Introduction
Copy of a report dated 5 July 1945 by Wilhelm Boger, given while in U.S. custody, on his personal background, his rise through the ranks of the Nazi security apparatus, and his period in the Auschwitz concentration camp. In December 1942, Boger was transferred to Auschwitz, where he served in the camp’s Political Department, responsible for interrogations, internal investigations, and handling escape cases. He also provides an account of the SS trial of Maximilian Grabner, the head of the Political Department in Auschwitz, at which Boger testified as a witness. During the proceedings, he stated that “Grabner had ordered the killing of people.” In the report, Boger states that, according to SS-Oberscharführer Erber, “the total number of inmates killed at Auschwitz – by gassing, shooting, hanging, and disease, including also SS members – […] clearly exceeds four million”.
See also: The 1958 Interrogation of SS Officer Wilhelm Boger on Auschwitz
Document
– Abschrift –
Ludwigsburg, den 5. Juli 1945
Angaben des Wilhelm Boger:
1. Politische Tätigkeit bis 1933.
Seit 1922 war ich in Stuttgart in dem Jugendkreis um den späteren Stadtrat Hugo Kroll, genannt »Vater Kroll«, früher wohnhaft in Stuttgart, Johannesstraße Nummer 77, aus dem dort 1925 die HJ hervorgegangen ist. Erster HJ-Standortführer war Karl Baumann. Stärke der Stuttgarter HJ bis 1925: etwa 15-20 Jungen. Am 1.8.1926 trat ich auf Grund einer Bewerbung von Kroll in den »Bund Artam« e.V., freiwilligen Arbeitsdienst Halle/Saale, ein und arbeitete bis Weihnachten 1928 als Artamane auf verschiedenen großen Rittergütern in Mecklenburg und Sachsen. Nach Rückkehr nach Stuttgart war ich dort wieder selbst aktiv in der Hitlerjugend, ich war einige Zeit Bannerträger, andere Funktionen hatte ich nicht in der Hitlerjugend.
Nach dem Parteitag 1929, an dem ich in Nürnberg noch mit der HJ teilnahm, kam ich seiner Zeit zu einer Arbeitsstelle in Dresden und trat, nachdem ich wieder ein bescheidenes, aber doch eigenes Einkommen hatte, am 1.10.1929 in die NSDAP ein. Ich hatte die Nummer 153.652. Ich trat auch in die SA ein (SA- Sturm 16 – Führer Alex Meier, Dresden, Adresse nicht erinnerlich).
Bei der Vergrößerung der SS im Jahre 1930 wurde ich dann aus diesem Sturm mit einigen mir namentlich nur zum Teil erinnerlichen SA-Männern, Gottfried Weigel, Lutzenberger, vom damaligen sächsischen Gau-SS-Führer Hentschel (Dresden) ausgesucht und in die SS unter der Nummer 2.779 übernommen. In der Partei selbst hatte ich keine Funktionen. Als SA- und SS-Angehöriger – Dienstgrade wurden mir erst nach der Machtübernahme im Jahre 1933 verliehen – trieb ich als Gegner der sogenannten »Radau- Politik« eine mündliche Propaganda unter entsprechenden Kreisen der arbeitenden Jugend. Teilnahme an Flugblatt- und Wahlpropaganda, Versammlungsbesuch, eigene politische Weiterbildung durch Studium der geeigneten Literatur, besonders der großen politischen Gegnerparteien. Angeregt wurde ich vor allem seiner Zeit durch die mir persönlich bekannte, im gleichen Haus mitwohnende Schwiegertochter der alten, verewigten Arbeiterführerin Klara Zetkin. Frau Hanna Buchheim-Zetkin, Stuttgart S., Strohberg 6, III. Ich habe beide Frauen – obwohl aus nationalen Gründen politischer Gegnerschaft – wegen ihrer sozialen, menschlichen Hilfsbereitschaft hoch geachtet.
Im übrigen darf ich auf meine Angaben im Fragebogen und seine Ausführungen in der Beilage verweisen.
2. Geheime Staatspolizei
Am 8.3.1933 wurde an meinem damaligen Wohnsitz in Friedrichshafen die gesamte SA (etwa 80 Mann) und SS (ca. 20 Mann) zur Hilfspolizei-Ausbildung in die Kaserne der Landespolizei in Löwenthal einberufen. Nach 8tägiger Grundausbildung kam ich zum Einsatz der arbeitslosen und abwechselnd auch der in Arbeit stehenden SA- und SS-Hilfspolizisten im Revierdienst der Schutz- (Ordnungspolizei) und der Gendarmerie. Ich selbst war damals arbeitslos und kam als Hilfspolizei-Beamter zur Württembergischen Polizeidirektion Friedrichshafen, bei der ich bis 1.7.1933 im Revier- und Hafendienst tätig war. Zu diesem Zeitpunkt wurde ich zu dem neu aufgestellten SS-Sonderkommando Stuttgart abkommandiert. Stärke: 120 Mann. Führer: SS-Obersturmführer Alfred Reich, genannt »Egon« (gefallen als Bataillionskommandeur der Waffen-SS im März 1942 am Wolchow). Ich war also bei der Wachtruppe der damaligen württembergischen Polizei. Einsatz: Bewachung von wichtigen Objekten, Absperrdienst, Häftlingstransporten, Razzien.
Vom SS-Sonderkommando mit anderen SS-Angehörigen für den Dienst bei der politischen Polizei (seit 1.4.1937 in Württemberg: Geheime Staatspolizei, Staatspolizeileitstelle Stuttgart) ausgesucht. – Kanzleidienst im Registratur-Tagebuch unter Polizeiobersekretär Holder. Präsident der württembergischen politischen Polizei war bis zum 30.6.1934 der SS- Sturmbannführer Dr. Mattheiss (bis zur Machtübernahme als Amtsrichter im Schwarzwald, vermutlich in Tuttlingen oder Oberndorf/Neckar tätig, alter Nazi, aber auch tüchtiger Beamter, aufrecht und pflichtbewußt, Vorbild und Kamerad für Untergebene). Dr. Mattheiss stellte sich damals in verschiedenen mir unbekannten Dingen im Gegensatz zu Reichsführer SS Himmler, der seiner Zeit als Inspekteur der politischen Polizeien der Länder nur mittelbaren Einfluß hatte. Dr. Mattheiss, beliebt bei allen seinen Untergebenen, wurde deshalb als angeblicher »Verräter« am 3.6.1934 in Ellwangen von der Waffen-SS erschossen. Sein Gegner war hauptsächlich der frühere Leiter des SD-Abschnittes Württemberg, SS-Obersturmbannführer Emil Glück, zuletzt Polizeidirektor in Friedrichshafen, nachdem er im Kriege als Werkschutzleiter bei Daimler-Benz in Untertürkheim unmöglich geworden sein soll. Glück – verkrachte Existenz – war einige Zeit in der württembergischen Landespolizei. Er war Spitzel und angeblich ein alter Stuttgarter Nazi, war wie der ehemalige Verbrecher und spätere SS-Untersturmführer Karl Reising, besonderer Günstling des Gauleiters und Reichstatthalters Wilhelm Murr.
Nachfolger im Amt von Dr. Mattheiss als Leiter der württembergischen politischen Polizei wurde der spätere SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei Dr. Walther Stahlecker. Dieser war ein oberflächlicher Karrierenreiter, mit württembergischen Adel durch seine Heirat mit Baronesse von Gütlingen verschwägert. Er war ein brauchbarer und williger Gefolgsmann in nächster Umgebung des Reichsführer SS Himmler. Er ist als Kommandeur einer Sicherheitspolizei-Einsatz-Gruppe beim Bandenkampf im Osten 1942 gefallen.
Nun wurde SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei Dr. Harster eingesetzt. Er ist aus höherem württembergischen Staatsdienst. Dr. Harster war seiner Zeit (etwa Ende 1937) nur kurze Zeit Amtsvorstand, nachdem er unter Stahlecker Stellvertreter war. Danach wurde etwa Ende 1937 SS-Sturmbannführer und Oberregierungsrat Boss Leiter der Staatspolizeileitstelle Stuttgart, der nach Kriegsbeginn erst vertretungsweise, später endgültig von SS-Obersturmbannführer, Oberregierungs- und Kriminalrat Mussgay abgelöst wurde. Letzterer war ein äußerst tüchtiger und befähigter Kriminalist und Nachrichtenmann. Er war 1933 für die Nazi beim Aufbau der politischen Polizei unentbehrlich. Da Mussgay wohl als Leiter des N-Dienstes nach der Machtübernahme mit seiner Entlassung rechnete, trat er sofort der NSDAP und der SS bei, und er wurde auch gleich ohne Beanstandung aufgenommen.
Präsident Dr. Mattheiss hatte die württembergische politische Polizei – in der Reichsführer SS Himmler zunächst keinen unmittelbaren Einfluß hatte – nach anderen personellen Gesichtspunkten aufgebaut, als dies später bei der Staatspolizei, die vorwiegend nur SS-Angehörige aufnahm, der Fall war. Dr. Mattheiss übernahm neben einem Stab von ausgesuchten tüchtigen, alten Kriminalbeamten, die nicht gerade einer marxistischen Partei angehört hatten, geeignete SA- Angehörige, Hitler-Jungens, SS-Männer, hauptsächlich von dem ihm unterstellten Sonderkommando, und auch andere Parteigenossen. Zum alten Beamtenapparat gehörten: die damaligen Regierungs-Assessoren Dr. Walther Stahlecker, Dr. Harster, Dr. Bilfinger (nicht SS-Angehöriger geworden), Dr. Sommer, die damaligen Kriminalräte Mussgay (SS), Spieth (gestorben), Koppenhöfer (Aufnahme in die SS lange Zeit durch SD-Leiter Glück abgelehnt, später aber erfolgt), ferner Polizeihauptmann Diebisch (nicht SS). Hinzu kamen die Oberkriminalinspektoren Reile, Engelbrecht, Herold, Kriminalinspektor Kohler (nicht SS) und eine Anzahl von 40 bis 50 Kriminalkommissaren (später Sekretär nach Übernahme beziehungsweise Vereinheitlichung der Polizei am 1.4.1937). Nach Ableben von Dr. Mattheiss hat sein Nachfolger Dr. Stahlecker außer einigen tüchtigen, alten Berufsbeamten, die nicht alle in die SS aufgenommen wurden, fest nur noch SS-Angehörige in den Dienst der politischen Polizei gestellt, wie ihm dies vom Reichsführer SS Himmler nahegelegt worden war, obwohl letzterer damals noch keine Befehlsgewalt im staatsrechtlichen Sinne über die württembergische politische Polizei hatte.
Meine Tätigkeit vom 1.7.1933 bis Mitte August 1933 war Truppendienst als SS-Mann (Hipo) beim Sonderkommando. Um diese Zeit kam ich als Schreiber in die Registratur-Tagebuch-Führung der politischen Polizei, wo ich unter Polizeiobersekretär Holder (SS) mit anderen alten Beamten und SS-Angehörigen, Fischer, Struth, Steinhilben, bis Ende Oktober 1933 tätig war.
Bei der um diese Zeit erfolgten Neueinrichtung der Außendienststelle Friedrichshafen (seit 1.4.1937 Grenzpolizeikommissariat der Gestapo) wurde ich dorthin zurückversetzt, um auf eigenes Ersuchen wieder mit meiner Familie zusammenwohnen zu können.
Dienststellenleiter war: Kriminaloberinspektor Hans Engelbrecht, ein tüchtiger, alter Berufsbeamter, der erst kurz vor oder nach Kriegsbeginn 1939 zwangsläufig der SS beitreten mußte. An weiteren alten Berufsbeamten waren s.Zt. dieser Dienstelle zugeteilt: Kriminalsekretär Burkhardtsmaier (nicht SS), Kriminalssekretär Braungen Alois (SS), Kriminalsekretär Zuckschwerdt Hans (SS) und Kriminalsekretär Mehl Philiph (SS). Burkhardtsmaier wurde bereits 1934 zur Kripo Stuttgart zurückversetzt, da er angeblich für den Dienst bei der politischen Polizei nicht geeignet war. Sein Nachfolger war der bekannte Kriminalsekretär Franz Arndt (zuletzt Kriminalinspektor vermutlich in Metz und Saarbrücken, ein mäßig begabter, ziemlich unfähiger Beamter, aber angeblich seit 1930 alter Kämpfer der NSDAP). – Seine Rolle als stellvertretender Dienststellenleiter in Friedrichshafen war bald aus. Sein Nachfolger war der spätere Kriminalinspektor Ferdinand Maier, ein alter, erfahrener Berufsbeamter und Kriminalist, dem ich in der Hauptsache neben dem Dienststellenleiter, KOJ Engelbrecht, meine Berufsausbildung im Exekutiv-Dienst der politischen Polizei, besonders nach kriminalpolizeilichen Grundsätzen, verdanke.
Ich wurde dabei zunächst den älteren Beamten zugeteilt und habe in der ersten Zeit mit ihnen gemeinsam Durchsuchungen und Festnahmen durchgeführt und bei Vernehmungen gearbeitet. Da bei der Dienststelle, außer mir, nur alte Berufsbeamte tätig waren, die durchwegs nach der Nazi-Machtergreifung der Partei und ohne Engelbrecht und Maier 1934 auch in die SS eintraten, wurde in Friedrichshafen nach Recht und Gesetz entsprechend den Geflogenheiten althergebrachter Kriminalpraxis gearbeitet. In diesem Sinne wurde ich auch von meinem Lehrern Engelbrecht und Maier erzogen und konnte später, nicht nur bei meiner selbständigen Arbeit, sondern auch im Kriminalanwärter-Lehrgang 1936/1937 und bei der Abschlußprüfung, einen guten Erfolg aufweisen (Note: gut).
Als selbständiger Sachbearbeiter bei G.P. Komm. Friedrichshafen, bei dem ich durch den erwähnten Lehrgang durch jährlich wiederkehrende Wehrübungen – von meinem Einsatz in Österreich und Sudetenland unterbrochen – bis Ende Oktober 1939 – Einsatz Polen – beschäftigt war, hatte ich vorwiegend Heimtücke-, Sammlungsgesetz-Delikte, kirchliche Angelegenheiten und Sektenwesen zu bearbeiten und nachrichtendienstliche Aufgaben zu erfüllen.
In meiner 6jährigen Tätigkeit bei dieser Dienstelle kamen von dort nur wenige Einlieferungen in Konzentrationslager vor, die beim Reichssicherungshauptamt über die Staatspolizei-Leitstelle Stuttgart zu beantragen waren (Reichssicherheitshauptamt Berlin).
Durch die Haltung und Einstellung der Partei gegenüber der Kirche – insbesondere dem Auftreten der örtlichen Parteistellen – ergaben sich naturgemäß häufig Berührungspunkte mit der Geistlichkeit beider Konfessionen im Dienstbezirk. Nur in zwei Fällen waren katholische Geistliche vorübergehend einige Tage in Untersuchungshaft im Polizeigefängnis Friedrichshafen. Es handelte sich um Pfarrer Dr. Houss, Fischbach, und Pfarrer Geyssler, Ailingen, die vom Kreisleiter Seibold, Friedrichhafen, des öfteren zur Anzeige gebracht wurden. Eine gerichtliche Bestrafung oder staatspolizeiliche Maßnahme – außer Warnungen – sind aber auch gegen genannte Herren nicht erfolgt.
Ich sah als Staatspolizeibeamter und alter Nationalsozialist meine Lebensaufgabe darin, einer wirklichen Volksgemeinschaft durch eigene Haltung und Vorbild zu dienen, um dadurch den politischen Gegner von einem besseren Lebensideal zu überzeugen und ihn vor allem vor einem wildwuchernden Denunziantentum zu schützen. Dies war ich schon damals meiner Ehre als »alter Kämpfer« schuld, der den ehemaligen, ehrlichen Gegner mehr achtete, als den plötzlich gebräunten 110prozentigen Nazi.
Leider erkannte ich in meiner gutgläubigen Ahnungslosigkeit viel zu spät, wohin der bereits in meiner früheren Jugend beschrittene Weg des Nationalsozialismus führen mußte. Ich war mit vielen gleichgesinnten, alten Kämpfern schon 1933 nach Erreichung der staatlichen Macht schwer enttäuscht, daß die uns nach dem Partei-Programm für diesen Zeitpunkt in Aussicht gestellte Selbstauflösung der NSDAP (mit anderen Parteien), die jetzt in ihrem Bestand überflüssig war, nicht erfolgte. Die maßgebenden, verantwortungsbewußten Persönlichkeiten hatten [Positionen] im Staatsapparat, an denen sie durch Leistung und Haltung zeigten, daß sie Besseres und Edleres zu tun vermochten als ihre unfähigen, demokratischen Vorgänger. Das Gegenteil trat ein! Bonzentum, Bürokratie, Denunzianten sprossen, wucherten, ja schienen zu den grundlegenden Lebenssubstanzen des Dritten Reiches und seiner Führer zu gehören. Auch dagegen habe ich als Staatspolizei-Beamter, nicht zuletzt in eigener Sache, die ich noch ausführen werde, in verschiedenen Fällen, leider erfolglos gekämpft (Fall: NS-Stadtrat Dr. Hartmann, Friedrichshafen).
Eine große und in ihren Folgen wohl die bitterste Enttäuschung der Partei schon im Jahre 1933 brachte allen ehrlichen und anständigen Menschen die Art der »versuchten Lösung« der Judenfrage! Hierin schienen sich die Elemente mit den gemeinsten und niedrigsten Instinkten, wie Streicher, von Anfang an durchzusetzen, bis schließlich ein Auschwitz! – einmaliges, unvorstellbares Kapitalverbrechen der Menschheitsgeschichte – werden konnte! Eine große wissenschaftliche Untersuchung dieses Vorgangs durch Gelehrte aus aller Welt wird die wirklich Schuldigen finden und das deutsche Volk in seiner Gesamtheit wie auch die Masse jener armseligen Sklaven des größten Sadisten aller Zeiten, Reichsführer SS Himmler, die unglücklichen SS-Wachmänner, freisprechen. In dieser Auffassung weiß ich mich einig mit vielen ehemaligen jüdischen Häftlingen aus dem Konzentrationslager Auschwitz, von denen ich einen mir zugeteilten Mitarbeiterstab als Zeugen mit der Bitte um Aufenthaltsermittlung und Einvernahme später benennen möchte. Neben meiner Tätigkeit als Hilfspolizeibeamter bzw. Kriminalangestellter beim G.P. Komm. Friedrichshafen habe ich nach meiner am 20.4.1934 »ehrenhalber« erfolgten Beförderung die Führung des SS-Sturmes 12/79 Friedrichshafen übernommen, die ich im Herbst 1935 auf Grund eines Befehls Reichsführers SS abgegeben habe, nachdem die Staatspolizei-Angehörigen nicht mehr zum Dienst in der Allgemeinen SS erfaßt, sondern organisatorisch dem SD angegliedert wurden, soweit sie überhaupt der SS angehörten oder neu aufgenommen wurden.
Die württembergische politische Polizei hatte nach ihrer Gründung 1933 im Zusammenwirken mit der badischen politischen Polizei auf dem Heuberg ein Konzentrationslager errichtet, in dem einige Zeit etwa 5-6000 Schutzhäftlinge unter SA-Bewachung untergebracht waren. Kommandant war ein gewisser Herr Buck, der diesen Posten auch behielt, als das Lager auf den Oberen Kuhberg bei Ulm/Donau verlegt wurde. Nach der endgültigen Auflösung der württembergischen Konzentrationslager – wobei der kleinste Teil der nichtentlassenen Häftlinge nach Dachau überführt wurde – kam Herr Buck als Kommandant ins Polizeigefängnis Welzheim. Anläßlich von Häftlingstransporten kam ich je einmal in jedes genannte Konzentrationslager, durfte aber die Lager selbst nicht betreten. Über ihre Verhältnisse vermag ich nichts zu sagen. Außer Buck sind mir auch keine weiteren Personen bekannt geworden, die in diesem Lager tätig waren.
Mit der Errichtung der Dienststelle in Friedrichshafen wurden weitere Außenstellen in Ulm, Heilbronn, Aalen (später verlegt nach Ellwangen), Tübingen gleichzeitig eröffnet, wozu Oberndorf am Neckar und nach dem 1.4.1937 auch Sigmaringen hinzukam.
Die s.zeitigen Dienstellenleiter waren: In Ulm: Kriminalinspektor Knauss. Heilbronn: Kriminalinspektor Scheuing. Aalen: ein gewisser Herr Pfänder. Nach der Verlegung nach Ellwangen: Kriminalinspektor Stöckle (zuletzt in Heilbronn). Tübingen: SS-Untersturmführer, später Kriminalkommissar Kappler. Oberndorf/Neckar: Kriminalobersekretär Zuckschwert (früher Friedrichshafen). Sigmaringen: Kriminalinspektor Wolf bis 1939 nicht SS). Bei der Außendienststelle Ellwangen war der seiner Zeit zum Einsatz in Polen mit mir abkommandierte Kriminalassistent, SS-Obersturmführer Hugo Heber. Weitere Beamte der Außenstellen, die im Kriege teilweise aufgelöst wurden, sind mir nicht mehr namentlich erinnerlich. Wie auch ein großer Teil der Beamten und Angestellten der Staatspolizeistelle Stuttgart selbst, die im Kriege dort neu hinzugekommenen Beamten und dienstverpflichteten Angestellten blieben mir überhaupt namentlich unbekannt.
An »alten Kämpfern« waren bei der Staatspolizeileitstelle Stuttgart bis zu meiner Abkommandierung im Oktober 1939 tätig: SS-Obersturmführer Richard Strähle, SS-Untersturmführer Karl Heile, SA-Obersturmführer Hermann Schuler, SS-Hauptsturmführer und Kriminalkommissar Rothmund. SS-Obersturmführer Paul Heinle, Polizeioberinspektor Weidelener (HJ-Führer). Ferner sind mir bekannt: Polizeioberinspektor Maier (SS), Polizeisekretär Feuersinger, sämtliche aus der Verwaltung. Weitere Namen sind: SS-Obersturmführer Stillhammer (angeblich im Osten gefallen). An alten Beamten waren mir bis Kriegsbeginn 1939 außer den bereits genannten noch bei der Staatspolizei Stuttgart bekannt: Kriminalobersekretär Thumm, Mauch, Wägelein, Imhoff, Jahn, Kriminalsekretäre: Schlipf, Zimmermann, Hohloch, Dick, Keller, Auchter (Friedrichshafen – SS), Kriminaloberassistent Heck.
Zum G.P. Komm. Friedrichshafen wurden Ende 1938 etwa sechs bis acht von der L.A.H. entlassene SS-Angehörige nach Beendigung der 4jährigen Dienstzeit als Kriminalassistenten-Anwärter kommandiert, die die Grenzpolizeischule Pretzsch a. Elbe absolviert hatten. Sie waren zum Teil bei meinem Besuch im April 1944 noch bei dieser Dienststelle, deren Leitung inzwischen mein alter Lehrmeister, der zum Kriminalinspektor beförderte Ferdinand Maier, übernommen hatte. Maier ist während des Krieges ebenso wie der zur Staatspolizeileitstelle Stuttgart zurückversetzte und dort zum Krimimaldirektor beförderte Hans Engelbrecht – wahrscheinlich gezwungenermaßen – der SS beigetreten.
Dabei ist zu vermerken, daß die alten Beamten in der württembergisch politischen Polizei im Jahre 1933 und folgende vom Eintritt in die SS einmal durch »gewisse Elemente« in der SS, zum anderen durch die sich aus Dienstgrad-Unterschieden der im Amt tätigen alten Beamten und der neu hinzugekommenen SS-Angehörigen ergebenden Mißstände geradezu abgehalten wurden, wenn sich vielleicht schon der eine oder andere Beamte nicht aus Überzeugung dagegen entschieden hat.
3. Einsatz in Polen.
Ende Oktober 1939 wurde ich als Kriminalsekretär beim G.P. Komm. Friedrichshafen durch die Staatspolizeileitstelle Stuttgart zum Inspektor der Sicherheitspolizei in Sicherheitspolizei in Königsberg und von dort zur neu zu errichtenden Staatspolizeileitstelle Zichenau/Südostpreußen abkommandiert. In meiner Begleitung befanden sich Kriminaloberassistent (gestorben) Paul Heck (nicht SS), Kriminalassistent und SS-Obersturmführer Hugo Heber sowie die SS-Unterscharfführer und Kriminalangestellten Schulter und Mägder.
Zu Kriegsbeginn wurde für die aus Stapo und Kripo gebildeten Sicherheitspolizei (Sipo) die Uniform der Waffen-SS mit Dienstgradabzeichen der Ordnungspolizei (für Unterführer) eingeführt; zunächst wurden SS-Angehörige mit ihrem SS-Dienstgrad ohne Rücksicht auf Beamtendienstgrad eingekleidet. Alte Beamte, die wohl inzwischen SS-Angehörige waren, aber eine ihrem Beamtendienstgrad entsprechende SS- Charge noch nicht erreicht hatten, wurden bei der Einkleidung zum Einsatz angegliedert. Wer nicht zum Einsatz kam, behielt die bis dahin erreichte Charge, bis zum allgemeinen Ausgleich etwa im Jahre 1940.
Die nicht der SS angehörenden, aber zum Kriegseinsatz der Sipo kommandierten alten Beamten, insbesondere die vielen aus der Ordnungspolizei kommenden Wachtmeister (SB), wurden kurzerhand mit einem um eine Stufe niederen Dienstgrad in die SS- Uniform der Sicherheitspolizei gesteckt.
Ein kleiner Beweisausschnitt aus dem raffiniertest ausgeklügeltem System Himmlers, jede, auch die kleinste und unscheinbarste Maßnahme stets so zu treffen, daß ihre Ausführung für die Betroffenen unter sich Reibungsflächen bot, die naturgemäß zu den erwünschten Spannungen führen mußten, aus denen dann, eines ums andere überschlagend, Neid, Haß, Niedertracht, Angeberei, Denunziantentum, entstanden. Diese Untugenden wurden von Himmler und seiner Führungsclique innerhalb der SS unter gegenteilig tugendhaften, geschwollenen Phrasen nach außen bewußt gezüchtet, nicht zuletzt gerade deshalb, um in ihrer an sich schon erreichten Machtfülle von schwindelnden Ausmaßen mittels dieser so zu sturem Kadaver-Gehorsam gezwungenen SS-Armee für sich noch mehr zu erreichen und zu sichern. Durch die in der SS auf allen ihren weitverzweigten Einsatzgebieten geschaffene, straffe Zentralisation war unteren Führern und Führungsstellen überhaupt jede Handlungs- und damit Verantwortungsmöglichkeit vorweg genommen. Selbst mittlere Führungsstellen, wie Kommandeure der Sicherheitspolizei, Leiter von Staatspolizeileitstellen, Kommandanten von Konzentrationslagern, bekamen erst in letzter Minute gewisse selbständige Handlungsmöglichkeiten übertragen, als Himmler und seiner Berlin-Münchner Oberleitung das Morgenrot einer für sie unaufhaltsamen nahenden Zeitenwende dämmerte. In dieser Zeit (Sommer 1944) fällt naturgemäß auch der Versuch der höheren SS-Führung, die Schuld an dem inzwischen der Welt bekannt gewordenen Begriff »Auschwitz« in einem großangelegten – Geheim-Prozeß –, der in dem für Himmler geeigneten Moment veröffentlicht und zum Schauprozeß gemacht worden wäre, einigen mehr oder weniger bedeutungslosen, kleinen SS-Führern aufzuladen. Ich komme auf diese Angelegenheit im Abschnitt 4 ausführlich zurück.
Nach dem Aufbau der Staatspolizeileitstelle Zichenau, der durch die örtlichen Verhältnisse sehr erschwert und nicht vorbereitet war, wurde ich von dem Leiter, einem mir namentlich nicht mehr erinnerlichen Regierungsrat, der als SS-Hauptsturmführer eingekleidet war, Anfang Dezember 1939 mit der Einrichtung und dem Aufbau des G.P. Komm. Ostrolenka beauftragt. Hierzu wurden mir außer den früheren erwähnten Stuttgarter Kameraden noch zwei von der Schutzpolizei Weimar kommandierte Beamte (nicht SS), Kriminaloberassistent a. Pr. Auser und Kriminalassistent a. Pr. Herold, beide nur als SS-Oberscharführer eingekleidet, zugeteilt. Im März 1940 kamen noch 12 SS-Unterscharführer und Kriminalassistentenanwärter von der Grenzpolizeischule Pretzsch hinzu, deren Namen ich nicht mehr weiß. Die letzteren wurden vorwiegend zur Grenzkontrolle am Bahnhof Ostrolenka (G.P. Posten) eingesetzt, nachdem meine Dienststelle noch um zwei weitere Beamte (nicht SS), und zwar Kriminaloberassistent Henze und Weissenberger, verstärkt worden war.
Mit meiner Dienstelle wurden von Zichenau aus gleichzeitig noch weitere G.P. Komm. in Pultusk, Modlin, Plock und die Außendienststelle Plonsk eingerichtet. Die Namen der dort tätigen SS-Angehörigen und Beamten sind mir nicht mehr in Erinnerung, desgleichen die Namen der auf der Stapostelle selbst Beschäftigten. Ich erinnere mich noch an die Krim.Kommissare Gerth (nicht SS) und Schaper (SS-Hauptsturmführer). Am 1. Februar wurde SS-Sturmbannführer und Regierungsrat Pullmer von der Stapoleitstelle Tilsit als Leiter in Zichenau eingesetzt. Bis dahin hatte ich neben der Einrichtung und dem Ausbau der Dienststelle vorwiegend nachrichtendienstliche und grenzpolizeiliche Aufgaben erledigt. Juden waren im Dienstbezirk bereits evakuiert. In Ostrolenka lag seiner Zeit noch eine Kompanie des Pultusker Polizeibataillons unter Führung eines Polizeihauptmannes aus Königsberg, Namen entfallen, die noch aus der Zeit des Polenkrieges die Polizei- Standgerichtsbarkeit ausübte.
Von meiner alten württembergischen Dienststelle waren meine Kameraden und ich eine eingehende, nach kriminalpolizeilichen Grundsätzen getragene Ermittlungstätigkeit gewohnt, die aber in Zichenau nicht erwünscht war. Um angeblich zu rascheren Ergebnissen zu kommen wurden »staatspolizeiliche Möglichkeiten« [sic]. Mein Widerstand führte sehr bald zu Meinungsverschiedenheiten mit SS-Sturmbannführer Pullmer, die sich noch erhöhten, als ich im April 1940 eine vom RSHA angeordnete Aktion gegen die polnische Widerstandsbewegung durchzuführen hatte. Auch dabei sei ich, nach Ansicht Pullmers, zu weich vorgegangen. Die in drei oder vier Fällen – die polnischen Namen sind mir entfallen – wegen Waffenbesitz von Pullmer verfügten Exekutionen habe ich nicht ausgeführt, sondern eigenmächtig an das Polizeistandgericht abgetreten, das dann eine ordentliche Aburteilung vornahm. Dabei wurden neben drei Todesurteilen mehrere Konzentrationslager-Einweisungen und auch Freisprüche gefällt. Pullmer war darüber sehr ungehalten, machte mir größte Vorwürfe, ging aber noch nicht offen gegen mich vor.
Ich selbst habe niemals einem Stand-, Militär- oder sonstigem Gericht angehört, keine Todesurteile gefällt, bestätigt oder vollstreckt. Erst als Ende April 1940 in Verlauf der ersten Aktion zwei festgenommene Funktionäre der polnischen Widerstandsbewegung aus dem Dienstgebäude flüchteten, leitete Pullmer gegen zwei Beamte und mich das Verfahren wegen fahrlässiger Gefangenenbefreiung ein. Als er auch damit gegen mich zu keinem Erfolg kam, schickt mich Pullmer Anfang Mai in Urlaub, um mich angeblich nach meiner Rückkehr anderwärts zu verwenden.
Am 25.5.1940 vom Urlaub nach Ostrolenka zurückgekehrt, kam Pullmer bereits am anderen Tag frühmorgens mit einem Kriminalrat und einem Kriminalkommissar, Namen entfallen, beide damals noch nicht in der SS, auf meine Dienststelle zur Inspektion. Ich war erstaunt, als mir Pullmer plötzlich unter vier Augen meine weitere Verwendung in Ostrolenka eröffnete. Gleichzeitig erteilt mir aber Pullmer den »Geheim-Auftrag«, ich hätte den damals als Abwehr- und N-Offizier in Ostrolenka tätigen Hauptmann der Wehrmacht namens Skowronek oder ähnlich bei einer Jagd durch einen geschickt vorgetäuschten »Unfall« zu erledigen! – Eine Begründung wurde mir aber nicht gesagt! Ich war darüber maßlos entrüstet und lehnte einen solchen Auftrag entschieden ab. – Ich war mir über mein Schicksal dabei klar, stand mir immer wieder ein 30.6.1934 und eine entsprechende Erklärung von Himmler persönlich vorgetragen, vor Augen! – Nach meiner Ablehnung zog Pullmer seinen Auftrag zurück mit dem Bemerken, daß ich mir wohl der Folgen einer Verletzung der Schweigepflicht über diesen zurückgezogenen Auftrag bewußt sei! Ich habe bisher und vor allem in meinem vom Pullmer anschließend zum Zweck meiner Vernichtung angezettelten SS-Gerichts-Verfahren geschwiegen, weil ich sonst in dessen teuflischem Himmler-System wie manch alter »unbequem« gewordene SS-Angehörige in ähnlicher Weise selbst beseitigt worden wäre.
Die Nacht zum 27.5.1940 blieb Pullmer mit seiner Begleitung in Ostrolenka und lud SS-Obersturmführer Hugo Heber (mein Vertreter) und mich an jenem Morgen zu einer fingierten Dienstbesprechung der Außenstellen- und G. P. Komm.-Leiter nach Zichenau ein. Sofort nach unserer gemeinsamen Ankunft mit Pullmer in Zichenau nahm er uns nach kurzem Einzelverhör in Gegenwart von einem Kriminalrat, drei Kriminalkommissaren und einem Kriminalsekretär in sogenannte »Ehrenhaft« wegen militärischem Ungehorsam u.a., begangen durch unerlaubte Beziehungen mit der von Pullmer als Polin erklärten Volksdeutschen Irma Schulz. Das Verfahren wurde vom SS-Polizeigericht Königsberg auf den Disziplinarweg verwiesen und vom RSHA, SS-Brigadeführer Dr. Best, eingestellt, weil ausreichende Belastungsmomente überhaupt fehlten und die deutsche Abstammung väterlicherseits der Schulz nicht zu widerlegen war. Heber und ich wurden nach 14tägiger Ehrenhaft entlassen und vom RSHA zur Stapolizeistelle Hohensalza versetzt, die seiner Zeit unter Leitung von SS-Sturmbannführer und Regierungsrat Hegenscheidt stand. Er übertrug mir die Leitung des G.P. Komm. Kutno. Weber wurde auch dort mein Vertreter. Zur selben Zeit gärte es im RSHA. SS-Brigadeführer Dr. Best wurde »ausgebootet« und fiel bei Himmler und Heydrich in Ungnade. Der Berliner Untersuchungsführer, SS-Sturmbannführer Dr. Hentsch (Freund von Pullmer), unterbreitete wohl auf entsprechendes Betreiben von Zichenau aus bereits von Dr. Best eingestellte Verfahren an Heydrich, der die Wiederaufnahme verfügte. Heber und ich wurden demzufolge erneut in »Ehrenhaft« genommen und fast 6 Monate in dem berüchtigten Gestapogefängnis Berlin festgesetzt. Die von verschiedenen Denunzianten gegen Heber und mich erhobenen falschen Anschuldigungen will ich ebenso wenig anführen wie das, was meine geschiedene sowie meine jetzige Frau, die dazu noch schwanger und allein in Ostrolenka war, in dieser Zeit durch die SS- und Staatspolizei erdulden und über sich ergehen lassen mußten. Nach unserer Haftentlassung am 18.12.1940 waren Heber und ich über zehn Monate »Gefangene der Staatspolizei in Freiheit«. Erst am 3.11.1941 überreicht man mir beim Inspekteur der Sipo Stuttgart eine Verfügung des Chefs der Sipo vom 5.10.1940, wonach Heber und mir die Dienstgrade wegen Schädigung des Ansehens der SS aberkannt wurden, nachdem wir uns durch unsere Beziehungen zu der »Polin« selbst aus den Reihen der SS angeschlossen hätten! – Insoweit könnten wir »zufrieden« sein. Aber die SS geht andere Wege. Heber und ich wurden vom Chef der Sipo, gestorbenem Heydrich, im Namen Himmlers zum »Verlorenen Haufen« – der Bewährungseinheit der Polizei (nicht der Waffen-SS) – befohlen! Die Sondereinheit (Pioniere) »V.H.« lag seiner Zeit in Dresden. Bei meinem Eintritt am 11.11.1941 mußte ich von dem Einheitsführer, gestorbenem SS-Hauptsturmführer Lotz, erfahren, daß ich dabei vorläufig auf meinen militärischen Dienstgrad (seit 10.5.1937 Feldwebel der R. und ROA) verzichten und einen Revers unterschreiben müsse, wonach ich freiwillig »zur Wiederherstellung meiner Ehre« – dabei bin ich bis heute noch von keinem Gericht bestraft worden!! – unter besonders erschwerten Bedingungen als Pionier die Möglichkeit einer »Wiederaufnahme« in die SS nach einem entsprechenden Fronteinsatz erlangen wolle! – Froh, daß ich von der Staatspolizei weg – und wenigstens so zu einem soldatischen Feldeinsatz kommen konnte, verweigerte ich zunächst die Unterschrift, weil ich einmal keinen Anlaß zur »Wiederherstellung meiner Ehre«, die ich nie verloren hatte, sah und auch keinesfalls die Absicht hatte, im Fall eines lebend überstandenen Einsatzes wieder in die SS aufgenommen zu werden. Erst nach mehrfachem Zuspruch von SS-Hauptsturmführer Lotz, habe ich, um einer erneuten Festnahme und Einlieferung ins Gestapogefängnis zu entgehen, gezwungen[ermaßen] unterzeichnet.
Der Bewährungseinheit der SS-Polizei-Division, mit der ich vom 13.1. bis 17.3.1942 im Fronteinsatz vor Leningrad und am Wolchow stand, dabei Erfrierungen erlitt, verwundet und mit den wenigen überlebenden Kameraden seelisch zugrunde gerichtet wurde, gehörte ich bis zu meiner »aus gesundheitlichen Gründen« erfolgten Versetzung zum Konzentrationslager Auschwitz am 1.12.1942 an.
4. Konzentrationslager Auschwitz und Mittelbau (Dora).
Mit Rückwirkung zum 1.10.1942 hatte »Reichsführer SS« mir meinen militärischen Dienstgrad »Feldwebel« – SS-Oberscharführer – auf Grund meines Fronteinsatzes und seiner Folgen (Verwundung, etc.) zuerkannt, meinen Verbleib in der Waffen-SS bis Kriegsende und gleichzeitig meine Versetzung aus »Gesundheitsrücksichten« in das »Seuchengebiet« Auschwitz (SS-T-Sturmbann) befohlen. Eine Wiederaufnahme in die SS und die eventuelle Verleihung eines Dienstgrades sollte von Reichsführer SS nach »Kriegsende« entschieden werden!
Bei meiner Ankunft in Auschwitz am 1.12.1942 war mir dieser Ortsname ein unbekannter Begriff. Ich meldete mich bei der Kommandantur und erfuhr, daß ich als Zugführer der dritten (SS-T-Stuba.KL Au.) [sic] zugeteilt sei, die s.Zt. im Lager Birkenau lag und unter der Führung des SS-Hauptsturmführers Kramer […] stand. Führer des damaligen SS-Totenkopf- Sturmbanns Auschwitz war SS-Sturmbannführer Hartjenstein, später Kommandant von Au II (Birkenau), zuletzt KZ Natzweiler. Da ich s. Zt. nur »innendienstfähig« war, wurde ich in den Kommandanturstab-Abteilung II (Politische Abteilung) versetzt (etwa Mitte Dezember 1942). Dort hatte ich zunächst die von auswärtigen Sicherheitspolizei-Dienststellen und Staatsanwaltschaften einlaufenden Vernehmungsersuchen zu erledigen. Im Frühjahr 1943 wurde ich Mitarbeiter des Gerichts-SS-Führers in der Abteilung II und hatte neben dessen Ermittlungen auch solche in Lagersachen, bei besonderen Vorkommnissen wie Brandfällen, Einbrüchen und dergleichen auszuführen. Im November 1943 wurde ich auf die Verwaltungs-Führerschule Arolsen befohlen, obwohl sich damals mein Gesundheitszustand bei völliger nervöser Erschöpfung erheblich verschlimmert hatte. Inzwischen war ich in einige Geheimnisse um Au. auf Grund eigener Nachforschungen eingedrungen und war froh, von dort weggekommen zu sein. Ich wollte aber um keinen Preis »Führer« der Waffen-SS werden. Als ich im Januar 1944 auf Grund meines Gesundheitszustand dem ersehnten Abgang von der Führerschule »ausnahmsweise« erwirkt hatte, wurde ich erneut nach Au. zurückversetzt und kam dort an meine alte Stelle in der Abteilung II, wo ich im April 1944 die Bearbeitung von Fluchtsachen übernehmen mußte, die ich bis zur Aufgabe des Lagers am 18.5.1945 [sic] und auch noch wenige Wochen im KZ Lager Mittelbau (Dora) bis zum Zusammenbruch erledigt habe. Dabei war mir zeitweise ein brasilianischer Staatsangehöriger, mutterseits deutscher Abstammung, zugeteilt, der auf Druck der Gestapo »freiwillig« zur Waffen-SS mußte, anstatt im Weigerungsfall in ein Konzentrationslager als Häftling »interniert« zu werden. Es handelt sich um einen schicksalsverbundenen jungen Freund, SS-Rottenführer Pery Broad, geboren am 25.4.21 in Buenos Aires, wohnhaft zuletzt bei seiner Mutter Frau Maria Rothenbücher-Fischer, Berlin-Spandau, Jordanstr. 24. Während der ganzen Zeit meiner Tätigkeit in Auschwitz hatte ich ständig Häftlinge, fast ausnahmslos jüdischer Abstammung, als Mitarbeiter. Sie sind nachstehend angeführt, mit der Bitte um eventuelle Ermittlung und Vernehmung. Sie können am besten meine Arbeit und mein Verhalten gegenüber Häftlingen beurteilen: Herr Direktor Leo Glaser, geb. 12.7.93 in Brüx, aus Wien, zuletzt KZ Mauthausen, Arbeitslager Melk a.D., sein Aufenthalt dürfte durch seine geschiedene erste Gattin, einer Tochter des Delikatessengeschäfts-Inhabers Böhm, Stuttgart, Calwerstraße, leicht zu ermitteln sein. Dieser Ehe entstammt ein Sohn.
Herr Amtsgerichtsrat Bernhard[t] aus Berlin, zuletzt KZ Mauthausen. Herr Rechtsanwalt Unikower aus Breslau, zuletzt bis 14. 4.45 bei mir auf Transport nach KZ Ravensbrück.
Herr Dr. med. Jonny (Familienname entfallen), USA- Staatsangehöriger und Militärarzt, Häftlingslagerarzt im Arb.Lager Rottleberode (Harz), zuletzt bei mir bis 14.4.45 KZ Ravensbrück. Eine genaue Anschrift, von ihm eigenhändig unterschrieben (War Office London – wo er bekannt ist), habe ich bei meiner Festnahme am 20.6.45 angegeben. Ferner:
Mein Freund und Mithäftling Hermann Diamanski aus Danzig, der als Spanienkämpfer im Gestapo-Gefängnis Berlin mit mir einsaß und auch als Häftling im Lager Auschwitz war.
Herr Franz Lutz aus Stuttgart, zu erreichen durch Herrn Stadtrat und Gastwirt Müller, Wirtschaft »Zum Adler«, Ludwigsburg, sowie viele, viele ehemalige Auschwitzer Häftlinge. Meine mir in Au. als Stenotypistinnen und Dolmetscherinnen zugeteilten jüdischen Häftlinge:
Frau Elfriede Spandau aus Berlin, Frau Berta Weiss aus Wien, Fräulein Maryla Obstfeld [Rosenthal] aus Krakau, Fräulein Regina Lebensfeld [Steinberg] aus der Slowakei, Fräulein Eva Gisela Pommeranz aus Teschen, die nach der Auflösung von Au. teils in das KZ Belsen, teils nach Ravensbrück gekommen sind, können über jeden Tag und jede Einzelheit meiner Gesamttätigkeit in Au. genau Auskunft geben. Sie waren mir mehr als hochgeschätzte Mitarbeiterinnen.
Zusammenfassend muß ich über meine Tätigkeit in Au. erklären:
Ich gehorchte stets nur pflichtgemäß den Befehlen, wie es mein Gewissen, nach den bei der SS gemachten bitteren Erfahrungen, gegenüber Gott und den Gesetzen der Menschlichkeit gebot: streng aber gerecht.
Alle Bemühungen, von dort wegzukommen, waren sowohl von mir als allen übrigen SS-Angehörigen aussichtslos! Wie viele Fälle von Fahnenfluchten kamen deshalb vor. Ich hatte dort in der zweijährigen Tätigkeit mehrfach nervöse Störungen, was auch Häftlingsärzte [feststellten], unter anderem der polnische Arzt Dr. R. Diem aus Warschau. Dagegen wurde mir bereits im Sommer 1943 nach meiner ersten Erkrankung nahegelegt, meine Familie nach Au. kommen zu lassen, was ich nach langer Überlegung tat, um mir wenigstens dadurch Ablenkung vom Dienst zu verschaffen.
Das KZ-Lager Au. mit nahezu 40 auswärtigen Arbeitslagern war weitaus das größte von den über 20 deutschen KZ, die durchweg dem SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (SS-WVHA) Oranienburg bei Berlin und damit dessen Chef, SS-Obergruppenführer Pohl, unterstanden. Im SS-WVHA war die Amtsgruppe D-KZ-Lager – Chef SS-Gruppenführer Glücks, der sich noch am 28.4.45 angeblich in »geistiger Umnachtung« mit seinem Stabsleiter Oberstubaf. Höß (vorher Kommandant in Au.) im KZ Ravensbrück bei dessen Kdt. SS-Stubaf. Suhren, befand – allein zuständig und verantwortlich für alles Geschehen in sämtlichen Lagern. Dort wurde über Leben und Tod entschieden und die wahntollen Befehle verfaßt, die kleine Führer draußen durchzuführen hatten.
Darüber hinaus aber hatte im KL Au. die Geheime Staatspolizei, Staatspolizeileitstelle Kattowitz – Chef bis Herbst 1943 der berüchtigte SS-Standartenführer Dr. Mildner, danach SS-Oberstubaf. Dr. Thümmler (ab März 1945 angeblich Kommandant d. Sipo in Stuttgart) – ein gewaltiges Wort mitzureden. In jedem KZ war ja der Leiter der Abteilung II ein Mann der Sipo, durchweg kleine Beamte, meist Krim.Sekretäre oder Oberassistenten, die sowohl die Befehle der Gestapo als auch des SS-WVHA durchzuführen hatten, nachher aber für die großen Herren wie im Falle SS-Ustuf. Grabner, KL Au., den Kopf hinhalten sollten. Als das Massensterben von Auschwitz im Herbst 1943 über das ahnungslose deutsche Volk – die Auschwitzer SS-Besatzung hatte selbst, angeblich wegen Seuchen, in Wirklichkeit aber aus durchsichtigen Gründen, über 1½ Jahre Lagersperre! Die grauen Gefangenen vor dem Draht – hinausdrang in die Welt, wurden plötzlich Umbesetzungen in den Führerstellen im Lager und bei der Stapo Kattowitz (Dr. Mildner) vorgenommen und durch eine »neutrale« Kripo-Sonderkommission vom RKPA, im Auftrag des Obersten SS- und Polizeigerichts, auf Befehl RF-SS Himmler, eine Untersuchung eingeleitet! Ein lächerliches Theater, das auch einen dementsprechenden Erfolg hatte! Unter strengster Geheimhaltung – wie überhaupt alles Geschehen im Lager – jeden Monat mußte ein Revers von SS-Angehörigen neu unterschrieben werden – war die Sonderkommission des berüchtigten Obersten z.b.V. Richters und Anklage-Vertreters, SS-Stubaf. Dr. Morgen, mit 6 bis 8 Beamten, darunter Herrn Krim.Rat Drescher aus Berlin, 4 Monate in Au. tätig um »Korruption und Mordfälle« zu untersuchen. Herr Krim.Rat (eingekleideter SS-Hptstuf.) Drescher, ein sehr feiner und objektiver Mann, tüchtiger alter Beamter, bekannte mir bei unseren vielen Privatgesprächen, daß er in seinem ganzen Berufsleben noch nicht einen Bruchteil dessen erlebt hätte, was ihm Au. bot. Er war froh, wieder fortzukommen, wenn er auch nur ein leidliches Ergebnis unter Anwendung der »gemeinsten und raffiniertesten Mitteln« gehabt hätte, weil die wirklich Schuldigen woanders zu suchen waren. Aber was konnte eine solche Kommission auch anders finden als den kleinsten Mann, der im Lagerbetrieb des SS-WVHA als Stapo-Mann allein auf weiter Flur stand! SS-Ustuf. Grabner, der nicht Waffen-SS wie die übrigen Führer, sondern kleiner Beamter und völlig zusammengebrochen war. Die »Großen« des WVHA stritten sich mit RSHA – keiner wollte schuldig sein. Die wirklich Verantwortlichen, Kdt. Höß und Dr. Mildner verschwanden, Grabner sollte gehenkt werden – es kam aber anders ! –
In der denkwürdigen Hauptverhandlung vor dem Obersten z.b.V.-SS-Gericht am 13. und am 14.10.1944 in Weimar, bzw. Schloß Kranichfeld unter Vorsitz eines SS-Oberstubaf. Dr. Hansen, Anklagevertreter SS-Stubaf. Dr. Morgen, sollte Grabner fertiggemacht werden. Er erschien nach fast einjähriger Untersuchungshaft in Stapogefängnissen als lebender Leichnam. Zur Verhandlung hatte RF-SS Himmler den SS-Obergruppenführer und General der Polizei Erbprinz zu Waldeck entsandt. Es waren etwa 25 Zeugen, meist SS-Führer und ein Arzt, darunter auch etwa 6 SS-Unterführer geladen, zu denen ich gehörte. Zwei oder drei Zeugen, darunter der gleichfalls im Vorjahr abgelöste SS-Stubaf. Hans Aumeier, zuletzt Kommandant eines KZ-Lagers in Norwegen (Name entfallen), waren angeblich unter fadenscheiniger Begründung am Erscheinen gehindert. Der Anklagevertreter ließ mir vor meiner Vernehmung durch seinen Stellvertreter, SS-Unterstuf. Dr. Wiebeck, vertraulich mitteilen, ich möchte das Gericht um Anhörung in Abwesenheit der übrigen Zeugen – durchweg SS-Führer, Zuhörer waren außer dem Gesandten Himmlers nicht anwesend – bitten. Dazu hatte ich – wenn der Anklagevertreter den Mut nicht aufbrachte und etwa meine Befangenheit fürchtete – gar keinen Anlaß. Von den SS-Führern, sogenannten »alten KZ-Hasen aus Dachau«, waren nur wenige an der Front, wurden meine Aussagen mit größter Sorge erwartet. Wie mir Grabner im Frühjahr 1943 nach Abschluß seiner umfangreichen, im ganzen Reich und mehreren KZ-Lagern zusammengetragenen Ermittlungen in der Strafsache gegen die Oberaufseherin Langefeld sagte, wurde er schon damals von mehreren Auschwitzer SS-Führern, die ich und sie mich nicht kannten, aufgefordert, meine Abberufung als Sachbearbeiter beim Gerichts-SS-Führer zu erwirken, da sonst »Bomben« platzen würden! Diese in der Verhandlung wie jetzt beim Zusammenbruch feige Bande, denen man bis zur letzten Stunde in die Gewalt gegeben war, hatte schon damals ein beachtliches Schuldkonto auch in anderen Dingen.
In der Hauptverhandlung wurde ich gefragt, ob mir bekannt geworden sei, daß Grabner auf irgendeine Art die Tötung von Menschen angeordnet habe. Ich habe dies bejaht und hinzugefügt, daß dies, soweit mir bekannt geworden sei, stets im Beisein eines SS-Arztes und eines weiteren SS-Führers und zwar SS-Stubaf. Aumeier oder SS-Hstuf. Heinrich Schwarz bzw. Hstuf. Hofmann nach gemeinsamer Übereinkunft erfolgt sei. Schwarz und Hofmann haben dies abgestritten, die mir namentlich nicht erinnerlichen SS-Ärzte, die seiner Zeit im Lager tätig waren, waren nicht zur Verhandlung geladen. Der allein anwesende und hauptverantwortliche SS-Standortarzt, SS-Stubaf. Dr. Wirths, konnte »naturgemäß« hierzu keine Angaben machen. Da ich selbst nur in wenigen Fällen Zeuge einer solchen Maßnahme geworden war, berief ich mich auf das Zeugnis mehrerer Kameraden, die mit mir die Erlebnisse teilten und selbst ähnliche, meist in vielen Fällen, hatten.
SS-Oberstubaf. Höß hat in höchst verlegener Weise die Kenntnis von solchen Vorgängen in seinem KZ in Abrede gestellt. Auf die Frage des Vorsitzenden an mich, ob es möglich sein könne, daß der Lagerkommandant Höß von allem nichts gewußt haben könne, gab es für mich nur ein eisernes: »Nein!« – Die Frage nach einer Begründung hierfür beantwortete ich mit dem Hinweis auf die Persönlichkeit von Höß, der das Riesenlager Au. aufgebaut hatte und dafür vom RF-SS Himmler zweimal außer der Reihe befördert und anderweitig ausgezeichnet worden war (KVK I).
Mit meiner Schlußbemerkung, daß nicht Grabner allein auf der Anklagebank sitzen müßte, sondern vor allem seine Befehlsgeber und Vorgesetzten, wurde ich unter höhnischem Grinsen des Gerichts- und des Anklagevertreters und bei wutentbrannten und haßerfüllten Gesichtern der »übrigen Zeugen« SS-Führer entlassen und für den zweiten Verhandlungstag noch einmal vorgeladen. Ich wurde allein, später im Beisein von Dr. Wirths und Krim.Kommissar Bartsch, von der Sonderkommission erneut vernommen, konnte aber keine weiteren, grundsätzlichen Angaben mehr machen. Der Anklagevertreter ließ die gegen Grabner erst vorgebrachte Todesstrafe fallen, beantragte aber wegen Totschlags, militärischen Ungehorsam u.a. 12 Jahre Zuchthaus. Das Gericht brach aber die Verhandlung ab und ordnete weitere Ermittlungen gegen die anderen SS-Führer und Ärzte an, die aber nicht mehr zum Abschluß gekommen sein dürften. Eine höhere Gerechtigkeit hat es im Falle Grabner verhindert, daß er als kleiner Mann für Himmler im geeigneten Moment als Sündenbock gegenüber der Öffentlichkeit [dastand]. – Bezeichnend war nach der Grabner-Verhandlung die mir von Dr. Wiebeck erteilte Vorsichtsmahnung von der Rache meiner Vorgesetzten!
Der damalige Auschwitzer Standortälteste und Kdt. I Richard Baer (zuletzt Mittelbau), ein persönlicher Freund von SS-Ob.Gruf. Pohl, hatte mich nach meiner Rückkehr auch »gebührend« empfangen, so daß ich wegen völliger nervöser Erschöpfung 10 Tage im Krankenrevier lag und anschließend drei Wochen ins SS-Genesungsheim Solahütte kam. Die Mahnung von Herrn Dr. Wiebeck zur Vorsicht war nicht ganz unberechtigt, wenn ich auch gegen einen versteckten, anderen Racheakt durch meine Kameraden, vor allem aber auch durch meine Häftlingsmitarbeiterinnen und Herrn Leo Glaser entsprechende Vorsorge einer Verhinderung getroffen hatte.
Die Gesamtzahl der in Au. durch Vergasung, Erschießung, Strang und Seuchen getöteten Häftlinge und auch SS-Angehörige wird nie mehr genau zu ermitteln sein, übertritt [sic] aber sicher nach vorsichtiger Schätzung des in der »Aufnahme« tätigen SS-Oberscharf. Erber (früher Houstek), weit vier (4) Millionen! – Das in drei Lager geteilte KZ (Stammlager Au., Birkenau und Monowitz) mit seinen Außenlagern hatte ein Gesamtfassungsvermögen von etwa 1/4 Million Menschen, war aber nie mit über 150 bis 160.000 Häftlingen im Durchschnitt belegt. Im Sommer 1944 nach der Auflösung des KZ Lublin und bei Ankunft der ungarischen Judentransporte wurde einmal die Zahl von 200.000 erreicht.
Im Lager KZ Mittelbau (bis 30.9.44 Außenkommando »Dora« von KZ Buchenwald) in welchem ich nach Auflösung vom KZ Au. von Anfang Februar bis Ende März als Fluchtsachbearbeiter tätig war, befanden sich einschließlich etwa 20 Außenlager etwa 45.000 Häftlinge.
Ich versichere, daß vorstehende Angaben der Wahrheit entsprechen.
/-/ Friedrich Wilhelm Boger
Angaben von Friedrich Wilhelm Boger
Gliederung und Stellenbesetzung des KL Auschwitz (1943-1944) + auch KL Mittelbau
SS-Standortälteste:
SS-Ostubaf. Höß (D I – WVHA) Ravensbrück
SS-Ostubaf. Liebehenschel (Italien)
SS-Stubaf. Baer Richard (+)
SS-Standortarzt:
SS-Stubaf. Dr. Wirths Eduard (+)
Bauleitung der Waffen-SS und Polizei
SS-Stubaf. Bischoff
SS-Ostuf. Jothan, Egeling
(besondere Stabskompanie von etwa 100 SS-Angehörigen)
Kommandantur I:
– Kommandanten wie Standortälteste – (Stammlager Auschwitz)
Abteilung I Adjutanten:
SS-Hstuf. Mulka,
SS-Ostuf. Baumgärtner
SS-Hstuf. Zollner
SS-Ostuf. Höcker (+)
Gerichts-SS-Führer:
SS-Ustuf. Ganninger (Natzweiler)
SS-Ustuf. Beyer Wilhelm (Flossenbürg)
SS-Ustuf. Fernholz (+)
Abteilung I Fahrbereitschaft :
SS-Ustuf. Wiegand (+)
Kdt. in Mittelbau:
SS-Stubaf. Förschner
Sonderkommando:
SS-Hscha. Moll
SS-Oscha. Voss
SS-Oscha. Mußfeld [Muhsfeldt]
Wachtruppe:
SS-Totenkopf-Sturmbann
Etwa 14 Kompanien und Hundestaffel zuletzt ca. 5.000 SS-Angehörige mit Kdt.-Stäben
Führer:
SS-Stubaf. Hartjenstein
SS-Hstuf. Kramer (I) vorher Kom.chef 3. Kom.
SS-Obstuf. Siegmann
SS-Obstuf. Kollmer (Monowitz)
Abteilung II Politische Abteilung
bis Oktober 1943
Leiter:
SS-Ustuf. und Krim.Ob.Sekretär Grabner Maximilian aus Wien (Stapoleitstelle Kattowitz) von Oktober 1943 bis 18.1.1945
SS-Unterstuf. und Krim.Ob.Assistent Schurz Hans (Steiermark +) Stapoleitstelle Kattowitz
Vertreter:
Krim.Ass. Wosnitza (gleichzeitig verantwortlich für Ermittlungsdienst)
Krim.O.Ass. ?
Krim.O.Ass. Brose (alle von Stapo Kattowitz)
Geschäftsstelle und Registratur:
SS-Oscha. Kirschner Herbert (+) mit 4-6 SS-Männern
Aufnahme:
SS-Oscha. Stark
SS-Oscha. Quakernack
SS-Oscha. Erber (früher Houstek)
und etwa 6 SS-Männer und Unterführer
Standesamt:
SS-Oscha. Quakernack
SS-Uscha. Kristan
SS-Oscha. Seibt mit vier SS-Männern
Fürsorge und Rechtsangelegenheiten der Häftlinge:
SS-Uscha. Draser
Fahndungsdienst:
SS-Oscha. ?
Und 4 bis 6 SS-Männern
Ermittlungsdienst:
SS-Oscha. Boger, Dylewski, Lachmann
SS-Uscha. Broch (+)
SS-Rottf. Broad (+)
SS-Uscha. Schmidt Otto
Häftlingsüberstellungen:
SS-Uscha. Schindler
SS-Rottf. Krämer
Erkennungsdienst und Bildstelle:
SS-Hscha. Walter
SS-Uscha. Hofmann, Ernst
Abteilung III Schutzhaftlager-Führung (Männerlager)
SS-Ostuf. Fritzsch
SS-Stubaf. Aumeier Hans (Norwegen)
SS-Hptstuf. Schwarz Heinrich
SS-Hptstuf. Hofmann
SS-Ostuf. Hössler (+)
(Frauenlager)
Oberaufseherin Volkenrath (Belsen)
Abteilung III A – Arbeitsstatistik und Einsatz
SS-Ostuf. Josten (auch Luftschutz)
SS-Ostuf. ? Max (+)
SS-Ustuf. Kurz
Rapportführer:
SS-Hscha. ?
SS-Oscha. Clausen
SS-Oscha. Hertwig
Abteilung IV – Standort – SS-Verwaltung
Leiter:
SS-Ostuf. Möckel
Vertreter:
SS-Hstuf. Polenz (Führer Stabskomp.)
Häftlingseigentumsverwaltung:
SS-Ostuf. Krätzer
Verwaltungsstabskompanie etwa 300 Unterführer und Männer.
In Mittelbau:
Verwaltungsführer SS-Hstuf. Brenneis
Abteilung V – SS-Standortarzt (Führer Sani-Staffel und Chefarzt)
SS-Lazarett:
SS-Stubaf. Dr. Wirths Eduard (+)
SS-Truppen- und Lagerärzte:
(öfters wechselnd)
SS-Hstuf. Dr. Fischer
Dr. Entress
Dr. Rohde
Dr. Lucas
Dr. Klein
Dr. von Bodmann
Dr. Horstmann
Dr. König
SS-Zahnarzt:
SS-Hstuf. Dr. Frank (aus Stuttgart, Bad Cannstatt zul. Dachau)
SS-Hstuf. ?
SS-Apotheker:
SS-Stubaf. Krömer (verstorben 1944)
SS-Stubaf. ?
Abteilung VI (Fürsorge, Schulung, Truppenbetreuung)
Leiter:
SS-Oscha. Knittel
Kommandantur II – Birkenau – (seit Oktober 1943)
Kommandant:
SS-Stubaf. Hartjenstein (Natzweiler)
SS-Hstuf. Kramer (II) – zuletzt Belsen
Adjutant:
SS-Ustuf. Schindler
Schutzhaftlagerführer:
(Männer)
SS-Ostuf. Schwarzhuber (Ravensbrück)
SS-Ostuf. ?
Frauenlager:
Oberaufseherin Mandel (Dachau) ?
Früher auch SS-Ustuf. Hössler (+)
Kommandantur III – Monowitz (seit Oktober 1943) (über 30 Arbeitslager auswärts dazugehörend)
Kommandant:
SS-Hstuf. Schwarz Heinrich (Neckarelz)
Adjutant:
SS-Ustuf. Orlich
Schutzhaftlagerführer:
SS-Ostuf. Schöttl
SS-Hstuf. Brossmann
/-/ Friedrich Wilhelm Boger
– Transcript –
Ludwigsburg, July 5, 1945
Statement by Wilhelm Boger:
1. Political activity up to 1933
Since 1922, I was part of a youth circle in Stuttgart surrounding the later city councilor Hugo Kroll, known as “Father Kroll,” formerly residing at Johannesstraße 77 in Stuttgart. From this group, the Hitler Youth (HJ) emerged in 1925. The first HJ unit leader was Karl Baumann. The strength of the Stuttgart HJ by 1925: about 15–20 boys. On August 1, 1926, upon recommendation from Kroll, I joined the “Artam League” (Bund Artam e.V.), a voluntary labor service based in Halle/Saale, and worked as an Artaman on various large estates in Mecklenburg and Saxony until Christmas 1928. Upon returning to Stuttgart, I was again active in the Hitler Youth and served briefly as a banner-bearer, though I held no other positions.
After attending the 1929 party rally in Nuremberg with the HJ, I took a job in Dresden. Once I had a modest but independent income, I joined the NSDAP on October 1, 1929. My party membership number was 153,652. I also joined the SA (SA-Sturm 16 – leader Alex Meier, Dresden, address unknown).
When the SS expanded in 1930, I was selected from that SA unit by the then SS leader in Saxony, Hentschel (Dresden), along with a few other SA men—among them Gottfried Weigel and Lutzenberger—and transferred into the SS under number 2,779. I held no positions within the party itself. As an SA and SS member—my ranks were only awarded after the seizure of power in 1933—I advocated against the so-called “rowdy politics” and engaged in verbal propaganda among working youth circles. I participated in leafleting, election campaigning, attended meetings, and studied political literature, particularly that of major political opposition parties. I was especially inspired at the time by Hanna Buchheim-Zetkin, daughter-in-law of the late workers’ leader Clara Zetkin, with whom I lived in the same building in Stuttgart-Süd, Strohberg 6, third floor. Despite political opposition on nationalist grounds, I held both women in high regard for their social and humanitarian dedication.
Otherwise, I refer to my responses in the questionnaire and the attached annex.
2. Secret State Police (Geheime Staatspolizei)
On March 8, 1933, the entire SA (approx. 80 men) and SS (approx. 20 men) at my then-residence in Friedrichshafen were summoned to the Löwenthal state police barracks for auxiliary police training. After an 8-day basic course, I was assigned—like other unemployed or employed SA/SS auxiliary policemen—to duties in local police or gendarmerie units. I was unemployed at the time and was thus deployed as an auxiliary police officer with the Württemberg Police Directorate in Friedrichshafen, where I worked in patrol and harbor services until July 1, 1933. At that point, I was transferred to the newly formed SS-Sonderkommando Stuttgart (strength: 120 men, leader: SS-Obersturmführer Alfred Reich, alias “Egon,” killed as a Waffen-SS battalion commander in March 1942 at the Volkhov front). I was thus in the security detachment of the Württemberg police. Duties: guarding key facilities, security cordons, prisoner transports, raids.
From this Sonderkommando, I was selected—along with other SS men—for duty with the political police (from April 1, 1937 in Württemberg: Secret State Police, State Police Headquarters Stuttgart). I worked in the records office under Police Senior Secretary Holder. President of the Württemberg political police until June 30, 1934 was SS-Sturmbannführer Dr. Mattheiss (previously a district judge in the Black Forest, likely in Tuttlingen or Oberndorf/Neckar, an old Nazi, but also a capable and conscientious official, a role model and comrade to his subordinates). Dr. Mattheiss came into conflict with Reichsführer SS Himmler, who, at the time, had only indirect influence as inspector of the political police forces in the federal states. Beloved by all subordinates, Dr. Mattheiss was shot by the Waffen-SS in Ellwangen on June 3, 1934, as an alleged “traitor.” His primary opponent was SS-Obersturmbannführer Emil Glück, former head of the SD section in Württemberg, and eventually police director in Friedrichshafen after his failed tenure as security manager at Daimler-Benz in Untertürkheim. Glück—an unstable character—had previously served in the Württemberg state police and was a known informer and alleged “old Nazi” from Stuttgart. Like the former criminal and later SS-Untersturmführer Karl Reising, Glück was a favorite of Gauleiter and Reich Governor Wilhelm Murr.
Dr. Mattheiss’s successor as head of the Württemberg political police was the later SS-Brigadeführer and Police Major General Dr. Walther Stahlecker. He was a superficial careerist, related by marriage to Württemberg nobility through Baroness von Gültlingen. He was a useful and compliant follower within Reichsführer SS Himmler’s close circle. He was killed in 1942 while leading a Security Police task force during anti-partisan warfare in the East.
SS-Brigadeführer and Police Major General Dr. Harster was then appointed. He came from the senior Württemberg state civil service. Around the end of 1937, Dr. Harster briefly served as department head after having been deputy under Stahlecker. Afterward, around the end of 1937, SS-Sturmbannführer and Senior Government Official Boss became head of the State Police Headquarters Stuttgart. After the war began, he was provisionally, and then permanently, replaced by SS-Obersturmbannführer, Senior Government Official, and Criminal Counselor Mussgay. Mussgay was an extremely capable and talented criminalist and intelligence officer. In 1933, he had been indispensable to the Nazis in building up the political police. Expecting to be dismissed after the Nazi seizure of power due to his prior role in intelligence, Mussgay promptly joined both the NSDAP and the SS, and was accepted without issue.
President Dr. Mattheiss had initially built the Württemberg political police without Reichsführer SS Himmler’s direct influence, using a different personnel approach than what became standard later, when the State Police (Stapo) recruited primarily from the SS. Alongside a staff of carefully selected experienced criminal officers (who had not belonged to Marxist parties), Mattheiss also accepted suitable SA members, Hitler Youth, SS men—primarily from the Sonderkommando under his command—as well as other Party members. The old administrative staff included the then-government assessors Dr. Walther Stahlecker, Dr. Harster, Dr. Bilfinger (did not join the SS), Dr. Sommer, the then-Criminal Directors Mussgay (SS), Spieth (deceased), Koppenhöfer (initially rejected by SD chief Glück, later accepted into the SS), as well as Police Captain Diebisch (not SS). Also included were Chief Criminal Inspectors Reile, Engelbrecht, Herold, Criminal Inspector Kohler (not SS), and 40 to 50 Criminal Commissioners (later reclassified as Secretaries following the 1 April 1937 police merger and reorganization).
After Mattheiss’s death, his successor Stahlecker, aside from some capable veteran officials—many of whom were not admitted into the SS—appointed only SS members to the political police, following a recommendation from Himmler, who at that time still lacked formal legal authority over the Württemberg political police.
From 1 July 1933 until mid-August 1933, I served in the troop unit as an SS man (auxiliary police) in the Sonderkommando. Around this time, I was assigned as a clerk in the registration office of the political police, working with Police Senior Secretary Holder (SS) and other experienced officers and SS members, including Fischer, Struth, and Steinhilben, until the end of October 1933.
At that time, the new external office of the Friedrichshafen political police (from 1 April 1937 called the Border Police Commission of the Gestapo) was established, and I was reassigned there at my own request to be reunited with my family.
The office head was: Criminal Senior Inspector Hans Engelbrecht, an experienced career official who only joined the SS shortly before or after the start of the war in 1939, likely under pressure. Other career officials assigned to the office at that time included: Criminal Secretary Burkhardtsmaier (not SS), Criminal Secretary Alois Braungen (SS), Criminal Secretary Hans Zuckschwerdt (SS), and Criminal Secretary Philipp Mehl (SS). Burkhardtsmaier was transferred back to the Stuttgart Criminal Police in 1934 due to alleged unsuitability for political police work. His successor was the well-known Criminal Secretary Franz Arndt (later Criminal Inspector, likely in Metz and Saarbrücken), a mediocre and fairly incompetent official, but allegedly an “Old Fighter” of the NSDAP since 1930. His role as deputy head in Friedrichshafen was short-lived. His successor was later Criminal Inspector Ferdinand Maier, an experienced veteran and criminal investigator, from whom—along with Engelbrecht—I received my main professional training in executive criminal police work, especially following criminal-police principles.
Initially, I was assigned to work alongside the older officers, conducting searches, arrests, and interrogations with them. Since only career officers—who had mostly joined the Party and the SS after the Nazi seizure of power—were employed at the office, Friedrichshafen operated strictly by the law and established criminal police practice. Engelbrecht and Maier educated me according to these standards, which allowed me to later achieve good results both in independent work and during my training course for police officer candidates in 1936/37 (final grade: “good”).
As an independent case officer at the Border Police Commission Friedrichshafen—where I remained through recurring military exercises and deployments in Austria and the Sudetenland until my deployment to Poland in late October 1939—I primarily dealt with offenses under the treachery law and the collection law, church-related matters, sects, and intelligence tasks.
Over my six years with the office, there were only a few cases of internment in concentration camps, which had to be applied for through the State Police Headquarters Stuttgart and approved by the Reich Security Main Office (RSHA) in Berlin.
Due to the Party’s stance toward the churches—especially the actions of local Party offices—there were naturally frequent conflicts with clergy of both denominations in the district. In only two cases were Catholic priests temporarily held in custody for a few days in the Friedrichshafen police jail: Father Dr. Houss (Fischbach) and Father Geyssler (Ailingen), both frequently reported by local Party leader Seibold in Friedrichshafen. However, neither judicial punishment nor state police measures—aside from warnings—were taken against them.
As a state police officer and longtime National Socialist, I saw my life’s mission in serving a true people’s community by setting an example through my personal conduct—to convince political opponents of a better life ideal and, above all, to protect them from the rampant scourge of denunciation. I felt this duty as an “Old Fighter,” who often respected former honest opponents more than the newly “110-percent” dyed-in-the-wool Nazis.
Unfortunately, in my well-meaning naivety, I realized far too late where the path of National Socialism, which I had followed since my youth, was leading. By 1933, many fellow Old Fighters and I were deeply disappointed that the Party did not disband itself—as promised in the Party program—after achieving state power, as other parties were now banned and it was no longer needed. The responsible leaders in the state apparatus had positions where they could have proven themselves better and more noble than their incapable democratic predecessors. The opposite happened. Favoritism, bureaucracy, and denunciation flourished—indeed, they seemed to become the very lifeblood of the Third Reich and its leaders.
As a state police officer, I fought—unsuccessfully, unfortunately—even in my own case (which I will describe later) against such abuses (case of NS city councilor Dr. Hartmann, Friedrichshafen).
The greatest and perhaps most bitter disappointment of the Party, already in 1933, was the manner in which the “solution” of the Jewish question was “attempted.” From the start, the lowest and basest elements, like Julius Streicher, seemed to dominate this issue—until it culminated in Auschwitz! A unique and unimaginable capital crime in human history. A comprehensive scholarly investigation by academics from around the world will identify the truly guilty and exonerate the German people as a whole—as well as the masses of wretched slaves of the greatest sadist of all time, Reichsführer SS Himmler—including the unfortunate SS guards.
I share this view with many former Jewish prisoners from Auschwitz, from among whom I would later like to name a staff of witnesses assigned to me, for the purposes of locating them and taking their testimony.
Alongside my work as an auxiliary police officer or criminal employee at the Border Police Commission Friedrichshafen, after being “honorably” promoted on April 20, 1934, I took over the leadership of SS-Sturm 12/79 in Friedrichshafen. I relinquished this leadership in autumn 1935 based on an order from the Reichsführer SS, as members of the State Police were no longer counted among the ranks of the General SS but were organizationally attached to the SD—provided they were members of the SS at all or were newly recruited.
The Württemberg political police, after its founding in 1933 and in cooperation with the Baden political police, established a concentration camp on the Heuberg, where for a time some 5,000–6,000 protective custody prisoners were housed under SA guard. The commandant was a certain Mr. Buck, who remained in this post when the camp was relocated to the Oberer Kuhberg near Ulm/Donau. After the final closure of the Württemberg concentration camps—only a small number of the non-released inmates were transferred to Dachau—Mr. Buck became commandant of the police prison in Welzheim. On the occasion of prisoner transports, I visited each of the aforementioned concentration camps once, but was not permitted to enter the camp itself. Therefore, I cannot speak to the conditions there. Apart from Mr. Buck, I did not become acquainted with any other individuals who worked in those camps.
With the establishment of the Friedrichshafen office, further external offices were opened simultaneously in Ulm, Heilbronn, Aalen (later moved to Ellwangen), and Tübingen. Later, Oberndorf am Neckar and, after April 1, 1937, Sigmaringen were added.
The office heads at that time were:
In Ulm: Criminal Inspector Knauss
In Heilbronn: Criminal Inspector Scheuing
In Aalen: a certain Mr. Pfänder
After the relocation to Ellwangen: Criminal Inspector Stöckle (later transferred to Heilbronn)
In Tübingen: SS-Untersturmführer, later Criminal Commissioner Kappler
In Oberndorf/Neckar: Criminal Senior Secretary Zuckschwerdt (formerly of Friedrichshafen)
In Sigmaringen: Criminal Inspector Wolf (not SS, as of 1939)
At the Ellwangen external office, the criminal assistant and SS-Obersturmführer Hugo Heber—who was later deployed with me in Poland—was stationed. I can no longer recall the names of other officials from the external offices, which were partially dissolved during the war. Likewise, many officials and employees newly assigned during the war to the State Police Headquarters Stuttgart remain unknown to me by name.
“Old Fighters” (early Nazi members) who served at the State Police Headquarters Stuttgart until I was reassigned in October 1939 included:
SS-Obersturmführer Richard Strähle
SS-Untersturmführer Karl Heile
SA-Obersturmführer Hermann Schuler
SS-Hauptsturmführer and Criminal Commissioner Rothmund
SS-Obersturmführer Paul Heinle
Police Senior Inspector Weidelener (HJ leader)
Others I knew of:
Police Senior Inspector Maier (SS)
Police Secretary Feuersinger (all from the administrative staff)
Additional names: SS-Obersturmführer Stillhammer (allegedly killed in the East)
Among the veteran officials known to me at the State Police Stuttgart before the war (1939) were:
Criminal Senior Secretaries Thumm, Mauch, Wägelein, Imhoff, Jahn
Criminal Secretaries Schlipf, Zimmermann, Hohloch, Dick, Keller
Auchter (Friedrichshafen – SS), Criminal Senior Assistant Heck
By the end of 1938, around six to eight SS members who had completed their four-year service with the L.A.H. (Leibstandarte Adolf Hitler) were assigned to the Border Police Commission Friedrichshafen as criminal assistant trainees. They had completed training at the border police school in Pretzsch on the Elbe. Some of them were still with the office during my visit in April 1944. By then, the office was under the leadership of my former mentor, now promoted to Criminal Inspector, Ferdinand Maier. During the war, both Maier and Hans Engelbrecht (who had been transferred back to the State Police Headquarters Stuttgart and promoted to Criminal Director) were likely compelled to join the SS.
It should be noted that in 1933 and thereafter, veteran officials in the Württemberg political police were often dissuaded from joining the SS—partly by “certain elements” within the SS and partly due to the problems arising from rank disparities between long-serving civil servants and the newly recruited SS personnel within the department. Some officials may also have declined to join the SS out of conviction.
3. Deployment in Poland
At the end of October 1939, I was transferred, in my capacity as Criminal Secretary at the Border Police Commission Friedrichshafen, by the State Police Headquarters Stuttgart to the Inspector of the Security Police in Königsberg, and from there to the newly established State Police Headquarters Zichenau (Southeast Prussia).
Accompanying me were:
Criminal Senior Assistant (deceased) Paul Heck (not SS),
Criminal Assistant and SS-Obersturmführer Hugo Heber,
SS-Unterscharführer and criminal employees Schulter and Mägder.
At the outbreak of the war, the Security Police (Sipo)—formed by merging the Gestapo and Kripo—was issued Waffen-SS uniforms with insignia corresponding to Ordnungspolizei ranks (for NCOs). Initially, SS members received uniforms corresponding to their SS rank, regardless of their civil service grade. Veteran officials who had become SS members but had not yet received an SS rank equivalent to their civil service grade were temporarily grouped into deployment formations during uniform distribution. Those not deployed retained their current SS rank until about 1940, when the ranks were standardized.
Veteran officials who were not SS members but had been assigned to the war deployment of the Sipo—especially the many warrant officers (SB) from the Ordnungspolizei—were summarily issued SS uniforms with a rank one level lower than their actual police grade.
This is just a small glimpse into Himmler’s highly calculated system: every measure, no matter how small, was designed to create friction among those affected, thereby producing the desired tensions, which would inevitably lead to envy, hatred, pettiness, arrogance, and denunciation. These vices were deliberately cultivated by Himmler and his leadership clique within the SS under the guise of noble-sounding ideals—precisely in order to use the resulting slavish obedience of the SS to secure and expand their already immense power. Through the rigid centralization across the SS’s wide-ranging operations, all real decision-making authority—and hence responsibility—was stripped from lower and even middle-ranking SS commanders. Even commanders of the Security Police, heads of State Police offices, and concentration camp commandants were only granted some operational independence at the very last moment, when Himmler and his top leadership in Berlin and Munich sensed the dawn of a new, inevitable turning point. It was during this time (summer 1944) that the SS high command also began efforts to shift the blame for the now internationally known “Auschwitz” onto a few relatively minor SS officers in a planned “secret trial,” which would be publicized and turned into a show trial at a time of Himmler’s choosing. I will return to this matter in section 4.
The establishment of the State Police Headquarters Zichenau was very difficult due to local conditions and had not been prearranged. In early December 1939, the head of the office—an SS-Hauptsturmführer and senior government official whose name I can no longer recall—tasked me with establishing and organizing the Border Police Commission Ostrolenka.
In addition to my earlier colleagues from Stuttgart, two officers from the Weimar Schutzpolizei (not SS)—Criminal Senior Assistant Auser and Criminal Assistant Herold—were assigned to assist. Both were issued uniforms as SS-Oberscharführer. In March 1940, 12 SS-Unterscharführer and criminal assistant trainees from the border police school in Pretzsch were added to the unit. I can no longer recall their names. These men were mainly deployed to border control at the Ostrolenka railway station (as border police posts), after my office was reinforced by two further officers (not SS): Criminal Senior Assistants Henze and Weissenberger.
Simultaneously, additional Border Police Commissions were established from Zichenau in Pultusk, Modlin, Plock, and the external office in Plonsk. The names of the SS personnel and officials stationed there, as well as those working at the main State Police office, are no longer known to me. I only remember Criminal Commissioners Gerth (not SS) and Schaper (SS-Hauptsturmführer). On February 1, SS-Sturmbannführer and Government Official Pullmer from the State Police Headquarters Tilsit was appointed head of the Zichenau office.
Until that point, I had primarily handled intelligence and border police duties during the organization of the office. The Jews in the district had already been evacuated. At that time, a company of the Pultusk police battalion, led by a police captain from Königsberg (name forgotten), was still stationed in Ostrolenka and exercised martial law jurisdiction from the time of the Polish campaign.
From my previous Württemberg office, my colleagues and I were accustomed to thorough investigative work based on criminal-police standards—but such efforts were not welcomed in Zichenau. In the name of supposedly faster results, “state police methods” were preferred. My resistance to this led quickly to disagreements with SS-Sturmbannführer Pullmer, which escalated when, in April 1940, I was ordered to conduct an RSHA-directed operation against the Polish resistance. According to Pullmer, I handled the matter too leniently. In three or four cases (Polish names forgotten), Pullmer had ordered executions for possession of weapons. I did not carry out these orders but instead transferred the cases to the police martial court, which issued regular sentences—three death sentences, several concentration camp internments, and some acquittals. Pullmer was very displeased and heavily criticized me, though he did not yet act openly against me.
I never belonged to any summary court, military court, or other tribunal, nor did I issue, confirm, or carry out death sentences. Only after two resistance members escaped from my office’s detention cells in late April 1940 did Pullmer initiate disciplinary proceedings against two of my officers and me for negligent prisoner release. When that failed, he sent me on leave in early May 1940, claiming I would be reassigned afterward.
On May 25, 1940, after returning from leave to Ostrolenka, Pullmer arrived the very next morning accompanied by a Criminal Director and a Criminal Commissioner—both not yet SS members at that time, names forgotten—to inspect my office.
I was surprised when Pullmer suddenly informed me in private of my “new assignment” in Ostrolenka. At the same time, however, he gave me a “secret order” to eliminate a Wehrmacht captain named Skowronek (or similar spelling)—who was serving as an Abwehr (military intelligence) and N (news/intelligence) officer in Ostrolenka—by staging a fake “accident” during a hunting trip. He gave no justification for this order.
I was appalled and categorically refused the assignment. I was fully aware of what this refusal might mean for me—I vividly recalled June 30, 1934 [the “Röhm purge”], and the corresponding declarations Himmler had made in person back then. After I rejected the order, Pullmer withdrew it with the remark that I should be aware of the consequences of violating my duty of confidentiality regarding this now “rescinded” order.
I have remained silent about this incident—especially during the SS court proceedings that Pullmer instigated to destroy me—because I knew that I could be liquidated like many other “inconvenient” old SS members within Himmler’s diabolical system.
On the night of May 27, 1940, Pullmer stayed in Ostrolenka with his entourage. That morning, he invited my deputy, SS-Obersturmführer Hugo Heber, and me to a faked staff meeting of external post and border police unit leaders in Zichenau. Upon our joint arrival in Zichenau, he subjected us to brief individual interrogations in the presence of a Criminal Director, three Criminal Commissioners, and a Criminal Secretary—and then placed us into so-called “honor detention” for alleged offenses including “military insubordination” and unauthorized relations with a woman named Irma Schulz, whom Pullmer claimed was Polish.
The SS Police Court in Königsberg referred the matter to disciplinary proceedings, and the RSHA, under SS-Brigadeführer Dr. Best, dropped the case because there was no evidence, and Irma Schulz’s partial German ancestry (via her father) could not be disproved.
Heber and I were released after 14 days of “honor detention” and transferred by the RSHA to the State Police Office in Hohensalza, which at that time was under the leadership of SS-Sturmbannführer and Government Official Hegenscheidt. He assigned me to head the Border Police Commission in Kutno, with Heber again as my deputy.
At the same time, tensions were rising in the RSHA. SS-Brigadeführer Dr. Best was being pushed out and fell into disgrace with Himmler and Heydrich. The Berlin investigator, SS-Sturmbannführer Dr. Hentsch (a friend of Pullmer), submitted for review by Heydrich a number of previously dropped cases—presumably at Pullmer’s instigation. Heydrich ordered the cases reopened. As a result, Heber and I were once again placed in “honor detention” and were held for almost six months in the infamous Gestapo prison in Berlin.
I do not wish to describe the false accusations made against Heber and me by various informants, nor the suffering endured by both my former and current wives—especially my current wife, who was pregnant and left alone in Ostrolenka during this ordeal.
After our release on December 18, 1940, Heber and I remained, for over ten months, “prisoners of the State Police in freedom.” Only on November 3, 1941, was I handed a decree from the Chief of the Security Police, dated October 5, 1940, stating that our SS ranks were revoked due to “damage to the reputation of the SS,” and that by associating with a “Pole” we had effectively excluded ourselves from the SS.
We might have thought that was the end of it. But the SS had other plans. Heber and I were conscripted by order of the Chief of the Security Police, on behalf of Reichsführer SS Himmler, into the “Verlorener Haufen” (literally “Lost Troop”)—a probationary unit of the police (not the Waffen-SS).
The unit—combat engineers—was stationed in Dresden at the time. Upon joining on November 11, 1941, I was informed by the unit commander, the late SS-Hauptsturmführer Lotz, that I would temporarily forfeit my military rank (since May 10, 1937, I had held the rank of Feldwebel in the Reserves and the Reich Border Guard) and would need to sign a waiver. The waiver stated that I voluntarily accepted deployment under harsh conditions to “restore my honor”, and that I sought re-admittance to the SS after combat service—despite never having been convicted by any court!
Reluctant as I was, I initially refused to sign because I saw no need to “restore” an honor I had never lost. Moreover, I had no intention of ever rejoining the SS after surviving such a deployment. But under increasing pressure from Lotz—and fearing a new arrest and return to a Gestapo prison—I finally signed the waiver under duress.
4. Concentration Camps Auschwitz and Mittelbau (Dora)
With retroactive effect from October 1, 1942, the Reichsführer SS reinstated my military rank of Feldwebel (sergeant)—SS-Oberscharführer—based on my combat service at the front and the consequences of that service (wounds, etc.). He also ordered my continued service in the Waffen-SS until the end of the war and, at the same time, my transfer “for health reasons” to the “epidemic area” of Auschwitz (SS-Totenkopf-Sturmbann).
Whether or not I would be re-admitted to the SS and whether I would receive a new rank was to be decided by the Reichsführer SS after the end of the war.
When I arrived in Auschwitz on December 1, 1942, the name meant nothing to me. I reported to the commandant’s office and was assigned as platoon leader in the third company (SS-Totenkopf-Sturmbann, KL Auschwitz), which at that time was stationed at Birkenau and led by SS-Hauptsturmführer Kramer. The commander of the Auschwitz SS-Totenkopf-Sturmbann was SS-Sturmbannführer Hartjenstein, who later became commandant of Auschwitz II (Birkenau) and eventually of KZ Natzweiler.
As I was then only fit for internal service, I was transferred in mid-December 1942 to the Commandant’s Staff – Department II (Political Department). There I was initially responsible for handling interrogation requests from external Security Police departments and public prosecutors.
In spring 1943, I became an assistant to the Judicial SS officer in Department II and was tasked with conducting both judicial and internal camp investigations in cases of special incidents such as fires, burglaries, etc.
In November 1943, I was ordered to attend the Administrative Leaders’ School in Arolsen, even though my health had already deteriorated due to complete nervous exhaustion. In the meantime, through my own investigations, I had uncovered some of the secrets of Auschwitz and was relieved to be leaving the place.
But I had no desire whatsoever to become a “leader” in the Waffen-SS.
When, in January 1944, I was able—on medical grounds—to secure an exception and leave the training course, I was transferred back to Auschwitz and returned to my previous position in Department II.
There, in April 1944, I was assigned responsibility for handling escape cases, a duty I carried out until the evacuation of the camp on January 18, 1945, and continued for several more weeks at KZ Mittelbau (Dora) until the final collapse.
During this time, I was assisted by a Brazilian citizen, of German descent on his mother’s side, who—under Gestapo pressure—was forced to join the Waffen-SS “voluntarily,” instead of being interned in a concentration camp as a prisoner in case of refusal. This was my young comrade and friend, SS-Rottenführer Pery Broad, born April 25, 1921, in Buenos Aires, most recently residing with his mother Maria Rothenbücher-Fischer in Berlin-Spandau, Jordanstraße 24.
Throughout my time in Auschwitz, I constantly had prisoner assistants, almost exclusively of Jewish descent. I list them below, requesting that they be located and interviewed, as they are best able to judge my work and my behavior toward prisoners:
Director Leo Glaser, born July 12, 1893, in Brüx, from Vienna, last known to be in KZ Mauthausen, subcamp Melk an der Donau. His whereabouts may be traceable through his ex-wife, daughter of the owner of the delicatessen shop Böhm, Calwerstraße, Stuttgart. They have a son together.
Judge Bernhardt, from Berlin, last known to be in KZ Mauthausen.
Lawyer Unikower, from Breslau, last seen with me on April 14, 1945, en route to KZ Ravensbrück.
Dr. Jonny (surname forgotten), U.S. citizen and military doctor, prisoner camp physician at the labor camp Rottleberode (Harz), also with me until April 14, 1945, to Ravensbrück. His address, signed by him, for the War Office in London, where he is known, was provided at the time of my arrest on June 20, 1945.
My friend and fellow inmate Hermann Diamanski, from Danzig, a veteran of the Spanish Civil War, imprisoned with me in Gestapo prison Berlin, and later also a prisoner in Auschwitz.
Franz Lutz, from Stuttgart, contactable via city councilor and innkeeper Müller, tavern “Zum Adler,” Ludwigsburg.
Numerous other former Auschwitz prisoners.
My stenographers and interpreters, all Jewish women assigned to me at Auschwitz, included:
Elfriede Spandau, from Berlin
Berta Weiss, from Vienna
Maryla Obstfeld [later Rosenthal], from Kraków
Regina Lebensfeld [later Steinberg], from Slovakia
Eva Gisela Pommeranz, from Teschen
After the evacuation of Auschwitz, they were sent either to Belsen or to Ravensbrück. They can provide detailed information about my daily activities and overall behavior in Auschwitz. They were more than valued colleagues to me.
I must summarize my activity in Auschwitz as follows: I always obeyed orders in accordance with duty, as my conscience—after my bitter experiences with the SS—dictated before God and the laws of humanity: strict, but fair.
All attempts to get away from Auschwitz—by me and by virtually every other SS member—were hopeless. So many cases of desertion occurred as a result. During my two years of service there, I suffered multiple nervous breakdowns, which were diagnosed by prisoner doctors, including the Polish physician Dr. R. Diem from Warsaw.
Already in summer 1943, after my first illness, I was advised to bring my family to Auschwitz, which I finally did after long deliberation, simply to gain some relief from the strain of my work.
The Auschwitz concentration camp complex, with its nearly 40 external labor camps, was by far the largest of the more than 20 German concentration camps. All of these were subordinate to the SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (SS Economic and Administrative Main Office, or WVHA) in Oranienburg near Berlin, and thus to its chief, SS-Obergruppenführer Pohl. Within the WVHA, Department Group D – Concentration Camps, led by SS-Gruppenführer Glücks, who was allegedly in a state of “mental derangement” on April 28, 1945, along with his chief of staff Obersturmbannführer Höß (former commandant of Auschwitz), and staying at KZ Ravensbrück with its commandant SS-Sturmbannführer Suhren, was solely responsible for all events in the camps.
That office made decisions over life and death, and drafted the insane orders that the lower-ranking officers out in the camps were forced to implement.
In addition, in Auschwitz, the Secret State Police, specifically the State Police Headquarters Kattowitz—under SS-Standartenführer Dr. Mildner until autumn 1943, and after that under SS-Obersturmbannführer Dr. Thümmler (who in March 1945 was allegedly commander of the Security Police in Stuttgart)—played a massive role.
In each camp, the head of Department II was an officer of the Security Police (Gestapo), generally low-ranking, often Criminal Secretaries or Senior Assistants, who had to carry out orders from both the Gestapo and the SS-WVHA—but later, in cases like that of SS-Untersturmführer Grabner in Auschwitz, had to take the fall alone.
When the mass deaths in Auschwitz began to reach the unsuspecting German public in autumn 1943—the Auschwitz SS garrison itself had been locked down for more than 1½ years (allegedly because of epidemics, but in fact for other, transparent reasons)—a few leadership reshuffles were suddenly ordered, both in the camp command and at the State Police Kattowitz (Dr. Mildner). Then, on orders from RFSS Himmler, a “neutral” special commission of the Kripo (from the Reich Criminal Police Office, RKPA) was dispatched under the authority of the Supreme SS and Police Court to investigate!
It was a farce, and predictably ended with little result.
Under the strictest secrecy—as was standard for everything in the camp (SS members had to sign new secrecy declarations every month)—the commission of the infamous SS judge and prosecutor, SS-Sturmbannführer Dr. Konrad Morgen, worked for four months in Auschwitz with a team of 6 to 8 investigators, including Criminal Director Drescher from Berlin. Their task: to investigate “corruption and murder”.
Criminal Director Drescher, dressed in SS-Hauptsturmführer uniform, was a very decent, objective man, a skilled, veteran officer. In our many private conversations, he told me he had never seen in his entire career even a fraction of what Auschwitz revealed. He was relieved to leave, though even he, using the most devious and refined methods, barely managed a modest result—because the truly guilty were elsewhere.
But what could such a commission find other than the lowest-ranking man, the Gestapo officer left all alone in the massive Auschwitz camp operation governed by the SS-WVHA? That was SS-Untersturmführer Grabner, not a Waffen-SS officer like the others, but a minor civil servant—already mentally broken.
The top officials in the WVHA and the RSHA pointed fingers at each other—no one wanted to be held responsible. The real culprits, like Commandant Höß and Dr. Mildner, vanished. Grabner was to be hanged—but things turned out differently.
In the notorious main hearing before the Supreme SS and Police Court (z.b.V.) on October 13 and 14, 1944, held at Weimar and Schloss Kranichfeld, under the presidency of SS-Obersturmbannführer Dr. Hansen and with SS-Sturmbannführer Dr. Morgen as prosecutor, Grabner was to be destroyed.
He appeared after nearly a full year in investigative custody in Gestapo prisons—a living corpse.
Reichsführer SS Himmler had dispatched to the trial his envoy, SS-Obergruppenführer and Police General Erbprinz zu Waldeck. Around 25 witnesses were summoned, mostly SS officers and one physician. Among them were 6 SS NCOs, including myself.
Two or three witnesses—including the previously removed SS-Sturmbannführer Hans Aumeier (who later served as commandant of a concentration camp in Norway; camp name unknown)—were reportedly unable to appear due to dubious pretexts.
The prosecutor informed me in advance, via his deputy SS-Untersturmführer Dr. Wiebeck, that I should request to testify outside the presence of the other witnesses—all SS officers. No other listeners were present aside from Himmler’s envoy. However, I saw no reason for a private testimony, even if the prosecution may have suspected I was biased. Most of the SS officers—allegedly “veteran concentration camp men from Dachau”—were never at the front and nervously awaited my testimony.
As Grabner had told me back in spring 1943, after completing his extensive investigations across the Reich and several concentration camps in the case against senior overseer Langefeld, SS officers at Auschwitz whom I had never met were urging him to get me removed from my post as case officer to the SS judiciary—because if not, “bombshells” would go off.
This cowardly clique—to whom we were all ultimately subjected—already had a significant load of guilt in many areas even back then.
During the trial, I was asked whether I had become aware that Grabner had ordered the killing of people. I confirmed this and added that, as far as I knew, such actions always took place in the presence of an SS doctor and another SS officer—specifically SS-Sturmbannführer Aumeier, SS-Hauptsturmführer Heinrich Schwarz, or Hauptsturmführer Hofmann, and that they were carried out by mutual agreement.
Schwarz and Hofmann denied this. The SS doctors, whose names I no longer recall but who were active in the camp at the time, were not summoned to the trial. The only physician present, the chief garrison doctor SS-Sturmbannführer Dr. Wirths, was naturally “unable” to provide any information.
Since I had only directly witnessed such measures a few times, I referred to the testimony of several colleagues who had experienced and shared similar events with me—most in even greater numbers.
SS-Obersturmbannführer Höß, visibly flustered, denied any knowledge of such occurrences in his camp.
When the presiding judge asked me whether it was possible that the camp commandant Höß could have been unaware of everything, I responded with a resolute: “No.”
When asked to justify my answer, I pointed to Höß’s position and background—he had built the massive Auschwitz camp, and had been twice promoted out of turn by Himmler, receiving other honors, such as the Kriegsverdienstkreuz I. Klasse (War Merit Cross, 1st Class).
I concluded my statement with the remark that Grabner should not be the only one on the defendant’s bench, but rather, his superiors and those who gave the orders should be there too.
That earned me mocking smirks from the judge and the prosecutor, and looks of rage and hatred from the other SS officers present. I was dismissed and summoned again for the second day of the hearing.
I was re-interrogated by the special commission—first alone, and then in the presence of Dr. Wirths and Criminal Commissioner Bartsch—but could no longer provide any substantial new information.
The prosecutor dropped the original demand for the death penalty against Grabner and instead asked for 12 years’ imprisonment for manslaughter, military insubordination, and other charges. But the court suspended the trial and ordered further investigations against other SS officers and doctors—which likely were never completed.
A higher justice prevented Grabner—as a small cog in the machine—from becoming Himmler’s scapegoat before the public at a politically opportune moment.
After the Grabner trial, I was “welcomed back” in a fitting manner by the then Auschwitz camp senior officer and Commandant I, Richard Baer (later commandant at Mittelbau), who was a personal friend of SS-Obergruppenführer Pohl. As a result, I was admitted to the infirmary for ten days due to total nervous exhaustion, and afterward spent three weeks at the SS convalescent home Solahütte.
The warning from Dr. Wiebeck about retaliation from my superiors was not unfounded. I had taken precautions against covert revenge—both through my prisoner assistants and through Mr. Leo Glaser, to prevent such acts.
The total number of inmates killed at Auschwitz—by gassing, shooting, hanging, and disease, including also SS members—will never be exactly determined. But according to cautious estimates by SS-Oberscharführer Erber (formerly Houstek), who worked in the “admissions” department, the number clearly exceeds four (4) million.
The Auschwitz complex—divided into three main camps (Main Camp Auschwitz, Birkenau, and Monowitz)—with its external camps, had a maximum capacity of about a quarter of a million people, but was never occupied by more than 150,000 to 160,000 inmates on average. Only in summer 1944, after the liquidation of Majdanek (Lublin) and the arrival of the Hungarian Jewish transports, was a peak of 200,000 prisoners reached.
In Mittelbau concentration camp (until September 30, 1944, an external labor detachment of Buchenwald, known as “Dora”), where I worked from early February to the end of March handling escape cases after the evacuation of Auschwitz, there were approximately 45,000 inmates, including those in about 20 satellite camps.
Closing Declaration: I affirm that the above information is true.
Signed:
/-/ Friedrich Wilhelm Boger
Statement by Friedrich Wilhelm Boger
Structure and Personnel of Auschwitz Concentration Camp (1943–1944) (also includes KL Mittelbau)
SS Garrison Senior Officers (SS-Standortälteste):
SS-Obersturmbannführer Höß (Dept. I – WVHA), later Ravensbrück
SS-Obersturmbannführer Liebehenschel (Italy)
SS-Sturmbannführer Richard Baer (deceased)
SS Garrison Doctor (SS-Standortarzt):
SS-Sturmbannführer Dr. Eduard Wirths (deceased)
Construction Office of the Waffen-SS and Police:
SS-Sturmbannführer Bischoff
SS-Obersturmführer Jothan, Egeling
(special staff company of approx. 100 SS members)
Commandant’s Office I (Main Camp Auschwitz)
Commandants were also Garrison Senior Officers
Department I – Adjutants:
SS-Hauptsturmführer Mulka
SS-Obersturmführer Baumgärtner
SS-Hauptsturmführer Zollner
SS-Obersturmführer Höcker (deceased)
Judicial SS Officers:
SS-Untersturmführer Ganninger (later Natzweiler)
SS-Untersturmführer Wilhelm Beyer (later Flossenbürg)
SS-Untersturmführer Fernholz (deceased)
Department I – Motor Pool:
SS-Untersturmführer Wiegand (deceased)
Commandant at Mittelbau (Dora):
SS-Sturmbannführer Förschner
Sonderkommando (Special Detachment):
SS-Hauptscharführer Moll
SS-Oberscharführer Voss
SS-Oberscharführer Mußfeldt [Muhsfeldt]
Guard Troop:
SS-Totenkopf-Sturmbann
About 14 companies and a dog unit
Eventually approx. 5,000 SS members, including command staffs
Commanders:
SS-Sturmbannführer Hartjenstein
SS-Hauptsturmführer Kramer (Commandant I), previously commander of 3rd Company
SS-Obersturmführer Siegmann
SS-Obersturmführer Kollmer (Monowitz)
Department II – Political Department (until October 1943)
Heads:
SS-Untersturmführer and Criminal Senior Secretary Maximilian Grabner (from Vienna, from State Police HQ Kattowitz)
From October 1943 to January 18, 1945: SS-Untersturmführer and Criminal Senior Assistant Hans Schurz (Styria, deceased; also from State Police HQ Kattowitz)
Deputies:
Criminal Assistant Wosnitza (also responsible for Investigations)
Criminal Senior Assistant [name missing]
Criminal Senior Assistant Brose
(all from the State Police HQ Kattowitz)
Administration Office and Records:
SS-Oberscharführer Herbert Kirschner (deceased) with 4–6 SS men
Intake (Admissions):
SS-Oberscharführer Stark
SS-Oberscharführer Quakernack
SS-Oberscharführer Erber (formerly Houstek)
about 6 SS men and NCOs
Registry Office:
SS-Oberscharführer Quakernack
SS-Unterscharführer Kristan
SS-Oberscharführer Seibt with four SS men
Prisoner Welfare and Legal Matters:
SS-Unterscharführer Draser
Search Service (Fahndung):
SS-Oberscharführer [name missing]
4 to 6 SS men
Investigations:
SS-Oberscharführer Boger, Dylewski, Lachmann
SS-Unterscharführer Broch (deceased)
SS-Rottenführer Broad (deceased)
SS-Unterscharführer Otto Schmidt
Prisoner Transfers:
SS-Unterscharführer Schindler
SS-Rottenführer Krämer
Identification Service and Photo Section:
SS-Hauptscharführer Walter
SS-Unterscharführer Ernst Hofmann
Department III – Protective Custody Camp Management (Men’s Camp)
SS-Obersturmführer Fritzsch
SS-Sturmbannführer Hans Aumeier (later Norway)
SS-Hauptsturmführer Heinrich Schwarz
SS-Hauptsturmführer Hofmann
SS-Obersturmführer Hössler (deceased)
(Women’s Camp)
Senior Overseer Volkenrath (later Bergen-Belsen)
Department III A – Labor Statistics and Deployment
SS-Obersturmführer Josten (also air-raid protection)
SS-Obersturmführer Max [surname unclear] (deceased)
SS-Untersturmführer Kurz
Report Leaders (Rapportführer):
SS-Hauptscharführer [name missing]
SS-Oberscharführer Clausen
SS-Oberscharführer Hertwig
Department IV – Garrison SS Administration
Head:
SS-Obersturmführer Möckel
Deputy:
SS-Hauptsturmführer Polenz (Commander, Staff Company)
Prisoner Property Administration:
SS-Obersturmführer Krätzer
Administrative Staff Company:
About 300 NCOs and men
In Mittelbau (Dora):
Administrative Leader: SS-Hauptsturmführer Brenneis
Department V – SS Garrison Medical Service (Medical Officer and Chief Doctor)
SS Infirmary:
SS-Sturmbannführer Dr. Eduard Wirths (deceased)
SS Camp and Troop Doctors (frequently rotated):
SS-Hauptsturmführer Dr. Fischer
Dr. Entress
Dr. Rohde
Dr. Lucas
Dr. Klein
Dr. von Bodmann
Dr. Horstmann
Dr. König
SS Dentist:
SS-Hauptsturmführer Dr. Frank (from Stuttgart, Bad Cannstatt, later Dachau)
Another SS-Hauptsturmführer [name missing]
SS Pharmacist:
SS-Sturmbannführer Krömer (died 1944)
Another SS-Sturmbannführer [name missing]
Department VI – Welfare, Education, Troop Support
Head:
SS-Oberscharführer Knittel
Commandant’s Office II – Birkenau (since October 1943)
Commandant:
SS-Sturmbannführer Hartjenstein (later Natzweiler)
SS-Hauptsturmführer Kramer (II) – later Bergen-Belsen
Adjutant:
SS-Untersturmführer Schindler
Protective Custody Camp Leaders (Men):
SS-Obersturmführer Schwarzhuber (later Ravensbrück)
SS-Obersturmführer [name missing]
Women’s Camp:
Senior Overseer Mandel (later Dachau?)
Previously also SS-Untersturmführer Hössler (deceased)
Commandant’s Office III – Monowitz (since October 1943)
(over 30 external labor camps attached)
Commandant:
SS-Hauptsturmführer Heinrich Schwarz (later Neckarelz)
Adjutant:
SS-Untersturmführer Orlich
Protective Custody Camp Leaders:
SS-Obersturmführer Schöttl
SS-Hauptsturmführer Brossmann
/-/ Friedrich Wilhelm Boger
Archivial reference:
Hessisches Hauptstaatsarchiv, Abt. 461, Nr. 37638/5, p. 814a – 829.
German transcription from Die Digitale Bibliothek 101: Der 1. Frankfurter Auschwitz-Prozeß