekommen. Grund dazu waren die in jedem Land gebräuchliche Zensur der Auslandspost mit chemischen Stichproben (z. B. Jod, Methylenblau). In U.S.A. wird übrigens jeder Brief, der ins Ausland gehen soll, mittels Quarzlampe untersucht. Derzeit hat die chem. Abteilung 3 Geheimtinten derselben Methode, jedoch verschiedener Wirkung hergestellt. Prinzip: 1 normale Tinte, eine Geheimtinte derselben Farbe und 3 Entwickler. Gebrauch: Mit 2 Federn wird geschrieben, z. B. Ein Schiffsrumpf trägt …. Bei Entwicklung treten die Buchstaben, die mit normaler Tinte geschrieben sind, zurück, die mit Geheimtinte geschriebenen jedoch vor (in dem Moment muss Entwicklungsflüssigkeit abgewaschen werden). z. B. Ein Schiffsrumpf trägt ….
- Art der Geheimtinten: Bei Entwicklung tritt Geheimschrift rot hervor (wird heute nicht mehr angewendet).
- Art der Geheimtinten: Die Entwicklung: Geheimtinte tritt hervor. Normale Tinte etwas zurück.
- Art der Geheimtinten: Dasselbe Prinzip wie unter 2., jedoch selbst für gute Augen schwierig, Unterschied in der Tönung zu finden. (Wird nicht angewandt).
Zur Geheimschrift wird nun folgendes benötigt: 1 normale Tinte 1 Geheim-Tinte 1 Entwickler a) weiss 1 Entwickler b) rot (besteht aus 2 Flüssigkeiten, die zusammengemischt ca. 4 Monate verwendbar sind).
Entwickler: 2 ccm E rot – b) + 9 ccm H₂O (Wasser) + 3 ccm E weiss – a) = 14 ccm
Diese Art der G-Schrift kann nach Aussage Dr. Sch. kein Staat lösen (?). Praktisch gut beim Einsatz Mazedonien und in Afghanistan bewährt.
[…]
Die deutschen Verluste.
Schon die Angabe der Verlustziffern während des Polen-, insbesondere aber die, während des Frankreich- und Norwegen-Feldzuges erregten in gutorientierten Kreisen des Reiches größtes Erstaunen und riefen Skepsis den amtlichen Verlautbarungen gegenüber hervor. Die ersten Verlustangaben über die Winterschlacht im Osten 41/42 wurden selbst von der breiten Masse des Volkes kaum mehr geglaubt!
Nun ist es eine altbekannte Tatsache, dass die nationalsozialistische Führung schon während allen „Wahlen“ im Frieden mit gefälschten Ergebnissen operierte, eine Tatsache allerdings, die der Bevölkerung bis heute vollkommen unbekannt blieb. Bei den Wahlen 1936 z.B. kam es in Berlin zu einem aufsehenerregenden Skandal, als der Leiter der Geheimen Staatspolizei – Stapoleitstelle Berlin – der Oberregierungsrat Richter mit dem Schwindel nichts zu tun haben wollte und dies auch Goebbels und dem Polizeipräs. von Berlin, Graf Stradkowitz (?. nebenbei eine äußerst üble Erscheinung!) gegenüber vertrat. (Richter wurde auf ein Jahr in ein Konzentrationslager überwiesen und ist heute als Oberregierungsrat und Untersuchungsführer in Paris tätig. Derzeit steht R., weil er in seiner Eigenschaft den Grundsatz vertritt, dass jeder, nicht nur der kleine Mann, für Verfehlungen haftbar gemacht werden müsste, vor einem neuen KZ-Aufenthalt, da er z.B. Göring, Goebbels und eine Reihe weiterer Persönlichkeiten verfahrensmäßig belangen will. R. ist, das habe ich in verschiedenen pers. Rücksprachen feststellen können – über die derzeitigen Verhältnisse äußerst erbittert, ein absoluter Individualist und auf das Schärfste gegen die Parteibonzen eingestellt, obwohl er selbst „goldener Ehrenzeichenträger der NSDAP ist“).
Versuche des SD eine etwa genaue Uebersicht über die tatsächliche Höhe der Verluste zu erlangen, wurden durch die Zählung der Todesopfer in den einzelnen Landeskreisen und Städten durch zu Hilfenahme der Landräte, die ehrenamtliche Mitarbeiter des SD sind (ca. 70 %), durchgeführt. Die Zählungen können allerdings keinen Anspruch auf absolute Sicherheit erheben, da nur stichproben-artig und durch Festlegung des Mittels vorgegangen werden konnte. Außerdem mussten die Versuche äusserst vorsichtig durchgeführt werden, da bei Entdeckung derselben durch die NSDAP die grössten Schwierigkeiten in Aussicht standen. — Das OKW nebenbei stellte auch verschiedene Zahlen zur Verfügung, musste aber ebenso vorsichtig vorgehen, da von Keitl ein Erlass vorliegt, der solche Versuche unter Anwendung schärfster Bestrafung (z. B. Degradierung) verbietet. Die Ermittlungsergebnisse des SD lagen bis zum Sept. 42 auf 2,4 Mill. Toten. Das OKW bezifferte die Verluste sogar auf 2,6 Mill.
Dass jedoch ein mehrfaches der Verluste des Weltkrieges zu beklagen ist, streitet heute nicht einmal die Reichskanzlei ab (Reichsleiter Bormann gab mir das im Mai 43 (?) unumwunden zu!).
Nur einige konkrete Beispiele:
In dem Orte Gars a. Kamp (Waldviertel-Niederöster.) zählt ca. 5’000 Einwohner. Im Weltkrieg waren – 32 Tote zu beklagen, heute – 100. In Kamegg a. Kamp, 300 Einwohner (5 km v. Gars) im Weltkrieg 14 Tote, heute bereits die dreifache Höhe. Und dem Werk der Donau-Chemie (Gaswerk Leopoldsau) von ungefähr 2’100 Eingerückten nur 8 Tote (allerdings handelte es sich bei den Eingerückten fast nahezu um 35–50 Jährige). Die Klasse im R. G. XXI in der ich maturierte hat ungefähr 75 % an Gefallenen verloren! Von den am 20.4.40 zu Leutnants beförderten aktiven Of. des A. R. 25 sind von 11 (mindestens diese Verluste kann ich mit Bestimmtheit angeben) 7 gefallen. 2 Mann schieden auf Grund von Verwundungen schon 1940, bezw. 1941 aus. (Lt. Swormstede und ich.) Allerdings handelt es sich hier um aktive Of. bei einer sog. „schnellen“ oder auch „eisernen“ Div., die an allen Brennpunkten eingesetzt wurde. (In Polen fielen 2 und in Frankreich 1 Of., die übrigen 4 in Russland.).
Nun andere Zahlen:
Von den Angehörigen der Dienststelle Brüssens – ca. 80 SS-Angehörige fielen bis Juli 43, 18 Terroranschlägen und 6 einem engl. Tieffliegerangriff (20.1.43) zum Opfer!
Von der Einsatzgruppe D des SD–Partisanenbekämpfung– fielen von ca. 1’500 eingesetzten Leuten 750. (Die Verluste der andern Einsatzgruppen waren allerdings viel geringer).
Vom Polizeirgt. „Franz“ fielen in den Kämpfen mit Partisanen in Oberkrain bis Weihnachten 1942 350 Mann.
Skozeny befreit den Duce.
Kurz nach der Ernennung des SS-Obergruppenführers Dr. Kaltenbrunner zum Chef der Sipo und des SD, betrieb und erreichte dieser, dass der damalige SS-Hauptsturmführer Skozeny zum Amt VI kommandiert wurde. – S. ist ein alter Freund Dr. Kaltenbrunners. Einige Zeit nachdem S. als Gruppenleiter VI S (Schulung) eingesetzt worden war, wurde die „Duce-Aktion“ spruchreif. Nachdem der damalige Referent VI E I-3 Dr. Höttel (heute SS-Stubsf. und stellvertr. Gruppenleiter VI E) in Zusammenarbeit mit dem ihm unterstellten SS-O’Stuf. Reissmann (VI E 1. Vat.) und dem SS U’Stuf. Möller von RSHA einerseits, dem SS Oberstubaf. Kappeler und dem Sonderbeauftragten „Italien“, dem SS Stubaf. Dr. Hass in Italien andererseits die Möglichkeit des vom Führer befohlenen Unternehmens sichergestellt hatte, beauftragte Dr. Kaltenbrunner plötzlich Skozeny mit der Durchführung!
Dr. Höttel musste sich mit der Leitung des Unternehmens „Sachsen“ (Befreiung der Familie des Duce) begnügen! Skozeny, der besondere Günstling Dr. Kaltenbrunners setzte sich ins warme Nest!! Diese Handlungsweise K’s und die Tatsache, dass S. den Auftrag annahm, erregte im gesamten Amt VI grösste Missstimmung!! S., der die tatsächlichen Verhältnisse in keiner Weise kannte, bekam nun den von Dr. H. ausgearbeiteten Einsatzplan und setzte sich mit dem General der Flieger Student, der beauftragt war die flugtechn. Seite der Aktion zu bearbeiten und ferner 1 Kp. Fallschirmjäger zur Verfügung zu stellen hatte, in Verbindung. Gleich zu Beginn der Besprechung kam es zu schweren Auseinandersetzungen. Student wollte den dipl.-Ing. Skozeny von der Führung zurücktreten, bezw. sich unter seine – Students Leitung – zu stellen. Der SD lehnte ein derartiges Ansinnen – übrigens in einem Fall wo ein strikter Führerbefehl vorlag – strikte ab! – Beim Start von Rom kam es zu folgendem Zwischenfall:
Skozeny, dessen Flugzeug als erstes starten sollte, stand noch ruhig am Flugplatz, als plötzlich 2 Maschinen abflogen. Voll Empörung stürzte sich Skozeny in sein Flugzeug und die ganze Staffel stieg hoch. Die beiden vorgestarteten Flugzeuge wollten auf eigene Faust die Befreiung durchführen. Eine irrsinnige Idee, wenn man bedenkt, dass die Besatzung nichts anderes als den Ort der Gefangenenhaltung kannte. Das ganze Unternehmen war in Gefahr. Als die Staffel befehlsgemäss am Gren Sasso landete, war von beiden Flugzeugen keine Spur zu merken. Erst nach der Befreiung stellte man folgendes fest: 80 km von dem Hotel des Duce entfernt waren beide Flugzeuge an eine Felswand geprallt und abgestürzt. Sämtliche Insassen waren tot. Verschiedene wiesen Schussverletzungen auf und es wurde angenommen, dass es zwischen den SS Männern und den Fallschirmjägern in den Maschinen zu einem Feuergefecht gekommen ist.
Die Befreiung an sich verlief planmäßig. Allerdings hat der Duce sich in keiner Weise heroisch gezeigt, wie nachher Rundfunk und Presse bekannt gaben.
Die Verleihung des Ritterkreuzes des eisernen Kreuzes an Skozeny und die Beförderung zum SS-Sturmbannführer wurde insbesondere von ihm selbst nicht verstanden, da 2 Flugzeugführer, nur für fliegerische Leistung dieselbe Auszeichnung erhielten. Das aber geschah auf Treiben Students!! Bei der darauffolgenden Rundfunkkamp. usw. kam es zu weiteren Schwierigkeiten mit Student. Bei verschiedenen Interviews verursachte dieser die Befreiung als seine Tat hinzustellen; Skozeny wäre nur als “Fachmann” beigezogen worden!
Das Theater, das im Rundfunk, in der Presse usw. mit Skozeny aufgeführt wurde, wurde von den Angehörigen des Amtes VI nur mit Hohn aufgenommen, der allerdings in erster Linie auf Eifersucht zurückzuführen sein dürfte. Motiviert wurde diese Einstellung allerdings mit der Feststellung, dass eigentlich Dr. Höttel alles ausgearbeitet hätte und Skozeny sich mit fremden Federn schmücke. (Ueber SS-Stubaf. dipl. Ing. Skozeny siehe Art. Amt VI (VI E) und allgem. Betrachtungen).
Deutsches Verfahren gegen Juden und Russen im Osten.
Gleich zu Anfang des Ostfeldzuges stellte sich die W SS – die nebenbei in gewissem Sinn diese Anschauung auch schon in Polen und Frankreich (hier besonders gegen Neger) in die Praxis umgesetzt hatte – auf den Standpunkt in Russland keine Gefangenen zu machen. Wer nun in diesem Verfahren den Anfang machte – Deutsche oder Russen – entzieht sich meiner Kenntnis. Ich bin aber der Überzeugung, dass mit diesen Methoden von beiden Seiten gleichzeitig begonnen wurde. Allerdings habe ich photographisches Material in Menge in der Hand gehabt, das klipp und klar die bestialischen “Unlegemethoden” der Russen zeigt. Jedenfalls kam es in den ersten Monaten zwischen der Wehrmacht und der W SS zu scharfen Auseinandersetzungen. Ein Führerbefehl allerdings verbot im August 41 das Erschiessen der Gefangenen. Das Ergebnis war, dass mehr als 1,5 Mill. Kriegsgefangenen 1941 in den deutschen Lagern verhungerten, ja in einigen Fällen aus Hunger sich einander selbst aufrassen (ich habe Berichte und Aufnahmen des Stabsarztes Dr. Franz Leitner im Kriegsgefangenenlager Kaisersteinbruck selbst eingesehen).
Im Frühjahr 42 aber begann die Wehrmacht sich den Anschauungen der W SS – die trotz Führerbefehl in ihren Methoden ungestört weiterarbeiteten – anzuschliessen und das Erschiessen, teilweise sogar foltern von russischen Kriegsgefangenen begann einzureissen.
Anlässlich des Versuches der Aufstellung einer russischen Armee unter General Wlassow stoppte dieses Vorgehen und flaute m.w. auch nach dessen Misslingen, besonders jedoch nach Stalingrad, ab.
Mit Beginn des Feldzuges im Osten stellte die Sicherheitspolizei in Zusammenarbeit mit dem SD (III) Einsatzkommandos auf, die vorerst das ausschliessliche Ziel der sicherheitspolizeilichen, bezw. SD-mässigen Arbeit in dem zu besetzenden Ostgebiet hatten. Vorerst waren es 4 sog. Einsatzgruppen: A, B, C und D, die zum Einsatz gelangten (Gruppe A unter SS-Brigadeführer und Generalmajor Ohlendorf (Amtschef III), B unter SS-Brigadeführer und Generalmajor Stahlecker (Gefallen bei der Partisanenbekämpfung), C unter SS-Gruppenführer und Generalleutnant Nebe und D unter Gruppenführer und Generalleutnant Dr. Thomas (jetzt schwer verwundet bei Partisanenbekämpfung, war früher höherer SS- und Pol.-Führer für Frankreich, Belgien und N.-Frankreich).
Binnen kurzem aber fand innerhalb der einzelnen Gruppen eine vollständige Umorganisation statt. Zusätzlich war dem Einsatzkommando, nämlich in Zusammenarbeit mit eigens dafür aufgestellten Einheiten der Polizei (Ordnungs-) und der Wehrmacht die Partisanenbekämpfung übertragen worden. Schon seit der Zeit begannen auf Befehl der Führung des Reiches grosse Aktionen zur Ausrottung der gesamten Ostjuden (z.B. in Galizien) und vollkommener Freimachung gewisser Landesteile von der russischen Bevölkerung. Nach dem Kriegseintritt Amerikas wurde auf Führerbefehl die Ausrottung sämtlicher europäischen Juden veranlasst. Zwar wurden vorerst, um diese Aktionen zu tarnen den vom Führer beauftragten Stellen erklärt, es handle sich um einen Arbeitseinsatz der Juden, z.B. von Lager Auschwitz (in Oberschlesien) für die Kohlenbergwerke. Tatsächlich wurden auch gewissen Juden (nach ärztl. Untersuchung) de zu herangezogen. Jedoch konnte der eigentliche Zweck nur kurze Zeit verheimlicht werden.
Eigens zu diesem Zweck aufgezogene Kommandos der Sicherheitspol. und des SD wurden damit beauftragt; oft aber waren die zu bewältigenden “Aufgaben” so gross, dass auch Einheiten der Wehrmacht herangezogen werden mussten.
Allgemein noch eines: Der Jude und der Russe, bis zu einem gewissen Grad auch der Pole, waren vogelfrei! Ungetraft konnte jeder deutsche Soldat Juden und Russen, die z.B. nicht genügend tiefe Referenzen erwiesen, mit der Peitsche zu Tode schlagen, auch wurden reguläre Hetzjagden (ähnlich der Hasenjagd) auf die armen Kreaturen veranstaltet (z.B. sind mir derartige Fälle in Warschau bekannt).
Um die Juden und Russen zu liquidieren oder “umzulegen” wurden folgende Mittel angewandt (stets waren die Delinquenten nackt, bezw. nur im Hemd).
1. Durchlaufen von Graben, in denen MG’s aufgebaut waren. Bewährte sich bei der Masse natürlich nicht.

2. Gruben, in die sich die Delinquenten folgendermaßen zu legen hatten (bis zu 50’000 Mann)

Zwischen den Laufstegen erschossen die SS die Juden mittels Pistole, Maschinenpistole und Karabiner. – Sobald die erste Schicht fertig, Kalk und Erde darüber und dann die nächste Schicht usw.!
Verfahren war schlecht: 1. Durch ungenaues Zielen oft 50% nicht tot. 2. SS Männer von oben bis unten mit Blut beschmutzt.
3. Kam man zum Genickschuss der GPU, nicht Spezialverfahren angewandt:

Allgemein eingeführt. (Im ganzen bis zu 100’00 Mann). (Kinder wurden mit einer Hand hochgehalten, dann geschossen und fallen gelassen).
4. Sog. Nebe’sche Gaswagen (Erfinder Gruppenführer Nebe, Amtschef V):

2 Typen: 1. Fassungsvermögen 80 Mann
2. ” ” 150 “
System: rückwärts abgeschlossener Raum; 20 cm dicke Eichenwände mit Blech ausgeschlagen. Motor vorn, von da werden die Auspuffgase mittels eines Rohres in das Wageninnere geleitet. Vor Eintritt in das Wageninnere durchlaufen die Gase einen Torf- und Natriumfilter, um so geruchlos zu werden.


Handhabung: Möglichst viele Personen in den Wagen; Türen durch starke Verschlüsse gesichert. Vom Lager um die Ecke; 10-15 Min. Motor leerlaufen lassen (nur schwaches Geschrei zu hören und Poltern von Umfallenden). Dann zum Krematorium, durch Kippvorrichtung in die Öfen!!
Dieses System hat sich jedoch nicht bewährt, da
1. Juden beim Hineinstoigen bald schon dem Sinn der “Einrichtung” erkannten: (Wagen war immer sehr unsauber, da in der Angst die Juden ihre Notdurft darin verrichteten) Fürchterliche Szenen.
2. Fassungsvermögen zu klein für zu bewältigende Arbeit. (Trotz Nachhelfen mit Kolbenhieben!)
5. Gas: Verschiedene Versuche der deutschen Giftgaswerke wurden mit Juden durchgeführt. (z.B. I.G.-Farben). In ein Haus wurden einige Juden getrieben. Türen und Fenster verklebt. Durch Schornstein Gaspholen hineingeworfen.
6. Schiffe: Im Schwarzen Meer wurden Schiffe verwendet, die entweder doppelten Boden hatten (siehe Ab.1) oder die einfach mittels Zeitzünder gesprengt wurden (teilweise gleichzeitig Versuche der techn.A-bt.d.Amts VI).
7. In den Lagern ging man mit der Zeit dazu über Juden einfach in Autos zu laden und lebendig, mittels Kippvorrichtung in den Ofen zu werfen.
8. Verschiedenste Versuche wissenschaftlicher (z.B. ärztlicher, Gehirnwechsel) chemischer Art!
Nach der Affaire von Katyn arbeitete man nur noch mit Oefen und Säurewagen.

Die Gräben beabsichtigte man wieder zu öffnen mittels Flammenwerfer (zu mühsam) und Säure die Leichen unkenntlich zu machen. Dieser Plan wurde zum Teil durchgeführt, zum Teil wusste man jedoch nicht einmal mehr wo die Gräber lagen.
Im Allgemeinen gingen Juden und Russen ohne sich im geringsten zu wehren, ohne auch nur ihre Gefühle zu zeigen, in den Tod.
Bei den Einsatzkommandos waren die meisten angeblich total besoffen, oftmals Ausfälle bis zu 40% wegen Nervenzusammenbrüchen. Erfolg: Entsetzliche Rohlinge, die vor keinerlei Verbrechen zurückschrecken. Disziplinlose Mörderhorden. Haben menschl. alle Knacks weg.
Bei Rücksprache mit Gruppenf. Dr. Thomas im Sommer 1943 gab mir dieser an, dass de. 6’000’000 Menschen (Russen und Juden) “umgelegt” worden seien.
[…]
Laufbahnen des SD.
Im Verlaufe der letzten Jahre hat sich die sog. “Beförderung nach Leistungsprinzip” äusserst übel ausgewirkt. Seit Mitte 1942 gelten folgende Laufbahngrundsätze, die jedoch in Fällen, wo es sich um besonders begabte Männer und Führer handelt, unter Umständen umgangen werden können:
a) Unterführerlaufbahn:
(SS-Unterscharführer – SS-Sturmscharführer)
2 Jahre Truppe (Unterführerlehrgang)
Bei Eignung zum SS-Führer Junkerschule der W-SS und bei Bestehen derselben Beförderung zum SS-Führer.
Höchsterreichbarer Dienstgrad: SS-Hauptsturmführer und Hptm.d. SS.
Beförderungen in Führerdienstgrade mit 6 Jahren Interwall.
b) SS-Führerlaufbahn.
SS-Untersturmführer und Lt. bis SS-Sturmbannführer und Major d. W-SS.
Matura (Abitur)
1 Jahr Truppe,
1 Jahr Junkerschule.
Beförderung zum SS-U’Stuf. und Stuf. d. W-SS, jede weitere Beförderung in 5 Jahren Abstand.
c) SS-Führerlaufbahn – leitender Dienst.
Matura, voll juristische Ausbildung.
1 Jahr Truppe
1 Jahr Junkerschule
Beförderung zum SS-U’Stuf. d. W-SS.
Beförderung nicht begrenzt!
Beförderung U’Stuf.–O’Stuf. 1 Jahr.
von SS-O’Stuf.–SS-Stubaf. je Dienstgrad 2 Jahre!
von SS-Stubef. aufwärts mindestens 4 Jahre.
Bei Innehaben von Planstellen ist die Beförderung bis zur Erreichung des planstellungsmässigen Dienstgrades nicht beschränkt.
Das Planstellensystem und die Besoldung des SD.
Häufig tritt der Fall ein, dass ein Mann, der dienstgradmäßig verhältnismäßig niedrig steht, die Fähigkeit besitzt leitende Funktionen auszuüben (z.B. SS-Führer d. Reserve). Eine Hineinbeförderung in den Dienstgrad, der ihm übertragenen Dienststellung angepasst wäre, ist, oft in Anbetracht der Jugend des Betreffenden, sowie der zu kurzen Dienstzeit nicht möglich. Zu diesem Zweck griff man auf das sogen. Planstellensystem. Man richtet für jeden Dienstgrad eine entsprechende Planstelle ein. So kann es z.B. vorkommen, dass ein SS-U’Stuf. und Lt. der WSS die Planstelle eines SS-Oberstubaf (höchste Planstelle!) innehat. Dieser Mann trägt die Dienstgradabzeichen eines SS-U’Stuf., ist aber z.B. Vorgesetzter eines SS-Stubaf.
Für die Besoldung des SD gelten eigene, äußerst komplizierte Besoldungsgrundlagen. Im Einsatz, bzw. in den besetzten Gebieten, erhalten die SD-Angehörigen zusätzlich den normalen Wehrsold und die Gefahrenzulagen. Bei der Berechnung der Besoldungsgrundlage spielen die privaten Verhältnisse des Einzelnen eine ausschlaggebende Rolle (Alter, Familienstand, Kinder). Bei Ledigen wird – außer den üblichen – teuren – ca. 1/3 der Grundbezüge – ein weiterer Drittel abgezogen, um so den Mann zur Heirat zu zwingen. Trotz der etwas besseren Besoldung als bei der Truppe ist das Gehalt für Ledige, insbesondere für kinderlos Verheiratete, äußerst gering. Ein Umstand, der ausschlaggebend für die Missstimmung der meisten SD-Angehörigen ist!
In dem Falle, dass ein Mann eine höhere Planstelle einnimmt, werden zu den dienstgradmäßigen Bezügen 35% zu der Differenzspanne Dienstgrad – Planstellendienstgrad zugeschlagen.
Die deutsche Invasion in England.
Im Anschluss an die Vernichtung der englischen Armeen bei Dünkirchen – im Frühjahr 1940 – sollte nach Planung des OKW die Invasion erfolgen. – Nachdem von Seiten der Wehrmacht damals schon alle Vorbereitungen – bis ins kleinste sorgfältig – ausgearbeitet waren, zögerte Hitler plötzlich, erklärte Keitel, dass der Feldzug im Westen schon viele Opfer gekostet habe und dass, nach dieser Demonstration der militärischen Macht Deutschlands vor dem Forum der Welt, er der festen Überzeugung sei, dass England kapitulieren würde. – Damals gab es zwischen dem Führer einerseits und Goering und Keitel andererseits derart scharfe Auseinandersetzungen, dass der Führer Goering aus dem Zimmer verwies und dieser unter den Worten: „Lieber 10 Divisionen bei der Invasion opfern und damit den Krieg gewinnen, als nach dem grössten Sieg der Weltgeschichte, den Endsieg fest in der Hand, die Kriegsentscheidung zu verzögern“ seine Demission anbot. – Die Ueberbrückung der damals in Anwesenheit einiger Generäle stattgefundenen Auseinandersetzungen war nun sehr schwer. Das gegenseitige Vertrauen wurde an Englands Küste gebrochen und ist bis heute nicht über ein konventionelles, dienstliches „Erschienensmüssen“ hinausgekommen.
Von Seiten der Generalität, des Generalstabes und der Führung des Staats wurde die Handlungsweise des Führers in den letzten Jahren immer mehr kritisiert und es hat sich heute die Überzeugung durchgesetzt, dass der Endsieg schon 1940 durch unbegreifliche Gefühlselelei Hitlers verspielt worden sei. (Besonders im Sommer 1943 wuchs sich diese Stimmung in gefährlichem Masse aus.–)
Am 24. Juni 40 erging um ca. 23 h durch den deutschen Rundfunk die Ankündigung einer Sondermeldung von allergrösster Wichtigkeit. Alle Hörer wurden aufgefordert ihre Nachbarn zu wecken und die Sendung im Gemeinschaftsempfang zu erwarten. Selbst in den Lazaretten wurden die Schwerverwundeten, die endlich Schlaf gefunden hatten, geweckt!
Ca. 2 h später erfolgte die Sondermeldung folgenden Inhalts: „In den Kämpfen im Westen verlor die deutsche Wehrmacht an Toten …“.
Die allgemeine Empörung eines solchen Theaters über diese Meldung war sehr gross!
Der wahre Grund der Ankündigung soll folgender gewesen sein:
Über die noch intakte Leitung Paris–London im franz. Aussenministerium soll England um Kapitulationsbedingungen angefragt und eine Einigung auf den status quo 1918 vorgeschlagen haben. – Deutschland hingegen verlangte bedingungslose Kapitulation. – England erwiderte, dass man sich darüber erst beraten müsse, meldete sich jedoch nicht mehr!
(angebl. Gespräch mit Amerik.) —
Zu spät sah der Führer seinen taktischen Fehler ein.
2 Fallschirm Divisionen d.h. Fallsch.Rgt. und Luftlandetrp. (Inf., Kradschützen) wurden aus dem Boden gestampft, Landungsboote gebaut, kurzum in grösstem Ausmass und in unvorstellbarer Eile verstärkte Vorbereitungen für eine Invasion getroffen.
Für Ende August, für Mitte September und für Anfang Oktober gab er den Invasionsbefehl gegen England.
Jedemal war England – durch Verrat – vorbereitet und deutsche Tast-Versuche fanden ein klägliches Ende! –
Damit war für Jahre der Plan einer Invasion erledigt.–
Fast gleichzeitig mit dem Gerücht der Vergeltung gegen England kam in gutinformierten deutschen Kreisen der Plan einer bevorstehenden Invasion zur Sprache. –
Bau von Segelschleppern, die teilweise eine ganze Kompagnie fassen, teilweise sogar mittlere Panzer befördern können, (liegen an der norwegischen Westküste) neuerliche Aufstellung von 2–3 Fallschirmjäger- und Luftlandediv.und ein Einsatz dieser Einheiten an der belgischen Küste, wie in Nordfrankreich, gaben diesen Gerüchten das Aussehen der Wahrscheinlichkeit.
Ende 1939 stellte der SD bereits ein Einsatzkommando “England” auf, das jedoch in Nov. 40 wieder aufgelöst wurde. – Ende Nov. 1943 wurde nunmehr von Seiten des SD erneut ein für diesen Zweck bestimmtes Einsatzkommando unter der Führung des SS-Sturmbannführers Skorzeny aufgestellt. Nach Anweisung des SS-Obergruppenführers Dr. Kaltenbrunner haben die Angehörigen dieses Kommandos vorerst auf ihren alten Arbeitsgebieten tätig zu sein und die Alarmierung – für Mitte Febr. abzuwarten.
Anfang Jan. 44 begann angeblich die Einweisung Skorzenys durch den Führer, Goering u.d. RF SS –
Unter den Angehörigen der im Westen liegenden Einheiten hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass nach Einsetzen der Vergeltungswaffe “St. Omer” England den deutschen Trp. keinerlei Schwierigkeiten bereiten werde. Typisch für diese Einstellung sind die Ausführungen des Kommandeurs einer der an der Kanalküste eingesetzten Fallschirm- und Luftlandedivisionen, der seinen Stabsoffizieren die Lage in folgenden Worten auseinandersetzte:
„Bei Einsetzen der Vergeltungswaffe zerfällt England binnen Tagen! – Meine Herren, richten Sie sich zu längerem Aufenthalt hier ein! Von hier aus werden Sie das größte Schauspiel der Weltgeschichte erleben und England wird uns beim Einmarsch wie eine reife Frucht (kampflos) in den Schoß fallen!“
Die Vergeltungswaffe.
Der Einsatz dieser Waffe unter dem Namen „Unternehmen St. Omer“ bekannt bedingt eine demnächste Verlegung des Führerhauptquartiers nach dem Westen.
E. gibt an in St Omer selbst 11 Bohrlöcher gesehen zu haben, die angeblich die getarnten Vergeltungswaffen bergen.
Es handelt sich um nebelwerferartige Gruppierung von 6 Rohren im Durchmesser von je 1,80m – 2m, die als Rohrbündel schräg in den Boden eingelassen sind und deren Mündung mit Bunkerkuppeln getarnt sind, die vor der Aktion gesprengt werden müssen. Wie E. Gesprächen entnimmt, handelt es sich um Geschosse von 2,30m bis 2,50m Länge, die unabhängig voneinander jede Minute ein Rohr verlassen. Sie werden
1. Hydraulisch abgeschleudert, haben
2. eine zusätzliche Initialzündung und bewegen sich
3. mittels Raketenantrieb wieter.
Die theoretische Flugbahnlänge wurde angeblich seit Mai – Dezember 1943 von 280 km auf nahezu 600 km gesteigert. Die Wirkung der Geschosse soll auf 5 km um den Einschlag Gebäude zerstören, auf 25 km jedes Lebewesen durch Lungenrisse vernichten. (Entzug von Sauerstoff?) Der schon im Spätherbst 43 geplante Einsatz, er soll spätestens bis März 44 erfolgen, wurde durch die RAF-Angriffe auf die Penemündewerke verzögert.
[…]
Das I-Netz.
Vor ca. 1½ Jahren ging man von Seiten des Amtes VI daran, in den besetzten Gebieten I-Netze (Invasions-Netze) aufzubauen. Diese I-Apparate haben die Aufgabe, im Invasionsfall hinter den feindlichen Linien Nachrichten- und Sabotagearbeit durchzuführen. Die Steuerung geht zentral von Berlin aus. Als Nachrichtenübermittlungsweg wird der Funkverkehr benützt. Der Leiter (– wenn möglich auch dessen Vertreter –) des I-Netzes ist durchwegs ein Reichsdeutscher SS-Angehöriger, der zweckmäßig getarnt als verlängerter Arm des Amtes VI fungiert und als Kopfstelle des I-Netzes tätig ist. Er empfängt die Aufträge und vermittelt sie weiter. Außer einem Funkgerät, das in Tätigkeit ist, wird ihm noch ein zweites Funkgerät als Reserve an einer Ausweichstelle zur Verfügung gestellt. Außer ihm verfügen noch sein Vertreter und die Stützpunktleiter des I-Netzes über Funkverbindung zum Leiter des I-Netzes und im Notfall nach Berlin direkt. In möglichst loser (+) Verbindung zu dem Vertreter des Leiters des I-Netzes stehen die Stützpunktleiter des S-A Apparates, die keinesfalls den Leiter des I-Netzes kennen dürfen. Auch ist ihnen der Nachrichtendienst vollkommen unbekannt.
(+) Der Vertreter des Leiters des I-Netzes steht – um die S-Leute steuern zu können – meist über einen Bekannten in einer andern Stadt – der er zweckmäßig unter einem falschen Namen bekannt ist – mit den Leitern der S-Apparate in brieflicher Verbindung. –
Diese Vorsichtsmaßnahmen deshalb, weil sich in Berlin die Überzeugung durchgesetzt hat, dass S- & Nachrichtentätigkeit nicht zu vereinen wären, da die S-Apparate die Nachrichtennetze zu sehr gefährden. Die Angehörigen eines I-Netzes sind durchwegs Landeseinwohner, die einem bürgerlichen Beruf nachgehen und niemals als deutschfreundlich bekannt waren. Zum Zweck der Schulung und Ausbildung nehmen sie „Urlaub“ oder werden „krank“. Diese Zeit verbringen sie auf der für ihr Gebiet örtlich am besten liegenden (Nachrichten- oder) Agentenschule. Die S-Leute werden ca. 4 Wochen ausgebildet, ebenso die Nachrichtenleute. Funker werden allerdings unter „Berufswechsel“ evtl. auch „Arbeitsverpflichtung im Reich“ auf 3–4 Monate zur Ausbildung herangezogen.
Außer dem nur von der zuständigen Stelle gelegten I-Netzes werden dieser verborgen von 2–5 anderen Stellen unabhängige Netze in derselben Weise aufgezogen. Die Zentralsteuerung übernimmt nur der Länderreferent beim Amt VI, der für seinen persönlichen Bedarf 2–3 Männer zur Verfügung hat, die sich untereinander nicht bekannt sind, zur Verfügung hat, die gegebenenfalls auf A-nweisung verschiedene I-Netze zusammenbringen können. Die Verbindung zu diesen Männern geht ebenfalls durch Funk, der jedoch nur im Notfall benutzt werden darf.
In Belgien und Frankreich liegt z. B. ein 3–7 (Nordfrankreich) fach es I–Netz, in Holland ein 5 fach es, in Rom 3 fach es (nachdem man eines mutwillig “hochgehen” liess – siehe Ausführungen unter Amt VI–VI E). Auch in Neapel ein 3 fach es I–Netz.
Nachrichtenkopf für Gesamt–Italien für alle I–Netze ist z. B. der SS–Obersturm bann führer Dr. Elling bei der deutschen Botschaft am Vatikan. – E. ist Münchner und übrigens einer der fähigsten N–Leute des Amt VI. Es handelt sich bei E. um einen ausgesprungenen Pfarrer.
Die Stärke der I–Netze schwankt in den einzelnen Ländern zwischen 50–200 Mann (werden absichtlich so klein als möglich gehalten).
Welche Fehler beim Aufziehen eines solchen Netzes vorkommen können, zeigen folgende Beispiele:
Dr. Elling war, bevor er am Vatikan akkreditiert wurde, in Rom „Hotel Boston“ als „Schriftsteller“ wohnhaft. Eines Tages, E. hielt sich gerade in der Hotelhalle auf, kam ein Mann der Dienststellen, nahm Haltung an und meldete:
„Obersturmbannführer ………“ – E. musste sofort das Hotel verlassen.
Eines Tages ging der Leiter des I–Netzes der Provinz Neapel (SS–Hauptscharführer Lechner) in Neapel auf der Straße, als ein vorbeigehender SS–Mann der ihn kannte im milit. Ehrenbezeugung erwies usw.
Meines Wissens haben die I–Netze (S–Netze) vorerst keine bestimmten Aufträge erhalten.
Allgemeine Betrachtung:
Wenn ich nun nachstehend einige kurze Betrachtungen über den deutschen Nachrichtendienst und über den in ihm herrschenden “Geist” gebe, so bitte ich vorerst zu verstehen, dass ich das wirkliche Ausmaß der bodenlosen Niedertracht, der Skrupellosigkeit und der zynischen Gemeinheit in einer kurzen Skizze wiederzugeben gar nicht in der Lage bin, da dies ein – in keiner Weise erfreuliche – Arbeit von Monaten, das Format von starken Büchern füllen würde und außerdem auch dann das Thema nicht erschöpft wäre. Das Freimachen der Menschheit von Moral und Ethik, sowie die Verächtlichmachung des gesamten Naturgesetzes geben jedem Individuum die Möglichkeit, ja zwingen es indirekt dazu, den sicher in jedem Menschen vorhandenen “Schweinehund” freien Lauf zu lassen. Da wo Elternhaus, wo Kirche, das tägliche Leben, eine gesittete Umwelt und endlich im äußersten Falle das Gesetz die Lenkung des Einzelnen übernahmen, ist im dritten Reich der Chaos jeder menschlichen und gottgewollten Ordnung getreten. Frei und ohne jegliche Bemeäntelung treten die schmutzigsten Instinkte ungestraft in den Vordergrund und finden einen Nährboden, der wohl ohne Beispiel ist.
Diese Ausführungen gelten nun bitte in keiner Weise nur für den SD, sie gelten auch in eben dem gleichen Maße für die Führung von Partei und Staat, ja z.T. für die Wehrmacht und weiter sogar auch für eine breite Masse des deutschen Volkes. Auch in die Industrie, die Wirtschaft und das breite Feld der sogen. „Freien Berufe“ sind Kampfplätze niedriger Instinkte geworden. –
Wenn mir nun von einer Seite vorgeworfen werden sollte, dass ich in den nachfolgenden Ausführungen zu schwarz sehe, übertreibe und damit die gesamte Skizze verzeichne, so möchte ich mich dagegen entschieden verwahren und entgegenhalten, dass ich an einer Stelle das Gesamtbild zu übersehen in der Lage war, wie wahrscheinlich nur wenige und ich selbst, ohne Elternhaus und ohne sonstige Tradition sicherlich auch rettungslos in den verderblichen Strudel des herrschenden Zeitgeistes versunken wäre, ja ich gebe offen zu mich noch in einer letzten Anstrengung gesunder und sauberer Anschauung von ihm getrennt zu haben. –
Dem allen aber muss man den Heroismus des Deutschtums in den letzten, sicher schwersten, Jahren seiner Geschichte entgegenhalten! Einer Zeit, wo in einer entschlossenen Front Deutschland einer Welt trotzt und wo jeder seiner Einwohner (Bürger möchte ich es nicht mehr nennen!) alles um den Sieg zu sichern. Einer Zeit wo eine Mutter tatsächlich mit Stolz (!) ihr Kind auf den Schlachtfeldern fallen sieht und nicht zögert sich selbst noch mehr für das “deutsche Ziel” einzusetzen. Ist nun diese Mutter noch Mutter im wahren Sinn? Frau? Mensch? Wohl kaum!!
In einer gewaltigen Symbiose deutscher Tugenden und Auswirkungen einer nicht zu übersehenden, erfolgreichen nat.-soz. Verdummungs- und Entmenschungspolitik kämpft hier ein Volk. Ein Volk, bei dem die grössten soldatischen und heroischen Tugenden mit den niedersten Tugenden, mit den niedersten Gefühlen der Menschheit, blossgelegt durch eine ungeheuerlich klug geführte Propaganda, zusammengemengt sind — und das unerbittlich einer Welt die Stirn bietet! Nochmals sind dies – wenigstens im Grossen gesehen – noch Menschen im wahrsten Sinne des Wortes? Nein! Es handelt sich hier um – wenigstens zum Grossteil – entindividualisierte Geschöpfe, die nicht anders können als gehorchen, gehorchen, weil dahinter die rohe und brutale Gewalt steht, die einer kritischen Stellungsnahme überhaupt nicht mehr fähig sind.
Während nun dieses Volk den fürchterlichsten Kampf um „Sein oder Nichtsein“ führt – eine andere menschliche Lösung hat der Nationalsozialismus und seine Propaganda als einfach unmöglich hingestellt und auch der breiten Masse des Volkes glaubhaft machen können – plündern die Männer, die an der Führung des Staates stehen, das – an sich schon arme – deutsche Volk vollends aus und treiben die nun willenlosen Sklaven an die Schlachtbänke Europas. Die Bonzen und Parasiten dieser Zeiten – die sich selbst nach Unter-, Ober- und Oberst unterscheiden – führen ein Leben, das in Anbetracht der laufenden Verarmung des Volkes sowohl in materieller, physiologischer wie auch psychologischer Hinsicht, nahezu göttlich zu nennen ist. Sind nun aber diese „heidnischen Götter“ mit ihrem Schicksal zufrieden? Bei weitem nicht! Infolge ihrer Gier haben sie jeglichen Maßstab verloren, sie selbst werden gehetzt von Ehrgeiz und Gier und werden damit zu Hyänen, die sich auch untereinander nichts, aber schon gar nichts gönnen und in diesem Gefühl auch skrupellos ihren „Bruder“ erschlagen und ausplündern! Längst haben die natürlichen Bande – die die Menschen sonst leiten, Kinder- und Elternpflichten, Jugenderziehung, Treu, die Achtung vor sich selbst – sind vor ändern, ja sogar die geringste Rücksichtnahme auf das Leben des Mitmenschen – ihre Geltung verloren. Aber auch für diese Herrenschicht gibt es eine Entschuldigung.
Sie haben jedes natürliche Gefühl verloren! Die Worte Christi “denn sie wissen nicht was sie tun” sind treffend!
Im 20. Jht. haben die Worte eines Walter von der Vogelweide „Gewalt fährt durch die Strassen“ volle Gerechtfertigung erfahren! Irrsinnige, von Ehrgeiz gejagte Kreaturen führen ein Volk, das sicher Höchstwerte besitzt, entmenschen es und bedienen sich dieses willenlosen Werkzeugs! Aus Köpfen, die in keiner Weise prädestiniert sind, Vorgesetzte zu sein, entstand der Nietzsche’ „Übermensch“, der „autoritäre Führer“, der Herr über Leben und Tod aus voller „Eigenverantwortlichkeit“.
Die franz. Revolution und das Jahr 1917 in Russland geben Beispiele. Eine Führungsschicht, die sich organisch zu neuem nicht in der Lage ist, die sich an ihrem Volk versündigt, fällt! Das Volk steht auf und schwemmt sie weg. Das Blut fliesst! Neue Köpfe tauchen auf vom Volk geboren aus dem Volke kommend. Aber sie sind meist noch nicht in der Lage das Schicksal der Ihren zu führen! Die plötzliche Machtfülle verwirrt, sie werden masslos und setzen die Tyrannei, die Diktatur als ihr Göttin ein, mit deren Hilfe sie ihre Fehler, ihr Unvermögen verdecken wollen! Sie müssen gehen, denn auch sie stürzt das Volk. Immer ruhiger und überlegter werden aber die Wogen und langsam stabilisiert sich die Lage! Es sind wieder Staatsmänner an der Spitze, die durch Geburt, Erziehung und menschliche Grösse in der Lage sind das Schicksal des Staates im Interesse des Volkes zu lenken!
Die Errungenschaften der Revolution aber (z. B. in sozialer Hinsicht) bleiben und wirken sich zum Segen ihres Volkes aus!) Das Wort “Leistung entsteht nur durch Kampf” hat insofern schon Bedeutung. Jedoch nur in den seltensten Fällen fliesst dabei Blut, das Messen der Geister muss normalerweise genügen. (Es ist einer der Angewohnheiten der N. S.-Propaganda an sich wahre Grundsätze ins masslose zu übertreiben und sie in ihrem Interesse zu verzerren).
Mit schlangenartiger Geschicklichkeit haben sich die 1933 ans Ruder geschwungenen “Führer” des deutschen Volkes mit “Biedermannsgesichtern” und unter hohl, allerdings verderblich klug gewählten Schlagwörtern erst der Sympathie eines Grossteils des deutschen Volkes versichert, die Zügel der Staatsführung in die Hand gerissen und nun ging planmässig die Verstümmelung und Umwertung aller Begriffe vor sich! Hohle Köpfe mit -ichenlaubwäldchen an ihren bunten Uniformen, beteten aus der Bibel die Schlagworte! Sie werden der Staat, er wird der Sinn des Volkes: Alles für den Staat, nichts für das Volk! Ein geringer Aufwand des dieses schon dem “Staat” zugewendet hat, wird ihm grosszügig “geschenkt” und durch diese “Gabe” wird das Volk moralisch gezwungen durch diese Grosszügigkeit rückzugeben. Falls dieser Appell an die Grosszügigkeit nichts fruchten sollte, hat man ja “andere” Mittel, z. B. man zeigt Exempel an “Asozialen Elementen” und demonstriert diese armen Sünder mit Mühlsteinen um den Hals und einer Teufelsfratze vor dem Gesicht dem Volk, das sich voll Schauern abwendet und den heuchelnden und lügenden “NS-Priestern” auf ihre präventiven “Schauermärchen” hineinfällt!
Wehe aber dem Volke, das nicht die Kraft aufbringt unfähige, ja kriminelle Elemente bevor sich diese festgesetzt haben, wieder zu stürzen! Unwiderruflich geht dies Volk dem Chaos entgegen und versinkt, falls es dazu nicht fähig ist, in einer letzten Aufbäumung sich vom Joch der Tyrannei zu befreien!
Unabwendbar geht es dem Verderben entgegen! Krieg!!
Hier lassen nun die einzelnen – besser vielen – “Führer” ihre Maske fallen! Glückliche, segensreiche Zeit des Emporkommens: Man hat es ja schon vor 39 gelernt – Gott sei Dank! Die ersten Erfahrungen sind vorbei und nun kommt es darauf an, wer besser verstanden hat aus der Vergangenheit Lehren zu schöpfen! – Und es endet: Der Führer Adolf Hitler selbst wird schon längst betrogen. Sagenumwittert ausgestattet mit der Unfehlbarkeit eines Papstes, wird der dem Volk als der zukünftige Gott Germaniens präsentiert – ist aber selbst ein Genarrter! – Er geht vorwärts Schritt auf Schritt – Schritt kommt Hitler näher ans Ziel! Befehle, Anordnungen, “Alles logisch”: Aber: Er ist der Zeit, er ist der Wirklichkeit und den Gegebenheiten längst entschritten: Ja, seine Anordnungen sind so, dass sie bei bestem Willen nicht mehr befolgt werden können, sie würden ja nur das Chaos noch vergrößern. Er war, der Narr. Unzweifelhaft ein Genie seltener Prägung, das aber einen unglücklichen Griff tat und sich mit kriminellen Elementen umgab! – Aber auch sein Blick wurde durch den laufenden Umgang mit diesen Herren getrübt. Ein “Führer” berechnete das Schicksal seines Volkes auf falschen Grundlagen, auf falschen Voraussetzungen. Immer einsamer wird er, unduldsamer! In Gedanken reist er seine Welt zusammen und baut sie unter dem Hakenkreuz wieder auf. Grosse Gedanken, logisch gekettet, aber auf falscher Basis! –
Oh glückliches Parasytentum! kann es denn besser gehen?? Oja, Mehr! Mehr!!
Das “Alter” muss weg! Weg mit diesen “Greisen” von 45 – 60 Jahren, sie können uns sonst vielleicht gefährlich werden und vielleicht aufzeigen, wie schlecht wir unser “Geschäft” verstehen! Und dann – es gibt bessere Stellen für uns!! –
Die Hinrichtung ist beschlossen, die Fachleute gehen! Einheit von Partei und Staat: Ja natürlich! die Partei muss der Staat werden!
Tausend Richtungen! Tausend Versuche gleichzeitig hinter denen aber nur ein Gedanke steht! Weiter! Macht!
Nun zusammengefasst:
- Wie?
Intrigen wo es nur geht! gegen alle die vor dir sind.
Auf jede Weise! Am besten so, dass es niemals mehr gefährlich werden kann. Intrigen auch da wo kein direkter persönl. Aufstieg möglich ist, aber es gibt eines: Die Kunst der Intrigen zu beherrschen, dass man auf den Köpfen der andern tanzen kann, und die – vor lauter Angst sogar noch Musik dazu machen. - Immer von „Kameraden“ sprechen. Dann werden sie automatisch in jede Schweinerei gezogen und sind ungefährlich!!
- So handeln, dass man jung so schnell als möglich steigt.
- Kompromisslos sein: Leben, Familie, Glück usw. der Gegenspieler oder der Opfer nie berücksichtigen. Es fallen täglich so viele, dass einer auf oder ab keine Rolle mehr spielt und weißt dein Du, ob morgen nicht eine Bombe dein Leben zum Erlöschen bringt? Willst Du denn das Leben nicht noch in vollen Zügen geniessen?
- Macht ist das Ziel! Geld ist Macht! Also sei klug und stiehl wie dein Nebenmann!
- Lüge immer, aber so, dass man es für eine heroische Handlung ansieht!
- Alles ist erlaubt, was nicht einen Rückschritt in das „Spiessbürgertum“ in sich birgt.
- Zieh den Schluss aus allem:
Beweise dich als wahrer Führer deines Volkes und schreibe durch Taten deinen Namen in das goldene Buch des „grossgermanischen Reiches“ ein!
Das deutsche Sabotagewesen.
Auf dem Gebiet des Sabotagewesens steht Deutschland auch heute noch vollkommen unter engl. Einfluss.
Zu Sabotagezwecken wird ausschließlich engl. Sabotagematerial zum Einsatz gebracht.
Das engl. S-Material wird auf Anforderung durch Funk durch engl. Flugzeuge im gewünschten Planquadrat mittels Spezialfallschirmen abgeworfen. Das S-Material befindet sich in einer ca. 1,60 m hohen, 50 cm breiten Blechhülse, die durch Gummidichtungen gegen den Aufprall geschützt ist. In diesen Behältern befinden sich üblicherweise eine Maschinenpistole mit bis zu 10 Magazinen, Sprengstoff, Zünder und allen übrigen techn. Behältergeräten. Deutschland war in der Lage einige Funkapparate in den besetzten Gebieten mit dem nötigen Funkschlüssel sicherzustellen. Laufende Abwürfe von S-Material durch engl. Flieger ermöglichen es Deutschland stets seine Lager aufzufüllen.
Chemische Analysen der englischen Sprengstoffe haben – wenigstens sicher bis Oktober 1943 – zu keinerlei positiven Ergebnissen geführt. Ich halte das vollkommene Versagen der chemischen Analysen weniger für ein „Nichtkönnen“ des deutschen Chemikers im Allgemeinen, sondern weise auch in diesem Fall auf die schon mehrfach angeführte Eigenbrödelei hin. Nur im chemischen Laboratorium des SD dürfen die Sprengstoffe untersucht werden. Mit kindischer Eifersucht wird hier verhindert, dass „Unbefugte“ Einblick in die Materie erlangen.
Nachstehend will ich kurz das von Deutschland verwendete englische S-Material anführen.
Die Sprengkapsel (Abb. 1) besteht aus einer ungefähr 5 cm langen, am oberen Ende offenen Aluminiumröhre, die ca. 2 cm mit unfleckmatisiertem Sprengstoff gefüllt ist. Am oberen Ende wird nun die Zündschnur ungefähr 2 cm (eine Daumennagellänge) eingeführt.
Eine festere Verbindung zwischen Zündschnur und Sprengkapsel wird durch eine besonders hierfür konstruierte Zange ermöglicht. Ist diese Zange nicht vorhanden, werden die Zähne benutzt (ich habe selbst einmal die Detonation einer Sprengkapsel im Munde gesehen).
Die elektrische Sprengkapsel.
Die elektr. Sprengkapsel (Abb. 2) gleicht mit nachstehenden Abweichungen vollkommen der oben angeführten.
Am oberen Ende der Sprengkapsel ist eine Guttaperchadichtung eingesetzt. Durch diese Dichtung nun ragen 2 Drähte in den Sprengstoff. Unter Zuhilfenahme einer Taschenlampenbatterie kann die Entzündung der Sprengkapsel auf 50 m durchgeführt werden.
Unter Vorschaltung von 2 Taschenlampenbatterien wird die Detonation der Sprengkapsel auf 100 m erreicht.
Der Sprengkapselbehälter.
Zum Unterschied der Aufbewahrung der deutschen Pioniersprengkapsel (Abb. 3 – zwei schmal aufeinander passende Holzkötzchen in die entsprechende Löcher für die Sprengkapsel gefräst sind) werden im engl. Sabotagewesen folgende Sprengkapselbehälter in Anwendung gebracht:
a) Ein Sprengkapselbehälter für 20 Sprengkapseln (Abb. 4)
Der Behälter besteht aus einem Galalitzylinder von ungefähr 15 cm Höhe und einem Durchmesser von 8 cm. In der Mitte ist der Behälter abgestellt. Am oberen und unteren Ende des Behälters laufen auf einer Achse konzentrisch 2 Marienglasscheiben, die 2 Löcher haben (Abb. 5):
a = Achse
I. = 1. Loch
II. = 2. Loch
Durch Drehung der Marienglasscheibe werden die Sprengkapseln freigegeben, die nunmehr herausgeschüttelt werden können.
An der Oberfläche des Galalitbehälters sind 2 Erhebungen, die die beiden Löcher des Marienglases in Ruhestellung halten, und somit verhindern, dass irrtümlich eine Sprengkapsel herausfällt.
b) In der letzten Zeit werden neuerdings folgende Sprengkapselbehälter benutzt:
Diese Sprengkapselbehälter sind lediglich für die Aufnahme von 10 Sprengkapseln berechnet, die in einem Sprengkapselbehälter, der dem unter a) angeführten mit der Ausnahme gleich ist, dass hier jede Marienglasscheibe nur 1 Loch hat.
An der Oberseite des Behälters gelangt man durch Drehen der Marienglasscheibe zu der äußeren Sprengkapselreihe, an der Unterseite wird durch Drehen der Scheibe die innere Sprengkapselreihe freigegeben.
Die Initialladung.
Die Sprengladung sicher zur Detonation zu bringen, wird zweckmäßigerweise zusätzlich eine Initialladung verwendet. Diese besteht aus einem Kegelstumpf, unphlegmatisierten Sprengstoffes, in dessen oberes Ende die Sprengkapsel eingeführt wird.
Die Zündschnur.
a) Die Zeitzündschnur.
Diese brennt in der Sek. 2 cm ab und ist an der weißen Pulverseele gut zu erkennen. Um die Pulverseele umschließen sich Umwicklungen aus Hanf – Guttapercha – und Farbschichten.
Bei der Zeitzündschnur muss, um die Detonation der Sprengladung herbeizuführen, stets eine Sprengkapsel verwandt werden.
b) Die Detonations- oder Knallzündschnur.
Bei Verwendung der Detonations- oder Knallzündschnur wird keine Sprengkapsel benötigt. Die Detonationszündschnur, die an einer schwarzen Pulverseele zu erkennen ist, ist äußerst leicht zur Detonation zu bringen.
Beim Zuschneiden der Zündschnur muss die größte Sorgfalt angewandt werden. Die Detonationswirkung der Knallzündschnur ist äußerst stark – eine zweimalige Umwicklung eines starken Brettes genügt, um dieses zu zerreißen.
Die Detonationszündschnur wird in erster Linie für Leit- u. Bündelfeuerzündungen benutzt. Allerdings muss man in diesem Fall den Sprengstoff stets zweimal umwickeln oder die Knallzündschnur mit einem starken Knoten in den Sprengstoff einkneten. (Ich habe selbst Fälle erlebt, bei welchen Knallzündschnüre, wenn sie noch einmal umwickelt wurden oder ohne Knoten eingeknetet wurden, ohne die Sprengladung zur Entzündung zu bringen detonierten.)
c) Die Kombinationszündschnur.
Vor ca. 8 Monaten tauchte erstmals die Detonationszündschnur auf. Diese wirkt im Prinzip wie die Zeitzündschnur (brennt jedoch 10 cm in der Sek.), bringt aber die Sprengladung ohne Sprengkapsel zur Detonation. Man erkennt die Kombinationszündschnur meist an einer grauen Pulverseele und der roten Farbschicht.
Zündkopf für Zündschnüre.
Bei S-Anschlägen kommt es oft vor, dass beim Entzünden der Zündschnur keine Flamme sichtbar werden darf, also die normale Methode des Schrägschnittes und Entzünden mittels eines Streichholzes nicht angewandt werden kann.
Zu diesem Zweck werden ca. 2 cm lange Kupferröhrchen verwendet, die am oberen Ende einen Zündsatz aufweisen, der durch Reiben mittels der Reibfläche der Streichholzschachtel entzündet wird.
Falls Licht nicht schadet, sondern im Gegenteil zweckmäßig ist, werden bengalische Streichhölzer in Anwendung gebracht.
Das Zündhütchen.
Die Zündhütchen bestehen üblicherweise aus einem Kegelstumpf aus Kupfer, der mit Knallquecksilber oder Bleiazid gefüllt ist. Das Zündhütchen wird durch den Schlagbeutel des Zünders zur Detonation gebracht und entzündet seinerseits wieder die Zündschnur oder direkt die Sprengkapsel.
Die Sprengstoffe.
Zu S-Zwecken werden grundsätzlich folgende 3 Sprengstoffe verwandt, die sämtlich engl. Herkunft sind und die in chem. Analyse einstweilen zu keinen namhaften Ergebnissen geführt hat.
Alle 3 Sprengstoffe sind sog. plastische Sprengstoffe und sind wie der Name sagt in jede Form zu kneten.
Die Sprengstoffe sind durchwegs äußerst gründlich phlegmatisiert, sodass selbst ein Schuss auf 2 m Entfernung den Sprengstoff keineswegs zur Entzündung bringt. Die Sprengstoffe sind im Normalzustand absolut handhabungssicher. Die Handhabungssicherheit hört im erstarrten, d.h. gefrorenen Zustand auf. Allerdings liegt der Gefrierpunkt sehr tief. Sind die Sprengstoffe gefroren, so werden sie am besten durch Körperwärme aufgetaut.
Es hat sich erwiesen, dass bei Verwendung vom Plastischen Sprengstoff am zweckmäßigsten Hohlformen angewandt werden, da dann in der Richtung der Aushöhlung sich die Detonationswirkung der Sprengladung konzentriert.
In Verwertung dieser Erkenntnis hat der SD später die sog. „Panzergranate“ oder auch „Hohlhaftladung“ entwickelt.
Diese besteht aus einem unten offenen Stahlblechkegel.
Am oberen Ende des Kegels ist eine Abzugsvorrichtung wie bei der Stielhandgranate 24 eingesetzt.
Dem OKW wurde der Vorschlag gemacht das Stahlblech nach unten so zu verstärken, dass das untere Ende (Öffnung) 1/3 schwerer ist als das obere Ende. Dies um durch die Gewichtverlagerung auch ein Werfen der Granate auf einige Entfernung zu ermöglichen.
In den Stahlblechkegel wird nun plastischer Sprengstoff (deutsche Entwicklung – etwas schwächer in der Wirkung als das Gelegnit und der Sprengstoff 08) im Prinzip der Hohlladung eingeführt.
Am offenen Ende des Kegels wird ein, an der oberen Fläche durch Pappe verstärkter Filzteller, der mit Klebstoff getränkt ist, und durch Druck mit den äußeren, untern Rändern des Kegels verbunden. Der Filzdeckel wird nun um die Klebfähigkeit zu erhalten mit einer Art Pergament geschützt und der Truppe geliefert. Nach Entfernung des Pergamentes bleibt die Klebfähigkeit ca. 1 Woche unverändert. Die Wirkung dieser Granate ist äußerst stark, da die Panzerung nicht eingebogen, sondern in kleine Splitter, die ihrerseits wie Geschosse wirken, zerrissen wird.
Meines Wissens werden derzeit Granaten verwandt, bei denen eine Sprengstofffüllung von 100, 200 und 350 gr. eingesetzt sind.
a) Hexogen.
Das Hexogen hat eine doppelte Detonationsgeschwindigkeit gegenüber den unter b und c angeführten Sprengstoffen. Wird wie diese in Form von Zylindern, die in Zellpapier verpackt à sind, geliefert.
Beim Kneten des Hexogen ist Vorsicht am Platze, da durch Natrium und Schwefelbeimischungen Kopfschmerzen hervorgerufen werden.
b) Das Gelegnit.
c) Sprengstoff 08 (Erzeuger: Dynamit Nobel, Glasgow.)
Neulich soll England einen weiteren Sprengstoff entwickelt haben, der in seiner Wirkung noch stärker ist, als das Hexogen. (Mir unbekannt.)
Bei Anbringung der Sprengladung werden sog. Leitfeuerzündungen oder Bündel- (auch Zentral-)Zündung verwendet.
Bei der Bündel- oder Zentralzündung, die der Leitfeuerzündung unbedingt vorzuziehen ist, stehen die Sprengladungen direkt mit der ersten Sprengladung in Verbindung, während bei der Leitfeuerzündung die Sprengladungen nacheinander geschaltet werden.
Die Zünder.
Vor Aufzählung der einzelnen in Anwendung gebrachten Zünder, möchte ich erwähnen, dass um die Sicherheit des Erfolges zu gewährleisten, bei einer Sprengung stets zwei Zünder (meistens die gleichen Typen) in Anwendung gebracht wird.
Man unterscheidet die Zünderarten in sog. chem. und mech. Zünder. Eine andere Unterscheidung ist die, in Moment- oder Tageszünder.
Während chem. Zünder immer Tageszünder sind, sind die mech. Zünder mit wenigen Ausnahmen (z. B. der Zuggzünder) auf dem Prinzip der Dehnung Momentzünder.
Die chemischen Zünder
a) Der chemische Bleistiftzünder
Der chem. Bleistiftzünder ist der im Sabotagewesen der meist verwendete Zünder. Der Bleistiftzünder besteht aus einer ca. 10 cm langen Metallhülse, die einen Durchmesser von ungef. 1,5 cm hat. Am oberen Ende der Hülse liegt eine Ampulle, die mit chem. Flüssigkeit gefüllt ist. Um diese Ampulle nun läuft ein Draht, der den Schlagbolzen, – Feder und – Spitze – hält.
Der Schlagbolzen liegt auf der im unteren Drittel der Röhre befindlichen Sicherung. Unter der Sicherung liegt nun das Zündhütchen.
Unter diesem läuft die Blechhülse konisch verjüngt in einen offenen Zündkanal aus, auf welchem entweder direkt die Sprengkapsel aufgesetzt wird oder aber die betr. Zündschnur eingeführt wird. Die Blechhülse ist aussen in verschiedenen Farben gestrichen.
Die Farben geben gleichzeitig die Länge der Zündungen an
(schwarz 10 Min., blau 30 Min., rot 60 Min., weiss 2 Std., grün 6 Std.).
Die Verwendung des chem. Bleistiftzünders geht äusserst einfach vor sich.
Zuerst wird das obere Ende mit der Ampulle zerdrückt, dann wird die Sicherung entfernt,
die Zündkapsel aufgesetzt, bezw. Zündschnur eingeführt und der Zünder in die Sprengladung eingeknetet.
Durch das Zerdrücken der Ampulle, läuft die chem. Flüssigkeit aus und frisst in der durch die betr. Farbe angegebenen Zeit den Draht, der den Schlagbolzen hält, durch.
Brandsätze.
Außer Sprengstoffanschlägen werden im Sabotagewesen auch Anschläge, die mittels Brandsätzen zu Bränden führen, angewandt. Auch hier ist das deutsche Sabotagewesen vollkommen von dem Englischen abhängig.
Die Herstellung von Brandsätzen ist an sich äußerst einfach. Ich werde daher nur die gebräuchlichsten Brandsätze aufführen.
a) Elektron-Sprühbrandsatz.
Der Elektron-Sprühbrandsatz befindet sich in einer Papphülle von ca. 40 – 50 cm Länge. Die Hülle hat einen Durchmesser von ca. 10 cm. An einem Ende ragt eine Zündschnur heraus, an die nun z. B. der chem. Bleistiftzünder angebracht werden kann. Bei Entzündung des Brandsatzes brennt diese nach vorne mit einem Strahl von ca. ¾ m unter Entwicklung größter Hitze ab.
b) Phosphorsätze, Benzin usw.
In Glasflaschen, Gummiflaschen usw., in denen sich eine brennbare Flüssigkeit befindet und die an einem Ende offenen Raum haben, wird ein Stückchen Zündschnur eingesetzt und diese dann zur Entzündung gebracht.
Diese Art von Brandsätzen wird in erster Linie zu Erntezerstörungen, Lagerbränden usw. verwandt.
Gleichzeitig mit dem Versuch der Sprengstoffe wird an einer Nutzbarmachung und Weiterentwicklung für die Front gearbeitet.
In dieser Frage arbeiten die Fachleute des SD engstens mit OKW zusammen.
Eine Rekonstruktion der durch engl. Flugzeuge vorgenommenen Sprengung der Eder Tal Sperre und der Moenetalsperre ergibt folgendes Bild:
Es wurde eine Bombe ins Wasser geworfen, die sich in der Art eines Torpedos bis zum Staudamm fortbewegte, durch den Anstoss an den Damm sank und erst in einer Tiefe von 25 m detonierte. Es muss also eine Vorrichtung (im Prinzip der Blechbarometer) angebracht worden sein, die die Detonation erst bei einem gewissen Wasserdruck ermöglichte.
[…]
5 August 1944
9790/ d 4927/ 306 9 Feb. 1944 R/ my/am/rg/v.
D 143.
Military-Political Reports
About the German Intelligence Service
Foreign Intelligence Service within the Reich. 2
“A S T” (Counterintelligence Office of the Wehrmacht.)
Offices I – VII 8
Office VI 15
Critical assessment of the foreign intelligence service. 23
The principal representatives. 36
Intelligence activities of the SD in Switzerland. 37
Office VI S Agent Training Schools. 41
“German Agents in Ireland.” 44
The Fifth Column. 46
The Chemical Institute of the SD. 48
Secret inks. 50
The Germanic Coordination Office. 52
German losses. 54
Skozeny frees the Duce. 56
German procedures against Jews and Russians in the East. 58
What is happening in Yugoslavia? 63
Career paths within the SD. 65
The position allocation system and salaries within the SD. 66
The German invasion of England. 67
The Retaliation Weapon. 70
Delasem – Father Weber in Rome. 71
The I-network. 73
General Reflections. 75
The German sabotage operations. 81
Appendix: Drawings. 95
Foreign Intelligence Service in the Reich
“Ast” – Intelligence Office of the Wehrmacht.
Within the Reich, usually disguised as “Security Staff D.” Foreign intelligence service existed even before the First World War; for example, Lieutenant at Sea Karl Hans Lody was a member of the Ast. Complete failure of the Ast already in 1940. No resources granted by the state leadership; not supported due to suspicions of political unreliability and harshly attacked by the all-powerful SD (Security Service) in the Reich. Furthermore, it was a purely military intelligence service.
Head of the Ast: Admiral Canaris (His nephew, SS-Standartenführer Dr. Canaris, is incidentally Inspector of the Sipo and the SD for Königsberg and Minsk.)
On May 18, 1941, lengthy negotiations took place between the leadership of the SD (Obergruppenführer Heydrich) and the Ast (Admiral Canaris). Result: Mutual support. The Ast is only permitted to collect military intelligence; the SD is also authorized to collect military intelligence. At the beginning of the Eastern campaign, the Ast failed completely, as confirmed by Reichsmarschall Göring. The Ast was stripped of its authorization to involve itself in Luftwaffe matters. Göring: “The failures in the Eastern campaign fall solely on the Ast.” At the start of the war in the USA, the Ast completely failed. All Ast activities uncovered (famous “Viereck Trial”); about 16 members of the Ast sentenced to death. In England, the Ast claims to have two rooms, but is unable to deliver any reports. In Brazil, which was the Ast’s main base in South America, the entire apparatus was also exposed. Throughout the Americas, only one Ast member remained, who had managed to find a precarious refuge at the German embassy in Argentina and could only transmit reports via SD transmitters.
Assessment: The Ast must be credited with operating—so far as is possible in intelligence work—using fair methods. However, its techniques are extremely outdated. The officers of the Ast are, however, almost without exception men to whom intellectual, moral, and social competence must be attributed. The SD, by the way, successfully infiltrated the Ast with army intelligence officers who were SS members and now run their own intelligence operations regarding Ast activities.
Intelligence Service of the Foreign Office
Despite various prohibitions against establishing an intelligence service—and against the will of most of the higher officials of the Foreign Office—Foreign Minister von Ribbentrop gave the order to build such a service within the Foreign Office. This service had no chance from the beginning. Now that the SD has completely resolved the conflict with the Foreign Office efforts in its favor with the Führer—and in addition has full control of the attaché group under SS-Standartenführer Dr. Zinner—these efforts must be considered a failure.
Foreign Organization of the NSDAP
The head of the Foreign Organization (AO), Gauleiter Bouhler, has repeatedly tried to organize an intelligence service within the AO. Such efforts were always firmly rejected by the state leadership. If one can speak today of an AO intelligence service, this applies only to isolated reports which, in the broader view, have no significance.
The SD
I will go into the significance of the SD as an intelligence service, especially as a foreign intelligence service, later.
General Observations on German Foreign Intelligence Services
As with all governmental and military offices within Germany, the work of individual foreign intelligence entities—including the SD, undoubtedly the most important—is characterized by turf wars, parallel authorities, selfishness, and mutual distrust. Each agency allegedly protects its own authority while trying to undermine the others—always under the guise of the general interest of the Reich. However, it must be noted that this picture has changed over the last 1½ years in that the SD has gained complete supremacy. But the internal struggle among the various departments and groups within the SD itself has increased many times over. Recently, for example, with the support of Obergruppenführer Dr. Kaltenbrunner, there has been an effort to push out the “Old Reich Germans” from the SD. Thus, Group VI was removed from central command and moved to Vienna. Group VI S (Skorzeny) is also trying to relocate to Vienna in an effort to establish a rival office and to outmaneuver Berlin.
That such schemes can only be implemented through the basest of intrigues is self-evident. This leads to a realization that cannot be emphasized enough: the fight of one against all, and all against one! This is a fact that I can support with countless pieces of evidence. The methods employed are almost incomprehensible: lives, families, and personal welfare are carelessly sacrificed in order to surpass others, render them harmless, and to climb the ranks oneself—whether for one or several positions.
Organization of the SD
To properly understand the organization of the SD (Security Service), sufficient knowledge of the organization of the SS and the police is a prerequisite.
Organization of the SS
The SS developed out of a branch of the NSDAP under the leadership of Himmler. The year 1929 is one of the most defining years for the SS, as it laid the foundation for its development. In 1934, the SS separated from the SA and gained full independence under the Reichsführer-SS (RFSS). Already in 1931, the RFSS issued the engagement and marriage decree, which required medical examinations and official approval for engagements and marriages. Until 1935, the “Race and Settlement Main Office” (RuSHA) was headed by Obergruppenführer Daré, who was later disgracefully dismissed. (Daré had, until 1941, provided the Führer with completely false reports regarding the status of Germany’s food supply.) Between 1933 and 1934, the various branches and main offices of the SS began to take shape.
a) The SS Main Office under the leadership of the Deputy of the RFSS, Obergruppenführer Berger (Berger is currently being strongly opposed by Dr. Kaltenbrunner and others; his dismissal is quite possible. The SS Main Office (SS-HA) is responsible for all personnel matters in the SS, including:
- The Allgemeine SS (General SS), a party division that today has almost no significance. Most of its members have been transferred to the Waffen-SS.It is essentially intended as a reserve unit for peacetime.
- The Waffen-SS. Its command office and recruitment office also report to Berger.
2.a. The SD and Other Offices under Berger
1. Volksdeutsche Mittelstelle (VoMi) – Office for Ethnic Germans. Responsible for resettlements, under Brigade Leader Behrens. 2. Germanic Liaison Office. Responsible for the annexation policy carried out under the guise of “Germanic” unity. 3. All other main SS offices’ staff affairs
2.b. The SS Economic and Administrative Main Office under Gruppenführer Pohl.
2.c. The Race and Settlement Main Office (RuSHA). Headed by Brigade Leader Hoffmann. Responsible for planning the settlement of Eastern territories and the Protectorate. Handles engagement and marriage approvals. Oversees SS racial legislation. Note: The RFSS is currently considering suspending the RuSHA for the duration of the war.
b) The SS Court Main Office. There was a recent change in leadership here. This office is responsible for the prosecution of all SS and police members—including female employees, interpreters, contract workers, etc.It has its own special penal code.(For example: § 175 Homosexuality – punishable by death.). SS Court – SS Supreme Court – SS Court Main Office – Supreme Judicial Authority: the RFSS
c) The Reich Security Main Office (RSHA). Umbrella organization of the Security Police (SiPo) and the SD (Security Service). Attached to Department II is the Central Office for Jewish Emigration under SS-Obersturmbannführer Eichmann—today this work continues under Department IV B.
The Personal Staff of the Reichsführer-SS (RFSS).
Led by Gruppenführer Wolf. Maintains ongoing personal contacts due to the RFSS’s highly erratic behavior. This staff includes:
1. Ahnenerbe – A society for genealogical and ancestral research.
2. Lebensborn, under SS-Standartenführer Dr. Sollmann: Every SS officer must be a member. Monthly dues: about RM 10 (deducted from salary; dues decrease with more children). Institution for births, primarily of illegitimate children where “good racial stock” is expected (not limited to SS members). For legitimate children, it is extremely expensive—RM 4.50 per day, with the woman required to stay at least 3 months. There is great resentment among SS officers toward this institution, but it is a “pet project” of the RFSS.
3. The Allendorf Porcelain Factory – A business venture intended to generate funds for SS coffers.
4. Management of various mineral springs in Bohemia (Karlsbad, Franzensbad, Marienbad) – same financial motive as item 3. There was once even a plan to serve only mineral water (sparkling water) in all SS casinos and canteens.
Office of the RFSS as Reich Commissioner for the Strengthening of German Ethnic Identity
The 1941 reorganization was used by the RFSS to gain a foothold in the Ministry of the Interior and push out Wilhelm Frick. Originally, this mandate was limited to planning settlements in the East.
The main architects of the Security Police and the SD were the RFSS, Obergruppenführer Heydrich, and SS-Brigadeführer Dr. Best.
Heydrich was recruited by the RFSS as a naval first lieutenant. With incredible tenacity and ruthless determination, he took on the assignment and carried it out. However, the role of Dr. Best must not be overlooked. He was an extremely capable man and can be considered the primary builder of the apparatus still operating today.Between Heydrich and his deputy Best, there were serious conflicts, as Heydrich feared being overshadowed. Best left in 1938, later serving as military administration chief in Paris, and from early 1943, Reich Commissioner in Denmark. Dr. Best’s book “The German Police” is still considered the best work in the field. Successor to Heydrich: SS-Gruppenführer Dr. Kaltenbrunner. Before the annexation of Austria, he led the so-called “Special Line Austria” (intelligence service Austria–Germany) and the illegal Austrian SS.
Chief of the Security Police and SD
SS-Obergruppenführer Dr. Kaltenbrunner
Department I
Personnel Office of the SiPo and SD. Currently led by SS-Brigadeführer and Police Major General Schulz. His predecessor, SS-Gruppenführer and Lieutenant General Streckenbach, was Heydrich’s deputy after his death. Interestingly, and typically for German bureaucracy, Department I is the largest in terms of personnel. In December 1943, Department I was nearly completely destroyed in British air raids. Approximately 26 personnel died, including Deputy Department Head SS-Obergruppenführer von Felde and SS-Obersturmbannführer Trautmann (Austrian). Almost all key files burned, including the deployment index, making it very difficult today to determine the whereabouts of individual members.
Successor to Obergruppenführer Heydrich, formerly led illegal Austrian SS and the Austria–Germany intelligence connection. A fervent National Socialist, but explicitly Austrian, which has recently drawn sharp criticism from higher SS leadership. It is now known that Kaltenbrunner acts more calmly, more objectively, but also more decisively and forcefully than Heydrich, who was generally seen as an unpredictable opportunist (“weather vane”). Kaltenbrunner gives Departments VI and IV the highest priority: Strongly supports foreign intelligence operations of Department VI, and has given it absolute dominance. His relationship with the head of Department IV is good, as is that with the leader of VI. His relationship with other departments is tense to varying degrees.
Department II
Administration and Legal Affairs. Dissolved about 9 months ago. Administrative tasks moved to Department I. Legal matters assigned to III A 5
Department III – Domestic Intelligence (SD)
Composed of Waffen-SS personnel and officers. The SD intelligence monopoly was established by Führer decree in July 1934 (exact date unclear). Department III’s mission is to report objectively on conditions across various spheres of life and public sentiment, so the leadership can intervene when necessary. However, this mission is often—almost exclusively—used to manipulate personnel decisions. It must also be said that the SD has far overstepped its original remit and increasingly judges issues from a technical or specialized perspective, harming actual intelligence operations.
Subdivisions of Department III
III A – Law and Administration III B – Ethnic Matters III C – Culture III D – Economy
Head of Department III
SS-Brigadeführer and Lieutenant General of the Waffen-SS Ohlendorf. Law and Administration: Leadership Group of Department III
III A – Law and Administration
Group Leader: SS-Obersturmbannführer Dr. Gängenbach. Deputy: SS-Sturmbannführer Sepp
III A 1 – Personnel Policy of SD III
Handling of internal errors, mishaps, etc. Responsible: SS-Sturmbannführer Sepp
III A 2 – Legal Affairs
Monitoring and reporting on the German judiciary. Responsible: SS-Sturmbannführer Dr. Malz
III A 3 – Administration
Monitoring and reporting on the entire Reich administration, especially internal and general administration. Responsible: SS-Hauptsturmführer Dr. Reinholz (Note: A personnel change has recently occurred; the new officer is unknown.)
III A 4 – General Sentiment, Party, and State
This is the most important section: Reporting on public sentiment, with careful analysis of all factors influencing it. Also responsible for monitoring the activities of the NSDAP. Responsible: SS-Hauptsturmführer Dr. Wegener
III A 5 – Legal Issues of the Security Police and the SD
Staffed by civil servants, not Waffen-SS officers. All regulations of the SiPo and SD are developed here.
III A 6 – Occupied Territories
Special unit for “III A” in the occupied areas. Responsible: SS-Untersturmführer Dr. Lepuschitz (Austrian)
III A 7 – Special Unit
Responsible: SS-Hauptsturmführer Dr. Wegener. Created in June 1943 in connection with a decree from the Chief of the Security Police and SD regarding the persecution of “defeatists.” Works strictly as an intelligence-gathering unit and uses the SD’s network to support the Gestapo.
Secret Section III A GND – “Social Intelligence Service”. A completely new entity, even kept secret from other members of Department III. Its purpose is to establish intelligence networks within the top social strata of the Reich (limited to the highest leaders of Party and State). Led by: SS-Obersturmbannführer Schäfer, with support from the department head.
III B – Ethnic Matters, Public Health, Customs/Traditions
Also coordinates with the Germanic Liaison Office. Group Leader: SS-Standartenführer Dr. Ehlich. Deputy: SS-Obersturmbannführer von Löw zu Schweinfurt. Subordinate (informally) to the Germanic Liaison Office:
SS-Sturmbannführer Dr. Scherdin SS-Sturmbannführer Humitzsch SS-Hauptsturmführer Süss SS-Sturmbannführer Berg (transferred to VI E in early October)
III C – Culture
Handles film, theater, education, and visual arts. Group Leader: SS-Obersturmbannführer Dr. Spengler. Deputy (Education): SS-Sturmbannführer Dr. Makovsky. Visual Arts: SS-Hauptsturmführer Drexler
III C 4 – Propaganda, Press, Publications, Radio, Film Responsible: SS-Obersturmbannführer von Kielpinsky III C R – Special Unit for Eastern Propaganda Responsible: SS-Untersturmführer Steinle
III D – Economy
Deals with industry, food supply, trade, crafts, etc. Group Leader: SS-Obersturmbannführer Seibert. Deputy: SS-Sturmbannführer Leetsch. Special sections for key areas:
SS-Obersturmbannführer Kläss
SS-Hauptsturmführer Frenze – Food & Agriculture
SS-Hauptsturmführer Baier – Large Corporations
SS-Hauptsturmführer Leukefeld – Industry
SS-Hauptsturmführer Masbänder – Banks and Stock Exchanges
The Intelligence Network of Department III (Domestic Intelligence – SD)
The structure was organized as follows, although during the war, offices were continuously dissolved or restructured. For example, SD sections (Abschnitte) were turned into main branch offices (Hauptaußenstellen). The difference between an SD Leitabschnitt (Main Section) and a regular SD Section is primarily based on population size: A Leitabschnitt covers a population greater than one million. Example: The SD Leitabschnitt Vienna covers Vienna, Lower Austria, and Burgenland, with around 7.5 million inhabitants, including 12 main branch offices and about 40 branch offices. The branch offices and sometimes even the main branches are mostly run today by so-called honorary collaborators. Honorary Collaborators are members of the Allgemeine SS (General SS) who have been assigned to work for the SD in addition to their regular professions (e.g., district administrators, mayors, etc.).
VM: Vertrauensmänner (Confidential Informants) These can include women and are people who are politically reliable and aware of who they’re working for, or are politically suspect but are unaware of the real nature of their cooperation.
Zuträger (Casual Informants)are people with no formal connection to the SD who occasionally provide usable information to SD personnel or to VM.
Recruitment. Finding honorary collaborators is not difficult, but three conditions must be met:The person must hold a position that provides genuine insight. Their motives for collaboration must be carefully examined (“Why are you working with us?”). They must be of flawless character. Once vetted, they are given assignments suited to their professional field. However, if their profession is also their intelligence assignment, additional honorary collaborators from the same field (both higher and lower in hierarchy) must be recruited to neutralize bias in reporting. If possible, they are instructed to create their own sub-network and submit continuous reports on the situation.
Training
Honorary collaborators and some specialized VM are regularly trained to sharpen their focus on topics of intelligence relevance. At the branch office level: VM and EM are often workers or lower-level officials. At the main branch level: VM and EM are foremen, mid-level officials, small-town mayors, teachers, etc. At the Leitabschnitt (central) level: senior figures like mayors, high-court judges, governors, etc. The RSHA employs specialized VM in high-ranking Reich offices. All VM and EM at the branch and main branch levels are catalogued by name at the Leitabschnitt level and also centrally at the RSHA. Personnel and subject files are maintained at the Leitabschnitt. The RSHA also maintains files, but only as operationally necessary.
In the Reich: weekly reports, In occupied territories: twice weekly. Called “Camp Situation Reports” (Lagerberichterstattung). The RSHA previously issued a weekly “Reich Situation Report”, now only produced as needed for top leadership (e.g., Göring, Goebbels, Hitler). Other special reports are provided on an ongoing basis.
Relationship with Göring, Goebbels, and Hitler: very good Relationship with NSDAP leadership: strained, as they feel constantly monitored.
At the Leitabschnitt level, there is also a VI unit (foreign intelligence), which reports directly to Department VI but is administratively under the local SD leadership. Some materials were destroyed in the bombing raids of Nov/Dec 1943.
Department IV – The Gestapo (Geheime Staatspolizei)
Department Head: SS-Gruppenführer and General of Police Heinrich Müller
The internal division is known primarily through the “Commander System”, though the structure is said to be similar.
IV A – Communism
IV B – Freemasonry, Jews, Jewish Emigration Office, Churches
Includes the Central Office for Jewish Emigration
IV C – Emigration
IV D – National Resistance
All members of Department IV are career civil servants, which often leads to intense friction with the SD (composed largely of SS personnel). The RFSS (Himmler) has recently begun restructuring these civil servants into SS-style units: They wear SS uniforms openly. The right collar tab is left blank. Non-commissioned officers and officers wear police shoulder boards
Concentration Camps – Attached to the Gestapo
There are three classes of treatment:
Class 1 – Proper treatment and food, no forced labor, entertainment (e.g., music)
Class 2 – Significantly worse, hard labor, poor food
Class 3 – Beatings, bread-and-water diet, 80% mortality rate, no talking permitted
Between Classes 2 and 3 are the “SS Reeducation Camps”: Brutal military training, Two-thirds of detainees die, worst rations
Class 3 camps have their own crematoria.
So-called “enhanced interrogations” are only permitted with approval from the inspector, commander, or designated official.Bombing attacks have partly damaged the Gestapo’s offices.
Amt V Kriminalpolizei.
Amtschef SS-Gruppenführer Nebe. The division of the individual departments is not precisely known, as the office was almost completely destroyed in the recent bombing raids.
Amt VI (see special report)
Amt VII – Wissenschaftl. Gegnerbekämpfung.
Amtschef SS-Oberführer Six, head of the Institute for Foreign Studies. Scientific analysis of confiscated materials from:
Freimaurerlogen: SS-Hauptsturmführer Erdmann, SS-Obersturmführer Hirth
Juden: SS-Obersturmführer Asche, SS-Hauptsturmführer Steckmann, SS-Sturmbannführer Schmidt
Kirche: SS-Sturmbannführer Dr. Hartl, SS-Obersturmführer Seck, SS-Obersturmführer Deworetzky
Various books have been translated and published under the names Siegfried Dreher (SD) and Dieter Schwarz (SD). Work is currently almost entirely halted. Severe damage from recent bombing raids.
Amt VI – Auslandsnachrichtendienst.
Since 1935, it increasingly became clear that the SD would have to undergo a division, as it became untenable in the long run to combine domestic and foreign intelligence. While it did little harm when an SS leader from Amt III became known—because once his activity was known, all doors closed—an early and fateful error was made, one that Amt VI still suffers from today: a failure, whether by intention or neglect, to separate “intelligence procurement” from “intelligence analysis.” Even today, a group leader, officer, or caseworker is expected to both gather information and analyze it himself. This dual responsibility rarely suits one person. Another mistake in setting up Amt VI was that the SS officer was often forced to appear in uniform and to work in a location that was widely known as a Gestapo site. In the Reich, anyone in SS uniform was immediately assumed to be Gestapo.
Today, there is growing recognition that serious mistakes were made in the structure of Amt VI. Efforts are being made to separate procurement from analysis, and likely in the near future, intelligence collectors will be embedded within business enterprises for camouflage. Still, it must be noted that at the time of its creation, Germany had virtually no experience in building such an apparatus. Those who built it were mostly well-meaning but unsophisticated veterans—not professional intelligence men. This lack of qualification continues to cause serious harm, especially as many of these men were promoted quickly and now obstruct healthy development. However, it must also be said that younger, more capable individuals—often with academic backgrounds—have replaced them to a great extent.
A further disadvantage: from the beginning, Amt VI had to fight intense battles with rival organizations. One must also consider that the SD’s talented personnel were typically very young (Schellenberg, for instance, is only 35), and therefore lacked the life and professional intelligence experience required. Another structural problem was the initial lack of funding, which made it impossible to bring in the experts necessary for such an institution. With much energy and good will, but absolutely no experience, an attempt was made in 1936 to establish a foreign intelligence service. Within a few years, a structure emerged that was indeed vigorous, but unwise—sometimes even acting to the Reich’s detriment. One of the most dangerous flaws was that the individuals in key positions in the organization were internally unstable—unable to distinguish between legality and criminality. The British Intelligence Service was seen as the ideal, but the man with pistol, poison, and grenade became the role model. (To be fair, a few people in Amt VI today—though countable on one hand—do have a clean and principled approach to intelligence work.)
Another problem soon emerged: through their foreign agents and operatives, officers could play at being secret diplomats, even influencing politics behind the scenes. This game, although extremely dangerous, was played—and is still being played—with great passion. Slowly but surely, Amt VI drifted away from its actual mission of providing objective intelligence. This development reached a point where in 1941, the Foreign Office (Auswärtiges Amt) was forced to request the removal of Amtschef SS-Brigadeführer Jost due to his unauthorized political operations in Hungary, and particularly in Romania. The Führer ultimately granted the request. Supporting the Foreign Office’s initiative was SS-Sturmbannführer Schellenberg—a capable but highly manipulative figure. He was soon promoted to Amtschef VI and became SS-Oberführer.
It must be acknowledged that Schellenberg removed many incompetent personnel (e.g. Daufeldt) and surrounded himself with younger, university-educated leaders. Within a year and a half, Schellenberg had transformed Amt VI into a powerful instrument of the Reich. However, Schellenberg is no longer supported by Obergruppenführer Dr. Kaltenbrunner. There are signs that the Chief of the Security Police and SD intends to remove Schellenberg and replace him with his preferred candidate, SS-Sturmbannführer Skorzeny. The group of Skorzeny, Dr. Hüttel, and Wanek (the so-called “Austrian Group”) has openly turned against Schellenberg, accusing him of pettiness, narrow-mindedness, and more.
At the beginning of the establishment of Amt VI, it was organized as follows:
The central office in Berlin, with block stations in the most important locations for foreign intelligence:
Amt VI: SS-Brigadeführer Jost
Hamburg: SS-Sturmbannführer Daufeldt
Königsberg: SS-Hauptsturmführer Carstenn
Stuttgart: SS-Obersturmführer Steinle
Vienna: SS-Sturmbannführer Dr. Höttel
Later, the block stations were dissolved and replaced by so-called main representatives (Hauptbeauftragte), who were not tied to fixed locations. The H.B. for North, East, South, and West remained staffed with the same personnel. Later still, after the full development of Amt III, a Department VI office was set up at each (Leit)Abschnitt, though operationally and administratively subordinate to the Leitabschnitt leader (i.e. Amt III). More recently, efforts have been made to systematically dissolve the VI departments—wherever feasible—and to centralize the apparatus. However, this system has been disrupted by the splitting off of VI E and the anticipated separation of VI S.
Abroad, work originally relied solely on VM (Vertrauensmänner – trusted informants), who either had business or official activities abroad and in the Reich, or who could be contacted from Berlin. About 1½ years ago, the office began sending main representatives to individual countries and moved toward a systematic intelligence network, using special VM only occasionally. It must be noted that the operational procedures of Amt VI involve such an extremely complicated and prolonged transmission process for intelligence that timeliness is seriously affected. Additionally, in certain cases, reports cannot reach Reich leadership for internal political reasons.
In the following notes, I will briefly address the structure and operation of Amt VI. I must emphasize again that my remarks on “intelligence service in general” apply especially to Amt VI, where only intrigue seems to matter.
Amt VI:
Groups:
VI A
VI B
VI C
VI C (Kult)
VI D
VI E
VI F
VI S (Radio School Lehnitz, Institute Wannsee)
Agent training schools
VI W
Gruppe VI A
Group Leader: SS-Sturmbannführer Müller
Deputy: SS-Obersturmführer Neumann
Personnel processing, otherwise only relevant for intelligence transmission. This group oversees the teleprinter and radio installations of Amt VI.
Gruppe VI B
Group Leader: SS-Obersturmbannführer Steinle
Deputy: SS-Obersturmbannführer Bernhard
VI B 1 (new): (formerly IV E 1–3) – Italy, Switzerland (previously under VI B 3)
SS-Sturmbannführer Dr. Hügel (formerly Dr. Höllel – VI E) SS-Obersturmführer Reissmann (VI B1 (Vatican)) SS-Untersturmführer Möller SS-Obersturmführer Elling SS-Sturmbannführer Dr. Hass (Switzerland)
[…]
VI C: East and the Near East
SS-Sturmbannführer Dr. Graefe SS-Hauptsturmführer Camotta (Austrian)
VI C (Kult): Culture
SS-Sturmbannführer Möller SS-Hauptsturmführer Amthor SS-Hauptsturmführer Dr. Pfeiffer SS-Untersturmführer Dr. Schweig Civilian: Prinz
International Chamber of Law: H’Stuf. Amthor via General Secretary SS-H’Stuf. Dr. Pfeiffer
International Film Chamber: Prinz
International Congress Center: SS-U’Stuf. Dr. Schweig
III D: England, South America, USA and North America
Group Leader: SS-Sturmbannführer Dr. Peffken
Deputy: SS-Hauptsturmführer Carstenn
III D 1: USA and North America
SS-Hauptsturmführer Carstenn SS-Hauptsturmführer Dr. Lange SS-Untersturmführer Hamann
III D 2: South America
SS-Obersturmführer Gross SS-Obersturmführer Nikel
III D 3: England
SS-Untersturmführer Dr. Schüttekopf (SS-Sturmbannführer Dr. Peffken)
VI E: Hungary, Croatia, Serbia, Romania, Bulgaria
(The Slovak Republic is handled by III B)
Group Leader: SS-Sturmbannführer Wanek
Amt VI Gruppe VI F
Ciphering:
A separate unit is responsible for decoding foreign messages and, where necessary, providing encryption keys to personnel deployed for assignments (SS leaders, not agents). Initially, this unit worked under the Austrian Colonel Fliegl (also associated with the Austrian intelligence bureau of General Ronge), but it is now led by Fraulein Dr. Lange. Various calculating machines are available for deciphering.
Forgery:
A separate institute under the leadership of SS-Sturmbannführer and Waffen-SS Major Krüger (deputy: SS-Untersturmführer and Waffen-SS Lieutenant Kahle) deals exclusively with forgery. Specialists there produce counterfeit foreign banknotes, ID cards, passports, postage stamps, paper templates, official seals, etc. German documents are typically issued officially after SD intervention. The same institute also collects foreign uniforms, clerical garments, civilian clothing, as well as foreign-made underwear, shoes, watches, fountain pens, etc.
Radio training:
As previously noted, the SD has an institute that primarily deals with technical message transmission and only rarely handles training—this is the so-called Wannsee Institute.
The radio school was located in Berlin-Lehnitz, under the direction of SS-Sturmbannführer Siepen.
Until the agent training school was established, this school trained “agents” in radio operations.
Training lasted about 4–6 months and required: 100 syllables sent and received per minute, solid theoretical knowledge, and the ability to build an improvised radio device.
Today, the school also serves regular technical communications.
Forgery department:
SS-Sturmbannführer Krüger,
SS-Hauptsturmführer Kahle
VI E 1: Hungary
SS-Obersturmführer Fröhlich.
Dr. Höttel intends to dismiss Fröhlich soon due to incompetence and appoint SS-Untersturmführer Müller of VI B 1 (Vatican), who is personally very loyal to him.
The former Hungary desk officer, SS-Sturmbannführer Hanke, became Höttel’s first victim in Amt VI and has now been pushed off to Hungary by him (though Hanke—incidentally a prototype of the “old VI men”—was in fact utterly incompetent).
VI E 2: Croatia
SS-Obersturmführer Claus.
VI E 3: Romania
SS-Hauptsturmführer Bratsch.
VI E 4: Bulgaria
SS-Sturmbannführer Wanek.
Special intelligence operations of Amt VI
Below I will outline some special operations of Amt VI, but I wish to preface this by stating that the experience with large-scale deployments in enemy territory has been, without exception, extremely poor. I attribute this mainly to the human material used and also to the fact that Berlin was usually not in a position to carefully plan these missions. While general parameters were known, there was no understanding of local conditions and the restrictions imposed by wartime circumstances.
The human material used in the first major operations was, without exception, poor. Since the Führer’s policy forbade using Germans for such tasks, only foreigners were recruited. These were mostly adventurer types, only interested in ensuring themselves a comfortable life, no matter in which country. Only a minuscule portion had strong convictions—though even these were usually very young men who lacked even minimal life experience. The evaluation of these agents was also carried out in the worst possible way. The various VI departments in the occupied territories tried to recruit suitable candidates through their VM networks. However, since there were no reliable or standardized recruitment and handling guidelines, each office acted at its own discretion. In some cases, agents were allowed to stay home for up to six months while being generously paid from the very first day and encouraged to quit their civilian jobs. Six months of unemployment, earning as much as a CEO of a major corporation, with unrealistic fantasies in their heads—it could only ruin a young man.
If these individuals had any real drive, they committed wild nonsense and, when held accountable, reacted insolently—claiming they were “big shots” whom no one could touch (and they were often encouraged in this delusion by the constant financial support they received from the VI departments). So these individuals arrived for training already spoiled. Those who were handled with discipline by the recruiting offices were then ruined during training. One of the most dangerous and recurring mistakes made during training is letting the men know that they are merely “agents” who will be used and then discarded. However, operations carried out with the help of the local population in the target countries were, without exception, highly successful.
The first major operation was Operation “Otto”
(Operation leader: SS-Hauptsturmführer Mandl (Austrian)
Deputy: SS-Untersturmführer Schwarzenbacher (Austrian)
SS-Hauptsturmführer Dörsch)
This was launched following the assassination of Heydrich in 1941. The Führer ordered large-scale retaliation.
120 men were recruited and trained by Group VI F for this purpose. During the training phase, 60 men were sent to concentration and prison camps. Reasons included theft, violent crimes, etc. (If not criminal in nature, the men were transferred to concentration camps as “security risks” or “confidentiality threats.”) Approximately 15 men were sentenced to death—the reasons were espionage, sabotage, etc. (Some of the agents were actually members of British intelligence!) Around 30 men were deemed unfit and sent home. Only 15 were deployed—of these, only 3 maintained any form of contact with Berlin. Deployments took place in South and North America, England, Iceland, and other locations. The agents had covert links to SD intelligence bases located in the respective countries. The operation was terminated in October 1943 and is considered a failure.
Operation “Zeppelin”
Large-scale operation against Russia. Began late 1941, under SS-Sturmbannführer Raus (Deputy: SS-Hauptsturmführer Löchelt). Objective: intelligence and sabotage using native populations. Since mid-1942, significant success. Primarily involved Ukrainians, White Russians, Cossacks, and Russian émigrés. In some cases, even former Soviet commissars led sabotage and intelligence groups.
Operation “Parzival”
Under SS-Hauptsturmführer Ubl (Deputy: SS-Hauptsturmführer Baus), a major operation in North Africa began in late 1941. Objective: sabotage and intelligence work in North Africa.
Using local resources, results have been very successful.
Operation “Diamant”
Under the leadership of Belgian SS-Untersturmführer Bulleaux (opposed to Degrelle), a major operation is underway in Central and Southern Africa. Objectives: sabotage and intelligence work, and the purchase and theft of diamonds (on behalf of the Reich Ministry of Economics). Results: satisfactory.
Operation “Morgenrot”
Under SS-Sturmbannführer Heye (Austrian), a large operation is active in Mesopotamia, Macedonia, and Palestine. Result: good.
Operation C 1 (Operation Special Unit 267?)
Under SS-Hauptsturmführer Gamotta (Austrian), a highly successful large-scale operation ran until mid-1943 in Iran and Iraq. Focus: sabotage and intelligence work, and inciting uprisings with the local population. (Gamotta received the Knight’s Cross of the Iron Cross.) A new deployment began in February 1944.
Operation C 2
Under SS-Sturmbannführer Maier, a very successful sabotage and intelligence operation is active in Afghanistan, with support from the royalist movement.
Operation “Radezky”
Planned large-scale operation in North and South America.
Operation “Eisbär”
Planned large-scale operation in Iceland and Greenland. Leader: SS-Sturmbannführer Dr. Peffken.
Types of members and collaborators of the SD – Amt VI
a) Active (full-time) SS officers and non-commissioned officers. These include members of individual offices, main representatives abroad, members of attaché groups, leaders of special operations, etc.
b) SS officers and NCOs of the reserve (honorary collaborators). They are active in their civilian professions and work for the SD in Germany and abroad. In some cases, reserve SS officers were drafted into the SD for the duration of the war; however, the majority were classified as “u.k.” (indispensable) and thus exempted from conscription in the interest of SD-related work.
c) VM – Vertrauensmänner (confidential informants). Individuals in Germany and abroad who cooperate voluntarily with the SD (Amt VI) without any payment (except for reimbursement of expenses). VM are sworn to the Führer and are obligated under SD regulations.
d) A-Personen – Auskunftspersonen (information sources). Individuals in Germany and abroad who knowingly or unknowingly provide information to the SD (Amt VI) on occasion.
e) Agents. Individuals who knowingly or unknowingly provide information to the SD (Amt VI) for payment and are normally fully recruited and controlled by the SD.
Critical assessment of the foreign intelligence service
To properly assess the work, morale, and trends within the German intelligence service, one must first acknowledge a fundamental flaw that runs through all German planning: the tendency to organize things to such an extreme that the effective integration of the resulting structures with real-world conditions becomes impossible—in other words, the Germans “over-organize.” In the ambitious expansion of German intelligence generally from 1932 to about 1941, and in the specific development of Amt VI from 1936 to the present day, this error was repeated. Instead of guiding a naturally growing structure with reasonable organizational oversight, they built an enormous edifice from the start—one for which the stones existed, but not the necessary binding material (in this case, the “cement”).
First, this kind of over-organization is a basic trait of the German character. Second, a compulsive urge—deeply linked to National Socialism—toward the monumental, the grandiose, and the superhuman played a major role in such plans. And third, and most importantly, this was all driven by a selfishness of staggering proportions. When building such an apparatus, the personal stature of each leader naturally had to be recognized. After all, an SS-Oberführer and colonel of the Allgemeine SS couldn’t possibly lead such an important office with only a few men! He would, of course—especially by the fifth year of the war—need an elaborate staff so he could appear in proper form alongside other Reich agencies. These are monuments to human weakness and the need for self-importance.
Regarding that need for self-importance: it’s worth noting that many of the men who built Amt VI came from the most modest backgrounds. It’s not surprising, then, that psychologically, they lost all sense of proportion. If you examine the “founders” of Amt VI more closely, you find battle-hardened veterans and brawlers of the National Socialist struggle who held their own during the political fights—but were, in terms of actual competence, completely unfit for the demands of this type of work. Many of these men were incapable of living in even a modestly bourgeois manner. They remained locked in the mindset of their revolutionary years and were unable to move beyond it. Even without considering the tangled intrigues, these factors alone explain the short lifespan and instability of Amt VI. Personnel changes were and still are a daily occurrence.
Many men resigned in peacetime, having recognized their own professional inadequacy. Many others had to be executed or at least sent to concentration camps due to truly unimaginable excesses. The majority of personnel changes in recent years, however, can be traced to an almost pathological desire for promotion, recognition, and power. Intrigue became the main occupation of the majority—indeed, nearly the entire leadership—of the SD. While the original core group of the SD at least maintained some sense of camaraderie, having gone through the bitter years of struggle together, that quickly gave way to a culture of everyone fighting everyone else. This next development is easy to understand: the leadership of the SD slowly but surely came to realize that it would be impossible to create a powerful instrument of control—especially a foreign intelligence service—with the human material then available. Among the old guard, there were almost no men naturally suited for intelligence work. So they began trying to recruit younger, university-educated men with social competence. The primary requirement was that they be politically and ideologically reliable.
Recruitment began at the end of 1936. Through various incentives—such as promises of rapid and preferential promotion and bright career prospects—a large number of young men joined the SD. After a shockingly short training period (3 to 6 weeks in the military), or often no military training at all, these men were promoted directly to SS officers. (The current head of Amt VI, SS-Oberführer and colonel of the Waffen-SS Schellenberg, as well as, for example, the commander of the SiPo and SD in Paris, SS-Standartenführer and colonel of the Waffen-SS Dr. Knochen, rose through the ranks between late 1936 and early 1941 without having served a single day in the field.) There is no doubt that many of these men were genuinely capable. But the rapid promotions and the artificial manner in which they were inserted into high-level positions—positions of major importance to the Reich’s war effort—naturally led to unhealthy ambition and self-serving behavior, making true camaraderie impossible.
Consider that the senior SS officers in German intelligence were, for the most part, 32–35 years old—young men who, after completing their studies and enduring a few years of unstable unemployment, were suddenly rocketed into top positions. It’s entirely understandable, then, that from its very inception, the structure was flawed, unstable, and hollow. And beyond that, one must remember: there was almost no tradition in German intelligence work, meaning these young men were thrust into responsible positions with zero prior experience. In assessing these circumstances, one must nonetheless acknowledge the achievement of those men who, in their youth and without any prior training, took over the direction of this apparatus. Despite everything, they created something. It should also be considered that these men—almost all of whom came from poor families (I don’t know of any exceptions!)—lacked two of the most important prerequisites for any intelligence officer: connections and foreign experience.
Given the above-mentioned family backgrounds, one must also not overlook the fact that these men were entirely lacking another essential quality for intelligence work: an understanding of the value of money. Furthermore, their pay was, considering their living conditions, laughably low, so that the desire for financial stability, for a secure marriage and the ability to raise children, was very strong—and could only be somewhat fulfilled through continued promotions. (Only somewhat, because it is a well-known fact that expenses increase proportionally with “honor-based” salaries!) Work was done in the following years! Although jealousy, secrecy, lust for power, and all the worst human traits severely hampered the work, it must still be acknowledged that across nearly every country in the world (with the exception of England and to some extent the USA, where structured operations are extremely difficult due to the lack of permanent bases), networks are in place.
Whether or not they are as well-developed as they could be, and whether or not the incoming reports are of the quality they ought to be—this can all be attributed to the general morale, the lack of motivation, and above all, the absence of suitable personnel. With men who are just mercenaries, one simply can’t expect anything more! What is truly astounding is the utter carelessness and complete lack of any moral compass. “The end justifies the means”—well and good—but there still must be some form of coherence. And that coherence does not exist. Cooperation between groups, or even a shared evaluation process, is simply not possible. Everyone runs their own intelligence service on their own initiative, with their own “Führer responsibility,” and does not care whether someone else might already have the information they need—or whether they might possess something someone else is responsible for.
The apparatus is so vast, so disproportionate, that it is impossible to get a clear overview of the situation. In one country, for example, the country desk might operate alongside VI C (Culture)—e.g., the International Chamber of Law, the International Film Chamber, or the Congress Center. But they will never work together abroad, much less in Berlin! (All things considered, though, one must still concede that—purely in terms of performance—since 1940, the German intelligence service has indeed become a power instrument, especially when one considers the immense challenges it has had and still has to overcome!! All offices of the RSHA are in conflict with one another and are, in turn, attacked by other Reich agencies, which are also mutually hostile. Taking all of that into account, one must still show a certain respect for the development of the SD—and wonder how such an office even came into existence and didn’t fail from the very beginning.) In addition, one must not overlook the deep-rooted tribal identities still very strong in Germany, along with the many different sympathies and antipathies, which necessarily led to group formation.
Now back to further developments. The old group naturally felt deeply alienated by the rapid rise of the academics. Even though the old guard had also experienced a relatively quick rise, it couldn’t compare with that of the newcomers. Since the “old fighters” had nothing to offer the young group in terms of performance beyond natural drive and raw energy, they took refuge in the nearest available emotion: boundless hatred against these politically and ideologically “skewed” elements. Frequently, the situation was such that “old” officers were still formally superiors to the “young” ones, even though there was barely a difference in age. This led to shameless abuse of authority, and the younger officers were treated as badly and as crudely as possible. The hatred grew. The “young” stuck together—and the “old” even more so. The power struggle began, the intrigue war was underway!
In a shockingly short time, some of the “young” had managed to climb into leading positions; yet they did not bring their fellow sufferers along—except perhaps a few personal friends.
No! They now had, first of all, a rank and positional advantage over the other young men, and could, through clever maneuvering, steer the internal currents of the department to their own advantage. On one hand, they could ally themselves with the old guard, who, flattered by this tactic, would be exploited to help further their rise;
on the other hand, they could provide “moral” (and sometimes material) support to the remaining young officers still under pressure, using that influence to manipulate morale and control the atmosphere.
In 1940, the last stronghold of the “old guard” fell: Schellenberg, at the time still an SS-Sturmbannführer, succeeded—with the willing assistance of the Foreign Office—in forcing out SS-Brigadeführer and Major General of the Waffen-SS Jost through an initiative launched by the Auswärtiges Amt (Foreign Office). (The reason for Jost’s “neutralization” was the accusation that he had conducted his own foreign policy in Romania and Hungary—an accusation that was in fact justified. However, Schellenberg never intended to change course after sidelining Jost; rather, from that point onward, he was even more determined to paralyze the Foreign Office (A.A.), to overpower it, and to seize control himself, at least indirectly.)
Schellenberg achieved the goal he had set for himself. The campaign against the “Old Guard” soon reached its objective—aside from a few exceptions—with the near-total removal of the old and largely incompetent elements. However, Schellenberg now made a disastrous mistake that would later have severely negative effects on operational efficiency: he began to shove the “Old Guard” off into foreign posts as main representatives, especially those with strong connections within the SS and the Party. (For example: SS-Sturmbannführer Daufeldt, who had strong ties to Obergruppenführer Heydrich via former Chief of Amt I, Gruppenführer Streckenbach, was sent to Switzerland.)
Incidentally, after Heydrich’s death and until Dr. Kaltenbrunner was appointed as head of the Security Police and SD, Streckenbach temporarily led the SiPo and SD. Schellenberg was fiercely opposed by Streckenbach. It must be understood that this conflict and political intrigue, at least as far as Amt VI is concerned, went all the way up to the Reichsführer-SS, and even to the Führer himself! Schellenberg referred to Ribbentrop as an “idiot,” and to the Foreign Office as a “bankrupt and calcified madhouse.” Even the RFSS and the Führer were sharply criticized by him. He also had a falling-out with Obergruppenführer Dr. Kaltenbrunner. (However, there are reasons behind this which I will address later, as they are of critical importance to the future of Amt VI.) If one wishes to assess Schellenberg, one must say: a man of exceptional intellect, with rare energy and full of drive. But sick—irredeemably sick—due to vanity and careerism. Under his leadership, Amt VI undoubtedly experienced tremendous growth (certainly in terms of organization—but whether in leadership or productivity remains highly questionable). He never managed, if such a thing is even humanly possible, to restore balance to the poisonous atmosphere within the department.
It has only grown worse. The intrigues—while more refined, more calculated, and more dangerous—have only become more malicious. A typical example of this “short-lived culture” is the “Venlo Affair”, which led to the arrest of Major Stevens and Captain Best, and through which the entire British intelligence network in Holland could be rolled up.
The operation was led by Schellenberg, Dr. Knochen, Naujocks, and Christiansen.
Schellenberg: became SS-Oberführer and Colonel of the Waffen-SS, and Chief of Amt VI.
Dr. Knochen: became SS-Standartenführer and Colonel of the Waffen-SS, Commander of the SiPo and SD in France, and was later shunted off to Amt IV (Gestapo).
SS-Sturmbannführer and Major of the Waffen-SS Naujocks: was demoted in early 1940 for sexual relations with a Jewish woman and sent to a concentration camp—yet two weeks later, he was pulled out by SS-Obergruppenführer and Generaloberst of the Waffen-SS Berger (head of the SS Main Office and the “Germanic Liaison Office”), who is in open conflict with Amt VI. Naujocks was re-promoted to SS-Sturmbannführer and Major of the Waffen-SS. Despite committing an offense for which many SS men were executed, Naujocks is today one of Amt VI’s fiercest enemies.
SS-Sturmbannführer and Major of the Waffen-SS Christiansen: was removed in mid-1940 due to shady financial dealings (which he vehemently denies) and reassigned as a factory director in the armaments industry. Today he works with Berger and SS-Brigadeführer and Major General of the Waffen-SS Ohlendorf (chief of Amt III)—between Amts III and VI, the bitterest battles are being waged—against Amt VI.
Anyone who believes that by “sidelining” the Old Guard, peace had been achieved, is mistaken. Intrigue had become second nature, and it intensified even further. Now the few younger officers, who had previously managed to escape the Old Guard’s pressure and had rapidly risen in rank, became the new targets. If someone were to bring up the word discipline, one must clearly state: it does not exist here, nor in any other Reich or Party offices! It must be assumed that while the German is the best soldier in the world, he is only so when the whip cracks over and behind him. Yes, more capable men have replaced the Old Guard, but the atmosphere is poisoned, saturated with mistrust and hatred, even toward one’s closest friends.
No one sits calmly at their post; everyone lives in fear—of being undermined from below or struck down from above. Experiences have been numerous and bitter, and ears have become keen. Every directive is suspected of being driven by malice or manipulation. Every task is interpreted as a means of “sidelining” the individual. That’s why all reports are falsified (I could sing a song about it): For example, the initials of the responsible officer, the caseworker, or even the group leader are removed and the file is sent forward after a so-called “revision” that is rarely informed by any real understanding. The consequences for morale and operational integrity need no further explanation.
Substantive work means nothing; it is merely a tool to strangle someone else’s position or to advance one’s own. How often has it occurred—how must an Amtschef with experience feel—when subordinates maneuver against their superiors, whether through allies within the office, other Reich agencies, or simply through malicious, untraceable rumors or anonymous denunciations?
And what a role the stenographers play! On one hand, they are the cheapest and most effective private intelligence service, and on the other, the fastest and most efficient courier network for juicy rumors, malicious allegations, etc. It’s a common tactic: use emotional manipulation (not always even necessary), to gain access to desk drawers, safes, or to track a colleague’s work—whether a peer, superior, or subordinate. (And if they can’t get in directly, spare keys are used.) Some cunning individuals have found that technical department sub-officers—and occasionally even officers—can be persuaded, with payment in kind or promotions, to provide access. A few more paranoid types have even invented methods to “secure” their desks, such as locking from the inside, using thread, and so on. Another rather well-practiced method is the monitoring of telephone lines—a practice that is routine both within the office itself and also against and among other military and civilian Reich institutions. Everyone is involved in conspiring: with the stenographers, with subordinates, even with junior officers and enlisted personnel. The end justifies the means—not only in intelligence work in general, but also internally (the so-called “internal intelligence service”). I have personally witnessed cases where foreign agents and trusted contacts were openly used as tools in internal intrigues.
And for what purpose? Why all this surveillance and espionage within our own organization? It is always explained that “the nature of the work demands it.” (This may be true—to an extent. If the official tasks are allowed to deteriorate, then one must find some form of compensation within the trade. Besides, it’s simply more rewarding. The same cannot be said of the actual work—because first, everything is falsified and unappreciated, and second, there’s an apt saying: “No one at the SD ever fell for not working — only those who actually work die on the battlefield.”) The fact is: almost everyone has dirt on their hands, and indeed, the scoundrel assumes others are as rotten as he is—and often, not without reason. This snooping usually does pay off. That is the secret. But none of this should lead to the conclusion that the German intelligence service is harmless because it’s only spying on itself—that would go too far. Despite everything, Amt VI remains a formidable apparatus—and one that does deliver results! However, it would be fair to estimate that between half and three-quarters of the average workday—depending on the individual’s disposition—is spent spying on one another and scheming. One must also not underestimate the psychological strain this atmosphere imposes, which heavily hampers actual productivity.
Now briefly back to money: While during the early development of the SD, the lack of funding had highly detrimental effects and seriously damaged operational efficiency, in recent years one can actually speak of a flood of money. The Reich and its leadership had finally come to understand the critical importance of an effective foreign intelligence service, and from the beginning of the war onward, they supported Amt VI with all available means—though only in Reichsmarks. Foreign currencies remained limited, especially considering the sheer scale of these operations. State Secretary Dr. Landmann from the Reich Finance Ministry could provide only the equivalent of 100,000 dollars in foreign currency per month.
This sudden influx of funds naturally led to unhealthy conditions: That one might trust a subordinate to report their intelligence expenses honestly, even without receipts (which are often impossible to produce), is understandable. But that it has become common practice to cover one’s personal living expenses with intelligence funds—that’s another matter entirely.
(I know individuals who charge 1,200 Reichsmarks or more per month.) Printing forms and requiring signatures from group leaders, section heads, and case officers to verify the legitimacy of expenses does nothing in such cases. It all comes down to whether a person is honest or not.
A handful of dishonest individuals can contaminate the entire apparatus in no time. And unless superiors set the tone through personal example and decisively clamp down on such misconduct, all morality breaks down. That is precisely the foundational error that was made. From top to bottom, the apparatus became filthy in no time; every safeguard collapsed, and from there, it was only a short path to widespread corruption and misconduct—a path followed by more than 60% of personnel. No one should then be surprised by the spirit that reigns in such an office! When someone is caught today or tomorrow, and everyone shouts about their disgrace and condemns their behavior, it is usually those with the dirtiest consciences who scream the loudest. When one person must fear another—that he might betray him or bring him down—then it is no longer possible to speak of discipline or performance, let alone demand such things. What has been said here applies equally to all other state, party, and Wehrmacht offices (with military administrations being the most oppressive in this regard). And if anyone believes the executive branch is any better, they are deeply mistaken!
Under these conditions, it is hardly surprising to hear that, for example, out of 240 members of the office of the representative of the Chief of the Security Police and the SD in Brussels, over 211 disciplinary files have already been opened. Or that every single member of that office who took part in the “Jewish operation” is under investigation by the SS court for theft and related crimes (a similar situation, to my knowledge, also occurred in Paris, The Hague, and Berlin). One must not be shocked to learn that even high-ranking staff officers (I know personally of cases involving a major, two colonels, and even a general in the Wehrmacht) have been executed for black-market dealings, bribery, and corruption.
In July 1943 alone, 18 officers in Belgium were affected. Indeed, even General Staff officers have acted as bribed agents spying against Germany. (I personally know the case of one such captain in the General Staff.)
I have limited these examples to officers and army personnel, but could just as easily cite more egregious cases from within the SS ranks. For example: In Brussels, the SD sells fuel on the black market, while the Gestapo has to cease operations by the 20th of each month due to fuel shortages. Even when this comes to light, nothing happens to the culprits—they have the right connections. They’re simply transferred with promotion. Meanwhile, Gestapo officials are getting fat, their wine cellars stocked with the finest liquors—all looted goods—while field hospitals go without.
After the occupation of Austria, a new faction began to emerge—tentatively at first—within the Amt: the Austrian Group. This group initially consisted of members from the so-called “Special Austrian Line”, a spy network that had previously cooperated with Germany. Leader of this network: the current Chief of the Security Police and the SD, SS-Obergruppenführer Dr. Kaltenbrunner. At first, K. played no role in the intelligence sphere, as he was appointed Higher SS and Police Leader in Vienna, as well as Commander of SS-Oberabschnitt “Danube” (of the General SS). But, with strong backing from the aforementioned SS-Brigadeführer Jost, the Austrian-born SS-Sturmbannführer and Waffen-SS Major Wanek, and SS-Sturmbannführer and Waffen-SS Major Dr. Höttl from Vienna began to gain influence. However, when Jost was removed, Dr. Höttl was temporarily suspended and Wanek was sidelined. The Austrian group seemed finished. But with Kaltenbrunner’s appointment came a reversal of fortunes. Wanek was reinstated, Dr. Höttl was recalled (shortly before Stalingrad), and Skorzeny was pulled from the front and, along with other less prominent Austrian SS officers, launched a campaign against “Old Reich” leadership.
Wanek, Skorzeny, and Dr. Höttl bypassed their superior, the Amtschef, and reported directly to Kaltenbrunner. They quickly succeeded in discrediting Schellenberg in Kaltenbrunner’s eyes, reducing him to a pawn in an extraordinarily bold game. They eliminated the leadership of Groups VI E and VI S, assumed their roles, supported Austrians over Germans, and began a deliberate fragmentation of the Amt. Today, VI E is based in Vienna and no longer accepts Schellenberg’s authority, and VI S (Skorzeny) is expected to relocate there as well. All of this with Dr. K’s full support, who openly declared:“Only Austrians are suitable for intelligence work.” (He also told me personally that he was glad for the chance to make “frequent trips to Vienna.”)
Upon closer inspection, the Austrian group reveals the following: They are intellectually, socially, and academically superior to the average VI member—but even more cunning and devious.A typical example: SS-Obersturmbannführer Dr. Hämmer was Group Leader of VI E. Wanek and Dr. Höttl were his subordinates. There is no doubt that Dr. Höttl was personally superior to Hämmer. Hämmer had to fall. He was discredited to Kaltenbrunner, forced out of the RSHA, and reassigned to lead the invasion network in Italy. Behind his back, a second man, SS-Obersturmbannführer Dr. Elling, was secretly given the same responsibilities. One of Hämmer’s intelligence lists was stolen, handed to known British Intelligence agents, who were shortly thereafter captured. Dr. A. was finished and received a “restricted residence order” in Munich in December 1943.
Today, within VI E, it is impossible to predict how long individual members will remain united. After the dissolution of Amt VI, an intensified power struggle is inevitable. (Example: Wanek is officially Group Leader VI E, Dr. Höttl his deputy, but Höttl has no intention of subordinating himself to Wanek. They are currently working side-by-side—”for the greater good”—but not as a team.) The best prospects with Kaltenbrunner currently lie with SS-Sturmbannführer Skorzeny, his longtime personal friend, followed by Wanek, who is intellectually limited and likely inferior to Höttl, though Höttl lacks the vitality of either Wanek or especially Skorzeny. Dr. Höttl is undoubtedly the most capable among them—but also the most ambitious. He lacks the physical force and presence of a Skorzeny and the ruthless directness of a Wanek. Whether Dr. Kaltenbrunner himself can remain in power, or whether his three lieutenants will maintain unity, remains to be seen. For now, yes—but what tomorrow brings, I cannot predict.
The Hauptbeauftragten (Main Agents)
As I already mentioned in my remarks on Amt VI, the SD had appointed Hauptbeauftragte (Main Agents) in all countries. Below is a list of those known to me:
Sweden: SS-Sturmbannführer Dr. Chban
Hungary: SS-Sturmbannführer Hanke (Deputy: SS-Sturmbannführer Orban)
Finland: SS-Hauptsturmführer Walter Daufeldt (brother of the Hauptbeauftragter in Switzerland)
Switzerland: SS-Sturmbannführer Hans Daufeldt (via Friederich Pruvschel)
Turkey: SS-Hauptsturmführer Moor in Adana
Romania: SS-Untersturmführer Alliger (Bucharest)
Bulgaria: SS-Untersturmführer Waber (Sofia)
Spain: SS-Untersturmführer Theo Arnold (Deputy: SS-Hauptsturmführer Maiwald) (via Frau Amalia Manro Lopes – Madrid – Siesta 76)
Portugal: SS-Sturmbannführer Nassenstein (via Francisco Cruz, Rua Eduardo Brazao 4)
Argentina: SD station led by SS-Hauptsturmführer Becker. Deputy: SS-Obersturmführer Franzog (radio specialist) Staff: 11 men. Via Jose Mompo, Director of the firm Alvarez y Cabanna, Buenos Aires, Sarmiento 99 Codeword: “Saludos de Pepe de Sagunto” Equipment: 4 high-power transmitters and 16 small transmitters
USA: Agent Seifert – based in California, Los Angeles
6) Intelligence Operations of the SD in Switzerland
Previously, the Switzerland country desk at Amt VI operated under VI B 2 (old) (now VI B 3, new) and was supervised by SS-Obersturmbannführer Bernhard, the deputy group leader of VI B. It now falls under VI B 1 (new), formerly VI E 1–2. The referent for VI B 1 (new) is SS-Sturmbannführer Dr. Hügel, who only took over the desk in December 1943 from Dr. Höttel. When VI E 1–2 (Italy) and VI E 1 (Vatican; led by SS-Obersturmführer Reissmann) were reorganized, the Swiss desk was detached from VI B 2 (old).
From then on, Switzerland and Italy were handled under VI B 1 (new). At the time Amt VI was initially structured in its current form (1938), the Schweiz desk was led by SS-Hauptsturmführer Zschunke (aka Marcel Z.). Zschunke’s father was German, his mother a southern Frenchwoman from Lyon. He was raised for many years in a Swiss boarding school (possibly in Geneva?) after his mother remarried Baron Rüdt von Collenberg, brother of the former German envoy to Mexico. (His mother died in 1942.) Zschunke later married Marie José Adries, a Belgian woman. This led to his fall from favor with the Reichsführer-SS. By the end of 1943, he was transferred to Białystok through the intervention of Group Leader VI B, SS-Obersturmbannführer Eugen Steimle.
However, there are recent efforts to extract Zschunke from the East and appoint him to the Attaché Corps (under SS-Standartenführer Dr. Zinn). From there, it is rumored that Z. may be sent to Switzerland—some even speculate Daufeldt might be recalled and replaced by Zschunke as Hauptbeauftragter. After Zschunke’s departure, SS-Obersturmbannführer Bernhard managed the Swiss desk personally, especially as SS-Oberführer Schellenberg insisted on the utmost diligence in handling Swiss affairs. In Berlin, the belief is that Switzerland is now the most valuable source of intelligence, as it is where all international threads intersect. Since the latest reshuffle of the Swiss country desk, I do not know whether Dr. Hügel is personally overseeing Switzerland or if a new referent has been appointed. The Hauptbeauftragter for Switzerland, since mid-1941, has been SS-Sturmbannführer Hans Daufeldt, officially serving as Vice-Consul in Lausanne. Hans Daufeldt, originally from Kiel, is a long-standing member of the SS (since 1929) and one of the oldest SS leaders in Amt VI.
Until the reorganization and centralization of Amt VI in early 1940, Daufeldt had first served as Blockstellenleiter Nord (in Hamburg) and, from 1938 on, as Hauptbeauftragter North.
After the Hauptbeauftragte for North, East, West, and South were recalled, D. led Group VI D (England, North and South America) until around mid-1941. In this role, Daufeldt failed completely.He had a public falling-out with SS-Oberführer Schellenberg. Daufeldt then submitted a request to SS-Obergruppenführer Heydrich in mid-1941 to be transferred to the Waffen-SS. He clearly assumed the request would be denied, using it as leverage to force Schellenberg to nominate him as Deputy Chief of Amt VI. But the request was granted.
D. was crushed! That very same day, however, Schellenberg went on vacation, and D. had free rein to prevent being actually assigned to military service. He went to his old friend, SS-Gruppenführer Streckenbach, who at the time was head of Amt I (personnel)—Streckenbach had temporarily led the Sipo and SD after Heydrich’s death, though only on an interim basis. (Between Dr. Kaltenbrunner and Streckenbach, a serious conflict arose after Kaltenbrunner was appointed as chief of the Sipo and SD, and Streckenbach was put on leave.) Streckenbach went to Heydrich and persuaded him to revoke the approval of D.’s transfer request. Heydrich, who was extremely impressionable, complied. — When Schellenberg returned, the situation became intolerable. One of the two had to go! (At that time, Schellenberg was still only an SS-Obersturmbannführer.) By Heydrich’s decision, Daufeldt was dismissed, but at the same time appointed as Hauptbeauftragter for Switzerland. D. is widely described as an extremely energetic and forceful person, who knows how to assert himself through ruthless elbow tactics. Personal misconduct is, for example, alleged by SS-Hauptsturmführer Carstenn (also from Kiel). D. has only elementary school education—within Amt VI, he is sharply criticized from various sides.
As I never had the opportunity—and at the time also lacked personal interest—in the “Swiss intelligence service,” I cannot provide detailed information about the intelligence lines active within Switzerland. I will briefly outline those connections known to me:
Friedrich Puerschel, Chemin sur l’Aigle 5, La Tour de Peilz.Puerschel is cited as a discreet drop address for Daufeldt. Internationale Filmkammer, linked to Amt VI: Prinz. He told me personally he was frequently in Switzerland. Internationale Rechtskammer: General Secretary Dr. Pfeiffer (SS-Hauptsturmführer in SD Amt VI; liaison: SS-Hauptsturmführer Amthor) International Congress Center: Liaison: SS-Untersturmführer Dr. Schweig (VI C – Culture) He also told me he had visited Switzerland frequently. Thomas, an industrialist living in Berlin (near Adolf-Hitler-Platz), married to a Krupp von Bohlen und Halbach. He is a collaborator for VI B 1 (new) (Italy, Switzerland) Frequently in Switzerland. He maintains contact via lawyer Hürlimann in Zurich with his brother H.M. Thomas in Buenos Aires (Calle Penja 2196, 6th floor), who leads the now-disguised Führmann Group in Argentina. Frau von Pannwitz, Zurich, Hotel Baur au Lac. Formerly very pro-German. Her daughter married a British colonel in the Intelligence Service. Lately, Frau v. Pannwitz has become extremely pro-English. However, she maintains good ties to Reichsmarschall Göring.In Berlin, it’s suspected she informs Göring. Dr. Prager, a German living in Varese, via Sacchi 23(?). Reported by SS-Hauptsturmführer Heiner to be working for the Milan station with Swiss connections. Dr. Bertel, member of the Hungarian intelligence service. Cooperated with SD Amt VI for money. Visited Switzerland often, where he negotiated with several British (Intelligence Service) agents, allegedly to pass information about Germany. (Cooperation now ended.) Hodeige (Belgium), correspondent for Le Soir and Nouveau Journal in Paris. Has a good intelligence network in Switzerland and works via the Brussels station for a monthly fee of 15,000 Belgian francs. Pro Juventute — its founder is a major shareholder of the Empain Group, a certain Baron Louis Empain. The General Secretary of the Empain Group, located in Brussels, occasionally supplies information to Amt VI via the Brussels station regarding Switzerland. Paul Heymans: head of Belgian winter aid program, close to King Leopold III (also connected to the Italian crown princess). Also connected to Cardinal van Roy, Archbishop of Mechelen—anti-German.
Amt VI S – Agent Schools
A – Oranienburg near Berlin
B – The Hague
C – Belgrade
Group Leader: SS-Sturmbannführer Skorzeny
Only relatively late did Amt VI come to the realization that the now generously expanded intelligence service also required a thoroughly thought-out agent training school. In 1940, for new members who had joined Amt VI, only individual orientation by the immediate superior was practiced. In reality, this “orientation” often amounted to little more than the superior—either out of laziness or genuine work overload—being unable to carry out a proper training, and instead simply assigning the newcomer to maintain files and registries, etc. Alongside this clerical work, the individual was told to read through the available materials. After some time, they were then instructed to prepare file summaries, thus gradually becoming familiar with the technical structure, the administrative procedures, and eventually the subject matter itself. After their first intelligence reports were reviewed, they were normally assigned a specific area of responsibility (typically this form of onboarding took 6 months, though recently it had to be shortened to 4–8 weeks due to a shortage of case officers).
This training method had many drawbacks. While the person might learn a bit about their subject, it was always in a dilettantish fashion, and they would never gain a comprehensive understanding of the work. They wouldn’t learn to evaluate matters from a strategic perspective, and unless they happened to participate in higher-level meetings, no amount of diligence would allow them to rise beyond mediocrity. They would lack a broader vision and typically fall into the trap of obsessing over trivial details. In recent years, a change was introduced whereby VI members first passed through Amt III, where the most essential skills—practical intelligence work and personal conduct—were better taught. In 1940, a 9-month training course was held for younger members of Amt VI. Its goal was to give an overview of all aspects of intelligence work, and to include foreign language instruction, depending on the regional assignment of each participant. There were also plans to train them in social etiquette (if such a thing can be taught!), including dancing, horseback riding, fencing, and other sports (e.g., golf, tennis, etc.).
Such training was urgently needed, as (as I’ve previously described) the men came from the most modest backgrounds and must have made the poorest impression on anyone belonging to the educated or cultured classes. Often full of self-confidence, when these men were invited to social events, the resulting scenes would have delighted any student of etiquette. (I did, however, make one striking observation: Western Europeans, even those in the highest social circles—who are already fairly relaxed about table manners—didn’t seem to notice how inappropriate or ridiculous these men’s behavior was. Probably because they expected no social polish from Germans in the first place.)
This promising training initiative was ultimately scrapped. Amt I (personnel, political training, etc.) claimed responsibility for the program—something Amt VI could not accept, as this was clearly a specialized training matter internal to VI. Neither side relented, and when a compromise was finally reached (which would have inevitably led to new disputes anyway), neither VI nor I had the will to reopen the power struggle over the matter. (VI was to supply I with written documentation about the training curriculum.) But 11 months had already passed. While the war raged in Poland, Norway, and France, about 100 young men spent 9 months in Berlin doing nothing (though they were paid the whole time—an unprecedented event!). These wasted months contributed greatly to the jaded attitude of the younger VI men. Another attempt to implement initial or advanced training for Amt VI members has not been made since.
As for agent training in 1941, it was virtually nonexistent. In a few hours, an SS officer—who would later lead their assignment—briefly explained the purpose and goals of intelligence work and then gave them their specific mission instructions and directives. It soon became apparent, however, that agent training needed to be conducted systematically. When the Führer ordered a retaliatory operation following the death of Heydrich (carried out under the name “Otto”), and a large-scale agent deployment from a central authority became necessary, the existing training methods completely failed. Within Group VI F, a staff was assembled to execute Operation “Otto”. Various men were assigned to handle the training (it was under VI F because these were primarily technical sabotage operations). However, numerous errors were made during the training of the agents, who were almost exclusively foreigners. The training was sloppy, the agents were either mistreated or spoiled with money and special rations (cigarettes, meat, fat, chocolate, etc.). Their supervision was described as extremely poor.
That said, one must also consider that the agents were almost all previously convicted criminals, housed in various accommodations (hotels, boarding houses) throughout Berlin. If one imagines, for example, that 200 agents were scattered across Berlin, typically living in pairs, and trained by a staff of about 10 people, it becomes clear that these agents couldn’t be kept properly occupied, and misconduct was inevitable. (The pitiful failure of Operation “Otto” was, in my opinion, primarily due to inadequate training.) At the end of 1942, SS-Obergruppenführer Dr. Kaltenbrunner tasked SS-Sturmbannführer Otto Skorzeny with the development and leadership of the agent training schools. After prolonged disputes with Amt VI, which insisted on retaining sole authority over training and resisted temporarily releasing technical specialists, Skorzeny prevailed—thanks to his strong backing from Dr. Kaltenbrunner.
Agent training schools were then set up in The Hague, Berlin, Friedrichshafen, and Belgrade.
In terms of evaluation, it should be noted that due to Skorzeny’s personality—throwing himself enthusiastically into a task, then quickly losing interest—these schools made little progress. His intention to structure the training strictly along military lines, especially when most of the trainees were foreigners, was a misguided approach, in my opinion. Once the training had reached a certain level, instruction for the I-net agents began. These agents were brought to the schools at night, using darkened paths. They were not allowed to know either the city’s name or the names of the instructors, who now taught exclusively in civilian clothing.
The training curriculum included: Purpose and function of the intelligence service, conduct of an SD agent, intelligence gathering, communication, radio operations, invisible ink (only basic old methods were taught), codes, sabotage techniques, technical use of sabotage equipment, building a personal intelligence network, firearms training. Recreational activities included: swimming, tennis, track and field, etc.
“German Agents in Ireland”
[Regarding a note in the NZZ evening edition of Jan. 17, 1944:]
For some time now, Group Leader VI D, SS-Sturmbannführer Dr. Peffken, in collaboration with SS-Obersturmführer Dr. Schüttekopf (referent VI D), had been attempting to launch intelligence operations in England. In July 1943, Dr. Peffken, Dr. Schüttekopf, and I (only for 3 weeks) visited the POW camp in Oberursel. Even at the Oflag (officers’ camp), it was already clear that not a single British or American officer could be recruited for intelligence missions against England. Peffken and Schüttekopf then turned their attention to the Stalag (non-officer POW camp). Their approach in the Oflag was downright ridiculous. However, it must be said that neither man had any intelligence training whatsoever—they had only been seconded from the military 6 to 8 months earlier. (Both had, to my knowledge, spent some years in England before the war.)
Dr. Peffken came to Amt VI (I believe as an SS-Obersturmführer from the military) due to his personal friendship with SS-Oberführer Schellenberg. In no time, he took over leadership of Group VI D and quickly became a laughingstock within the Amt. On one hand, he lacked any experience or even the necessary finesse; on the other hand, he shamelessly pushed his often grotesque ideas, using ruthless ambition and his personal connections to the Amtschef to push them through. Dr. Schüttekopf, a close personal friend of Peffken’s, was (then a SS-Untersturmführer?) brought into Amt VI through Peffken and took over the England desk. The old guard in Amt VI (see earlier remarks), particularly Peffken’s deputy, SS-Hauptsturmführer Carstenn (VI D 1, America), opposed Peffken and Schüttekopf. Carstenn—who does possess some intelligence experience, though known primarily for breathtaking stupidity—is thought to have attained his position only because he holds the “Golden Party Badge” of the NSDAP. He is supported by the rest of the group, as well as by the more competent faction in Amt VI (Skorzeny, Dr. Höttel, and Wanek)—who are backed by Obergruppenführer Dr. Kaltenbrunner. This group considers Peffken and Schüttekopf “complete idiots” and fights them accordingly.
Back to Oberursel:
At the STALAG (prisoner-of-war camp), Dr. Peffken and Dr. Schüttekopf found only three Englishmen and four Irishmen willing to undertake intelligence missions in England. These men were immediately transferred to Berlin. The training of these individuals—along with the radio broadcaster for Ireland, O’Reilly (himself a former POW in a STALAG)—was personally handled by Dr. P. and Dr. Sch. With the exception of radio instruction, these two took care of everything themselves. Dr. Peffken, desperate to repair his professionally disastrous reputation, had secured full autonomy from SS-Oberführer Schellenberg for these operations. The training methods used on these men, who were treated like “fragile figurines”—barely even allowed to breathe for fear of swallowing angina bacteria—were met with mockery and scorn from virtually everyone in the Amt VI staff. At the end of December (around the Christmas holidays), O’Reilly and the English sergeant Kenny (not Irish) were deployed by parachute drop over Ireland. In response to British press reports that these two agents had allegedly aimed to infiltrate the F airfield, the author clarifies: this operation was purely for intelligence purposes, not sabotage. In early January, two more agents—one Irishman and one Englishman—were inserted via submarine to Scotland. When the remaining four will be deployed is unknown. However, considering the utter lack of expertise and amateurism of the two “mission leaders,” it is likely the British press will soon provide further information.
The Fifth Column
The term “fifth column” is often misunderstood or conflated with intelligence work or political influence operations. Just as foreign observers often confuse the German intelligence service with the “Gestapo”, they also misinterpret what “fifth column” refers to. These are, in fact, two completely separate activities, though often both were associated with the SS, which led to them being lumped together. While I have discussed the structure and operation of the intelligence service (SD) in previous writings, I want to briefly address the “fifth column” issue here:
Since around 1934, the Reich attempted—with varying degrees of success—to support National Socialist movements abroad, either secretly or openly, depending on the situation. These movements were then indirectly guided by Germany and developed into political power blocs within their respective countries.
A few examples include:the Quisling movement (Norway),the Mussert movement (Netherlands), Flemish separatist movements, the Mosley movement (UK), the National Socialist Party in Denmark,the Ustaša movement (Croatia) (Italy, incidentally, pursued a similar strategy: e.g., by supporting fascist movements such as the Rex movement in Belgium.)
Germany was also highly skilled at exploiting the nationalist interests of ethnic minorities in various countries—playing them off against one another to sow confusion and division without needing to apply too much overt pressure. Under such conditions, stirring political unrest in a country becomes easy. It’s also certain that the SD drew intelligence benefits from these movements—sometimes deploying entire groups for their own ends, even though individual members believed they were following the orders of their own leaders. In situations involving serious unrest—such as the invasions of Holland, Belgium, France, and the Balkans—these parties (via SD coordination) were armed, and the party leaders were briefed on their role as part of the so-called “fifth column.” If the ideological loyalty of these movements to Germany was found to be too weak, then money was used—or, if needed, violence.
While the Reich leadership of the NSDAP in Munich previously carried out this political work through its Foreign Organization, in 1941 (with the appointment of the Reichsführer-SS as Reich Commissioner for the Consolidation of German Nationhood), this work was transferred to the SS. Under SS-Obergruppenführer Berger, only the “Germanic Liaison Office” operated—(which, in fact, would even support an effort by Black Africans to establish a kind of National Socialist party, if such a thing arose!) This office now works very closely with SD Department III B (see earlier remarks under SD–III B) in occupied territories, and with Department VI when foreign countries are involved. The most bizarre experiments, such as setting up an SS organization abroad, originate from this office! (For example, in Switzerland, efforts involving Dr. Heinrich Bührer, via SS-Sturmbannführer Niedweg.)
That, in broad strokes, is the “Fifth Column”!
The Chemical Institute of the SD
For the past three years, Department VI F’s technical group has maintained its own chemical institute, headed by a certain Dr. Schambacher. He lived for many years in America and India, and—at least by his own description—is a specialist in plant-based poisons. I’ve known Dr. Schambacher personally for about a year and a half, and my impression is that he’s one of those “experts” the SD’s Department VI could just barely afford during its initial build-up. In discussions with Group Leader VI F, SS-Sturmbannführer Dörner, and his deputy, SS-Sturmbannführer Lassig, I was consistently told that Schambacher would be dismissed as soon as more qualified personnel were available.
I know for a fact that Dr. S. considers anything not nailed down to be “mistakenly” his property, and defends this belief with remarkable energy. While one might understand an interest in weapons, ammunition, and so on, it’s quite another matter when such items suddenly vanish, only to reappear in his possession—and when the rightful owner protests, he is told to leave the room (as happened with an Unter-Scharführer recruiter from Department A). This behavior has caused quite a few storm clouds to gather over Dr. Schambacher’s head—but, due to a lack of suitable replacements, they’ve never broken.
He is a Swabian, aged 50 to 60, and is known to tell filthy stories from his soldiering days to anyone who’ll listen (or even if they won’t), even in front of his secretary. Now, as in life generally, where there’s some filth, there’s usually more. His laboratory rooms are absolutely filthy—no measuring beaker or retort is remotely clean, despite his lab assistants cleaning manically. Like some malevolent sprite, he runs about making messes, coughs and spits, and tells dirty jokes nonstop. “Yeah, if you want to bump someone off, it’s easy! Just twist their neck and that’s that!” — one of his typical lines.
But Dr. S. has in fact developed certain poisons that shine a bright light on this “sunny” century. He himself—malicious, toxic, like ever-rolling mercury—has created what only a mind of such utter vileness could come up with: A white powder that, when sprinkled in shoes or on bed linens, causes heart failure within 14 days. This poison supposedly causes no pain and is undetectable. It enters the bloodstream through body heat. A similar poison that causes a stroke within the same timeframe. Also, various poisons for suicide, which lead to death within one-tenth of a second, have been developed.
As poisons that can be obtained inconspicuously, Dr. Schambacher mentions: Methyl alcohol (e.g., in wine or cognac), supposedly tasteless when chemically pure. Sodium nitrite (e.g., as an additive in smoked resin for asthma). Tastes like salt (e.g., when mixed into food) and takes a longer time to take effect—difficult to detect in autopsies.
Invisible Inks (Secret Inks)
Invisible inks are also produced under Dr. Schambacher’s supervision. The earlier type of invisible inks, which only reacted to a specific developer fluid after being rendered invisible, has now fallen out of use. The reason is the postal censorship in every country, which includes chemical spot testing (e.g., with iodine or methylene blue). In the USA, every letter intended for international delivery is reportedly examined under a quartz lamp.
Currently, the chemical department has developed three types of secret ink using the same method but with different effects. The principle is this: One regular ink, one secret ink (in the same color), and three developers.
Usage: The message is written with two pens. For example:
A ship’s hull carries…
Upon development, the letters written with regular ink fade, while those written with secret ink become visible. At the right moment, the developer fluid must be washed off.
Example result after development:
A ship’s hull carries…
Types of secret inks:
Type 1: Upon development, the secret writing appears in red (no longer used today). Type 2: Upon development, secret ink becomes visible, and regular ink fades somewhat. Type 3: Same principle as Type 2, but the difference in tone is so subtle that even sharp eyes struggle to distinguish it (not used).
To use this kind of secret writing, the following are needed:
1 regular ink 1 secret ink 1 developer a) white 1 developer b) red (consists of two fluids that, once mixed, are usable for about 4 months)
Developer mixture:
2 cc of E red – b) 9 cc of water (H₂O) 3 cc of E white – a) = 14 cc total
According to Dr. Schambacher, no country is able to decipher this type of secret script (?). In practice, it has proven effective during operations in Macedonia and Afghanistan.
[…]
German Losses
Even the announced casualty figures from the Polish campaign—and especially those from the campaigns in France and Norway—caused great surprise in well-informed circles within the Reich and stirred skepticism toward official statements. The first reports of losses from the winter battle in the East (1941/42) were hardly believed, even by the general public.
It is a well-known fact that the Nazi leadership falsified results during all “elections” in peacetime—a fact that remained entirely unknown to the population. For example, during the 1936 elections, there was a notorious scandal in Berlin when the head of the Gestapo office in Berlin, Senior Government Official Richter, refused to have anything to do with the fraud and even told Goebbels and the Berlin police president, Count Stradkowitz (a particularly disreputable figure) so. (Richter was sent to a concentration camp for one year and is now serving as a senior government official and investigator in Paris. Currently, Richter is once again facing time in a concentration camp because he insists, in his official capacity, that everyone— not just ordinary people—must be held accountable for wrongdoing. He reportedly wants to press charges against Göring, Goebbels, and several other high-ranking individuals. I have personally spoken with him several times and can attest that he is bitterly disillusioned with current conditions, a staunch individualist, and sharply opposed to the Nazi party elite—even though he holds the Golden Party Badge of the NSDAP.)
Efforts by the SD to determine more accurate figures on the actual losses involved counting the death notices in individual districts and cities by relying on local district administrators, about 70% of whom serve as voluntary SD collaborators. These surveys cannot claim full accuracy since they were only carried out via random sampling and estimates. Moreover, they had to be conducted very cautiously, as the NSDAP would have created massive problems if they had been discovered.
The OKW (German Armed Forces High Command) also provided figures—but likewise had to proceed carefully, since a directive from Field Marshal Keitel forbade such investigations under threat of severe punishment, including demotion.
According to SD findings, as of September 1942, the number of German dead stood at 2.4 million. The OKW estimated even higher: 2.6 million.
Even the Reich Chancellery now no longer disputes that losses are multiple times higher than those of World War I. (Reichsleiter Bormann personally admitted this to me in May 1943.)
A few concrete examples:
In Gars am Kamp (Waldviertel, Lower Austria), a town of approx. 5,000 residents, there were 32 dead in WWI, and 100 so far in WWII. In Kamegg am Kamp (population 300, 5 km from Gars): 14 dead in WWI, now already three times that number. At the Donau-Chemie gasworks in Leopoldsau, of approx. 2,100 conscripts, only 8 deaths were reported—although most of the men were aged 35–50. My own graduating class at R.G. XXI lost about 75% of its members in combat! Of the 11 officers from Artillery Regiment 25 promoted to lieutenant on April 20, 1940, 7 were killed. Two were discharged in 1940/41 due to wounds (Lt. Swormstede and I). However, these were active officers of a so-called “fast” or “iron” division deployed at every flashpoint. (2 were killed in Poland, 1 in France, and 4 in Russia.)
Other figures:
From the SD office in Brussels, approx. 80 SS men were killed up to July 1943, including 18 in terrorist attacks and 6 during a British low-flying aircraft attack on January 20, 1943. Of Einsatzgruppe D (tasked with anti-partisan activities), 750 out of approx. 1,500 men were killed. (Other Einsatzgruppen suffered significantly lower losses.) From the police regiment “Franz”, 350 men were killed in partisan combat in Upper Carniola by Christmas 1942.
Skozeny Liberates the Duce
Shortly after SS-Obergruppenführer Dr. Kaltenbrunner was appointed Chief of the Security Police and the SD, he pushed for and succeeded in having then-SS-Hauptsturmführer Skorzeny transferred to Amt VI. Skorzeny was an old friend of Dr. Kaltenbrunner. Some time after Skorzeny was assigned as Group Leader VI S (Training), the so-called “Duce Operation” became imminent. The operation, which had been ordered by the Führer, was made possible by a team consisting of:
Dr. Höttel (then VI E I–3 Referent, now SS-Sturmbannführer and Deputy Group Leader VI E), SS-Obersturmführer Reissmann (VI E 1 – Vatican), SS-Untersturmführer Möller from the RSHA, SS-Obersturmbannführer Kappeler, and SS-Sturmbannführer Dr. Hass, the special representative for Italy.
However, Dr. Kaltenbrunner suddenly assigned Skorzeny to carry out the operation!
Dr. Höttel had to content himself with leading “Operation Sachsen” (the rescue of the Duce’s family). Skorzeny, as Kaltenbrunner’s favorite, landed in a warm nest. This decision by Kaltenbrunner and the fact that Skorzeny accepted the mission caused widespread resentment within Amt VI. Skorzeny, who knew nothing about the actual situation, was handed the operational plan prepared by Dr. Höttel and connected with General der Flieger Student, who was responsible for the aviation side of the mission and was to provide a company of paratroopers. Immediately at the first meeting, serious disagreements arose. Student wanted Skorzeny, a certified engineer, to step down from leadership or submit himself to Student’s command. The SD strictly refused, especially since the operation was under a direct order from the Führer. At the takeoff from Rome, a strange incident occurred: Skorzeny’s plane, scheduled to take off first, was still sitting on the runway when suddenly two other planes departed without permission. In outrage, Skorzeny jumped into his aircraft and the rest of the squadron took off.
The two early departures had intended to carry out the Duce’s rescue on their own—a crazy idea, given they only knew the location of the Duce’s captivity. The entire operation was at risk. When the squadron landed as planned at Gran Sasso, there was no trace of the two rogue planes. After the rescue, it was discovered that 80 km away, both aircraft had crashed into a cliff. All occupants were dead. Some showed gunshot wounds, and it was assumed that a shootout occurred between SS men and paratroopers on board.
The rescue itself went according to plan. However, Mussolini behaved anything but heroically, contrary to what was later reported by radio and press. The award of the Knight’s Cross of the Iron Cross to Skorzeny and his promotion to SS-Sturmbannführer was not even understood by Skorzeny himself, as two pilots received the same award just for their flying performance—an action pushed by Student. Further problems arose during the subsequent radio and press campaign. In several interviews, Student claimed the rescue as his own achievement, saying that Skorzeny had been brought in merely as a “technical expert”. The media circus around Skorzeny was met with scorn and derision by members of Amt VI—though this was largely due to jealousy. The justification, however, was that Dr. Höttel had done all the preparatory work, and Skorzeny was merely claiming credit for it. (For more on SS-Sturmbannführer Dipl.-Ing. Skorzeny, see the articles on Amt VI (VI E) and the general observations.)
German Procedure Against Jews and Russians in the East
Right at the start of the Eastern campaign, the Waffen-SS—which had already implemented this view to some extent in Poland and France (here particularly against “Negroes”)—took the position of taking no prisoners in Russia. Who initiated this procedure—the Germans or the Russians—is unknown to me. However, I am convinced that these methods were simultaneously adopted by both sides. I have, in fact, held in my hands a large amount of photographic material that clearly shows the brutal “disposal methods” of the Russians. In any case, during the first months, there were intense conflicts between the Wehrmacht and the Waffen-SS. However, an order from the Führer in August 1941 forbade the shooting of prisoners. The result was that more than 1.5 million prisoners of war starved to death in German camps in 1941; in some cases, they even resorted to cannibalism out of hunger (I have personally examined reports and images from the staff physician Dr. Franz Leitner at the Kaisersteinbruch POW camp).
In the spring of 1942, however, the Wehrmacht began to align itself with the views of the Waffen-SS, who, despite the Führer’s order, continued their methods undisturbed, and shooting, even torturing Russian prisoners of war, started to become widespread.
On the occasion of the attempt to establish a Russian army under General Vlasov, this approach was stopped and, to my knowledge, faded, especially after its failure, particularly after Stalingrad.
With the beginning of the Eastern campaign, the security police, in collaboration with the SD (Security Service), set up Einsatzkommandos (task forces), initially for the sole purpose of security police and SD-related work in the occupied Eastern territories. Initially, there were four so-called Einsatzgruppen: A, B, C, and D, which were deployed (Group A under SS-Brigadeführer and Major General Ohlendorf (Head of Department III), B under SS-Brigadeführer and Major General Stahlecker (killed in action against partisans), C under SS-Gruppenführer and Lieutenant General Nebe, and D under Gruppenführer and Lieutenant General Dr. Thomas (now severely wounded in partisan combat, previously senior SS and police leader for France, Belgium, and Northern France)).
Soon, however, a complete reorganization took place within the individual groups. Additionally, the task of combating partisans was assigned to the Einsatzkommando, in collaboration with police units specifically established for this purpose (Order Police) and the Wehrmacht. From that time, major actions were initiated by order of the Reich leadership to exterminate all Eastern Jews (e.g., in Galicia) and to clear certain areas completely of the Russian population. After the United States entered the war, an order from the Führer was issued to exterminate all European Jews.
Initially, to disguise these actions, it was explained to the agencies commissioned by the Führer that it was a labor deployment of Jews, e.g., from Auschwitz camp (in Upper Silesia) for coal mining. In fact, certain Jews were also recruited for this purpose (following medical examination). However, the true purpose could only be concealed for a short time.
Specially trained units of the security police and the SD were assigned for this purpose; often, however, the tasks to be managed were so extensive that units of the Wehrmacht had to be deployed as well.
One more general point: The Jew and the Russian, and to some extent the Pole, were outlawed! Any German soldier could, without punishment, beat Jews and Russians to death with a whip if, for example, they did not provide sufficiently deep references. Regular hunts (similar to rabbit hunts) were organized against these poor creatures (I know of such cases in Warsaw).
The following methods were used to liquidate or “dispose of” Jews and Russians (the delinquents were always naked or in only a shirt):
1. Running through trenches where machine guns were set up. Naturally, this did not work effectively on the masses.

2. Pits where the delinquents were required to lie down in specific ways (up to 50,000 people).

Between the walkways, the SS shot the Jews with pistols, submachine guns, and carbines. As soon as the first layer was complete, lime and earth were spread over them, followed by the next layer, and so on! The procedure was poor: 1. Due to inaccurate aim, often 50% were not killed. 2. SS men were covered in blood from head to toe.
3. The GPU method of a shot to the back of the neck was adopted, not as a special procedure:

It became widely used. (In total, up to 100,000 people). (Children were held up with one hand, then shot and dropped).
The so-called “Nebe gas vans” (inventor Gruppenführer Nebe, Head of Department V):

Two types:
1. Capacity for 80 people
2. ” 150 “
System: Rear compartment sealed; 20 cm thick oak walls lined with sheet metal. Engine in front, from where exhaust gases are directed into the interior of the truck through a pipe. Before entering the interior, the gases pass through a peat and sodium filter to remove the odor.


Operation: As many people as possible are loaded into the truck; doors secured with strong locks. Drive around the camp corner; let the engine run idle for 10-15 minutes (only faint screams and the thudding of those collapsing can be heard). Then to the crematorium, where they are tipped into the ovens. However, this system did not prove effective because: 1. Jews quickly realized the purpose upon boarding (“the facility”): (The truck was always very unclean, as Jews, out of fear, relieved themselves there) Horrifying scenes. 2. Capacity was too small for the work required. (Despite assisting with rifle butts)
5. Gas: Various experiments by German poison gas factories were conducted on Jews (e.g., I.G. Farben). Some Jews were driven into a house. Doors and windows sealed. Gas capsules were thrown in through the chimney.
6. Ships: In the Black Sea, ships were used with either double bottoms (see Illustration 1) or simply blown up with time fuses (partly in parallel with experiments by the technical department of Office VI).
7. In the camps, the practice gradually shifted to simply loading Jews into cars and, while still alive, tipping them into the ovens.
8. Various scientific experiments (e.g., medical, brain transplant) and chemical experiments!
After the Katyn affair, only ovens and acid vans were used.

Plans were made to reopen the pits using flamethrowers (too tedious) and acid to render the corpses unrecognizable. This plan was partially implemented, but often, the exact locations of the graves were no longer known. In general, Jews and Russians went to their deaths without the slightest resistance, without showing any emotions.
In the Einsatzkommandos, most were reportedly completely drunk, often with up to 40% suffering breakdowns due to nerves. Outcome: Appalling brutes who shrink from no crime. Undisciplined murder hordes. All have lost their humanity. During a consultation with Gruppenführer Dr. Thomas in the summer of 1943, he informed me that approximately 6,000,000 people (Russians and Jews) had been “disposed of.”
Career Paths in the SD
In recent years, the so-called “promotion based on merit” has had extremely negative effects. Since mid-1942, the following basic career principles apply, although exceptions may be made for particularly talented men and leaders:
a) Non-commissioned officer (NCO) career path: (SS-Unterscharführer to SS-Sturmscharführer) 2 years of military service, including NCO training. If deemed suitable for officer rank: Waffen-SS Junker School. Upon passing, promotion to SS officer. Highest achievable rank: SS-Hauptsturmführer and Captain in the Waffen-SS. Officer rank promotions occur at six-year intervals.
b) SS Officer career path: (SS-Untersturmführer to SS-Sturmbannführer / 2nd Lieutenant to Major in the Waffen-SS). High school diploma (Abitur) required. 1 year of military service. 1 year at the Junker School. Promotion to SS-Untersturmführer and Waffen-SS officer. Each subsequent promotion follows a five-year interval.
c) SS Officer career path – Leadership positions: High school diploma (Abitur) and complete legal education required. 1 year of military service. 1 year at the Junker School. Promotion to SS-Untersturmführer in the Waffen-SS. Promotions are not capped. From SS-Untersturmführer to SS-Obersturmführer: 1 year. From SS-Obersturmführer to SS-Sturmbannführer: 2 years per rank. From SS-Sturmbannführer upward: at least 4 years per rank. If the officer holds an official position (Planstelle), promotion may occur regardless of time-in-rank, until reaching the designated rank of the position.
The “Planstelle” System and SD Salary
It often happens that someone with a relatively low formal rank has the ability to perform in a high-level role (e.g., an SS reserve officer). Promotion to the appropriate rank for their duties may not be possible due to their youth or insufficient length of service. For this reason, the Planstelle system was introduced. A designated “Planstelle” (authorized post) exists for each rank. Thus, for example, an SS-Untersturmführer (2nd Lieutenant) might hold the Planstelle of an SS-Obersturmbannführer (the highest post rank). This person would wear the insignia of an Untersturmführer but could still command someone ranked SS-Sturmbannführer. The SD had its own complex salary structure. While on active deployment or in occupied territories, SD personnel also received:
Standard military pay (Wehrsold) Hazard pay allowances
Salary was further calculated based on personal circumstances such as: Age, Marital status,Number of children
For unmarried men, an additional one-third of basic pay was withheld, on top of other deductions (around one-third), to pressure them into marrying. Despite slightly higher pay than standard army personnel, salaries for single or childless married men were extremely low, which was a key reason for discontent among SD members. If someone held a higher Planstelle than their rank, they received:Their standard pay for their actual rank, ülus 35% of the difference between their rank and the Planstelle’s designated rank.
The German Invasion of England
Following the destruction of the British armies at Dunkirk in the spring of 1940, the OKW (German High Command) had planned an invasion. The Wehrmacht had already made all preparations — down to the smallest detail — when Hitler suddenly hesitated, informing Keitel that the campaign in the West had already cost many lives, and that, after this demonstration of Germany’s military power before the eyes of the world, he was convinced England would capitulate. At the time, heated disputes broke out between Hitler and both Goering and Keitel, so much so that Hitler ordered Goering out of the room. Goering, reportedly saying: “Better to sacrifice 10 divisions during the invasion and win the war than to delay final victory after the greatest triumph in world history”, even offered to resign.
Reconciling the dispute, which had taken place in the presence of several generals, proved extremely difficult. Mutual trust was broken on England’s coast and never went beyond a merely formal relationship from that point on. Among the general staff, the army leadership, and government officials, Hitler’s decision-making increasingly came under criticism, and by 1943 many had come to believe that final victory had been squandered back in 1940 due to Hitler’s irrational emotionalism. This sentiment grew dangerously strong in the summer of 1943. On June 24, 1940, at about 11 p.m., German radio broadcast an announcement of the utmost importance. All listeners were urged to wake their neighbors and listen to the message communally. Even in hospitals, severely wounded soldiers who had just fallen asleep were woken.
About two hours later, the broadcast delivered this anticlimactic statement: “In the battles in the West, the German Wehrmacht lost … men.”
The public was outraged by the theatrical lead-up to such a trivial message. The real reason for the announcement was allegedly this: Via an intact communications line between Paris and London at the French Foreign Ministry, England had inquired about surrender terms, proposing a return to the status quo of 1918. Germany, however, demanded unconditional surrender. Britain replied that it would first have to deliberate internally, but never responded again. (This was supposedly confirmed in conversation with Americans.)
Too late, Hitler recognized his tactical mistake. Two parachute divisions (parachute regiments and airborne troops including infantry and motorcycle units) were hastily assembled. Landing craft were constructed. Preparations for an invasion proceeded on a massive scale and with frantic urgency. Hitler issued invasion orders for late August, mid-September, and early October. Each time, however, Britain was warned in advance—through betrayal—and repelled German probing attacks. These efforts ended in failure.
Thus, for years, the plan of invading Britain was dropped. Later, during a wave of rumors about retaliation against England, talk of a renewed invasion plan resurfaced in well-informed German circles. The construction of towable sailing barges (some capable of carrying a full company or even medium tanks) — stationed along Norway’s west coast — along with the formation of two or three new airborne and air-landing divisions, and their deployment to the Belgian coast and northern France, made the rumors seem plausible. As early as late 1939, the SD formed a special task force “England”, which was disbanded in November 1940. However, in late November 1943, the SD re-formed a similar task force, now under the command of SS-Sturmbannführer Skorzeny. Following orders from SS-Obergruppenführer Dr. Kaltenbrunner, the members of this new unit were to continue their usual activities until alerted around mid-February. In early January 1944, Skorzeny reportedly began briefings with Hitler, Goering, and the Reichsführer-SS in preparation for the mission.
Among the personnel of the units stationed in the West, the conviction has taken hold that once the retaliatory weapon “St. Omer” is deployed, England will offer no resistance whatsoever to German troops. Typical of this mindset were the remarks of the commander of one of the parachute and air-landing divisions positioned on the Channel coast. He explained the situation to his staff officers in the following words: “Once the retaliatory weapon is launched, England will collapse within days! Gentlemen, settle in for a longer stay here! From this location, you will witness the greatest spectacle in world history, and England will fall into our laps like an overripe fruit — without a fight!”
The Retaliation Weapon
The deployment of this weapon, known under the name “Operation St. Omer”, requires the imminent relocation of the Führer Headquarters to the West. E. reports having seen 11 boreholes in St. Omer itself, which supposedly conceal the camouflaged retaliation weapons. These consist of a Nebelwerfer-style grouping of six tubes, each with a diameter of 1.80 to 2 meters. The tube bundles are embedded into the ground at an angle, with their openings camouflaged by bunker domes that must be blown up before launch. According to conversations E. has overheard, the projectiles are between 2.30 and 2.50 meters long and are launched from the tubes independently, one per minute. They are propelled hydraulically, given an additional initial ignition, and further powered by rocket propulsion.
The theoretical flight range is said to have increased from 280 km in May–December 1943 to nearly 600 km. The projectiles’ impact is claimed to destroy buildings within a 5 km radius and kill all living beings within 25 km by causing lung rupture — possibly due to oxygen deprivation? The operation, originally planned for late autumn 1943 and expected to be carried out no later than March 1944, was delayed by RAF attacks on the Peenemünde facilities.
[…]
The I-Network
Approximately one and a half years ago, Amt VI began setting up I-Networks (Invasion Networks) in the occupied territories. The purpose of these I-units is to carry out intelligence and sabotage operations behind enemy lines in the event of an invasion. These operations are centrally directed from Berlin. Radio communication is used as the means of transmitting information. The leader of the I-Network (and, if possible, their deputy) is always a Reich German SS member who, suitably camouflaged, acts as an extension of Amt VI and serves as the network’s head. He receives orders and relays them further. In addition to one functioning radio, he is also provided with a second backup radio at an alternate location. Besides him, his deputy and the I-Network base leaders also have radio contact with the network head and, in emergencies, direct contact with Berlin.
The base leaders of the S-unit are loosely connected with the deputy of the I-Network head but must not know the identity of the I-Network head. They also have no knowledge whatsoever of the intelligence work. To manage the S-men, the deputy of the I-Network head typically corresponds by mail with the S-unit leaders via a contact in another city—someone who knows him only under a false name. These security precautions are taken because Berlin has come to believe that S-operations (sabotage) and intelligence work are incompatible, as the S-units pose a significant risk to the intelligence networks. The members of an I-Network are always local nationals working civilian jobs and are never known to be pro-German. For training purposes, they take “vacations” or call in “sick.” This time is spent at whichever agent or communications school is most conveniently located for their region. S-agents and intelligence operatives both undergo about four weeks of training. Radio operators, however, may be reassigned under the cover of a “career change” or even “forced labor in the Reich” for 3–4 months of specialized training.
In addition to the official I-Networks established by the responsible authorities, 2–5 additional independent networks are secretly set up in the same way by other departments. Central coordination is only handled by the country advisor at Amt VI, who has 2–3 men for personal operations. These men do not know each other but can be tasked to link various I-Networks if needed. Communication with these men also occurs by radio, which is only to be used in emergencies. For example, Belgium and northern France each have a 3- to 7-fold I-Network, the Netherlands a 5-fold network, Rome a 3-fold one (after one was deliberately “blown” — see the notes under Amt VI–VI E). Naples also has a 3-fold I-Network.
The chief intelligence officer for all of Italy’s I-Networks is SS-Obersturmbannführer Dr. Elling at the German embassy to the Vatican. Elling is from Munich and is considered one of Amt VI’s most capable intelligence officers. Interestingly, he is a former priest. The size of the I-Networks in each country varies between 50 and 200 men and is intentionally kept as small as possible. The following examples illustrate mistakes made during the establishment of such networks:
Before being accredited to the Vatican, Dr. Elling resided at Hotel Boston in Rome under the cover of being a “writer.” One day, while Elling was in the hotel lobby, a man from the services arrived, came to attention, and reported:“Obersturmbannführer…” Elling had to leave the hotel immediately.
In another case, the head of the I-Network in the province of Naples (SS-Hauptscharführer Lechner) was walking through the city when a passing SS man, who recognized him, gave him a military salute, thereby compromising him. To the best of my knowledge, the I-Networks (and S-Networks) have not yet received any specific operational orders.
General Reflections:
When I now offer the following brief reflections on the German intelligence service and the “spirit” that prevails within it, I must first ask you to understand that I am in no way capable of adequately conveying the true extent of the bottomless depravity, the utter lack of scruples, and the cynical vileness in just a short sketch. Doing so would require months of work—an effort worthy of multiple volumes—and even then, the subject would not be exhausted. The liberation of humanity from morality and ethics, along with the mockery of all natural law, grants every individual the opportunity—indeed, indirectly forces them—to give free rein to the “inner swine” that surely exists in every human being. Where once the family home, the Church, daily life, a civilized environment, and ultimately the law served as guiding forces for individuals, in the Third Reich, chaos has taken the place of every human and divinely ordained order. The basest instincts come to the forefront openly and without disguise, unpunished, and they find a fertile ground like no other.
Let me stress: these remarks are not limited to the SD (Security Service). They apply equally to the leadership of the Party and the State, and to some extent also to the Wehrmacht, and even to large segments of the German population. Industry, the economy, and the so-called “liberal professions” have become battlegrounds for base instincts. Should anyone accuse me of painting too dark a picture in the following commentary—of exaggerating and thus distorting the overall sketch—I must firmly reject that claim. I would counter that I had the rare opportunity to see the whole picture from a unique vantage point. Without family roots or personal traditions to anchor me, I myself might easily have sunk hopelessly into the destructive whirlpool of the prevailing zeitgeist. I openly admit that it took a final effort of healthy, clear thinking to separate myself from it.
Yet, all this must be weighed against the heroism of the German people in what are undoubtedly the most difficult years of their history—a time in which Germany, in a determined front, defies the world, and in which each of its residents (I can no longer call them “citizens”) sacrifices everything to secure victory. A time when a mother can truly feel pride in seeing her child fall on the battlefield and does not hesitate to further commit herself to the “German cause.” But is this mother still a mother in the true sense? A woman? A human being? Hardly.
In a powerful fusion of traditional German virtues and the effects of a profoundly successful campaign of National Socialist indoctrination and dehumanization, a nation fights. A nation in which the highest soldierly and heroic qualities are mixed with the lowest human impulses—unleashed through incredibly clever propaganda—and that now unrelentingly defies the world. But can these people—viewed broadly—still be considered true human beings? No. They are, at least in large part, de-individualized creatures who can do nothing but obey—obey because behind them stands raw and brutal force, and they are no longer capable of critical reflection. While this nation wages the most horrific struggle for “being or not being”—with National Socialism and its propaganda declaring any other human solution as simply impossible and making that belief credible to the masses—the men leading the state are utterly looting the German people, already impoverished to begin with, and driving these now-will-less slaves to the slaughterhouses of Europe. The bigwigs and parasites of this era—distinguished only by titles like Sub-, Upper-, and Supreme—live a life that, given the ongoing impoverishment of the population both materially, physically, and psychologically, could almost be called divine.
But are these “pagan gods” content with their fate? Far from it! Driven by greed, they have lost all sense of proportion. Their ambition and hunger drive them like hunted animals. They become hyenas, showing no mercy even to their “brothers,” robbing and destroying each other without the slightest scruple. The natural human bonds—those that once guided people: duties to children and parents, youth education, loyalty, self-respect—even the most basic regard for the life of another human being—have long since lost their meaning. Yet even for this ruling class, one might find an excuse. They have lost all natural feeling!
The words of Christ, “for they know not what they do,” are fitting here. In the 20th century, the words of Walther von der Vogelweide, “Violence roams the streets,” have found full justification. Mad, ambition-driven creatures lead a people who undoubtedly possess the highest potential, dehumanize them, and use them as will-less tools. From minds in no way suited to leadership, Nietzsche’s “Übermensch” has arisen—the “authoritarian leader,” master over life and death, operating under the guise of full “personal responsibility.” The French Revolution and the year 1917 in Russia offer examples. A leadership class that is no longer capable of organic renewal, that sins against its own people, inevitably falls. The people rise up and sweep them away. Blood flows. New leaders emerge—born of and from the people. But they are usually not yet capable of guiding the fate of their own. The sudden flood of power confuses them; they become excessive and turn tyranny, dictatorship, into a kind of goddess with which they try to conceal their mistakes and incompetence. They, too, must fall, overthrown by the people.
Gradually, though, the tides calm and reason returns, and slowly the situation stabilizes. Once again, true statesmen come to the fore—men who, by birth, upbringing, and moral stature, are able to guide the destiny of the state in the interest of the people. The achievements of revolution, however—such as those in the realm of social progress—endure and benefit the people. In this way, the saying “achievement comes only through struggle” has meaning. But in most cases, this struggle does not require bloodshed; a battle of ideas should be enough. (It is, by the way, a hallmark of National Socialist propaganda to take fundamentally sound principles and distort them by pushing them to grotesque extremes for its own benefit.) With serpent-like cunning, the “leaders” who took power in 1933 secured the sympathy of a large portion of the German people using “respectable” faces and dangerously clever slogans. They seized the reins of government and began systematically mutilating and reversing all established values. Empty-headed men, clad in colorful uniforms adorned with oak leaves, preached their slogans like gospel. They became the state, and the state became the supposed soul of the people: “Everything for the State, nothing for the people!”
Even the smallest offering already taken from the people in the name of the “State” was then generously “gifted” back to them—creating a moral obligation to reciprocate. And if this appeal to generosity failed, there were always “other” methods. For example: they made public examples of “asocial elements,” parading these poor wretches with millstones around their necks and devil masks on their faces. The people, horrified, looked away, and fell for the hypocritical, deceitful “NS-priests” and their preventative horror tales. Woe to the people who lack the strength to cast out unfit—even criminal—elements before they entrench themselves! That nation is on an irreversible path to chaos and will, unless it finds the strength for one final uprising to free itself from tyranny’s yoke, inevitably collapse into ruin.
Its doom is certain. War!!
Now the individual—or better said, the many—“Leaders” begin to let their masks fall. Those were the blissful, “blessed” days of rising to power: but we learned from it—even before 1939—thank God! The first lessons are behind us, and now it comes down to one question: who understood best how to draw lessons from the past? And how does it end? Adolf Hitler himself has long been deceived. Shrouded in myth, endowed with the supposed infallibility of a pope, he is presented to the people as the future god of Germania—yet in truth, he himself is a dupe! Step by step, he marches forward—each step brings Hitler closer to his “goal.” Orders, decrees—“everything logical.” But: he has long outpaced his own time, detached from reality and circumstance. His orders can no longer be followed, even with the best will in the world—they would only deepen the chaos. He was a fool. Undeniably a rare genius, yes, but one who made a disastrous choice: he surrounded himself with criminals. His vision became clouded by constant dealings with these men. A “leader” calculating his people’s destiny on false premises. He grows ever lonelier, more intolerant. In his mind, he tears down the world and rebuilds it beneath the swastika. Grand ideas, logically linked—but all based on a lie.
Oh, glorious parasitism! Could it be better? Oh yes—More! More! The “old guard” must go! Away with these “elders” of 45 to 60 years—they might become dangerous, they might expose how little we truly understand our “business”! And besides—there are better positions waiting for us! The purge is decided. The experts are dismissed. Unity of Party and State? But of course! The Party must become the State! A thousand directions, a thousand initiatives at once—yet behind them all is just one idea: Power. Forward!
Now, summarized:
- How? Intrigue at every opportunity! Against anyone ahead of you. By any means! Ideally in such a way that they’ll never pose a threat again. Intrigue even where no direct advancement is possible—because there is one goal: to master the art of intrigue so well that you can dance on the heads of others—while they, out of sheer fear, play music to your steps.
- Always talk about “comrades.” Then they’re automatically involved in every dirty deed—and harmless to you!
- Act to rise quickly while still young. Speed is everything.
- Be ruthless. Never consider the life, family, happiness, etc. of your rival or your victim. So many fall every day that one more or less doesn’t matter. And who knows—maybe a bomb will end your life tomorrow? So why not enjoy it to the fullest today?
- Power is the goal! Money is power! So be clever—and steal, just like your neighbor does.
- Always lie – but lie so well that it’s seen as a heroic act!
- Everything is permitted, as long as it doesn’t hint at a return to “bourgeois mediocrity.”
- Draw your conclusion from it all: Prove yourself a true leader of your people and carve your name into the golden book of the “Greater Germanic Reich” through your deeds!
German Sabotage Operations
In the area of sabotage, Germany still remains completely under British influence to this day. Only British sabotage material is used for sabotage purposes.
This British sabotage material is delivered upon request via radio communication and dropped by British aircraft into the designated grid square using special parachutes. The material is contained in a metal canister, approximately 1.60 meters high and 50 cm wide, protected against impact by rubber seals. These containers typically include: a submachine gun with up to 10 magazines, explosives, detonators,and all other necessary technical equipment.
Germany has managed to intercept some British radios in the occupied territories, including the required encryption keys. The ongoing air drops of British sabotage material allow Germany to continually replenish its stocks. Chemical analysis of British explosives—at least up to October 1943—has yielded no conclusive results. I do not attribute this complete failure to the incompetence of German chemists in general, but rather to the characteristic isolationism already noted several times. Explosive material is only allowed to be analyzed in the SD’s (Security Service’s) own chemical laboratory. With childish jealousy, any insight by “unauthorized persons” is rigorously blocked.
Below is a brief description of the British sabotage material used by Germany:
- The Detonator Cap (Fig. 1):
This consists of an open-ended aluminum tube, approximately 5 cm long, filled with 2 cm of non-deflagrated explosive material. The fuse is inserted about 2 cm deep into the top (roughly the length of a thumbnail). A special tool (pliers) designed for this purpose is used to ensure a secure connection between the fuse and the detonator cap. If this tool is not available, the user’s teeth are used instead (I have personally witnessed a detonator cap explode in someone’s mouth).
- The Electric Detonator Cap (Fig. 2):
The electric version is virtually identical to the one above, with the following differences: At the top of the detonator cap, a gutta-percha seal is installed. Two wires pass through this seal into the explosive material. With the help of a flashlight battery, ignition can be triggered up to 50 meters away.Using two flashlight batteries, the detonation range increases to 100 meters.
The Detonator Container
In contrast to the German combat engineer’s detonator storage (Fig. 3 – two narrow, interlocking wooden blocks with holes milled to hold the detonators), British sabotage operations employ the following types of detonator containers:
a) Detonator Container for 20 Detonators (Fig. 4)
This container consists of a Galalith cylinder approximately 15 cm in height and 8 cm in diameter. The container is divided in the middle. At the top and bottom ends, two mica (Marienglas) discs are mounted concentrically on a central axis. Each disc has two holes (Fig. 5):
a = axis I. = first hole II. = second hole
By rotating the mica disc, the detonators can be released and then shaken out. Two raised notches on the Galalith surface keep the holes in the resting position to prevent accidental discharge of detonators.
b) Recently Used Variant
This newer type of container is designed to hold 10 detonators. It resembles the type mentioned in a) with one exception:
Each mica disc has only one hole. Rotating the top disc releases the outer row of detonators. Rotating the bottom disc releases the inner row.
The Booster Charge (Initialladung)
To ensure reliable detonation of the main explosive charge, a booster charge is used. This consists of a truncated cone made of non-phlegmatized explosive material, into the top of which the detonator is inserted.
Types of Fuses
a) Time Fuse (Zeitzündschnur) Burns at 2 cm per second. Easily recognizable by its white powder core. Covered in layers of hemp, gutta-percha, and colored coatings.Important: A detonator must always be used with a time fuse to initiate the main charge.
b) Detonating Fuse or “Crack Fuse” (Knallzündschnur). Does not require a detonator. Identified by its black powder core. Extremely sensitive to detonation. Handling precautions: Cutting must be done very carefully. Its explosive effect is very powerful—just wrapping it twice around a thick board is enough to tear it apart. Uses: Mainly for simultaneous ignitions (e.g., link or bundle charges) To ensure ignition, the explosive must either be wrapped twice or the fuse must be tied into a tight knot and kneaded into the charge.Cases have been observed where failure to follow these steps led to detonation of the fuse without igniting the charge.
c) Combination Fuse (Kombinationszündschnur). First appeared about 8 months ago. Functions similarly to a time fuse but burns at 10 cm per second. Does not require a detonator to initiate the explosive. Appearance: Typically has a gray powder core and a red outer coating
Fuse Head for Detonating Cords
In sabotage operations (S-attacks), it is often necessary to ignite a fuse without producing any visible flame. Therefore, the typical method—cutting the fuse at an angle and lighting it with a match—is unsuitable in such cases. Instead, small copper tubes, approximately 2 cm long, are used. These tubes contain an ignition compound at one end, which can be ignited by rubbing it against the striking surface of a matchbox, similar to a safety match. If visibility of light is not a concern—in fact, when illumination is desirable—Bengal matches (which burn brightly) are used.
The Percussion Cap (Zündhütchen)
The percussion cap usually consists of a truncated copper cone, filled with either fulminate of mercury or lead azide. It is detonated by the striker mechanism (Schlagbeutel) of the fuse system. The percussion cap in turn ignites either the detonating fuse or directly the blasting cap (Sprengkapsel).
Explosives
For sabotage purposes, three primary types of explosives are used—all of British origin. Despite repeated efforts, chemical analysis has so far produced no significant results. All three are plastic explosives, which—as the name implies—can be molded into any shape by hand.
Key characteristics: The explosives are heavily phlegmatized, meaning they are chemically stabilized to resist unintended detonation. Even a gunshot from 2 meters will not ignite them. Under normal conditions, they are completely safe to handle. However, handling safety is lost when the material is frozen. The freezing point is quite low. If frozen, they should be thawed using body heat, which has proven effective.
It has been found that hollow shapes are the most effective way to use plastic explosives, as the detonation force is concentrated in the direction of the hollow. This principle led the SD (Sicherheitsdienst) to develop the so-called: “Tank Grenade” or “Shaped Adhesive Charge” (Hohlhaftladung)
Constructed from a steel sheet cone, open at the base. The top end is fitted with a pull-ignition system, similar to the one used in the Stielhandgranate 24 (stick grenade). A proposal was made to the OKW (Oberkommando der Wehrmacht) to reinforce the steel sheet at the base, so the bottom (open) end is one-third heavier than the top. This weight distribution would allow the charge to be thrown over short distances, with improved targeting stability. Into the steel sheet cone, plastic explosive—a German development somewhat weaker in effect than Gelegnit or Explosive 08—is inserted according to the shaped charge principle. At the open end of the cone, a felt disc, reinforced with cardboard on its upper surface, is soaked in adhesive and pressed against the lower outer edges of the cone to seal it. To preserve the adhesive's stickiness, the disc is covered with parchment paper, which is only removed just before use. After removing the parchment, the adhesive remains effective for about a week. Effectiveness: The effectiveness of this grenade is extremely high. Rather than denting the armor, the shaped charge tears it into tiny fragments, which themselves act as secondary projectiles.
Current Charge Sizes: To my knowledge, versions are in use with explosive loads of: 100 g, 200 g, 350 g
Types of Explosives:
a) Hexogen (RDX): Double the detonation velocity of the other two explosives below. Supplied in cylindrical form, wrapped in cellophane. Caution is advised during handling and kneading, as additives like sodium and sulfur can cause headaches.
b) Gelegnit: A standard British plastic explosive, also used in sabotage operations. (Details not expanded here but known to be powerful and moldable.)
c) Explosive 08. Produced by Dynamit Nobel, Glasgow.Another plastic explosive, slightly less powerful than RDX/Hexogen. There are reports that England has recently developed a new explosive, even more powerful than Hexogen, though its specifics remain unknown to the author.
Methods of Charge Ignition:
- Lead-Fire Ignition (Leitfeuerzündung):
Charges detonate sequentially.
- Bundle or Central Ignition (Bündel- oder Zentralzündung):
All charges are directly connected to the main (first) charge. Central ignition is always preferred, as it increases reliability and efficiency.
Detonators (Zünder)
Before listing the types of detonators in use, it is important to note: To ensure the success of any demolition operation, two detonators (usually of the same type) are always used for redundancy.Classification:
Detonators are classified as: Chemical vs. Mechanical Detonators, Immediate-Action (Momentzünder) vs. Time-Delay (Tageszünder)
Key Principles: Chemical detonators are always time-delay devices. Mechanical detonators, with few exceptions (e.g., the pull-wire fuse, Zuggzünder), are based on mechanical tension and generally act immediately upon triggering.
a) The Chemical Pencil Fuse
The chemical pencil fuse is the most commonly used fuse in sabotage operations. It consists of a metal casing approximately 10 cm long and about 1.5 cm in diameter.
At the top end of the casing is a glass ampoule filled with a chemical liquid. Around this ampoule is a wire that holds the firing pin, spring, and striker tip in place. The firing pin rests on a safety mechanism located in the lower third of the tube. Beneath this safety mechanism lies the percussion cap (Zündhütchen). The casing tapers into a conical outlet, where either a detonator cap or a fuse cord is inserted. The outer color of the metal casing indicates the delay time before ignition: Black 10 minutes, Blue 30 minutes, Red 60 minutes, White 2 hours, Green 6 hours. How it works: The glass ampoule is crushed. The safety pin is removed. The detonator or fuse cord is inserted. The fuse is kneaded into the explosive charge. Once the ampoule is crushed, the chemical liquid begins corroding the holding wire. After the delay time indicated by the fuse’s color, the wire gives way, releasing the firing pin, which strikes the percussion cap—triggering ignition.
Incendiary Devices (Brandsätze)
In addition to explosive attacks, sabotage operations also utilize incendiary devices to start fires. Here again, German sabotage operations are completely dependent on British models and materials. Since incendiary devices are relatively simple to make, only the most commonly used types are described here:
a) Electron Spray Incendiary Device. Housed in a cardboard tube about 40–50 cm long and 10 cm in diameter. One end has a fuse cord protruding, to which a chemical pencil fuse can be attached.Effect: When ignited, the device sprays a jet of flame approximately ¾ meter long, producing extreme heat as it burns forward.
b) Phosphorus Charges, Gasoline, etc.These are contained in glass or rubber bottles, filled with flammable liquid. At the open end of the container, a piece of fuse cord is inserted and ignited.
Primary Use: Crop destruction, Warehouse fires, General sabotage of supply and storage facilities
In addition to sabotage use, efforts are ongoing to adapt and improve these explosives for front-line military purposes. Specialists from the SD (Sicherheitsdienst) are working closely with the OKW (German Armed Forces High Command) in this area.
A reconstruction of the British aerial demolition of the Eder and Möhne dam reservoirs suggests the following scenario: A bomb was dropped into the water, behaving like a torpedo, propelling itself toward the dam. Upon impact with the dam wall, the bomb sank and detonated at a depth of 25 meters. This implies the bomb was equipped with a depth-detonation mechanism, likely based on the principle of a pressure barometer, which only triggered the explosion once a specific water pressure (depth) was reached.
[…]
Archivial Reference:
Schweizerisches Bundesarchiv, E27#1000/721#9928-6*.